BigB schrieb:
Wir haben ja ein paar Cracks zum Thema auf dem Board...
Welchen Kampfsport würdet ihr mir alten Mann mit 35 empfehlen.
Mehr als 2 mal die Woche habe ich keine Zeit.
Will keine richtigen Kämpfe bestreitet, stelle mich aber wenn ich es denn ein wenig drauf habe gerne fürs Sparring zur Verfügung.
Man sollte so wenig wie möglich extra Ausrüstung anschaffen müssen. Also am besten keine extra Kleidung wie son Karateanzug etc. --- das man meißt passende Schuhe, Pratzen, Mundschutz etc. braucht weiß ich und wäre auch OK.
Würde auf jeden Fall gerne mit einem Kampfsport anfangen... vielleicht gibts ja ein paar Tips... Nur Krafttraining ist mir auf die Dauer zu öde
Aikidō, Aiki-ken und Iaidō.
Sind alle drei Kampfkünste bei denen keine körperliche Kraft benötigt wird, sondern Konzentration, Disziplin und Technik das A und O sind. Wird auch sehr oft parallel angeboten, da alle drei Künste verdammt viel gemeinsam haben.
Insbesondere Aikidō und Aiki-ken, da Aiki-ken von Morihei Ueshiba entwickelt wurde, der auch als Schöpfer des Aikidō gilt. Im Grunde hat er sich verschiedene Stilrichtungen des Kenjutsu (Überbegriff für die japanischen Schwertkünste) angesehen und sie auf die Philosophie des Aikidō abgestimmt. Basiert hauptsächlich auf der Schule des Kashima Shintō-ryū. Iaidō ist die Disziplin des Schwertziehens, dem wiederum bereits im feudalen Kashima Shintō-ryū große Bedeutung zukam.
Aikidō selbst ist rein defensiver Natur und kennt keine Angriffslehre (auch wenn sich viele Techniken sehr wohl dazu benutzen ließen). Geht darum die Bewegung und Kraft des Angreifers auf ihn selbst umzuleiten und so seine Körperspannung bzw. die Kontrolle seines eigenes Körpers vollkommen zu brechen - sprich Ziel ist es, den Gegner vollkommen in der Hand zu haben. Aikidō besteht daher vorwiegend (aber nicht nur) aus einer Vielzahl an Würfen und Sicherungstechniken.
Zum Aikidō, so wie Aiki-Ken und Iaidō, gehört nebst der Techniken auch noch eine Wagenladung an Philosophie, welche diese drei Künste auszeichnet.
Allerdings spießt sich das etwas mit deiner Vorgabe zur Ausrüstung...
Du wirst ziemlich bald einen Keiko-Gi (der traditionelle Trainingsanzug; 40 Euro bis weit darüber, je nach Machart, wobei es ein billiger für den Start definitiv tut) benötigen und später einmal einen Hakama (zumindest bei uns im Dojo ist der Hakama ein Zeichen eines höheren Grades).
Fürs Aiki-ken und auch anfänglich im Iaidō benötigst du zusätzlich noch einen Bokken (japanisches Holzschwert) und später einen richtigen, ungeschliffenen Katana bzw. auch einen scharfen und Gozamatten, wenn du Interesse an richtigen Schnittübungen hast.
Ist für jung und alt geeignet, nur sollte man keine chronischen Knieprobleme mitbringen, da sehr viel aus der knieenden Position heraus gearbeitet wird.
Ansonsten verlangt es einem nur körperlich viel ab, wenn mal ein Fall nicht gelingt oder der Trainingspartner etwas übertreibt - dann kann es wirklich schmerzhaft werden. Die körperlich härteste Phase ist das wirklich wichtige Aufwärmprogramm, da die Techniken des Aikidōl, sehr stumpf formuliert, darauf basieren an den schwächsten Punkten des menschlichen Körpers anzusetzen: Den Gelenken. Dementsprechend ist ausgiebiges Aufwärmen einfach wichtig und auch das schweißtreibendste am Training, da der Rest reine Technik ist, die für den Anwender nicht wirklich in harter Arbeit ausartet, sondern ein hohes Maß an Koordination abverlangt. Ergo Perfektion und das bedeutend vor allem eines: Üben, üben, üben,...
Es gibt in allen drei Künsten auch keine traditionellen Wettkämpfe, sondern nur Vorführungen.
Wieso? Weil es der Ideologie widersprechen würde.
Man muss sich aber im klaren sein, dass die Lernkurve sehr, sehr steil ist, da die Techniken meist sehr komplex sind und eine absolut saubere und elegante Ausführung jedes einzelnen Schrittes oberstes Gebot sein sollte.
aikido.at schrieb:
AIKIDO ist eine Synthese der traditionellen japanischen Künste des BUDO und gilt als wirksames System der Selbstverteidigung gegen unbewaffnete und bewaffnete Angreifer.
Es hat sich aus der japanischen Tradition der Kampfkünste den defensiven Aspekt bewahrt. In erster Linie ist es also, wie die meisten Kampfkünste, eine effektive Methode des Selbstschutzes.
Das Ziel ist es, zwei entgegengesetzte Kräfte zu vereinen. Darüber hinaus ist AIKIDO ein in Körpersprache verfasstes Lehrbuch in moralischer und philosophischer Sicht.
Eine der vielen Besonderheiten liegt darin, dass es sich aus der engen Sphäre des Kampfes und Wettstreites gelöst hat und so auch zu einer dynamischen Form der Persönlichkeitsbildung für Erwachsene und Kinder geworden ist.
AIKIDO zeichnet sich durch Schnelligkeit und Effizienz aus. Regelmäßiges Training fördert die Harmonie zwischen Körper und Geist, es entwickelt Körperaufbau, Geschmeidigkeit, Beobachtungsgabe, Kondition, Raum- und Zeitgefühl, Körperbeherrschung und Ästhetik.
aikido.at schrieb:
Das japanische Schwert ist nicht die älteste Waffe Japans, wohl aber die Anspruchsvollste. Sie zählt zu den am höchsten entwickelten in Sachen Ethik, Moral und Technik. Heutzutage ist IAIDO eine Reflexion der Ideale vom Krieger dieser Zeit.
IAIDO ist eine Kunst, die dem Übenden den Kontrast zwischen "Leben" und "Lebenswerten Leben" verdeutlicht. Es ist eine einmalige Mischung der Ethiken des Konfuzianismus, den introspektiven Methoden des Zen, den natürlichen Philosophien des Taoismus und schließlich gekräftigt von der Strenge des Bushido.
Geübt wird der Umgang mit dem Schwert in Form von verschiedenen Katas (festgelegte Bewegungsabläufe). Zu Beginn wird die Klarheit und Reinheit der äußeren Figur, später die Eleganz und Kraft, erarbeitet.
Die Bewegungen im IAIDO sind von unglaublicher Perfektion und Schönheit.
Aikidō in Perfektion...
[vid]http://www.youtube.com/watch?v=-3DLFCKdoOg[/vid]
Iaidō und Aiki-ken...
[vid]http://www.youtube.com/watch?v=uocAfN1gfG0[/vid]
Ausschnitte aus Hachidan Prüfungen, im Iaidō (Hachidan ist der technisch höchste Meistergrad)...
[vid]http://www.youtube.com/watch?v=aLUzztpsjYU[/vid]