So. Ich erzähle nichts von den Missionen, außer, daß sie mir bisher gut gefallen haben und ich sie nicht als besonders frustig empfunden habe. Stattdessen erzähl ich, was ich nebenher so gemacht habe in den 5,5 Stunden, die gestern über den Tag verteilt zusammengekommen sind.
Ein Wort zu Marston: Ein ausgesprochen angenehmer Zeitgenosse. Sehr höflich, freundlich und eine gute Seele.
Ein weiteres Wort zu den Dingen die mir nach diesen 5 Stunden negativ aufgefallen sind: Es kann kompliziert sein, sein Pferd zu rufen. Mit oben auf´m Kreuz pfeift man sein Hottehü heran, das prescht dann wie angezündet zu einem hin, aber oft auch noch etwas weiter und man muss wetzen gehen. Außerdem hat das dusselige Ding manchmal ein Problem mit dem Stillstehen, wenn man nicht draufsitzt...aber vielleicht will es mich auch bloss verarschen, Pferde sind so
Was hab ich also gemacht...zuallererst bin ich ein wenig um die Ranch geritten, bei der man startet um mich an die Pferdesteuerung zu gewöhnen...dabei sind mir die Vögelchen aufgefallen da oben am Himmel..."Hmmm...ob man...-BAM-...jo, kann man"...so hab ich ein paar Federchen gesammelt und direkt mal eine Challenge geschafft und meinen ersten Fame kassiert...
Anschließend ging´s nach Armadillo, der ersten..."Stadt" in der Nähe, eine von diesen typischen Western-Bretterbuden-Städten. Dort gab´s auch direkt Ärger, ein Pferdedieb! Zack-di-Bum Blei im Rücken und schon hatte der werte Sir sein Pferd wieder und ich war um 16 Dollar reicher. Passend zum Thema Blei wurde dann der örtliche Gunsmith konsultiert und siehe da: Eine von diesen uralten 8-schüssigen Lever-Pistols für mein Arsenal.
Der Saloon gegenüber erwies sich als ziemlich leer, aber es war auch erst kurz nach Mittag...ein Rum ging trotzdem

Flugs ein Hotelzimmer gemietet oder besser gekauft für 50 Dollar damit man auch einen lokalen Zufluchtspunkt hat und dann wieder rein in den Sattel und der langsam untergehenden Sonne entgegen.
Einige rastende Reisende am Wegesrand rufen mir freundlich zu, ich könne mich ruhig zu ihnen setzen, wenn ich ihren Geschichten lauschen möchte (an der Stelle sei angemerkt, daß es stellenweise SEHR schwer ist, die Leute zu verstehen...aber die kauen halt gern auf ihrer Zunge beim sprechen...Untertitel sei dank). Trotz meiner Skepsis gehe ich auf sie zu. Offensichtlich keine Banditen, denn einer von ihnen fängt nach einem sehr fiesen Hustenanfall an von einer Zeit von vor 30 Jahren zu erzählen als ein Mann die Gerechtigkeit in die Gegend gebracht hat...hieß...Ned oder...Red
Ich habe genug gehört und Zeit wächst nicht auf Bäumen und so reite ich zurück Richtung Ranch auf der mein kleines Häusschen/Geräteschuppen steht, ich möchte lieber bei vertrauten Leuten schlafen als über einem Saloon. Als die Ranch hinter den Hügeln auftaucht, erlebe ich auch mein erstes Gewitter und Gewitter waren schon bei GTA3 mein Lieblingswetter. Riesige Wolkenberge von Blitzen durchzogen wandern über den Horizont und starker Regen setzt ein und verwandelt den staubigen Boden in eine fiese matschige Pampe, bei der man seine Stiefel danach getrost wegschmeissen kann. Ich bin allerdings noch nicht so richtig müde und entscheide mich, mich mit den Farmhands im Schuppen hinten auf eine Runde freundschaftliches Poker zu treffen, das gute alte Texas Hold´em und ich gewinne auch direkt mal meinen Einsatz und 2 Dollar. Harmloser Spass, ich sag es ja, wenn´s um richtiges Geld geht, sind Thieves Landing oder Blackwater die Adresse der Wahl...den richtigen Zwirn vorrausgesetzt.
Thema Thieves Landing, das ist meine nächste Adresse. Klingt schon weniger vertrauenserweckend und ist es auch. Nach einer hier nur am Rande erwähnten Episode mit einige Kojoten und Wölfen die offensichtlich mein Pferdchen aufessen wollten (und mir jetzt stattdessen durch ihr Fleisch, Fell und Innereien zu mehr Wohlstand verhelfen) tauchen die sumpfigen Wälder des Ostens vor mir auf und Thieves Landing schält sich aus dem Dunst. Auf der Brücke zum Ortseingang werde ich dann auch direkt Zeuge wie eine aufrechte junge Dame entführt wird, einfach über die Schulter geworfen hat der Drecksack sie sich! Das lasse ich nicht auf sich beruhen, werfe sämtliche guten Mannieren über Bord und "eröffne" seinen Hinterkopf zur Besichtigung! Die werte Dame liefert die extrem schrille Musik zu einer sicher 5-minütigen Schießerei mit...ich habe keine Ahnung, wer das war, die halbe Hauptstraße eröffnet auf einmal das Feuer auf mich! Nach reichlich Toten und einigen brenzligen Stellen, durch die mich meine neue Pistole aber sicher geleitet hat, schneide ich die Frau los von ihren Fesseln. Alles, was ich zu hören bekomme, sind Klagen und Gemotze, toller Dank. Dennoch lässt sie 32 Dollar springen und ich bin wieder ein Stück ehrenhafter und bekannter geworden. Da ich mittlerweile auch einen feinen Anzug mein Eigen nenne, tue ich das, was man in so einer verruchten Stadt vermutlich am besten tut: Beim Poker bescheissen. Und ja, ich habe die halbverottete Leiche vor dem Saloon mit dem "Cheater"-Schild sehr wohl gesehen.
Es kommt, wie es kommen muss. Einer der Spieler, ein dreckiger Kerl mit einem Hund von einem Schnäuzer erwischt mich beim schummeln und fordert ein sofortiges Duell. Das passt mir ganz gut, immerhin hab ich dabei mehr Chancen als wenn der ganze Saloon mich zusammengeschossen hätte. 10 Sekunden später hat Kollege Schnauzer 8 Löcher an diversen Stellen des Körpers und ich habe sein Geld. Die nächste Runde Poker geht ganz klar für mich aus, denn ich habe gelernt, WIE man schummelt (kleines Minispielchen bei dem man die unterste Karte des Decks beim mischen klaut, die man dann zu einem beliebigen Zeitpunkt in seine Hand zu schummeln versuchen kann) und gehe mit etwa 40 Dollar und einem zufriedenen Grinsen Richtung Pferd.
In den kommenden (Spiel)Tagen sollte noch einiges passieren, von gestohlenen Kutschen, Kannibalen und meiner Ruhmestat, mitten in einem Tunnel vom Zug zu fallen weil ich ja unbedingt auf dem Ding rumrennen musste, über diverse Idioten, die dachten, sie könnten mich zum Duell fordern, gefährlichen Wildtieren, verlorenen und in der Wildnis zugerittenen Pferden hin zu mitternächtlichen Überfällen und leicht bekleideten Damen, die mir mein Pferd klauen wollen (Vermutlich haben sie mein Gewehr und meinen verkniffenen Gesichtsausdruck etwas unpräzise gedeutet), waren das...ich sage mal...ereignisreiche 5 Stunden Spielzeit. Und dabei hab ich jetzt keine einzige Mission oder einige andere Dinge erwähnt wie sinnloses rumreiten, einige der Minispiele usw oder die Filmvorstellung in der Kirche erwähnt und all das fand im "ersten" Gebiet statt.
Fragen?

Auch gerne zur Spielmechanik.