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KT Bart Wux denkt: I have no kids. Fuck me, right?

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Die Beobachtung, die @Bart Wux gerade bei Videospielen macht, ist meiner Meinung nach auch schon (etwas länger) in der gesamten Medienlandschaft festzustellen. Der Wandel lässt sich neben Videospielen auch sehr gut in Serien und Filmen sehen. In letzteren Bereichen nichts neues, aber häufiger und oft auch ernster in Mainstream-Formaten.

Als Ursache bei den Videospielen könnte ich mir vorstellen, dass es nicht primär am Älterwerden und der Weiterentwicklung der Konsumenten liegt (die haben eh nicht mehr viel Zeit zu zocken :D ), sondern am Älterwerden und der Weiterentwicklung der Spieleentwickler selbst. Die Leaders und Seniors sind alle in den Dekaden großgeworden, in denen Videospiele erst groß wurden. Es ist ihr Beruf, das ist ihre Passion. Und seit ein paar Jahren haben diese halt nicht nur eine Freundin oder Frau, sondern auch vermehrt Kinder und das ist nunmal eine komplette Umstellung und ganz neue Erfahrung. Auch Emotionen und Prioritäten verschieben sich teilweise komplett. Das ganze Leben wird durch das Großziehen der eigenen Kinder bestimmt. Gefühlt alles was man macht, macht man (gerne) für die Familie und es wird weniger egozentrisch. Diese Themen finden dann ganz natürlich ihren Weg in Videospiele, wenn die spieleentwickelnden Familienväter und -mütter dann am Arbeitsplatz sitzen und eine intensive Story erzählen müssen.

Stellt euch schonmal auf Spiele über Arthritis, Demenz, Krebs und Tod in 20 Jahren ein. Oder anders gesagt, die Helden in den Spielen werden immer mehr zu verletzlichen, fragilen Individuen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Familie habe ich in “echt“, da will ich mich nicht in Videospielen drum kümmern, auch wenn ich meine Familie über alles liebe.
Videospiele sind für mich zum Abschalten und ich kann teilweise so sein, wie ich in “echt“ nicht bin. Ich bin z. B. ein eher defensiver Fahrer, liebe aber Racing Games. Ich will in Spielen nicht die Realität nacherleben, die habe ich jeden Tag in ultra-ultra-ultra-HD mit 60 FPS ohne Ruckler oder Tearing.
 
Auch ich bin mittlerweile in einem Alter, wo ich seit 10 Jahren oder länger schon Mutter sein könnte und damit keine Teenie Mutter aka eine Mutter, die selbst noch ein Kind ist vom alter her, wäre. Ich weine manchmal sogar, wenn ich dann eine 2x oder noch schlimmer 1x jährige Mutter mit ihrem Spross sehe, der schon reden kann und halt schon ein richtiger kleiner halbwegs eigenständiger Mensch ist. Und vielleicht werde ich aus persönlichen Lebensumständen, niemals Kinder haben, bevor die Uhr für abgelaufen ist aber das ist okay, irgendwie, glaube ich...

Was ich aber sagen wollte, Kinder in Spielen oder Vater und Mutter, Familie allgemein in Spielen stört mich irgendwie dennoch gar nicht. Im Gegenteil ich spiele das super gerne, ganz nach dem Motto, was ich schon nicht im realen Leben erleben kann, das kann ich zumindest in Videospielen erleben.

Und ich denke, es ist immer noch Platz für einfache, wütende, brutale Spiele, mach doch einfach ein Bogen um die Spiele, die dich nicht ansprechen und hol dir die, die das bieten, was du gerne möchtest.

Und das innere Kind zu erhalten und teilweise auch auszuleben zum Beispiel in Videospielen ist absolut nicht verwerflich im Gegenteil, das innere Kind sollte am Leben sein, ansonsten bist du echt ein langweiliger Mensch meiner Meinung nach.

Ich ertappe mich auch immer wieder dabei, wie ich mich komplett mit dem Kinder oder Jugendlichen Helden in einem Videospiel identifiziere, denn mein inneres Kind ist stark. :D

Und auch wenn ich mein inneres Kind im realen Leben raus lasse, ist das eigentlich immer erheiternd für alle Beteiligten. :ugly:

Ich werde wahrscheinlich mit 80 noch im inneren ein Kind sein, meine Videospiele immer noch in irgendeiner Form spielen und hoffe allgemein meine Querkieness nicht zu verlieren.

Und darauf bin ich auch noch stolz. :oops::grins:
 
Ich bin mit 34 Jahren relativ spät zum ersten mal Vater geworden und möchte diese Rolle auf gar keinen Fall mehr aufgeben. Aber wer mich kennt, der weiß, dass mich irgendwelche gefühlsduseligen Vater-Sohn-Geschichten in Spielen null interessieren. Für mich zählt nur die Frage, ob mich das Gameplay überzeugt. Das echte Leben hat für mich in der Hinsicht keinerlei Berührungspunkte mit dem virtuellen Leben.

Was bei mir aber eingetreten ist, ist das Phänomen, dass ich viel bewusster die Augen nach Spielen offen halte, die etwas für meinen großen Jungen sein könnten (der kleine ist mit 2 Jahren noch zu jung). Es gibt nichts schöneres, als zu sehen, dass der Sprössling die Begeisterung für das eigene Hobby teilt - vielleicht auch zu sehen, dass er Dank der eigenen Unterstützung schon ein Stück weiter ist, als man selber im gleichen Alter war.

Im übrigen stimmt es auch nicht wirklich, dass man mit Geburt eines Kindes keine Zeit mehr zum zocken hat. Klar, ein Kind ändert alles. Man muss lernen, Prioritäten zu setzen (und hey... der Satz "ein Kind ist kein Kind" ist absolut wahr). Aber erfahrungsgemäß müsste es in der Regel eher heißen "Mir ist das Zocken nicht mehr so wichtig" und nicht "Ich habe keine Zeit mehr dafür".
 
Auch ich bin mittlerweile in einem Alter, wo ich seit 10 Jahren oder länger schon Mutter sein könnte und damit keine Teenie Mutter aka eine Mutter, die selbst noch ein Kind ist vom alter her, wäre. Ich weine manchmal sogar, wenn ich dann eine 2x oder noch schlimmer 1x jährige Mutter mit ihrem Spross sehe, der schon reden kann und halt schon ein richtiger kleiner halbwegs eigenständiger Mensch ist. Und vielleicht werde ich aus persönlichen Lebensumständen, niemals Kinder haben, bevor die Uhr für abgelaufen ist aber das ist okay, irgendwie, glaube ich...

Was ich aber sagen wollte, Kinder in Spielen oder Vater und Mutter, Familie allgemein in Spielen stört mich irgendwie dennoch gar nicht. Im Gegenteil ich spiele das super gerne, ganz nach dem Motto, was ich schon nicht im realen Leben erleben kann, das kann ich zumindest in Videospielen erleben.

Und ich denke, es ist immer noch Platz für einfache, wütende, brutale Spiele, mach doch einfach ein Bogen um die Spiele, die dich nicht ansprechen und hol dir die, die das bieten, was du gerne möchtest.

Und das innere Kind zu erhalten und teilweise auch auszuleben zum Beispiel in Videospielen ist absolut nicht verwerflich im Gegenteil, das innere Kind sollte am Leben sein, ansonsten bist du echt ein langweiliger Mensch meiner Meinung nach.

Ich ertappe mich auch immer wieder dabei, wie ich mich komplett mit dem Kinder oder Jugendlichen Helden in einem Videospiel identifiziere, denn mein inneres Kind ist stark. :D

Und auch wenn ich mein inneres Kind im realen Leben raus lasse, ist das eigentlich immer erheiternd für alle Beteiligten. :ugly:

Ich werde wahrscheinlich mit 80 noch im inneren ein Kind sein, meine Videospiele immer noch in irgendeiner Form spielen und hoffe allgemein meine Querkieness nicht zu verlieren.

Und darauf bin ich auch noch stolz. :oops::grins:

Geh nicht so hart mit dir ins Gericht, wollte das schonmal in einem anderen Thread schreiben :)

Unverhofft kommt oft, abwarten. Man muss halt wirklich aktiv daran arbeiten, damit meine ich keinen Marathon oder sowas sondern einfach ne „aufstehen“ und aktiv die Situation angehen. Du machst das schon ;).

Ich bin mit 34 Jahren relativ spät zum ersten mal Vater geworden und möchte diese Rolle auf gar keinen Fall mehr aufgeben. Aber wer mich kennt, der weiß, dass mich irgendwelche gefühlsduseligen Vater-Sohn-Geschichten in Spielen null interessieren. Für mich zählt nur die Frage, ob mich das Gameplay überzeugt. Das echte Leben hat für mich in der Hinsicht keinerlei Berührungspunkte mit dem virtuellen Leben.

Was bei mir aber eingetreten ist, ist das Phänomen, dass ich viel bewusster die Augen nach Spielen offen halte, die etwas für meinen großen Jungen sein könnten (der kleine ist mit 2 Jahren noch zu jung). Es gibt nichts schöneres, als zu sehen, dass der Sprössling die Begeisterung für das eigene Hobby teilt - vielleicht auch zu sehen, dass er Dank der eigenen Unterstützung schon ein Stück weiter ist, als man selber im gleichen Alter war.

Im übrigen stimmt es auch nicht wirklich, dass man mit Geburt eines Kindes keine Zeit mehr zum zocken hat. Klar, ein Kind ändert alles. Man muss lernen, Prioritäten zu setzen (und hey... der Satz "ein Kind ist kein Kind" ist absolut wahr). Aber erfahrungsgemäß müsste es in der Regel eher heißen "Mir ist das Zocken nicht mehr so wichtig" und nicht "Ich habe keine Zeit mehr dafür".

Ja ist das spät mit 34 Vater zu werden?

Gut kenne auch alles muss ich sagen, Schwager ist mit 28 Vater geworden und ein Kumpel mit 22. Vorallem direkt nachgelegt und voll den Plan von wegen „so direkt Familien Planung durch zwei Stück passt und beide noch klein und kaum 1 Jahr Abstand“

Komm mir da mit 32 auch komisch vor und hab bald schon sorge meinen Sohn zu alt zu sein in 20 Jahren. Gut interessiert ihn sicher wenig, aber ich denke mir heute...

Wieso haben wir nicht schon vor 5-7 Jahren ein Kind bekommen. Also das lag auch an mir und heute komm ich mir deswegen etwas komisch vor. Und finde es wie gesagt auch krass das jemand mir 22 da direkt so einen Plan hat. Da komm ich mir direkt „zurückgeblieben vor“.
 
Zumindest im Vergleich zu den Leuten in meinem persönlichen Umfeld war es spät (Bei Kind 2 war ich dann schon fast 38). Ich persönlich habe es aber zu keinem Zeitpunkt als ZU spät empfunden.
 
Ich erkenne den Faden im ersten Posting nicht wirklich... geht es jetzt um das bewahren des inneren Kindes? Um das Gründen einer Familie bzw. der Verweigerung das zu tun? Oder geht es um die Rolle von Eltern/Kinder in Videospielen? Oder um alles zusammen?

Ein Stück weit erkenne ich mich allerdings wieder... auch ich bin deutlich älter als ich eigentlich, wenn man sich Wohnung, Hobbies usw. betrachtet, wirke. Wenn man bei mir in der Wohnung, oder spezieller im dritten Zimmer steht, könnte man vermuten ich sei erst maximal 15. Ich habe allerdings nen Job der fordert dass ich als erwachsener, reifer Mensch auftrete... da gibt es auch keinerlei Probleme. In meinem Umfeld ist auch schon jeder verheiratet und bekommt gefühlt das 20igste Kind, da steche ich "nur" mit ner Freundin schon ziemlich raus. Mit dieser lebe ich zwar fest zusammen und das Ganze ist schon auf längere bzw. sogar sehr lange Zeit angelegt, trotzdem ist für mich Kinder bekommen, heiraten usw. überhaupt kein Thema. Dafür gibt es in mir keinerlei Druck, Verlangen oder sonstwas... in der Hinsicht fühle ich mich wie mit 15 wo man sich über das Thema schlicht keinerlei Gedanken macht. Der subjektive Eindruck ist dass das alles noch weeeeeeit vor mir liegt. Wenn ich allerdings mein Geburtsdatum anschaue ist dem nicht so... da sollte ich, wenn ich im sozial akzeptierten Rahmen bleiben möchte, damit loslegen bzw. schon losgelegt haben. Darauf hab ich aber mal so überhaupt keinen Bock...

Kinder/Familie/Eltern in Spielen finde ich ok... suche ich mir allerdings nicht gezielt raus. Ist es gut verbaut ist das voll ok, wird einen das Thema nervig aufs Auge gedrückt nervt es. Hirn aus, Gewalt rein taugt mir genauso... habe da auch kein Problem wenn Kinder in gewalttätiger Form auftauchen... Kinder über den Haufen schießen in Fallout 1+2? Kein Problem... Tochter stirbt dramatisch in meinen Armen? Joar, hart, aber hält mich nicht davon ab ein Spiel zu spielen. Da hab ich eher ein Problem mit dem gezielten und geforderten Töten von Tieren z.B. in Far Cry oder Assassins Creed Black Flag. Da liegt meine moralische Grenze schlicht woanders. Das liegt aber evtl. wieder an der Sozialisierung... ich bin im Tierschutz tätig und stehe daher Tieren einfach näher als meinem, nicht existenten, Kind. Aber auch hier meldet sich nur kurz die ethische Einstellung... und dann wird durchgeladen. Ist ja nur ein Spiel.
Wenn ich mir vorstelle dass ich, nachdem ich mich den ganzen Abend mit den Kindern beschäftigt habe, ein Spiel spiele in dem ich das gleiche mache hätte ich auch keinen Bock drauf... genauso wie ich, nach einem Tag an dem ich jobtechnisch 20 intensive Gespräche geführt habe, keine Lust darauf habe ein Spiel zu spielen in dem ich nur am Labern bin und zuhören muss. Das geht dann einfach nicht mehr.
Ein Spiel soll für mich immer eine Erholung vom echten Leben darstellen... evtl. sogar mal eine Flucht in ein Leben dass man so nicht führen kann (oder will). Ein Spiel das inhaltlich genauso aussieht wie mein Leben oder Teile davon stark aufgreift brauch ich nicht wirklich.
 
Ich finde ja, dass immernoch viel zu selten Themen aus dem "wirklichen" Leben in Spielen thematisiert werden. Und wenn, dann nur als Alibi um den nächsten Massenmord in die Wege zu leiten. Für mich nachvollziehbare, menschliche Emotionen spielen eigentlich keine Rolle. Dazu kommt auch noch, dass Stories in Spielen meistens einfach schlecht und rudimentär geschrieben sind.

Dabei hätte das Medium durchaus das Potential um mit Filmen mithalten zu können.

Ich bin da an einem Punkt angekommen, wo ich stark unterscheide. Wenn ein Spiel ein emotionales Thema aufgreift, es aber dann stümperhaft umsetzt, dann ist das für mich mittlerweile ein NoGo. Ich kann Glaubwürdigkeitsbrüche in Spielen auch nicht mehr gut ab. Gestern habe ich nochmals in Rise of the Tomb Raider reingeschaut. Nach einer halben Stunde ist mir die Diskrepanz zwischen der massenmordenden, unverwüstlichen und taffen Lara im Gameplay und der weinerlichen Lara in den Dialogen so auf den Keks gegangen, dass ich ausmachen musste. Das ist einfach mieses Writing.
 
Ich finde ja, dass immernoch viel zu selten Themen aus dem "wirklichen" Leben in Spielen thematisiert werden. Und wenn, dann nur als Alibi um den nächsten Massenmord in die Wege zu leiten. Für mich nachvollziehbare, menschliche Emotionen spielen eigentlich keine Rolle. Dazu kommt auch noch, dass Stories in Spielen meistens einfach schlecht und rudimentär geschrieben sind.

Dabei hätte das Medium durchaus das Potential um mit Filmen mithalten zu können.

Ich bin da an einem Punkt angekommen, wo ich stark unterscheide. Wenn ein Spiel ein emotionales Thema aufgreift, es aber dann stümperhaft umsetzt, dann ist das für mich mittlerweile ein NoGo. Ich kann Glaubwürdigkeitsbrüche in Spielen auch nicht mehr gut ab. Gestern habe ich nochmals in Rise of the Tomb Raider reingeschaut. Nach einer halben Stunde ist mir die Diskrepanz zwischen der massenmordenden, unverwüstlichen und taffen Lara im Gameplay und der weinerlichen Lara in den Dialogen so auf den Keks gegangen, dass ich ausmachen musste. Das ist einfach mieses Writing.

Und das ist imho auch verdammt gut so.

Ich persönlich zocke, weil es nunmal nicht das Leben ist.

Ich bin Vater mit Leib und Seele aber deshalb muss ich nicht so in jedem zweiten Game auf Kinder aufpassen müssen. Donald Trump und alle weltpolitischen Dinge reichen mir in den Nachrichten.
Den Mist brauch ich nicht noch in meiner raren Zockerzeit.

Des weiteren bin ich echt froh, da unkompliziert zu sein.
Lara heult zwischendurch und läuft dann wieder Amok ?
Na dann soll sie das.
Die weinerliche Phase ist nur, weil ihr zwischenzeitlich das Meth ausgegangen ist.
Ich könnte das nie als Knockout Kriterium für ein Game hernehmen.
Wenn die Action stimmt, die Rätseleinlagen und da irgendwo noch den Hauch einer Story darum gesponnen wird, bin ich persönlich schon zufrieden.
Aber klar, den Kritikpunkt hab ich von vielen Seiten gehört.
Bin nur froh, da persönlich drüber hinwegsehen zu können.
 
Ich find's halt interessant, dass hier Filme und Spiele so unterschiedlich betrachtet werden.

Filme müssen gewisse Kriterien erfüllen, sonst werden sie als Crap abgewatscht. Unglaubwürdigkeit ist ein NoGo. Miese Charakterdarstellung ebenso.

Aber bei Spielen ist quasi alles egal. :ulgy:

Ich brauch jetzt auch nicht in jedem Spiel die grossen Emotionen. In einem Doom will ich ballern, nicht schmollen. Aber wenn der Entwickler ein emotionales Thema aufgreift, dann soll es bitte auch vernünftig umgesetzt sein. Bei The Last of Us hat doch auch niemand die Beziehung zwischen Joel und Ellie kritisiert. Im Gegenteil, die Story und die Charakter waren die Highlight des Spiels.

Ich hab da einfach einen gewissen Punkt überwunden, kann aber auch die andere Seite verstehen. Ich habe als Motivation beim Zocken aber auch nicht die "Flucht aus der Realität".
 
Ich find's halt interessant, dass hier Filme und Spiele so unterschiedlich betrachtet werden.
Filme müssen gewisse Kriterien erfüllen, sonst werden sie als Crap abgewatscht. Unglaubwürdigkeit ist ein NoGo. Miese Charakterdarstellung ebenso.

Aber bei Spielen ist quasi alles egal. :O_o:

Weil Film und Spiel eben unterschiedliche Medien sind und dadurch auch unterschiedliche Kriterien zu erfüllen haben. Ein Film hat in erster Linie eine gute Geschichte zu erzählen... Action, Effekte usw. spielen dann die Nebenrolle. Bei Spielen steht eben das Gameplay im Vordergrund und der Rest kommt erst danach. Zumindest mal übers Knie gebrochen... klar gibt es Filme/Spiele bei denen das evtl. andersrum ist.

Beispiel für ein Spiel weil ich das gerade spiele: FarCry 5 - die Story ist totaler Quatsch, unglaubwürdig und voller Logiklöcher... aber das Gameplay macht mir Spass. Ich kann über den Unfug locker hinwegsehen weil der, an der eigentlichen Spielzeit gemessen, eben tatsächlich unwichtig ist. Warum ich jetzt da gegen die Irren kämpfe und durch den Wald renne ist mir tatsächlich total wurscht während ich das mache.
Bei nem Film, hier mal Kong Island als Beispiel, kann ich über die total beknackte Story nicht hinwegsehen weil die einfach im Vordergrund steht... die eigentlich coole Action und die guten Effekte sind da tatsächlich nur, wenn auch wichtiges, Beiwerk und können den Film grundsätzlich nicht tragen oder retten.
 
Nee, das kann ich nicht mehr. Es sei denn, es ist wirklich so stumpf, dass es wirklich keine Rolle mehr spielt.

Wie gesagt, ich hab gestern mit Lara Horden von Gegnern erledigt, sie fällt 10 Meter in die Tiefe, sie klettert, springt und rutscht in schwindelerregenden Höhen... und dann kommt eine lange Cut-Scene in der sie mal wieder weinerlicher klingt als meine 3-jährige Tochter, wenn sie sich das Knie aufgeschlagen hat. Das hat mich total rausgerissen.

Aber gut, ich bin hier diesbezüglich ja eher die Ausnahme, womit alle Parteien wohl keine Probleme haben dürften. :D Ich spiel dann nur lieber Spiele ganz ohne Story (Rennspiele, Jump 'n' Runs) oder halt die Ausnahmen, die es ja durchaus gibt.
 
Finde es meist auch nur wenig interessant, wenn Spiele versuchen, das echte Leben abzubilden, zu thematisieren und zu problematisieren. Neulich habe ich in einer Kritik zu ANNO 1800 gehört oder gelesen, dass das Spiel die Chance verschwendet, sich kritisch mit den ausbeuterischen Arbeitsbedingungen im Zeitalter der industriellen Revolution auseinander zu setzten.

:staun:

Um Gottes Willen... bloß nicht!

Spiele sollten auch nicht mit aller Gewalt versuchen, dem Medium Film nachzueifern, sondern sich auf die eigenen Möglichkeiten konzentrieren. Wenn mir in einem Spiel eine ordentliche Geschichte erzählt wird (oder viele kleine), dann nehme ich die gerne mit. Aber es sollte doch bitte ein ordentlich Spiel drum herum geben.
 
Das echte Leben bilden doch auch die wenigsten Filme wirklich ab. Zumindest, wenn man im Blockbuster-Bereich geht. Nur kann man einen Action-Film auch dann besser genießen, wenn Figuren, Handlungsweisen und Storyentwicklungen auf einer gewissen realistischen Basis fußen. Dahingehend unterscheiden sich Spiel und Film in meinen Augen auch nicht so dramatisch, bin ich der Meinung.

Ich bin jemand, der relativ wenig Wert auf die Story legt und Spiele primär wegen des Gameplays zockt, aber wenn eine Story erzählt wird, dann sollte diese irgendwie auch griffig sein und glaubwürdig rüberkommen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es @Zimtzicke darum geht, das Leben nachzuspielen oder nur dramaturgisch ausgefeilte Spiele zu konsumieren.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Korrekt.

Ich brauch keinen Kindergarten-Simulator. Wenn aber ein Spiel grossen Wert auf Story und Charaktere legt (was z.B. bei Tomb Raider der Fall ist), dann muss das auch passen. Niemand beschwert sich bei Rage 2 über die Story. Aber stellt euch mal vor, der Protagonist von Rage 2 würde in Cut-Scenes zu flennen beginnen, weil doch alles so doof und böse ist...

Story und Charaktere werden einfach noch zu oft über das Gameplay einfach drüber gestülpt. Wie das dann wirkt ist erstmal egal.
 
Ich finde ja, dass immernoch viel zu selten Themen aus dem "wirklichen" Leben in Spielen thematisiert werden.
Nicht nur das, das ganze fängt ja schon mal dabei an, Charaktere darzustellen, die in ihrem Verhalten und ihrer Rolle "echten" Menschen nahe kommen.

Das kann schon bei klitze-kleinen Dingen anfangen.
Ein persönliches Beispiel bei mir war, als ich letztes Jahr endlich mal mit der Yakuza Reihe anfing und... die Charaktere rauchten. Das klingt jetzt sehr banal, aber wenn man mal überlegt... es gibt etliche Menschen, die Zigaretten rauchen, man sieht es ständig wenn man Leuten auf der Straße begegnet, kennt vllt selbst ein paar Leute im Freundeskreis.
Aber in Videospielen sieht man so. gut. wie. nie. einen Charakter eine Zigarette rauchen. Maximal vllt. wie in Mortal Kombat 11 sich Jax in einem Victory Screen genüßlich eine Zigarre anzündet und daran pafft, was aber in echt so gut wie niemand macht. Und MK ist jetzt ja auch eher cartoonig vom Ton des Spiels.
Aber dafür dass es für viele Menschen in unserer Gesellschaft ein Bestandteil des Lebens ist, raucht in so gut wie keinem Spiel mit ernsterem, moderneren Setting mal ein Charakter. Das heißt jetzt nicht gleich, dass "Zigarette rauchen"="glaubwürdigerer Charakter", aber in Falle von Yakuza ist mir das ins Auge gestochen und hat die Charaktere direkt "echter" wirken lassen, weil sie Verhalten repliziert haben, dass ich auch im echten Leben bei vielen Menschen beobachten kann, aber andere Spiele nie abbilden. Obwohl es halt wirklich nur etwas so lächerlich kleines und banales ist und auch nicht mal direkt etwas mit dem Storytelling zu tun hat.

Anderes Beispiel, bei wie vielen Charakteren, die aus Spielen mit modernen Settings kommen, wird der Beruf erwähnt, der keine Variante von Cop/Archäologe/Soldat/Auftragskiller/Hacker ist und der kein Mob-Gangster ist? Also ein ganz normaler Job, wie ein Großteil der Gesellschaft?
Auch hier, es ist natürlich nur eine Kleinigkeit, aber wenn in so einem bunten, cartoonartigen Spiel wie Senran Kagura mir Homura's Crimson Squad so glaubwürdig daher kommt, weil es stark thematisiert wird, dass sie ganz normale 9 to 5 Jobs in Restaurants oder Jahrmärkten ausüben, da sie irgendwie ihren Unterhalt verdienen müssen, ist das irgendwie schon merkwürdig.
Again, muss ja nicht jedes Spiel spezifisch dieses Beispiel nennen, aber es hilft ungemein, wenn man ernstere, bodenständigere und reale Probleme thematisieren und aufgreifen will, dass ich auch ein bisschen die Charaktere verstehen und mich in ihre Rolle versetzen kann. Da ist es dann gut, wenn die Charaktere Züge aufweisen, die man auch bei sich selbst, Freunden oder Bekannten entdecken kann.

Um auf Reboot Lara zurück zu kommen, da schlägt das nämlich genau dadurch fehl bei mir. Ihr Charakter, ihre Personality, ihr Background ist so dermaßen überzogen und sandgestrahlt, dass jeglichen emotionalen Probleme, die das Spiel aufwerfen will, abprallen, weil ich nicht drum rumkomme in jeder Cutscene eine Archäologen-Erbin mit einem Training, und Ausbildung an Waffen und Technologie, die jeden Navy Seal luschig aussehen lassen würde, einem gebündelten Wissen sämtlicher geschichtlicher Dokumente in ihrem Hirn mit drinne, genügend Vermögen um für den Rest ihres Lebens ausgesorgt zu haben und gleichzeitig keinem einzigen Persönlichkeitszug oder eigener Motivation.
Das ist ja auch okay, wenn das Spiel einfach komplett den Action-Gewalt-Blockbuster, den eape immer so feiert, embracen würde, gibt ja genug Spiele, die das machen und genauso perfekt sind, aber dann versuchen sie bei TR immer zwischendurch noch so emotionalen Ballast mit ranzuhängen, wo man dann mit Lara empathisieren soll, dabei ist sie als Mensch so dermaßen weit weg von allen Leuten, denen ich im Alltag so begegne, dass das selbst schwer fallen würde, wenn sie sich nicht alleine durch tausende Söldner gemordet hätte.

Uncharted als ewiges Rivalen-Franchise kann sich auch nicht ganz von den Punkten oben befreien bei genauerer Analyse, aber Uncharted nimmt sich eben auch nicht so fucking ernst. Das ist zwar keine Cartoon-Serie oder dergleichen, aber es versucht auch nicht bedeutungsschwanger tiefer zu sein als es letzten Endes ist. Die für den Spieler emotionalen Momente kommen dann eher durch Fanservice-Momente, die dem Spieler etwas bedeuten, als weil man jetzt ein moralisches oder emotionales Problem krass darstellen möchte.
 
Ja, genau solche Sachen meine ich. :dhoch:

Was den Anspruch an ein Spiel angeht, kann man glaube ich auch ganz gut kategorisieren. Niemand erwartet bei einem Rage oder Doom eine ausgefeilte Story. Das Spiel bietet sie auch nicht. Nichtmals ausschweifende Cut-Scenes, die über das Level "Ich hau dir auf die Fresse, boom ya" hinausgehen. Diese Spiele sind rein auf Gameplay ausgelegt.

Aber wenn ein Spiel die Grenzen zwischen Spiel und Film aufweichen möchte, dann muss es das auch gut erledigen. Das fängt mit den Charakteren an, geht weiter mit der Qualität der Story und endet mit der Einbindung der Story ins Gameplay.

Und warum soll man menschliche Gefühle nicht in Spielen thematisieren können? Liebe? Verlust? Rache? Alles menschliche Gefühle, die man in einem Spiel sogar wunderbar kombinieren könnte. Mal nur Max Payne als Beispiel genannt.

Üblicherweise werden diese Themen in Spielen ungefähr so aufgearbeitet: "Ey Verbrecher-Boss XYZ, du hast meine Tochter umgebracht, jetzt bringe ich erst deine Horden an Schurken um und dann werde ich dich im Endkampf besiegen".

Das ist so stumpf und 1000 Mal gesehen...

Und es gibt auch Beispiele, die es anders machen, und deswegen auch gefeiert werden. The Last of Us, Firewatch, Heavy Rain, RDR, Life is Strange, die Telltale-Spiele... alles Spiele, wo letztlich oft Story und Charaktere im Gedächtnis bleiben, nicht das Gameplay.
 
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