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KT Bart Wux denkt: Darum werde ich nie ein Souls Spiel beenden.

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Ich mag meine Games eher leicht. Meist spiele ich auf normal oder medium, wie immer das default Setting halt heißt. Ich möchte eine leichte Herausforderung, aber mit dem relativ sicheren Wissen, dass ich gut vorwärts komme. Dabei gehe ich davon aus, dass das default Setting das von den Entwicklern am besten ausbalancierte aus und die anderen Einstellungen nur Zahlenverschiebungen in Richtung zweier Extreme darstellen. Ausnahme mache ich nur bei Sport- und Rennspielen, die ich auf höheren Settings spiele sowie einigen wenigen Ausnahmen. Max Payne 2 war eine solche ebenso wie das jüngste Tales of Berseria. Auch habe ich Games wie Ninja Gaiden 1 bis 3 sowie die Splinter Cell Reihe problemlos gemeistert, die ja als recht schwer gelten. Gleiches gilt für Devil May Cry oder Platinums Games wie Bayonetta, Metal Gear Rising und Vanquish. Auch wenn ich lieber entspannt spiele, kann ich mich durchaus mit härteren Games anfreunden. Die Souls- und Souls-like Spiele aber sind bisher für mich absolut unerreichbar.



Dies ist schade, denn das Design von Bloodborne oder Dark Souls 3 ist phänomenal, die Bossfights spektakulär und das Kampfsystem an sich super. Gleiches gilt für das aktuelle Nioh, welches ich bis zum zweiten Gebiet gespielt habe (und das mit viel Freude). Letztlich musste ich auch Nioh aufgeben und Nioh hat mir dann noch einmal verdeutlicht, was genau meine Freude an diesen Spielen vernichtet.



Es ist nicht der Schwierigkeitsgrad an sich. Ja, das Game ist fordernd, aber nichts wirkt unüberwindbar. Wenn ein Yokai mich platt macht, räche ich mich eben im zweiten, zur Not im dritten Anlauf. Alles machbar.



Auch das Pathfinding, in Souls durchaus schwierig, ist dank Kompass und wesentlicher kleinerer, abgeschnittener Level in Nioh kein Problem.



Das, was mich letztlich dazu bringt, mich von diesen Spielen abzuwenden, sind im Endergebnis meine Verlustängste.



Lasst mich ausholen und aus dem Nähkästchen plaudern. Ich besitze vier 1,5 TB Festplatten mit identischen Daten, verteilt auf unterschiedliche Wohnorte. Ich habe vier USB Sticks an meinen USB Hub angeschlossen mit BackUps der wichtigsten Daten. Ich habe einen USB Stick allein für Textvorlagen und -bausteine für meine Arbeit, die zudem auf meinem Bürorechner abgespeichert sind, dort in meinem lokalen Ordner und im Netzwerk. Ich lege in jedem Spiel, welches die Option bietet, dutzende Spielstände in Minutenabständen an und speichere alle Spielstände aller Spiele nach jeder Session auf einem weiteren an meiner PS4 Pro angeschlossenen USB Stick. Meine gesamte Smartphonedaten sind per App gesichert, in einer Cloud und als simple Kopie auf meinen Festplatten. Meine Lieblingsspiele besitzt ich in doppelter und dreifacher Ausfertigung. Falls sich nicht die Erde auftut und wir alle von der Hölle verschluckt werden, verliere ich nichts!!!



Die Souls-Spiele und auch Nioh greifen genau das aber auf und bestrafen brutal mit dem Verlust von Fortschritt. Ich arbeite mich in Nioh durch den zerstörten Pier. Zentimeter um Zentimeter arbeite ich mich vor. Ich bezwinge zwei Banditen, einen Speerkämpfer und einen Schwertkämpfer. Ich erblicke einen Bogenschützen und erlege ihn aus der Distanz. Ein Wasserblob erwischt mich kalt, ich muss mich heilen, bleibe aber siegreich. Zwei weitere Banditen fallen, nicht jedoch ohne mich zu verletzen. Ich gehe weiter. Ein Speerkämpfer, er fällt schnell. Wo muss ich hin? Ich begebe mich in einen geheimen Raum, eine Statue überrascht mich. Ich muss mich heilen, doch dann komme ich in den Rhythmus und die Statue zerkrümelt. Weiter geht es. Dort sehe ich schon die Nebelschwaden. Ein großer Yokai wird kommen. Ich bin bereit. Er materialisiert. Meine Hände sind feucht. Mein letzter Speicherpunkt war der Anfang des Levels. Ich habe nur zwei Heiltränke, das muss klappen. Der Yokai holt mit der Axt aus, ich weiche zurück, aber er erwischt mich. Fuck. Zurück, nicht ins Wasser, heilen, heilen, heilen. Geschafft. Er muss sterben. Ich hämmer auf die Tasten, mein Speer richtet brauchbaren, aber nicht beeindruckenden Schaden an. Der Yokai greift an, ich blocke. Aber mein KI ist niedrig und er durchbricht meine Deckung. Voller Panik prügel ich auf die X Taste ein, brülle William an, er soll aus dem Weg gehen. Vergebens. Er ist fertig, ausgepowert, schwer atmend nach vorn gebeugt, einfach platt. Keine Chance auf Reaktion. Die Axt des Yokai bricht über mir herein. Die Zeit scheint stehen zu bleiben, meine Atmung setzt aus, ich beiße auf die Zähne, hoffe auf ein Wunder. Freed from this mortal coil.



Fuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuu......



Kurzer Ladescreen, ich drücke x to continue und stehe am Anfang der Mission. Ich wische meine feuchten Hände ab. Mein Puls fährt runter. Ich ziehe Bilanz.



Meine Erfahrungspunkte: weg



Mein Guardian: weg



Meine Heiltränke: weg



Meine Munition: weg



Die besiegten Banditen: allesamt wieder da, so stark wie eh und je



Der Wasserblob: zurück in alter Frische



Was habe ich in den letzten 15 Minuten erreicht? Einen Haufen schrottiger Kusarigamas, ein paar Äxte, die ich nicht benutze und einen Speer, zehn Level unter dem, den ich bereits besitze. Und das ist mehr als jedes echte Souls mir überlassen würde.



Ich darf die gesamte Mission wiederholen. Jeder noch so hart erfochtene Sieg ist ausgelöscht, als wäre er nie erfolgt. Ich muss es noch einmal machen. Ich muss den Bogenschützen nun manuell erlegen während der nächste Wasserblob von hinten attackiert. Ich muss den Speerkämpfer erneut bezwingen während sein Kumpel das Schwert in meinen Rücken bohrt. Ich werde ungeduldig, nervös, möchte weiterkommen... und rolle direkt ins Wasser. Meine Erfahrungspunke sind endgültig gelöscht, ich starte erneut, völlig demotiviert und entnervt direkt am Anfang der Mission. Seit 30 Minuten spiele ich nun und habe nichts erreicht, für meine Mühen und harte Arbeit nichts vorzuzeigen. Ich bin nicht weiter oder stehe besser da als vor 30 Minuten und meine Aufgabe ist nun härter als zuvor, weil ich schlechter ausgerüstet bin.



Ich brauche zählbare, gesicherte Erfolge und seien es nur Teilerfolge. Wenn ich könnte, würde ich nach jedem Gegner zurück rennen und meinen Spielstand sichern und so Gegner für Gegner die Karte leeren. Ich würde jedes Fitzelchen Erfahrungspunkte speichern und festhalten, jeden aufgesammelten Gegenstand, auf dass ich im schlimmsten aller Fälle ja nichts verliere. Doch das Spiel erlaubt es nicht. Ich muss in einem Rutsch durchkommen, bis zum Ende der Mission, bis zum nächsten Shrine, zum nächsten Speicherpunkt. Durchrennen ist nicht, jeder Gegner ist zu behandeln wie ein Boss. Mit Konzentration und Ruhe soll ich vorgehen, mir Zeit nehmen. Doch die Angst, wieder alles zu verlieren, lähmt mich. Sie macht mich hektisch und unruhig. Die Fehler häufen sich, die Ungeduld wird größer. Ich muss weiter kommen, Neues sehen, Erfolge verbuchen, etwas gewinnen, etwas sichern. Freed from this mortal coil.



Ich will kein leichteres Nioh. Ich will kein Nioh, in dem ich alle Gegner mit einem Schlag aus den Latschen haue. Gib mir harte Fights, mach mich platt, erniedrige mich, demütige mich... ... sorry, grad kurz den Faden verloren, worüber schrieb ich? Ach ja:



Ich will ein Nioh, das mich fertig macht, mir für mein Versagen aber verzeiht. Speicher meinen spärlichen Fortschritt.!Lass mich von Gegner zu Gegner denken und dies absichern. Lass mich jede gemeisterte Herausforderung als beendet ansehen und zwing mich nicht, wenn ich an Aufgabe D scheitere, die Aufgaben A-C ebenfalls zu wiederholen!



Gib mit einen Checkpoint direkt vor dem Bossfight, gib mir Autosave alle fünf Schritte, lass mir meine Erfahrungspunkte auch beim Ableben! Lass mir meine Erfolge!



Der Erfolg der Spiele und ihre große Beliebtheit gibt ihnen Recht und mir Unrecht. Dabei sehe ich die Qualität dieser Spiele und genieße die verschiedenen Videos anderer Spieler, die die tollen Kampfsysteme demonstrieren und ich wünschte mir, ich könnte diese Spiele auch genießen.



Doch die ständige Angst, den Lohn der harten Arbeit zu verlieren und die andauernde und stetig ansteigende Frustration zu sehen, wie eben dieser Lohn weggenommen wird, ist einfach stärker als die Motivation, die gleiche Arbeit wieder und wieder zu versuchen.



Es mag etwas über mein Naturell aussagen oder schlicht meine Skillz als Gamer, aber Souls und alle Genrevertreter werden wohl bis auf Weiteres für mich nur in Form von Let'sPlay Videos zu genießen sein. Währenddessen sitze ich hier und schwitze Wasser und Blut, dass mir mein PC nicht abstürzt bevor ich diesen banalen Text zwei Mal gesichert habe.



Freed from this mortal coil.
 
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Wenn dir die Souls-Spiele zu schwer sind, oder du dich einfach besser fühlen möchtest, guck dir die Playthroughs von DSP Gaming an. Nicht das ganze, nur die Zusammenfassungen ("This is how you don't play XY Souls")...dat is Unterhaltung pur.
Für mich sind deine geschilderten Argumente schlüssig und ich kann das nachvollziehen.
 
Einer der Gründe, warum ich diese Art Spiele noch nie gespielt habe. Und genau wie @Bart Wux kann ich mich wohl in Spiele reinfuchsen. Ich suche über Stunden und Tage Hundertstel bei Rennspielen, ich spiele gerade Trials Fusion wieder durch und habe als Ziel Gold auf allen Strecken bis Schwer.

Ich bin mir aber auch relativ sicher, dass ein Teil des Erfolgs dieser Spiele auf Spielern wie Bart beruht. Ein Teil der Spieler bezwingt diese Spiele, ein anderer Teil spielt sie, gibt aber an Punkt XYZ auf. Für den Publisher ist es aber eine verkaufte Einheit.
 
Diese Suche nach ständigem Fortschritt ist das, was modernes Gamedesign zerstört hat. Es geht nicht mehr ohne Level-Ups, bessere Waffen, Skilltrees, Upgrades, 8/110 Rifts geschlossen, alle Artefakte gesammelt und die Karte aufgedeckt. Das Gros der Spiele ist bemüht, dem Spieler ständigen Progress zu bieten, weil man heutzutage den gemeinen Spieler kaum anders motivieren kann. Und es ist meistens unfassbar stumpf.

Und die Souls-likes und ganz besonders die Souls-Spiele gehen mit Spielfortschritt sehr viel bewusster um. Du betreibst noch richtiges und dynamisches, freies Charakter Building, einzelne Waffen und Fähigkeiten können das Spielgefühl umkrempeln und neue Strategien eröffnen und die Spiele haben eine steile Lernkurve, die einem das Kampfsystem, die Gegner, das Leveldesign wirklich beibringt. Das ist kein Häkchen im Logbuch, sondern viel befriedigender.

Und man hat diese sehr interessante Mechanik, die mit der Angst vor dem Verlust spielt. Und das bringt einen ungeheuren Reiz in ein sowieso schwieriges Spiel, aber selbst wenn man dann alle Seelen oder Amrita verliert, plötzlich ist der Weg bis an diese Stelle ein Klacks, man ist verblüfft wie man die Encounter verinnerlicht hat, und außerdem gibt ja doch immer ständigen Fortschritt und letztendlich ist der Seelenverlust nie spielentscheidend.

Halte das ganze Konzept für sehr raffiniert und so wie sich jeder Kenner des Genres durch jedes Souls-like durchpflügt zeigt es eigentlich nur, dass es nie übertrieben schwer oder unfair ist. Die Spiele erfordern Konzentration, und das in einem gesunden Maß, und bezogen auf mehrere Elemente des Spiels. Ich wünschte alle Spiele würden sich so viele Gedanken um das eigentliche Gameplay machen, anstatt den Spieler mit wiederkehrenden, anspruchslosen Aufgaben zu ködern für das Aufblinken des HUDs und paar sinnlose Items im Inventar.

EDIT: Eigentlich ist die Kolumne auch die Antithese zu meiner Bloodborne-Empfehlung. :D
http://www.konsolentreff.de/themen/bloodborne-spielempfehlung-fuer-casualopfer.26311/
 
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Mehr noch als Konzentration muss man aber Zeit mitbringen, wie ich finde. Ich kenne keine andere moderne Spielereihe, die derart zeitintensiv ist. Kein Crusader Kings, kein Total War, kein Dziki Gon und kein weissdergeier. Ganz egal, wie konzentriert du die Spiele spielst - you gonna get fucked. Mir soll auch keiner erzählen, sie würden nicht massenhaft Trial & Error bieten.

Nioh wirkt im Vergleich deutlich kurzweiliger, will ich mal als jemand behaupten, der mit dem China-Release von DeS aufgesprungen ist, aber nie einen Teil beendet hat. Bloodborne Nightmare Frontier war diesbezüglich das höchste der Gefühle. Da kann man sich nach einer Weile gut und gerne mal fragen, ob man vielleicht nicht besseres mit seiner Zeit anstellen könnte.
Deshalb bin ich wohl auch so begeistert von Nioh. Es ist kompakter, nicht so schwerfällig und lässt sich dank seiner Missionsstruktur für mich wesentlich gemütlicher in Häppchen spielen.

Kann den Bart schon verstehen.

Eine Pussy ist er aber trotzdem.
 
Ja, Nioh ist schon mehr ein Spiel, das man für eine halbe Stunde einlegen kann. So im Gegensatz zu Dark Souls oder Bloodborne, wo sich Sessions unter zwei Stunden wahrscheinlich kaum lohnen. Und Nioh bestraft den Tod ja auch kaum, gerade weil die Wege sehr kurz sind und es unendlich leicht ist Amrita zu farmen. Dass man bei Nightmare Frontier Bloodborne abbricht, ist für mich sogar verständlich. Finde viele spätere Abschnitte bei Bloodborne auch nicht mehr wirklich gut designt. Das spiegelt den Wahnsinn super wider, aber ist spielerisch schon nervtötend. Für mich zumindest.
 
Ich war davon ja auch sehr begeistert damals, aber der Abschnitt gab meiner Motivation den Kopfschuss.

Erst die Trolle mit ihren Felsen aus dem Offscreen, dann der Invader durch die Glocken-Mechanik und zum Schluss die Trolle mit den Felsen aus dem Offscreen und der Invader mitten im Sumpfmeer zur selben Zeit....


312.jpg



Stress.
 
Ja, das war neben Yahargul Unseen Village in der wahnsinnigen Variante und Teile von Nightmare of Mensis, glaube ich, einfach nur nervig. Überall wirr platzierte Gegner, Geschosse aus dem Off und nervige Statuseffekte und ich glaube auch respawnende Gegner. Bin bei den drei Gebieten immer irgendwann nur noch durchgerannt.
 
Na ja, ich hab für Platin bei Pirate Warriors wahrscheinlich 20h dieselbe Insel immer und immer wieder gespielt.
9999! ca 20min pro Run.

Je länger ein Spiel mich am Stück motivieren kann, desto besser. Mir gehts nicht darum möglichst viel spielen zu können sondern möglichst alles in den Games zu machen und dann gehts weiter.

Ich frag mich was mit einigen passiert ist. Mario, Bomberman etc mir fallen so viele Spiele ein bei denen man damals alles bis auf das Wissen verloren hat und dann eben den nächsten Versuch gestartet hat. Die Souls Games sind nebenbei weit leichter als das Marketing einen erzählen will.

Ich sehe da nicht das Problem. Für mich persönlich braucht es keine scheiß Map, keine Leuchtenden Gegenstände, keine Tipps wie es weitergeht.

Am Ende folgt man einfach nur den PlanX vom Entwickler ohne selbst auch nur 2min das Gehirn benutzt zu haben.

Ich weiß noch als Kind bei Silent Hill 2 gab es diese Tür mit den Karten kurz vor dem Endgegner. Musste den scheiß auf französisch spielen und wir haben ungelogen 2 Tage gebraucht bis die Tür auf war dabei war es eigentlich leicht. Heute bekommst nach 3 Fehlschlägen dann gesagt was du machen musst.

Man beachte mal die Lösungen je nach SG @Bart Wux
http://silenthill.wikia.com/wiki/Tarot_Card_Puzzle

Es ist also schon möglich ein Game so zu Designern das es für leicht/mittel und schwer erhebliche Unterschiede im Spielgefühl gibt.
Das Problem ist das Souls einfach frei von einem SG ist weil der Spieler durch seine Spielweise selber bestimmt wie schwer es am Ende wirklich ist.
 
Diese Suche nach ständigem Fortschritt ist das, was modernes Gamedesign zerstört hat. Es geht nicht mehr ohne Level-Ups, bessere Waffen, Skilltrees, Upgrades, 8/110 Rifts geschlossen, alle Artefakte gesammelt und die Karte aufgedeckt. Das Gros der Spiele ist bemüht, dem Spieler ständigen Progress zu bieten, weil man heutzutage den gemeinen Spieler kaum anders motivieren kann.
Für mich ist genau das Gegenteil der Fall. Dies ist ja alles Ausgestaltung der Wandlung der Industrie und der Gamer. Früher stand halt vieles noch im Lichte der Arcades, wo das Ziel eben war, Kindern Taler aus den Taschen zu ziehen. NES und SNES Spiele mussten super schwer und undurchsichtig sein, sonst hätte man sie fast alle in 40 Minuten durch gespielt und dafür dann 150,00 DM bezahlt. Aber die Kiddies von damals sind nun mal heute erwachsene Männer (und zwei Frauen) im Alter zwischen Anfang 30 und Anfang 40. Die haben Beruf und Familie. Viele, dazu zähle ich mich, haben dann nach Feierabend weder die Zeit noch die Lust, anderthalb Stunden in Nioh mit dem Kopf gegen die Wand zu rennen und dann gefrustet das Spiel zu beenden ohne einen Hauch von Fortschritt gemacht zu haben.

Der stetige leichte Fortschritt spricht ja auch einen Teil unseres Gehirns an, weswegen dieses Ubi Design, so sehr wir auch alle darüber schimpfen, wahrscheinlich wissenschaftlich ein ziemlich brilliantes Design, was die Stimulation des Suchtverhaltens des Spielers betrifft.
 
Ich sehe da auch eher das Problem in der Zeit. Früher ging eine Spielesession auch gerne mal einen halben Abend, heute ist eine Stunde schon lang und zwei Stunden purer Luxus, der alle Jubeljahre mal in Erfüllung geht. In den kurzen Sessions, die ich nutze, möchte ich ganz gerne das Gefühl haben, im Spiel fortzuschreiten und nicht auf der Stelle zu stehen. Instant gratification quasi. Ich hab keine Lust auf der Stelle zu treten, ich gucke auch keine Filme fünfmal hintereinander, um jedes Detail ausfindig zu machen. Es reizt mich trotzdem alles, aber so wirklich rein, passen die Spiele aktuell einfach nicht.
 
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Dem kann ich mich nur anschliessen.

Wenn ich um 7:30 Uhr das Haus verlasse, habe ich schon anderthalb Stunden "Arbeit" hinter mir. Dann die Firma, um 18:30 Uhr komme ich frühestens nach Hause. Da warten Frau und Kinder.

Wenn ich mich dann Abends zum Zocken hinsetze, bin ich platt und ich suche vor allem eine Art der Entspannung und Befriedigung. Ich gehöre dummerweise auch nicht zu denen, die mit 3, 4 Stunden Schlaf auskommen, sprich, mein Abend ist irgendwo spätestens Mitternacht zu Ende.

Das heutige Spieldesign ist wohl auch nicht nur für uns "Daddies" gemacht. Auch Jugendliche sehen heute im Zocken oft nicht mehr den Lebensmittelpunkt. Es ist wichtig. Aber eben wichtig neben Freunden, WhatsApp, Facebook, Party, usw. Ich war damals selbst noch so einer, der sich kurz was zu essen reingeschoben hat und dann ab vor die Konsole. Und wenn man am nächsten Tag wie ein Zombi durch die Gegend geschlurft ist, hat man die Schule eben benutzt um wieder fit für die nächste Session zu werden. :D

Nee nee, das ist schon okay, wie das heute ist. Und für die richtig harten Jungs gibt es ja dann die Bloodbornes und Co.
 
Ja, das war neben Yahargul Unseen Village in der wahnsinnigen Variante und Teile von Nightmare of Mensis, glaube ich, einfach nur nervig. Überall wirr platzierte Gegner, Geschosse aus dem Off und nervige Statuseffekte und ich glaube auch respawnende Gegner. Bin bei den drei Gebieten immer irgendwann nur noch durchgerannt.
Am besten sind die Brainiacs die dir Frenzy verpassen ausm Off.

Was habe ich geflucht!
 
Für mich ist genau das Gegenteil der Fall. Dies ist ja alles Ausgestaltung der Wandlung der Industrie und der Gamer. Früher stand halt vieles noch im Lichte der Arcades, wo das Ziel eben war, Kindern Taler aus den Taschen zu ziehen. NES und SNES Spiele mussten super schwer und undurchsichtig sein, sonst hätte man sie fast alle in 40 Minuten durch gespielt und dafür dann 150,00 DM bezahlt. Aber die Kiddies von damals sind nun mal heute erwachsene Männer (und zwei Frauen) im Alter zwischen Anfang 30 und Anfang 40. Die haben Beruf und Familie. Viele, dazu zähle ich mich, haben dann nach Feierabend weder die Zeit noch die Lust, anderthalb Stunden in Nioh mit dem Kopf gegen die Wand zu rennen und dann gefrustet das Spiel zu beenden ohne einen Hauch von Fortschritt gemacht zu haben.

Der stetige leichte Fortschritt spricht ja auch einen Teil unseres Gehirns an, weswegen dieses Ubi Design, so sehr wir auch alle darüber schimpfen, wahrscheinlich wissenschaftlich ein ziemlich brilliantes Design, was die Stimulation des Suchtverhaltens des Spielers betrifft.

Das Prinzip haben die Systeme doch schon standardmäßig integriert, d. h. es ist eigentlich egal, welches Game du einwirfst, du sammelst automatisch deine Gamerpunkte und kannst dich dann mit anderen Gamern auch noch vergleichen.

Demnach bin ich übrigens ein sehr schlechter Zocker.
 
Mh, hatte bei Bloodborne in besagtem Gebiet nicht so große Probleme. Bin dort zwar auch ein paar Mal gestorben aber hab dann für mich ein Muster erkannt. Ab dann wars kein Problem mehr. Mein zweiter und dritter Durchgang des Spiels waren dann hier sogar ziemlich easy, weil es zur Routine wurde. Da ging mir zB der Wald mehr auf den Sack, weil ich mich hier ständig verlaufen habe.

Empfand DS3 oder Bloodborne auch nicht als so zeitintensiv. Hab beide im ersten Durchgang in max. 40 Stunden bewältigt. Stimmt aber schon, dass man die Spiele nicht für unter 2 Stunden anwerfen sollte. Das trifft aber auf die meisten Spiele zu mittlerweile.

Bin bei diesen Spielen auch recht Frust resistent. Shooter zum Beispiel spiele ich grundsätzlich fast ausschließlich auf niedrigstem SG, mit wenigen Ausnahmen. Da reißt mir ziemlich schnell der Geduldsfaden. Bei Rennspielen dasselbe, wenn ich nicht erster werde oder nahezu jegliche Art von Multiplayer Games, wenn diese nicht gerade Strategie basiert sind.
 
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Stimmt aber schon, dass man die Spiele nicht für unter 2 Stunden anwerfen sollte. Das trifft aber auf die meisten Spiele zu mittlerweile.
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Das mag im RPG-Bereich der Fall sein, deswegen spiele ich Witcher auch nicht weiter. Aber in den meisten Fällen ist es mMn kein Problem. Uncharted, Tomb Raider, selbst ein Until Dawn konnte ich in kurzen Sitzungen spielen. Die ganzen Wii U Games sowieso.
 
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