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KT Bart Wux denkt: Wir brauchen mehr GTA-Klone!

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Grand Theft Auto 5 ist 2 Jahre und 3 Monate alt. Selbst das Remaster ist bereits über ein Jahr alt. Und gleichwohl ist es relevanter als je zuvor.


Es gab Zeiten, da galt jedes OpenWorld Spiel als GTA-Klon. Inzwischen ist OpenWorld weniger ein Genre als mehr eine Struktur, in die nahezu jedes Genre passt. Es gibt Adventure, Rollenspiele, Third- und FirstPersonShooter, sogar Rennspiele im OpenWorld Format. Theoretisch verspricht dies mehr Freiheit für den Spieler als lineare Korridorspiele. Die Frage ist nur, was ist von dieser Theorie in der Praxis mittlerweile geblieben?


Das OpenWorld Format hat sich mittlerweile homogenisiert. Von inFamous über Shadow of Mordor bis zu Fallout, von Just Cause über Mad Max bis hin zu Metal mother Gear fucking Solid, alle Spiele folgen mehr oder minder demselben Design, inzwischen das UbiSoft Standard OpenWorld Design.


Nahezu alle Open World Spiele lassen sich wie folgt (auch schon vor Ubi) unterteilen:


1. Tier Storymissionen

2. Tier Nebenmissionen

3. Tier Aktivitäten (Rennen, Mayhem etc.)

4. Tier Sammelkram

5. Tier Fucking around


Dies sollte so sein und wird von GTA V auch genau so präsentiert. Die Vielzahl an Spielen in 2015 (und teils schon 2014) gehen nunmehr einen anderen Weg. Als rühmliche Ausnahme würde ich an dieser Stelle noch The Witcher 3 heraus heben, wenngleich auch dieser Titel mit den Fragezeichen (4. Tier) ab Skellige maßlos übertreibt.

Sehen wir uns einmal GTA V an.


1. Tier:


Über 40 brilliant geschriebene, lange, spektakuläre Missionen. Shootouts, Scoutmissionen, plotgetriebene Missionen und als überragende Highlights die Heists, die Filmen wie Heat und Oceans Eleven in nichts nachstehen. Top!


2. Tier:


Persönliche Missionen, die die Eigenschaften der Protagonisten ausnutzen. Trevor flippt aus, weil man sich über seine kanadische Herkunft lustig macht, Michael hilft seiner bekloppten Familie, Franklin lässt sich von Hans und Schwanz ausnutzen. Super!


3. Tier


Tennis, Golf, Dart, Autorennen, Motorradrennen, Internetcafes, Börsenspekulation, Attentate. Mehr Abwechslung bietet nur noch Yakuza! Spitze!


4. Tier


Autos, Ufoteile, Briefe. Yep.


5. Tier


Granatenwerfer und Kreuzung. Top Mischung! Läuft!


Was bieten die heutigen Spiele? Nehmen wir Mad Max und Just Cause 3 (eigentlich unfair, da beide vom selben Hersteller sind.)


Mad Max


1. Tier

Fahre dorthin, prügel Leute, gewinn.


2. Tier


Fahre dorthin, hol etwas ab und bring es. Prügel zwischendurch ein paar Leute.


3. Tier


Rennen


4. Tier


200 Festungen, 400 Heißluftballons, 600.000 Scraplocations


5. Tier


Fahr die Karre gegen die Wand. Wiederhole.


Just Cause 3 :


1. Tier


24 Mal beschütze X, 1 Mal bring uns diese Weinfässer


2. Tier


buchstäblich nichts


3. Tier


Challenges (fünf Sorten, je hundertmal und die einzige Möglichkeit an Upgrades zu kommen)


4. Tier


1.000.000 einzunehmende Militärstützpunkte, die doppelte Anzahl an Städten


5. Tier


unendlich C4, Tethers, Wingsuit, Helikopter, Jets. Alles da für das große Vergnügen, wenn man es sich denn selbst besorgen will.




Ich werde nicht alles durchgehen (Assassin's Creed, Fallout 4, selbst Metal Gear Solid V fällt unter diese Kategorie), aber Fakt ist, dass Tier 1 und 2 mehr und mehr zu Gunsten von 4 und 5 vernachlässigt werden.


Es werden kaum noch gescheite Missionen geschrieben. Stattdessen wird eine übertrieben große, leere Spielwelt erschaffen, in der Spieler seinen Spaß selber suchen soll. Seht euch die tausend GIFs zu Fallout 4 oder Just Cause 3 an! Nichts davon hat mit den eigentlichen Missionen zu tun, falls alles interessante passiert, wenn Spieler einfach abseits jeder Struktur die Physik der Welt testen.


Größer, weiter, mehr Fläche, mehr Icons!


Nun kann auch das freilich Spaß machen, aber ich bin der Meinung, dass ich nicht in jedem Spiel meinen eigenen Spaß suchen sollte, denn dafür habe ich schließlich die Entwickler bezahlt. Professionelle Spieledesigner mit KnowHow und Erfahrung. So eine geile Scheiße wie die Heistmissionen aus GTA V kommt schlichtweg nicht zustande, wenn ich das Ödland durchwandere oder auf der xten Kreuzung C4 pflanze. Chaos und Zerstörung ist schön und gut, aber ohne Kontext und Konsequenzen verliert es seine Wirkung.


Uncharted ist vielleicht linear und nach acht Stunden vorbei, aber verdammt nochmal, jede Szene ist fantastisch, spektakulär und filmreif. Spiele werden mit 100 oder 200 Stunden Spielzeit beworben, aber wenn man aus diesen Stunden die ereignislosen Reisen von Ort zu Ort, das Suchen nach dem nächsten Ereignis, das Grinden nach Ressourcen und Erfahrungspunkten und alle 100% identischen Events herausstreicht, wie viel echtes Gameplay bleibt dann noch übrig? Manchmal ist der Weg das Ziel, aber manchmal, manchmal ist auch das Ziel das Ziel.


Was ich sagen will: Ich will wieder mehr Klasse statt Masse. Kleinere Welten, aber lebendiger. Mehr Tier 1, weniger Tier 5. Mehr Kontext. Weniger UbiSoft, mehr CDProjectRed.


Kurz: Ich will weniger OpenWorld, ich will mehr GTA-Klone.
 
Gute Videospiel-Storys zu schreiben, die dann auch mit der Spielewelt verschmelzen, das ist wohl nicht so leicht. Auch die von GTA ist mir persönlich schon viel zu selbstreferenziell geworden und befriedigt zu oft die Erwartungshaltungen der riesigen Fanbase, anstatt wirklich Neues zu probieren.

Der Witcher trifft da schon viel eher meinen Geschmack. Der hat aber auch den Vorteil, auf eine Romanvorlage zurückgreifen zu können.
 
vorneweg: ich kann deinen text durchaus nachvollziehen.

ich selber brauche aber selten open world, weil die gebotenen open worlds mir einfach nichts bieten. ich will ein gta lieben, kann es aber leider einfach nicht.

abseits von story/hauptquestreihe gibt es einfach nichts in open world spielen, was mich wirklich beschäftigen könnte. nichts, was ich mit freuden weiter spiele. ich bin immer noch viel, viel zu eingeschränkt (ich darf nun mal selten in jedes einzelne haus. schon gar nicht in einer gigantischen stadt wie bei gta V. ich darf nicht frei jedes geschäft überfallen, ich darf ja nichtmal missionen auf meine art und weise lösen, z.b. gewaltfrei und und und). für mich funktioniert eine glaubhafte open world 2015 einfach nicht, die mich in ihren bann schlägt und mich vergessen lässt, dass es ein spiel ist. und ein einfach nur "schabernack" der art granatwerfer und kreuzung treiben beschäftigt mich max. 10 minuten. wenn überhaupt :(
 
Zusammengefasst: Die zunehmende Ubisoftisierung hat Open-World-Spiele ruiniert.

Aber: Die Spieler wenden sich mittlerweile zunehmend von dem Ubischrott ab. Ich denke, das Copy/Paste-Design ala Assassins Creed hat in Action-Adventures seinen Zenit überschritten. Es dauert nur immer etwas, bis das auch die Spielemacher raffen.
 
Ansich stimmt das meiste natürlich: GTA ist ein Vorzeigespiel und da können viele Games einfach nicht mithalten. Ein JustCause bietet diese Missionen einfach nicht und setzt auf eine große Spielwelt, in der sich vieles wiederholt.

Trotzdem muss man sehr vorsichtig sein, alle Genres hineinzuziehen. Die GTA-Spielwelt ist mit den nicht begehbaren Gebäuden nicht gerade spannend, würde die von GTA5 nichtmal erwähnenswert finden. Bei Witcher ist das auch mehr Kulisse, da kann man lange warten, bis was geiles passiert. Beide Spiele sehen aber unheimlich gut aus.

Bei Fallout erlebt man wahrscheinlich in 1 Std RANDOM schon mehr als in GTA 5 und Witcher 3 zusammen. Da ist die Spielwelt noch viel zu klein und könnte gern 5 mal so groß sein. Die Hauptmissionen sind btw. bei Fallout 4 richtig stark. Das Spiel hat eher andere Schwächen wie schwache Nebenmissionen.

Also ja: Die GTA 5 Missionen rocken richtig, haben mir auch gut gefallen. Aber ansich ist es nicht wirklich spannend, hier abseits etwas zu unternehmen...
 
Zusammengefasst: Die zunehmende Ubisoftisierung hat Open-World-Spiele ruiniert.

Aber: Die Spieler wenden sich mittlerweile zunehmend von dem Ubischrott ab. Ich denke, das Copy/Paste-Design ala Assassins Creed hat in Action-Adventures seinen Zenit überschritten. Es dauert nur immer etwas, bis das auch die Spielemacher raffen.

Ich wette dagegen. Es wird in naher Zukunft zwei große Spielkonzepte geben. Die Ubisoft'sche Open World, die davon lebt, dass sich durch repetitives Abarbeiten von immer gleichen Aufgaben Fortschrittsbalken füllen und der interaktive Film, also quasi ein aufgezeichnetes Video, das den richtigen Tastendruck zum Fortführen der Geschichte fordert.

Spielmechaniken werden zur Nische bei großen Produktionen.
 
Ich kann den ganzen Krempel, inklusive GTA, mittlerweile einfach gut ignorieren.

Offene Welten funktionieren für mich fast nie, es gibt nur wenige Ausnahmen wie inFamous, wo die Fortbewegung als solches einfach Spass macht.

Ich bin aber guter Dinge, dass dieser ganze übergestülpte OW-Wahnsinn bald ein Ende haben wird.
 
So eine geile Scheiße wie die Heistmissionen aus GTA V kommt schlichtweg nicht zustande, wenn ich das Ödland durchwandere oder auf der xten Kreuzung C4 pflanze.
Leider steht sich der Kommentar hier schon selbst im Weg, da zum Beispiel grade hier die eigenen Heists von AH, die sie sich dank Rockstar noch über nen Jahr bevor Rockstars Heist-Update rauskam improvisieren mussten, beweisen, dass tatsächlich der selbst gefundene Spaß den vorgefertigten Spaß eines Entwicklers häufig übertrifft.
Wobei es da auch vielleicht einfach an der Unfähigkeit Rockstars liegen kann...
 
Das ewige Thema. Sandbox-Spiele fühlen sich in meinen Augen seit ihrem Durchbruch mit GTA 3 schon immer gleich an. Ich kann z.B. keine relevanten Unterschiede zwischen Driver: Parallel Lines oder Watch Dogs entdecken. Top-Haupt- oder Nebenmissionen kann man in praktisch jedem OW-Spiel finden, Filler-Content gab es auch schon immer.

Aber ich wünsche mir auch mehr GTA-Klone, aber aus anderer Gewichtung heraus. :D
 
Ich wette dagegen. Es wird in naher Zukunft zwei große Spielkonzepte geben. Die Ubisoft'sche Open World, die davon lebt, dass sich durch repetitives Abarbeiten von immer gleichen Aufgaben Fortschrittsbalken füllen und der interaktive Film, also quasi ein aufgezeichnetes Video, das den richtigen Tastendruck zum Fortführen der Geschichte fordert.

Spielmechaniken werden zur Nische bei großen Produktionen.
Sehr pessimistisch, aber kann sein. Gott sei Dank vermisse ich die Spiele der entsprechenden Publisher nicht wirklich.
 
Word! Was bringen mir 100h Spiel"spass" mit 10'000 Sammelobjekten und zig generischen Storymissionen? Da ziehe ich immer ein strikt linearisches Spiel vor. Gta ist und bleibt die Ausnahme.
 
Das was Türenmacher sagt. Füllmaterial gab's schon immer. GTA ist der eine Titel unter 100. Früher hießen die einarmigen Nachahmer Der Pate, The Getaway, Mafia 2 oder the Simpsons: Hit & Run. Heute eben Just Cause 3 oder Mad Max. Sehe da keine beunruhigende Entwicklung. Seit GTA III scheiterten dutzende Produktionen an diesem Klon Anspruch.
 
Das was Türenmacher sagt. Füllmaterial gab's schon immer. GTA ist der eine Titel unter 100. Früher hießen die einarmigen Nachahmer Der Pate, The Getaway, Mafia 2 oder the Simpsons: Hit & Run. Heute eben Just Cause 3 oder Mad Max. Sehe da keine beunruhigende Entwicklung. Seit GTA III scheiterten dutzende Produktionen an diesem Klon Anspruch.
Ich denke, niemand kritisiert das Füllmaterial.

Aber viele haben eine Schwierigkeit damit, dass Füllmaterial mittlerweile zum zentralen Spielinhalt angehoben wird. Das Paradebeispiel dafür ist Batman: Arkham Knight und seine dämliche Spielstruktur, die unmotiviert zusammengeschustertes Füllmaterial in das Herz des Spielkonzepts rückt. Und dort kann man auch idealtypisch an einer Spieleserie die Transformation von handgemachten Spielwelten mit Seele hin zum Copa-Paste-Ubischrott nachvollziehen.
 
Das ist aber auch eine Frage des Blickwinkels. Selbst in einem AC Syndicate ist das Füllmaterial kein "zentraler Spielinhalt". Man hat seine toll inszenierten Sequenzen und Attentate, ein paar cool gemachte Gefälligkeiten für Dickens und Co. und kann damit rund 35 Stunden solide bis hervorragende Unterhaltung haben. Die Sammelsachen sind Sammelsachen und nur für ein paar Ausrüstungegenstände etc. von Belangen.
 
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