Ich bin nicht der Typ, der gerne sein Alter preis gibt. Subjektiv bin ich immer noch der Ansicht, gerade die Schule beendet zu haben und wer 1994 geboren ist, ist im Kindergarten und nicht in meiner Geschäftsstelle als ausgelernte Justizangestellte tätig. Meine Wohnung ist voll mit Süßigkeiten, aber praktisch Obst, es hängen keine Bilder oder Trophäen an der Wand, dafür stapelt sich der Flur mit Kartons von Special Editions. Ich habe zwei Regale nur mit Figuren von Videogamecharakteren, aber meine Wäsche liegt im Schrank ungebügelt eingequetscht in einer Schublade. Die Bewertung mag ein Psychiater vornehmen, aber der Punkt ist, ich will jünger sein als ich bin. Wo ich kein Erwachsener sein muss, genieße ich die Unreife eines 17jährigen, der meint, er wisse alles, aber alleine nicht mal ein Auto volltanken könnte. Mit dem feinen Unterschied, dass mein Beruf bei allen Schwierigkeiten, die er mit sich bringt, mir aber am Ende trotzdem sowohl das Geld als auch die Zeit gibt, um zu leben wie ein scheinfreier Student im 5. Semester. Der Grund, warum ich das kann, ist aber auch folgender: Ich habe keine Frau und keine Kinder.
Nun hat man an meiner Einleitung schon gelesen, dass ich ohne Weiteres im Alter bin, in dem viele längst verheiratet sind und Kinder haben. Mein Bekannten-, Kollegen- und Freundeskreis besteht nahezu ausnahmlos mittlerweile aus Familienmenschen. Arbeitskolleginnen, die ich single kennen gelernt habe, sind als verheiratete Frauen zum zweiten Mal schwanger, meine beiden besten Kumpel sind Väter von insgesamt fünf Kinder (etwas ungleich verteilt) und selbst die jüngeren Bekannten planen bereits den Zusammenzug.
Jetzt will ich hier gar nicht über Sinn und Unsinn, Wichtigkeit oder Unwichtigkeit der Familiengründung philosophieren. Nach allem, was mir selbst aus gut funktionierenden Familien berichtet wurde (Internet und real life) komme ich zwar zu dem Schluss, dass ich persönlich lieber tot wäre als Vater, aber das ist ja nun jedem selbst überlassen. Aber nein, das soll hier nicht das Thema sein. Hier geht es um etwas viel Wichtigeres. VIDEOGAMES!!!!!!!!
Das Thema Familie und Elternschaft nimmt gefühlt einen immer wichtigeren Punkt in den Stories ein. Vielleicht kommt es mir in letzter Zeit nur vermehrt vor, weil mehrere Games in kurzer Folge erschienen sind, die dieses Thema aufnehmen und es rechtfertigt vielleicht gar keine Kolummne, weil es keinen Trend bedeutet, aber kommt schon: Alles in der Industrie wird zum Trend.
Jüngste Steine des Anstoßes waren Yakuza 6 und God of War, eines der besten Games aller Zeiten und ein Relikt aus der frühen PS2 Ära. Der Leser mag entscheiden, welches der Attribute auf welchen Titel zutrifft.
God of War ist zum Rand gefüllt mit problematischen Eltern-Kind Beziehungen. Ganz vorne stehen offensichtlich Kratos und sein Sohn Athreus, aber im weiteren präsentiert das Spiel (erneut) die Probleme zwischen Kratos und Zeus, Baldur und Freya, Baldur und Odin, Thor und Odin, Thor und Magni sowie Modi und, wenn man wirklich verrückt werden möchte, Athreus und Jörmungandr (über den letzten Punkt besser nicht zu viel nachdenken!).
Yakuza 6 behandelt Kazumas Beziehung zu Haruka und Yutas Beziehung zu Haruto. Außerdem zwischen Tsnueo Iwami und Heizo Iwami, Yuta und Big Lo, Toru Hirose und der gesamten Hirose Family in Onomichi, Haruka und Haruto und wen immer ich bei den 2.000 Charakteren vergessen habe.
Das sind zwei Extrembeispiele, allerdings aus topaktuellen Releases hochpopulärer Spielserien. Geht man weiter zurück findet man The Last of Us, welches den Trend vielleicht gestartet hat, Bioshock Infinite, The Walking Dead Telltale Series Season 1 etc..
Jetzt kann man diese Liste ins Extrem ausdehnen und jedes Spiel inkludieren, welches Eltern und eine Eltern-Kind-Beziehung in irgendeiner Form beinhaltet (Heavy Rain, Horizon Zero Dawn, Far Cry 4), aber ich will die Problematik (so man sie als solche sieht) auch nicht künstlich aufbauschen. Es ist auch nicht so, als gäbe es gar keine Alternativen mehr, aber die Bündelung wie gesagt zweiter AAA-Releases, deren Story die benannten Elemente nicht nur am Rande enthält, sondern deren zentrales Thema sie darstellen, lässt mich einfach fragen: Bin ich der Dinosaurierer, der den Meteoriten nicht erkennt?
Ich gehöre freilich zur gleichen Klientel wie viele von uns, die mit Videospielen aufgewachsen sind. Die einen Atari zu Hause hatten oder einen C64, deren erste Berührung mit Videospielen Pong war. Die zum Geburtstag einen Gameboy und zu Weihnachten ein NES bekommen haben. Die voller Aufregung die Wahnsinnsgrafik des SNES im Geschäft bestaunt haben und ihre Eltern von der Notwendigkeit der Anschaffung des neuen Gerätes überzeugen mussten (Und was machst du mit dem Alten? - Hungernden Kindern in Afrika spenden, was soll die blöde Frage?!). Diejnigen von uns, die sich im Alter nicht von Videospielen getrennt haben (Looooooooooooooooooser!!!!!!!), sind nun halt erwachsene Männer (und eine Frau) mit Beruf, Einkommen, Frau und 2 ½ Kindern. Das weiß auch die Industrie und passt deshalb ihr Konzept an diese Kaufgruppe an. Eines dieser Änderungen neben vielen anderen sind nunmal die Geschichten, die sich entfernen von den Machtphantasien und der Realitätsflucht von damals und die hingehen zu Themen, mit der sich die Zielgruppe identifizieren kann. (Joel hat eine Tochter. ICH habe eine Tochter. Ich bin wie Joel!). Entwickler werden ebenso älter, sind nun Väter (und eine Mutter) und schreiben natürlich über das, was sie kennen und ihnen wichtig ist.
Und soweit alles in Ordnung, der Trend hat einige herausragende Spiele hervorgebracht (und Yakuza 6: Song of laaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaangweilig!).
Die Frage ist: Bleibt noch Raum für infantile, dumme Gewaltphantasien? Für Charaktere, die wutschnaubend ihren Gegnern mit bloßen Händen den Kopf vom Rumpf reißen? Für stumpfes Tür eintreten, Entleeren des Magazins der Gatlinggun um dann zu schauen, was eigentlich im Raum war? Ohne Konsequenzen zu befürchten? Ohne dass NPC Arsch sich daran erinnert? Ohne eine brüchige Stimme der Moral zu hören?
Vielleicht ist der Eindruck durch den gebündelten Release verfälscht, aber ich hoffe doch, dass auch in Zukunft Raum bleibt für Games ohne Eltern-Kind Probleme, ohne ernsthafte gesellschaftspolitische Hintergründe, ohne Message, ohne Gleichberechtigung aller (beider, #triggered) Geschlechter, „Rassen“, etc. Stumpf, dumm, infantil. Videospiele dienen (für mich) jedenfalls auch als Ausgleich. Nach einem harten Tag voller Vernunft und Anträgen, Steuerbescheiden, Strom- und Gasrechnungen, Versicherungspolicen (Nein, bisher hat mich noch kein Waschbär überfallen und ausgeraubt, aber ich wär ja wahnsinnig, wenn ich das Risiko selber tragen würde. 80 Euro im Monat klingt fair.) und sonstigem Zeugs, was ein Erwachsener halt so tut, will ich einfach mal die Wildsau rauslassen und mich für ein paar Stunden fühlen wie 1990 als der Strom noch aus der Steckdose kam, das Essen aus dem Kühlschrank und ich noch der Meinung war, Mama und Papa würden sich mögen.
Die Stärke des Mediums liegt in der Vielfalt und ich hoffe, dass diese Stärke zukünftig noch ausgeschöpft wird, egal wie alt Gamer und Entwickler werden.
Nun hat man an meiner Einleitung schon gelesen, dass ich ohne Weiteres im Alter bin, in dem viele längst verheiratet sind und Kinder haben. Mein Bekannten-, Kollegen- und Freundeskreis besteht nahezu ausnahmlos mittlerweile aus Familienmenschen. Arbeitskolleginnen, die ich single kennen gelernt habe, sind als verheiratete Frauen zum zweiten Mal schwanger, meine beiden besten Kumpel sind Väter von insgesamt fünf Kinder (etwas ungleich verteilt) und selbst die jüngeren Bekannten planen bereits den Zusammenzug.
Jetzt will ich hier gar nicht über Sinn und Unsinn, Wichtigkeit oder Unwichtigkeit der Familiengründung philosophieren. Nach allem, was mir selbst aus gut funktionierenden Familien berichtet wurde (Internet und real life) komme ich zwar zu dem Schluss, dass ich persönlich lieber tot wäre als Vater, aber das ist ja nun jedem selbst überlassen. Aber nein, das soll hier nicht das Thema sein. Hier geht es um etwas viel Wichtigeres. VIDEOGAMES!!!!!!!!
Das Thema Familie und Elternschaft nimmt gefühlt einen immer wichtigeren Punkt in den Stories ein. Vielleicht kommt es mir in letzter Zeit nur vermehrt vor, weil mehrere Games in kurzer Folge erschienen sind, die dieses Thema aufnehmen und es rechtfertigt vielleicht gar keine Kolummne, weil es keinen Trend bedeutet, aber kommt schon: Alles in der Industrie wird zum Trend.
Jüngste Steine des Anstoßes waren Yakuza 6 und God of War, eines der besten Games aller Zeiten und ein Relikt aus der frühen PS2 Ära. Der Leser mag entscheiden, welches der Attribute auf welchen Titel zutrifft.
God of War ist zum Rand gefüllt mit problematischen Eltern-Kind Beziehungen. Ganz vorne stehen offensichtlich Kratos und sein Sohn Athreus, aber im weiteren präsentiert das Spiel (erneut) die Probleme zwischen Kratos und Zeus, Baldur und Freya, Baldur und Odin, Thor und Odin, Thor und Magni sowie Modi und, wenn man wirklich verrückt werden möchte, Athreus und Jörmungandr (über den letzten Punkt besser nicht zu viel nachdenken!).
Yakuza 6 behandelt Kazumas Beziehung zu Haruka und Yutas Beziehung zu Haruto. Außerdem zwischen Tsnueo Iwami und Heizo Iwami, Yuta und Big Lo, Toru Hirose und der gesamten Hirose Family in Onomichi, Haruka und Haruto und wen immer ich bei den 2.000 Charakteren vergessen habe.
Das sind zwei Extrembeispiele, allerdings aus topaktuellen Releases hochpopulärer Spielserien. Geht man weiter zurück findet man The Last of Us, welches den Trend vielleicht gestartet hat, Bioshock Infinite, The Walking Dead Telltale Series Season 1 etc..
Jetzt kann man diese Liste ins Extrem ausdehnen und jedes Spiel inkludieren, welches Eltern und eine Eltern-Kind-Beziehung in irgendeiner Form beinhaltet (Heavy Rain, Horizon Zero Dawn, Far Cry 4), aber ich will die Problematik (so man sie als solche sieht) auch nicht künstlich aufbauschen. Es ist auch nicht so, als gäbe es gar keine Alternativen mehr, aber die Bündelung wie gesagt zweiter AAA-Releases, deren Story die benannten Elemente nicht nur am Rande enthält, sondern deren zentrales Thema sie darstellen, lässt mich einfach fragen: Bin ich der Dinosaurierer, der den Meteoriten nicht erkennt?
Ich gehöre freilich zur gleichen Klientel wie viele von uns, die mit Videospielen aufgewachsen sind. Die einen Atari zu Hause hatten oder einen C64, deren erste Berührung mit Videospielen Pong war. Die zum Geburtstag einen Gameboy und zu Weihnachten ein NES bekommen haben. Die voller Aufregung die Wahnsinnsgrafik des SNES im Geschäft bestaunt haben und ihre Eltern von der Notwendigkeit der Anschaffung des neuen Gerätes überzeugen mussten (Und was machst du mit dem Alten? - Hungernden Kindern in Afrika spenden, was soll die blöde Frage?!). Diejnigen von uns, die sich im Alter nicht von Videospielen getrennt haben (Looooooooooooooooooser!!!!!!!), sind nun halt erwachsene Männer (und eine Frau) mit Beruf, Einkommen, Frau und 2 ½ Kindern. Das weiß auch die Industrie und passt deshalb ihr Konzept an diese Kaufgruppe an. Eines dieser Änderungen neben vielen anderen sind nunmal die Geschichten, die sich entfernen von den Machtphantasien und der Realitätsflucht von damals und die hingehen zu Themen, mit der sich die Zielgruppe identifizieren kann. (Joel hat eine Tochter. ICH habe eine Tochter. Ich bin wie Joel!). Entwickler werden ebenso älter, sind nun Väter (und eine Mutter) und schreiben natürlich über das, was sie kennen und ihnen wichtig ist.
Und soweit alles in Ordnung, der Trend hat einige herausragende Spiele hervorgebracht (und Yakuza 6: Song of laaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaangweilig!).
Die Frage ist: Bleibt noch Raum für infantile, dumme Gewaltphantasien? Für Charaktere, die wutschnaubend ihren Gegnern mit bloßen Händen den Kopf vom Rumpf reißen? Für stumpfes Tür eintreten, Entleeren des Magazins der Gatlinggun um dann zu schauen, was eigentlich im Raum war? Ohne Konsequenzen zu befürchten? Ohne dass NPC Arsch sich daran erinnert? Ohne eine brüchige Stimme der Moral zu hören?
Vielleicht ist der Eindruck durch den gebündelten Release verfälscht, aber ich hoffe doch, dass auch in Zukunft Raum bleibt für Games ohne Eltern-Kind Probleme, ohne ernsthafte gesellschaftspolitische Hintergründe, ohne Message, ohne Gleichberechtigung aller (beider, #triggered) Geschlechter, „Rassen“, etc. Stumpf, dumm, infantil. Videospiele dienen (für mich) jedenfalls auch als Ausgleich. Nach einem harten Tag voller Vernunft und Anträgen, Steuerbescheiden, Strom- und Gasrechnungen, Versicherungspolicen (Nein, bisher hat mich noch kein Waschbär überfallen und ausgeraubt, aber ich wär ja wahnsinnig, wenn ich das Risiko selber tragen würde. 80 Euro im Monat klingt fair.) und sonstigem Zeugs, was ein Erwachsener halt so tut, will ich einfach mal die Wildsau rauslassen und mich für ein paar Stunden fühlen wie 1990 als der Strom noch aus der Steckdose kam, das Essen aus dem Kühlschrank und ich noch der Meinung war, Mama und Papa würden sich mögen.
Die Stärke des Mediums liegt in der Vielfalt und ich hoffe, dass diese Stärke zukünftig noch ausgeschöpft wird, egal wie alt Gamer und Entwickler werden.


Hab ich nur erwidert "für mich selber, ich hab genug Hobbies und Interessen, die mich erfüllen".