(Sorry für meinen zigsten Ausländer-Rage-Beitrag mit dem gleichen Inhalt)
Ich hasse diese Arroganz und Ignoranz. Wir distanzieren uns gerne von sozialer Ungerechtigkeit, vom Kastenwesen, von Aristokratie, von Sklaverei, von jeder Form der Abgrenzung sozialer Gruppen. Auf nationaler Ebene haben wir mit Stolz alles abgeschafft. Aber was hinter der Grenze passiert, interessiert uns dann wieder wenig. Ahmed ist halt als Sklave geboren und soll in seiner Schuhfabrik arbeiten. Sein Pech, dass er nicht ins deutsche Bürgertum hineingeboren wurde. Muss er sich halt was ausdenken.
Seine Familie denkt sich was aus und reist nach Deutschland. Dort bekommt der Mensch das Existenzminimum vom Staat zugesichert. Und Geld kann der Türke, ich meine - politisch korrekt - "Anatolier", nicht genug haben. Da interessiert es ihn wenig, dass er seine Heimat, seine Familie und Freunde verlässt und ihn ein Land zieht, in dem er nicht einmal die Sprache spricht.
Okay, genug Sarkasmus. Denkt wirklich jemand ernsthaft, dass sich Asylanten hier nicht wünschen würden, die Sprache zu sprechen, Freunde zu finden, in einem schönen Viertel zu wohnen, einen Beruf auszuüben, ihren Kindern Bildung zu schenken? Ich kenne so viele Ausländer, die so unglaublich dankbar wären einen einfachen Bürojob zu haben und ihre 1200€ netto zu verdienen. Aber was für so ziemlich jeden Deutschen zu schaffen ist, ist für viele Ausländer unerreichbar. Und das liegt nicht an fehlender Bildung ohne Intelligenz, nicht einmal an den fehlenden Sprachkenntnissen. Meistens reichen ein fremdländischer Name, ein osteuropäischer Akzent, ein "südländischer" Hautton.
Und viele geben da nicht auf und nehmen halt jeden Scheißjob ab. Wer putzt denn unsere öffentlichen Gebäude, die Klos, wer sticht unseren Spargel, fährt Güter und Sendungen, bedient uns im Restaurant, arbeitet im Lager? Das sind alles Ausländer. Das geht soweit, dass wir bei uns im Unternehmen zwei schwarze promovierte Lageristen haben. Das ist pervers und ich könnte etliche Beispiele auflisten. Und wie werden dann solche Menschen behandelt, die Vollzeit unsere Drecksarbeit erledigen uns dabei so wenig Geld bekommen, dass das Arbeitsamt den fehlenden Betrag zum Existenzminimum auffüllen muss? Ja, scheiße. Das fängt damit an, dass bei den einfachen deutschen Kollegen oft Weltoffenheit nicht an erster Stelle steht und jeder Türke, jeder Pole, jeder Schwarze darf sich bei so einem Job von Vorgesetzten und Mitarbeitern etwas anhören. Aber wie sieht es bei gebildeten Menschen aus? Auch wir lachen über polnische Putzen und Nutten, unverständliche Inder bei McDonald's, Körner-fressende Türken in der Mittagspause. Hier herrscht null Respekt für Ausländer dieser Regionen, egal wie hart sie arbeiten um ihren Teil zur Gesellschaft beizutragen. Sogar, wenn sie sich selbstständig machen, meist in ihrer Heimat Schulden aufnehmen um hier unabhängig zu werden, alles riskieren, kein Wochenende und keine Arbeitszeitschutzgesetze kennen, dürfen sie sich anhören, dass sie sich integrieren sollen anstatt mit ihren Gemüseläden das Kiez zu verdrecken und Kopftuchmädchen zu produzieren.
Ich könnte kotzen, wenn ich sowas sehe und dann immer wieder von Integration und Isolation hören muss. Zu dem Thema noch einmal. Versucht mal mit einem Araber oder (noch besser!) einem Inder in einen Club zu kommen. Das ist nicht möglich. Echt nicht. Bis auf einige Assi-Clubs und vielleicht noch Raggea-Schuppen geht es nicht. Nur wegen der Hautfarbe. Egal, wie sie sich kleiden und wie gebildet sie sind. Nicht einmal, wenn sie eine ultrafreundliche Ausstrahlung haben. Isolation und Ausgrenzung liegen nahe beieinander.
Klar, gibt es solche und solche Menschen, aber sowohl solche als auch solche Menschen haben es hier nicht leicht. Soll jeder seine Meinung haben, keine Ausländer hier haben wollen, weil sie ihm das Geld aus der Tasche und die Ästhetik seines Wohngebietes nehmen, aber man, tut nicht so, als wären Ausländer mit ihrem Leben als Bodensatz der Gesellschaft zufrieden.
(Ich bin übrigens ein Asylatenheimkind und obwohl ich meinen Eltern sehr dankbar dafür bin, dass sie mir das Leben hier ermöglicht haben, weiß ich nicht, ob ich ihre Entscheidung hier Asyl zu suchen ihnen zuliebe verhindert hätte, wenn ich könnte.)