Die Wirklichkeit kann dröge sein, dieses lästige Manko sparen die Entwickler geflissentlich aus. Simuliert wird nur, was Spaß macht. Anfänger werden nicht ausgelacht wie beim Probetraining im Verein, für sie gibt es den »Easy Mode«, in dem jeder eine butterweiche Flanke schlagen kann. »Hundertprozentiger Realismus ist nicht gewünscht«, glaubt Medienwissenschaftler Jürgen Sorg. »Würden es die Entwickler darauf anlegen, und ich bin mir sicher, dass sie das könnten, würden sie sich selbst das Wasser abgraben. Denn der Spieler muss wissen, dass er sich in einem virtuellen Raum befindet. Dass er ein Spiel spielt.« Auch EA-Chefentwickler David Rutter weiß das und würde nie so weit gehen, etwa Fehlentscheidungen von Schiedsrichtern in die Logik seiner digitalen Welt aufzunehmen: »Der Gamer muss erkennen können, dass die Fehler, die im Spiel passieren, seine sind und nicht die einer künstlichen Intelligenz.«