Tommse schrieb:
Trayal kann deine Haltung zu dem Video vielleicht von deinem asiatischem "Background" kommen? Der Kampf läuft ja ganz anders ab, als beim zB Kendo.
Nicht wirklich, vor allem da viele Stile im Kenjutsu und europäische Fechtstile doch recht auffällige Parallelen aufweisen (welche Rüstungen wurden getragen, wurden zu dieser Periode überhaupt oft Rüstungen getragen oder waren die Kontrahenten nur leicht bis überhaupt nicht gerüstet?). Ist auch irgendwie logisch, wenn man nun einmal die Länge der Klingen und die Führung mit beiden Händen bedenkt - das führt fast zwangsweise anatomisch bedingt zu größeren Ähnlichkeiten.
Ah ja, Kendo sollte man nicht als Maß der Dinge für Kenjutsu nehmen. Eigentlich ist das unter Jüngern der Klinge sogar eher ziemlich verpönt.
Unterscheiden tun sie sich dann vor allem in der Form der Waffe (das gekrümmte Katana und das gerade, lange Schwert) und im Zweck des jeweiligen Stils. Im Kenjutsu wird in den Koryus hauptsächlich auf eine kleine Anzahl an Zielen des menschlichen Körpers gegangen: Handgelenke, Innenseite von Oberschenkeln und Armen (wegen der Schlagadern), Achseln und der Hals selbst.
Gibt auch viele europäische Stile die es genauso primär auf diese Punkte abgesehen habe, aber der Großteil der traditionellen (europäischen) Schulen basiert eher darauf den Gegner mit schneller Angriffsfolge zurück zudrängen und ihn mit Hieben aus seiner Rüstung zu prellen, während die alten japanischen Stile darauf aus sind an den durch die Rüstung ungeschützten Stellen einen tödlichen/entscheidenden Schnitt zu landen.
Das Katana ist zum Beispiel ist ca. in den ersten 20 Zentimetern seine Klinge noch schärfer als sonst, wodurch die Distanz eine große Rolle spielt, damit eben genau mit diesen paar Zentimetern geschnitten. Das europäische Langschwert ins nach meinem Wissen hingegen gleichmäßig geschliffen und daher spielt die optimale Distanz hier eine etwas geringere Rolle.
Der europäische Schwertkampf dauert zudem im Schnitt auch wesentlich länger, als der japanische, der in der Regel bereits nach wenigen Sekunden entschieden ist - selbst wenn sich zwei sehr wirklich hochwertige Kontrahenten gegenüber stehen würden.
Ich meinte da eher grundlegende Dinge. Schwertkampf sollte mit einer gewissen Ernsthaftigkeit betrieben werden, mit dem Wissen, dass ein gezielter Treffer des Gegners und manchmal auch ein Streich, das eigene Ende bedeuten würde, wäre es kein Übungskampf.
Das Video ist voll von Momenten in denen nur halbherzig angegriffen oder pariert wurde - waren zwar sichtlich keine Anfänger am Werk, aber das war halt doch alles sehr hektisch und wenig koordiniert. Hier ein Video von der wahrscheinlich gleichen Fechtkunst(?), das ich deutlich besser finde ->
[vid]http://www.youtube.com/watch?v=x_yO7X3kY1U[/vid]
Bei den beiden merkt man einfach sofort, dass sie gezielt und überlegt vorgehen und nicht einfach nur drauflos dreschen, wie im anderen Video.