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Kampfsportler oder Kampfkünstler hier?

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Hat hier eigentlich mal einer Sportfechten probiert? Imo wirkt das etwas dynamischer als Kendo, aber ich hab mich selber nie dran versucht :?
 
Nur einmal kurz reingeschnuppert, da es eine Freundin von mir betreibt. Dynamischer als Kendo finde ich es nicht, eher träger, da die Bewegungsabläufe imo deutlich langsamer sind. Dadurch entsteht aber halt auch ein richtiges Fecht-Duell, welches schon mal etwas länger sein kann als nur ein paar Schlagabtäusche, während im Kendo ja eigentlich immer alles innerhalb von wenigen Sekunden entschieden wird, aufgrund der Beschaffenheit der Waffe und der Geschwindigkeit.

Ich mag die Waffe aber nicht bzw. habe ich einfach gemerkt, dass Fechten nichts für mich ist. Zudem brauche ich im Kampfsport immer eine Seele dahinter, sprich eine begleitende Philosophie und Fechten ist halt ein richtiger Sport und keine Kunst.
Frauen die bereits länger fechten haben aber oft einen sehr knackigen Po und wunderbare Beine...gibt also eventuell was zum Hingucken. :D
 
Scapegoat schrieb:
Mein Trainer versuchte ihn zu treffen (ebenfalls mit einem Stick) und der Aikidomensch hat auch vorbildlich abgewehrt, nur gabs dann für ihn mit der free hand einen Fauststoß zum Kinn. Der Aikidolehrer kannte das einfach nicht, war absolut nicht darauf vorbereitet und guckte dumm aus der Wäsche.

Ähm...sorry, aber das hat imo erstmal nix damit zu tun, ob einer was kann, oder nicht. Sicher wirft das erstmal kein besonders gutes Licht auf den Aikidoka, weil er zu sehr auf einen Aspekt fokussiert. Aber es ist - nicht nur im Kampfsport - so, dass man auf gewisse Dinge einfach nicht reagiert, wenn von vornherein ein Rahmen abgesteckt wird. Wenn ich mit einem Boxer vereinbare, dass Links-Rechts-Kombinationen trainiert werden, das 2-3 Minuten mit ihm mache und ihn dann übergangslos über den Haufen renne, dann wird der genauso dumm aus der Wäsche schauen. Wenn ich aber von vornherein Freestyle vereinbare, dann wird der mit wesentlich mehr rechnen und auch ganz anders reagieren.
Und mit dem Aikidoheini ist das ähnlich. Wenn Stick vereinbart ist, dann konzentriert man sich auf Stick. Wenn dann plötzlich was ganz anderes geflogen kommt, dann ist man damit erstmal überfordert. Das spricht aus kampfsport-technischer Sicht sicher erstmal nicht für den Überraschten. Aber wenn ein Klitschko-Gegner im Ring plötzlich anfangen würde, zu kicken, würde dirty old Wlad auch den ein oder anderen Treffer einstecken, bevor er sich neu justiert hat.
 
Sieht zumindestens wie nen großer Spass aus. Wie da wohl die Regeln waren? Sobald die Kämpfer ins grappling übergegangen sind wurde ja recht schnell abgebrochen. Ich würde ja sagen entweder man lässt die dann auf dem Boden vernünftig weitermachen oder lässt es ganz bleiben.
 
Wirkt extrem unkontrolliert. Schon alleine was in dem Video an unzähligen "mutual kill" Situationen dabei ist...da verkommt die Waffe in der Hand direkt zum Spielzeug - auch wenn es natürlich nur eine Trainingswaffe ist.
 
Ache schrieb:
Sieht zumindestens wie nen großer Spass aus. Wie da wohl die Regeln waren? Sobald die Kämpfer ins grappling übergegangen sind wurde ja recht schnell abgebrochen. Ich würde ja sagen entweder man lässt die dann auf dem Boden vernünftig weitermachen oder lässt es ganz bleiben.

Afaik geht es ua darum, den Gegner auf den Boden zu bringen.
 
Ah ok, man hat halt ständig diese submission ansätze gesehen die dann sofort unterbunden wurden. Erinnert mich alles ein wenig an diese dog brothers geschichte nur mit mehr Schutz und Schwertern. Wirklich unkontrolliert sah das für mich als waffenlaie allerdings nicht aus, ich war sogar im gegenteil überrascht, dass es so wenig wildes geprügel war.
 
Die beiden haben kaum auf ihre Deckung geachtet, waren meist ständig offen und rein offensiv, mit unzähligen Situationen in denen sie beiden hops gegangen wären, wären es echte Schwerter gewesen.
Sah insgesamt wenig gezielt und durchdacht aus, sondern wirkte auf mich mehr wie ein wildes Geplänkel.

...und weil ich es hier in diesem Video wieder sah: Never lock swords. :D
 
Ich interessier mich grad ein bisschen für mittelalterlichen, europäischen Schwertkampf, so hab ich das gefunden.
Verglichen mit anderen Videos haben die Jungs hier auf jeden Fall mehr Kontrolle.
Trayal kann deine Haltung zu dem Video vielleicht von deinem asiatischem "Background" kommen? Der Kampf läuft ja ganz anders ab, als beim zB Kendo.
 
Tommse schrieb:
Trayal kann deine Haltung zu dem Video vielleicht von deinem asiatischem "Background" kommen? Der Kampf läuft ja ganz anders ab, als beim zB Kendo.

Nicht wirklich, vor allem da viele Stile im Kenjutsu und europäische Fechtstile doch recht auffällige Parallelen aufweisen (welche Rüstungen wurden getragen, wurden zu dieser Periode überhaupt oft Rüstungen getragen oder waren die Kontrahenten nur leicht bis überhaupt nicht gerüstet?). Ist auch irgendwie logisch, wenn man nun einmal die Länge der Klingen und die Führung mit beiden Händen bedenkt - das führt fast zwangsweise anatomisch bedingt zu größeren Ähnlichkeiten.

Ah ja, Kendo sollte man nicht als Maß der Dinge für Kenjutsu nehmen. Eigentlich ist das unter Jüngern der Klinge sogar eher ziemlich verpönt. :D

Unterscheiden tun sie sich dann vor allem in der Form der Waffe (das gekrümmte Katana und das gerade, lange Schwert) und im Zweck des jeweiligen Stils. Im Kenjutsu wird in den Koryus hauptsächlich auf eine kleine Anzahl an Zielen des menschlichen Körpers gegangen: Handgelenke, Innenseite von Oberschenkeln und Armen (wegen der Schlagadern), Achseln und der Hals selbst.
Gibt auch viele europäische Stile die es genauso primär auf diese Punkte abgesehen habe, aber der Großteil der traditionellen (europäischen) Schulen basiert eher darauf den Gegner mit schneller Angriffsfolge zurück zudrängen und ihn mit Hieben aus seiner Rüstung zu prellen, während die alten japanischen Stile darauf aus sind an den durch die Rüstung ungeschützten Stellen einen tödlichen/entscheidenden Schnitt zu landen.
Das Katana ist zum Beispiel ist ca. in den ersten 20 Zentimetern seine Klinge noch schärfer als sonst, wodurch die Distanz eine große Rolle spielt, damit eben genau mit diesen paar Zentimetern geschnitten. Das europäische Langschwert ins nach meinem Wissen hingegen gleichmäßig geschliffen und daher spielt die optimale Distanz hier eine etwas geringere Rolle.
Der europäische Schwertkampf dauert zudem im Schnitt auch wesentlich länger, als der japanische, der in der Regel bereits nach wenigen Sekunden entschieden ist - selbst wenn sich zwei sehr wirklich hochwertige Kontrahenten gegenüber stehen würden.

Ich meinte da eher grundlegende Dinge. Schwertkampf sollte mit einer gewissen Ernsthaftigkeit betrieben werden, mit dem Wissen, dass ein gezielter Treffer des Gegners und manchmal auch ein Streich, das eigene Ende bedeuten würde, wäre es kein Übungskampf.

Das Video ist voll von Momenten in denen nur halbherzig angegriffen oder pariert wurde - waren zwar sichtlich keine Anfänger am Werk, aber das war halt doch alles sehr hektisch und wenig koordiniert. Hier ein Video von der wahrscheinlich gleichen Fechtkunst(?), das ich deutlich besser finde ->

[vid]http://www.youtube.com/watch?v=x_yO7X3kY1U[/vid]

Bei den beiden merkt man einfach sofort, dass sie gezielt und überlegt vorgehen und nicht einfach nur drauflos dreschen, wie im anderen Video.
 
Das gerade ist ein Ninja-To. Die sind gerade und ein kleines bischen kürzer als die normalen Katanas, die ja auch schon einen Tick kürzer sind als die alten Reiter Katanas. Das Ninja-To ist so kurz, damit es besser zu tarnen ist unter der Alltagskleidung, die die Attentäter benutzt haben. Normalerweise haben die auch eine geschwärzte Klinge gehabt, aber das ist Heutzutage ja nicht mehr Nötig. Daraus ergibt sich eine minimal andere Haltung und Technik im Kampf.
 
"das gekrümmte Katana und das gerade, lange Schwert" - bezog ich eigentlich auf die japanischen Daitō und das westliche Langschwert.

Wo du aber das Ninja-To erwähnst: Mich würde mal eine ordentliche Demonstration davon interessieren. Du kennst nicht zufällig ein gutes Video, in mitten der ganzen Scheiße, die sich so im Netz findet? :)

...ah ja, wo wir beim Thema Schwertkampf sind. Tolle Demonstration ->

[vid]http://www.youtube.com/watch?v=k-VqLN0fwlA[/vid]

Wobei sich Tamura sowieso auf einem ganz anderen Level befand...war immer wieder beeindruckend, ihn auf diversen Trainingsseminaren zu bestaunen. Leider ist er 2010 verstorben. :traurig:
 
Huhu
Hat irgendeiner von euch Kampfsportlern hier eine Ahnung, mit was für Preisvorstellungen man zurechnen hat, wenn man Einzelunterricht nehmen möchte?

Mir ist klar, dass das von Trainer zu Trainer unterschiedlich ist. Aber so eine ungefähre Einschätzung wäre schon ganz gut. Evtl. hat hier ja auch schon jemand Einzelunterricht genommen.

Hab mich schon auf diversen Vereinsseiten umgeguckt, aber klar, die Preise für Privatunterricht gibt es immer nur auf Anfrage.

Sind ~50-70 Euro / Monat realistisch?

Grüße
Ritter
 
Ich kann jetzt nicht für alle kampfkünste sprechen, allerdings klingen 50€ pro MONAT für extrem wenig. An wieviele Stunden unterricht hattest du denn gedacht, normalerweise wird sowas ja eher pro stunde abgerechnet und nicht pauschal. Im bjj würdest du max. 1-2 privatstunden dafür bekommen basierend auf dem was ich so gehört habe.
 
Oh ok ^^. Das sprengt dann glaub ich mein Budget. xD
Dachte ich könnte das so ungefähr mit meinem Musikunterricht vergleichen, da bezahl ich 65 Tacken pro Monat, für 4x 45 Minuten.

Also ich würde ganze gerne MMA machen, und schon 1-2 Stunden pro Woche. ( Kann dann ja immernoch nebenbei zum Gruppentraining gehen )
 
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