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Prostitution verbieten?

Prostitution verbieten?

  • Ja, Prostitution sollte grundsätzlich verboten werden und Freier ggfs. auch belangt werden.

    Stimmen: 5 5,7%
  • Nein. Prostitution sollte unter gesetzlichen Rahmenbedingungen und Kontrolle weiterhin erlaubt sein.

    Stimmen: 60 69,0%
  • Prostitution am Straßenstrich und "Sex-Flatrates" verbieten. Bordelle sollten aber erlaubt bleiben.

    Stimmen: 20 23,0%
  • Bin mir unschlüssig...

    Stimmen: 2 2,3%

  • Umfrageteilnehmer
    87

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Ja, wobei laut Berichten einfach die 'nette' Kundschaft in Schweden weggefallen ist und nur noch die Freier mit härteren Wünschen übrig geblieben sind. Das ist natürlich die Schattenseite des Verbotes, die besonders die untere Schicht trifft. Die sollen dann aber durch die Hilfsorganisationen aufgefangen werden. Die restlichen Prostituierten werden durch das Verbot wegen der umgekehrten Machtstellung gestärkt, aber das ist natürlich nicht das eigentliche Ziel des Verbots.
 
@eape Irgendwie vermittelt mir deine Argumentation, dass du Frauen nicht für ernst nimmst und sie vor was schützen willst was sie aus freien Stücken tun. Es gibt in Deutschland eine Grundsicherung, die jeden Menschen vor so etwas bewahrt, wenn er es nicht will.
 
So sehr ich mir das auch wünsche aber ich glaub das erlebe ich nicht mehr, dass die EU hier der vorgelegten Vernunft einiger US Bundesstaaten folgt.

schweiz.gif

Soon…
 
@RPS.
Dann hast du mich nicht verstanden.

Ich denke, dass sich die wenigsten Frauen in der Branche freiwillig prostituieren. (Das ist ebenso wenig zu belegen wie die gegenteilige Behauptung). Und leider scheitert die Grundsicherung in Deutschland und Europa, wenn wir in der EU über eine halbe Million Zwangsprostituierte haben. Und bei der halben Million handelt es sich um Sklaven und nicht um Frauen, in dieses Gewerbe aufgrund von persönlichen Schicksalen und natürlich auch Schwäche gerutscht sind.

Und ich denke, dass das Gewerbe Missbrauch stark anzieht und deswegen deutlich stärker kontrolliert werden muss. Es besteht ja quasi nur aus Grauzonen. Ich sehe mehr Leid in der Branche als alles andere. Die Legalisierung kann man auch kaum als erfolgreich ansehen, da auch die illegale Prostitution seitdem zugenommen hat. Ein Verbot mit Hilfen für (Ex-)Prostituierte wie in Schweden sehe ich hingegen als erfolgreich an.

Also noch einmal: Jede Frau, die das wirklich tun will, soll das tun. Das verurteile ich nicht. Ich denke aber ähnlich wie auch viele Menschen, die sich mit der Materie beruflich befassen und hautnah Erfahrungen sammeln, und schätze diese Zahl auf nicht mehr als 5% aller Prostituierten. Eher noch bedeutend weniger.
 
Doch ich hab dich ganz gut verstanden. Du gehst von irgendwas aus ("kann nicht sein" "dann ist das so") und merkst nicht wie du einen Horizont von einem Meter hast. Lies dir Osas Beitrag auf der letzten Seite durch, besser kann ichs nicht sagen.
Du versuchst andere in ihrer Freiheit zu berauben weil etwas passiert, was du dir nicht vorstellen kannst.
 
eape: Und was ist mit der selbstständigen Domina, die von ihren Kunden oftmals gar nicht angefasst wird und die Männer aus sämtlichen Bildungsschichten gegen Geld verhaut und erniedrigt? Ist das auch eine arme versklavte Nutte, die man unbedingt schützen muss?
Von Camgirls, die gar keinen physischen Kontakt zu ihren Kunden haben, ganz abgesehen. Da gibt's auch zahlreiche sehr amüsante Blogs von Frauen, die sich da was dazu verdienen und dann kuriose Erlebnisse, über die sie selbst oft lachen, mit neugierigen Lesern teilen.

Das Gerede über Bordelle und/oder Straßenstrich ist mir irgendwie zu einseitig. Wie definierst du denn Prostitution?

Die Pornobranche besteht auch aus weit mehr als der Handvoll namhafter Superstars, die dann auf der Venus jedes Jahr Autogramme verteilen, das ist doch längst nicht so "geschützt" wie du dir das vorstellst und auch da muss man es sich erstmal leisten können, gewisse Sachen nicht im Repertoire zu haben.
 
Die Damen die regelmäßig nach Kuba/Jamaika oder Afrika fliegen habe ich ja auch schon angesprochen weil hier wieder das Thema über die Sextouristen aufkam die minutiös ihren Thailandurlaub planen.
 
Es ging hier doch von Anfang an um den Verkauf/Kauf von Sex und nicht um Pornographie?!
Und wie oft muss ich noch schreiben, dass ich denke, dass es sehr wohl Prostituierte gibt, die das freiwillig machen?! "Edelhuren", Hostessen, Camgirls, Pornodarstellerinnen sind eine andere Geschichte. Denke es geht bei der Sache in erster Linie um den Großteil der Prostituierten, die Damen in in Bordellen im Rotlichtmilieu und im Straßenstrich arbeiten.

Es wäre für mich persönlich etwas einfacher, wenn man meine Argumente aufgreifen und entkräften würde und ich nicht nur irgendwelche aus der Luft gegriffenen Gegenfragen beantworten müsste, die sich zwischen den Beleidigungen verstecken.

Aber ich mache es trotzdem:
Die selbstständige Domina hat einen normalen Job. Sie ist keine arme versklavte Nutte. Camgirls und irgendwelche Internetberühmheiten ebenso wenig. Bei der Diskussion um das Verbot geht es um den Verkauf/Kauf von Sex, also der Leistung von Bordellen und vom Sraßenstrich zum größten Teil. Ja, in der Pornobranche sieht es sicherlich auch(?!) nicht rosig aus. Habe mich damit jetzt nicht beschäftigt. Denke aber, dass dort mehr öffentliches Interesse herrscht, da hier in der Regel ein Medium verkauft werden soll und sich die Sache nicht hinter verschlossenen Türen abspielt. Aber ich weiß es nicht.
Ja, es gibt Frauen, die nach Afrika und Kuba und Jamaica fliegen und Sextourismus betreiben.
 
Wenn die Domina also einen normalen Job hat, die "Prostituierte" aber nicht, dann ist "Sex" für dich also "Lümmel-rein-und-raus"...und sonst ist es kein Sex? Interessant.

Das ist natürlich auch erstmal ein wichtiger Punkt, der mir in deiner ganzen Argumentation gar nicht klar war. *_*
 
Würde mich mal interessieren wie das eigentlich in Österreich so ist. Ergo sind Österreich und Ungarn die zwei einzigen europäischen Länder in denen die Prostitution uneingeschränkt erlaubt ist.

Da gabs ja auch mal eine nette Geschichte, in der von der Polizei ein Trupp slowakischer Krankenschwestern aufgefasst wurde, die in einer einzigen Nacht in Wien mehr verdient haben als in einem ganzen Monat in einem Krankenhaus in Bratislava. Allgemein scheints da sehr viele Tagespendler zu geben.
 
Dann erkläre ich noch einmal meinen Standpunkt genauer. Ich muss dazu sagen, dass ich Prostitution und ihre Kundschaft verabscheue. Ich gehe da sicherlich emotional an die Sache ran. Sind halt meine Eindrücke.

Die Thematik von der Selbstbestimmung aus aufzurollen ist meines Erachtens falsch. Damit macht man sich die Sache sehr einfach und wird dem Problem nicht gerecht.

Sex ist keine gewöhnliche Dienstleistung. Sex ist meiner Meinung nach auch keine "normale" Sache, sondern eine sehr besondere. Obwohl wir gerne das Thema kleinreden und so tun als wären wir da sehr locker und frei, bleibt Sex eine, wenn nicht die intimste Erfahrung zwischen zwei Menschen. Und ich halte es für nicht (für kaum...) möglich, das Rein-Raus aus diesem Akt zu extrahieren.

Ganz deutlich sieht man das in der Bedeutung, die wir Sex in der Beziehung, in der Liebe zusprechen. Seit Jahrtausenden. Schon immer eigentlich. In allen Kulturen. Und noch besser sieht man das im Missbrauch. Eine Vergewaltigung lässt sich sehr viel schwieriger verarbeiten als andere Eingriffe in das Selbstbestimmungsrecht. Ich setze hier nichts mit der Vergewaltigung gleich. Ich will nur zeigen, dass es etwas anderes ist, seinen Körper anzubieten als Brötchen zu backen oder ein Klo zu putzen.

Ich finde es falsch, wie das Thema runtergespielt wird. Als wäre das ein Gewerbe wie jedes andere, obwohl wir uns zumindest einig sein sollten, dass die Situation, in der sich Prostituierte und Freier befinden, sehr viel tiefer in die Psyche eines Menschen geht. Es liefert sich hierbei eine körperlich schwächere Frau gegen Geld einem Mann aus, der gerade von einem seiner stärksten Triebe gesteuert wird. Das ist zumindest diskussionswürdig.

Man muss sich nur Erfahrungen von Prostituierten oder noch besser von Freiern anschauen. Am besten direkt aus irgendwelchen Foren. Googlet mal. Gewalt und Machtspiele stehen an der Tagesordnung. Gerne wird das Kondom noch schnell abgestreift um in der Frau zu kommen. Männer sind auf der Jagd nach der frischesten Ware. Es ist leider kaum möglich solche Straftaten zu kontrollieren, wenn es kein generelles Verbot gibt. Immerhin spielt sich der Akt hinter verschlossenen Türen ab. Das Berufsrisiko ist meiner Meinung nach etwas zu hoch.

Ich weiß, nicht alle Freier sind so. Die meisten sind (nach etwas Google-Recherche) wohl einfach Typen, die nicht so leicht eine abbekommen, die auch endlich mal (wieder) Sex mit einer (attraktiven) Frau haben wollen. Aber Sex mit einem Fremden ist wie ich erklärt habe, eine besondere Situation. Also was bringt Frauen dazu, ihren Körper anzubieten?

Auch wenn gerne davon gesprochen wird, dass viele Frauen nur ihre Abenteuerlust ausleben wollen (ja, mit fetten Mittvierzigern), sieht man an der Verteilung recht gut, dass Armut das größte Motiv ist. Wir haben in etwa 20% Zwangsprostitution in Deutschland, in großer Teil der Prostituierten kommt aus Osteuropa. Es gibt auch Edelnutten, die sicherlich mehr Macht in ihrem Job haben, die einen gewissen Standard einhalten können, aber viele Prostituierte kommen mit wenig Alternativen in dieses Gewerbe, kommen aus armen Verhältnissen, ohne Bildung, sind drogensüchtig, haben Schulden, keine Perspektive. Und dann verschwimmen die Grenzen zwischen Selbstbestimmung und Zwang und zwischen freiem Sex und Vergewaltigung. Und das halte ich für sehr gefährlich.

Es ist einfach ein sehr schwieriges Thema, weil man in einen Menschen nicht hineinsehen kann. Geld regiert leider die Welt. Und es gibt viele Dinge, die man selbstbestimmt für Geld tun würde. Im kleinen Maße beruht jeder Job auf dem Prinzip, aber was wenn ich mich schlagen lassen würde? Für 10'000€ lasse ich mich verkloppen. Gibt ja genug gewaltgeile Menschen und es ist schnell vorbei. Sollte man solche Perversionen wirklich legalisieren? Sie marktfähig machen? Ich sehe da ein zu großes Risiko im Missbrauch.

Vielleicht liege ich falsch und die meisten Nutten fühlen sich nicht in ihrer Würde verletzt. Sie schalten ihren Kopf aus, lassen paar Kerle rüberrutschen und freuen sich über die Scheine. In jedem Fall sollte man sich die ganze Thematik genauer anschauen und sich etwas mehr Zeit nehmen, bevor man sagt: Passt so. Machen se freiwillig.

Also Sex ohne Liebe ist wohl das normalste der Welt. Sorry, aber du klingst ein wenig nach einem naiven Teenager. Natürlich ist Sex intim, aber nur wenn man auch den richtigen Partner hat. Meinst du wirklich bei einem One Night Stand geht es um Liebe? Bestimmt nicht, und im Bordell ist es genauso, da geht es nur um den Spaß.

Darüber hinaus sind nicht alle Huren Opfer, es gibt welche die haben einen Beruf neben dem "Nebenjob", und machen das weil sie Freude daran haben. Und verdienen tun die auch nicht schlecht.

Der Straßenstrich ist natürlich ein ganz anderes Gewerbe, und ich finde den kann man ruhig verbieten. Aber saubere und seriös geführte Bordelle können ruhig bleiben.

Und wie gesagt, nicht alles mit der rosaroten Liebesbrille betrachten. Sex schließt Liebe nicht aus, aber sie muss aber nicht Bestandteil des ganzen sein.
 
Vielleicht ganz interessante Dokumente, zu diesem Thema ->

Um Möglichkeiten der Besserstellung von Sexdienstleisterinnen und Sexdienstleistern in Österreich zu erarbeiten, wurde im Rahmen der Task Force Menschenhandel erstmals im Juni 2007 ein interdisziplinär besetzter Expertinnen- und Expertenkreis unter Leitung der Frauensektion im Bundeskanzleramt eingesetzt. Er beendete seine Arbeit im Juni 2008 mit einem umfassenden Bericht, der die prostitutionsrelevante Rechtslage und deren Auswirkungen ausführlich darstellt sowie einen breit gefächerten Maßnahmenkatalog – insbesondere betreffend Bundeskompetenzen – enthält.

Im März 2009 wurde in Umsetzung einer Empfehlung dieses Berichts eine weitere Arbeitsgruppe zur Erarbeitung von Maßnahmen im Bereich der Landeskompetenzen – wiederum unter Leitung der Frauensektion im Bundeskanzleramt – eingerichtet.

Der Bericht dieser Arbeitsgruppe vom Mai 2012 umfasst eine ausführliche Auseinandersetzung mit weiterhin bestehenden Problemlagen und darauf basierende Empfehlungen – insbesondere für den Bereich der Landeskompetenzen.

Die beiden, recht umfangreichen Dokumente...
http://www.frauen.bka.gv.at/DocView.axd?CobId=31425
http://www.frauen.bka.gv.at/DocView.axd?CobId=48235
 
@Alexicious
Ja, mit Sex meine ich den Geschlechtsverkehr und in der ganzen Diskussion um Prostitution geht es um den Verkauf von diesem.

@Freezi
Ich glaube, das war etwas missverständlich. Ich wollte in dem Absatz darauf hinaus, dass Sex im Allgemeinen eine höhere Bedeutung als Rein-Raus hat, also mit der Liebe assoziiert wird und überhaupt mit sehr starken positiven wie negativen Gefühlen in Verbindung gebracht wird. Bei jedem Menschen, denke ich. Und deswegen macht es einen Unterschied, ob man Sex oder Kekse anbietet. Ich habe auch gehofft, es deutlich ausgedrückt zu haben, aber ich wollte nur darauf hinaus, dass man das Thema deswegen nicht einfach so abfrühstücken kann, wie es gerne gemacht wird.


Für mich ist die Diskussion sehr mühselig. Es gibt sicher einige Punkte, die man mit recht bei meiner Argumentation angreifen kann, aber gerade auf meine letzten Beiträge wird kein Bezug genommen, obwohl ich da noch einmal mehrfach die Hauptprobleme zusammengefasst habe. Und dann kriege ich die ganze Zeit nur Beleidigungen an den Kopf geschmissen oder dämliche Gegenfragen. Nervt so abartig, dass man hier nicht normal über ein interessantes Thema reden kann. Bin jetzt auch wirklich raus. Habe eh alles doppelt und dreifach gesagt. Hoffe, ihr habt jetzt niemanden mehr mit einer anderen Meinung. :lol:
 
Also beleldigt habe ich dich aber nicht. :D

Ich seh das nur nicht so wild. Alles hat seine Schattenseiten, das normale Arbeitsleben mit Zeitarbeit und 1€ Job genauso, da werden auch viele ausgenutzt ohne Ende, und das ganz legal. Das hat natürlich nichts mit Sex gegen Geld zu tun, aber wie ich schon geschrieben habe, es gibt seriöse und saubere Bordelle, und die Mädels da machen durchaus auch den Eindruck vom intelligenten Girl Next Door. Also nix mit osteuropäischen Schlampen. ;)

Ist aber eh ein Thema dass nicht einfach auszudiskutieren ist.
 
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