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Prostitution verbieten?

Prostitution verbieten?

  • Ja, Prostitution sollte grundsätzlich verboten werden und Freier ggfs. auch belangt werden.

    Stimmen: 5 5,7%
  • Nein. Prostitution sollte unter gesetzlichen Rahmenbedingungen und Kontrolle weiterhin erlaubt sein.

    Stimmen: 60 69,0%
  • Prostitution am Straßenstrich und "Sex-Flatrates" verbieten. Bordelle sollten aber erlaubt bleiben.

    Stimmen: 20 23,0%
  • Bin mir unschlüssig...

    Stimmen: 2 2,3%

  • Umfrageteilnehmer
    87

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Wenn ich die Ansichten der Prostitutionsgegner lese, frage ich mich ernsthaft, in welchem Jahr wir sind. 2014? Hört sich zumindest nicht so an.

"Frauen sind so schwach/dumm/auf Drogen, dass wir sie leider vor sich selber schützen müssen."
Denn "natürlich" (was das ist, bestimmt natürlich das "gesunde Volksempfinden") kann es nicht sein, dass Frauen freiwlillig Sex gegen Geld anbieten und da es nicht natürlich ist müssen wir es verbieten.

So wie Homosexualität. Halt warte! Da war doch was....

Einstellungen wie im Mittelalter.

Oh ja, Sex ist ja etwas so intimes und geht so weit "in die Psyche des Menschen", zumindest für manche Menschen, dass man das nicht einfach so als Dienstleistung anbieten kann.

JA WIE WÄRE ES DANN WENN SICH DIESE LEUTE DENEN DAS ZU INTIM IST, SICH EINFACH NICHT PROSTITUIEREN WÜRDEN????

Und diejenigen, denen es nicht zu intim ist und für die es einfach ein Job ist, weil sie Sex gegen Geld und echte Intimität trennen können, schlicht und einfach ihren Job machen lassen.

Es kotzt mich einfach an, sorry, ich kann es nicht anders sagen. Seit Jahrhunderten gibt es Leute, die für eine aufgeklärte Weltsicht kämpfen, die sich für einen liberal-demokratischen Rechtsstaat einsetzen, in dem

Und immer wieder kommen irgendwelche Spinner aus ihren Löchern gekrochen, die an diesem Prinzip sägen wollen.

Am besten finde ich ja noch, wie sich einige Dumpfbirnen "Zéromachos" nennen und nicht checken, dass sie die Übermachos sind, wenn sie "um die armen schwachen Frauen vor sich selbst zu schützen" denen die Ausübung eines bestimmten Berufs verbieten wollen. Und das ist es nämlich, Sexarbeiterinnen sind völlig normale Berufstätige und sollten auch so behandelt werden. Stattdessen werden sie von Prostitutiosgegnern eben rhetorisch und argumentativ aus der Gesellschaft ausgegrenzt

Liebe Prostitutionsgegner: Ihr seid doch die, die Prostituierte (also meist Frauen) aus der Gesellschaft ausgrenzen und herabwürdigen. Nicht der durchschnittliche Freier, der einfach nur das Angebot der Prostituierten annimmt und sie im Gegensatz zu euch als normalen Menschen aktzeptiert.
 
Um die Finanzierung geht es mir überhaupt nicht. Da hab ich keine Ahnung, ist aber auch nicht relevant, da es hier eher um Gedankenspiele geht.

OK, als reines Gedankenspiel ist es für Einige vielleicht ganz interessant. Aber durch die Ausblendung des wichtigsten Hinderungsgrundes ist es selbst als Gedankenspiel (für mich) leider vollkommen belanglos.
 
Man merkt hier einfach wieder, dass hier einige gar keine Vorstellung haben, wie es ärmeren Menschen geht. Auf dem Papier ist natürlich alles super und keiner muss sich dank HartzIV Sorgen machen, nicht über die Runden zu kommen. In der Realität haben aber viele Menschen Existenzängste, sind verschuldet, können vielen körperlichen Tätigkeiten nicht mehr nachgehen. So wird eine Frau schnell in das lukrative Geschäft Prostitution gezwungen. Wenn man keine Alternative sieht, ist ein Zwang vorhanden.

Es ist wirklich interessant Berichte zu lesen, die nicht von irgendwelchen Puffmuttern sind. Die Zeit hat da einige interessante Artikel. Es gibt genug Prostituierte, die behaupten, dass niemand den Job freiwillig ausübt. Laut Erfahrungen des Chefermittlers in Fällen der illegalen Prostitution in Hamburg üben 95% der Prostituierten ihren Job nicht freiwillig aus. Psychologen behaupten, dass Prostituierte zum Selbstschutz sich nicht als Opfer darstellen. Diese Seiten sollte man nicht vergessen.

Noch direkt zum Verbot. Es gibt auch Stimmen, die behaupten, dass die Legalisierung der Prostitution zur Folge hat, dass weniger Kontrollen stattfinden und so Zwangsprostitution vereinfacht und schwieriger erfasst wird.

Wir brauche noch nicht einmal ein bedingungsloses Grundeinkommen um die Prostitution auf einen Schlag weitestgehend zu eliminieren. Es würde reichen, wenn andere Job besser bezahlt werden würden.
 
Ob die Zahl der Vergewaltigungen bei einem Verbot der Prostitution steigen würden?

Ich hab nichts gegen Nutten und wenns nach mir geht kanns so bleiben. Das einzige was mich ankotzt sind diese ekelhaften Kerle dahinter die Frauen zwingen Dinge zu tun die sie nicht machen wollen.
 
Wenn alle so denken würden gäb es aber gar keine Innovation :p

Vielleicht keine Träumer mehr, da gebe ich Dir recht :D

Ohne das bashen zu wollen, aber wenn man die existentiellen Probleme an einem Konzept ausblendet und nicht daran arbeitet, dann hat man keine Innovation! Weil man an einer nicht zu realisierenden Illusion festhält, während die Realität weiter fortschreitet. Nur was für den Elfenbeinturm, dafür bin ich zu sehr Realist :)

Aber ich erkenne schon die Attraktivität des Konzepts an, keine Frage.
 
Nur weil man nicht weiter weiß kann man doch nicht aufhören an einem Konzept zu arbeiten.
Wenn du es nicht mal versuchst scheiterst du auf jeden Fall.
 
Nur weil man nicht weiter weiß kann man doch nicht aufhören an einem Konzept zu arbeiten.
Wenn du es nicht mal versuchst scheiterst du auf jeden Fall.

Das ist richtig! Man kann und soll ja durchaus daran weiterarbeiten, aber das funktioniert nicht, indem man die Grundprobleme ausblendet. Insbesondere, wenn es nicht nur um die Finanzierung an sich geht, sondern wenn man praktisch ein ganzes Gesellschaftskonzept umkrempeln will. Gerade diese Kritikpunkte müssen als Erstes weg, danach kann man sich dann um die Feinheiten kümmern :)
 
Osa hat das gut auf den Punkt gebracht.
Man muss sich doch nur mal vorstellen, man würde sich selbst prostituieren. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass mich das komplett fertigmachen würde. Frauen können hierzulande sehr gut auf eigene Faust arbeiten und brauchen nicht mal nen Zuhälter. Sie annoncieren in Zeitungen, bauen sich nen Kreis aus Stammkunden ab und alles läuftig seinen Gang, während die Frau die absolute Kontrolle über all das hat. Es ist sehr wahrscheinlich, dass es nicht wenige Frauen gibt, die sich damit sehr gut arrangieren können.

Das es so wenig männliche Prostituierte gibt, liegt meiner Meinung nach daran, weil es für Frauen immer noch nicht selbstverständlich ist, ihre Sexualität auszuleben und kennenzulernen. Für sie ist es oft noch ein längerer Weg, als für Männer und Frauen schaffen es offensichtlich, ihre Bedürfnisse länger zurückzustecken, oft auch ohne das es ihnen selbst bewusst ist. Sie haben aber keine anders gelagerte Sexualität. Der Trieb ist der gleiche.

Natürlich wird es auch viele Prostituierte geben, die ihren Job nicht gerne machen. Die da irgendwie reingerutscht sind und über die Jahre den Ausstieg nicht finden. Das ist sicherlich problematisch und natürlich auch viel dramatischer als wenn ich mich in meinem konventionellen Job nicht mehr wohl fühle (wobei das auch nicht zu unterschätzen ist). Aber das ist sicherlich kein Grund dafür, die Prostitution zu verbieten.

Das deutsche Frauen sich hierzulande aus Armut prostituieren müssen, halte ich auch für ne gewagte Aussage. Auch in solchen Fällen kann doch nur das schnell verdiente Geld locken, anstatt mühsam an seiner Qualifikation zu arbeiten.
 
Das deutsche Frauen sich hierzulande aus Armut prostituieren müssen, halte ich auch für ne gewagte Aussage.

Das nicht, aber es liegt leider auch auf der Hand, dass viele Osteuropäerinnen mit falschen Versprechen in den Westen gelockt werden und dort dann in der Prostitution landen.

Ist eine Schattenseite. Zwar nichts weshalb ich nun dafür plädieren würde das gesamte Gewerbe abzusägen (weil es eben nur einen Teil betrifft) aber etwas wogen gezielt (oder vor allem einmal besser und mit Nachdruck) vorgegangen werden sollte.






Prostitution: EU-Parlament möchte Strafen für Freier

Der Gang zu Prostituierten soll strafbar werden, fordert das Europaparlament. Nicht nur Zwangsprostitution, sondern auch freiwillig angebotene sexuelle Dienstleistungen gegen Bezahlung verletzten die Menschenrechte, meint das Parlament. Die Abgeordneten stimmten gestern in Straßburg mit großer Mehrheit für eine entsprechende unverbindliche Resolution.

Die EU-Staaten sollten zudem Ausstiegsstrategien für Prostituierte entwickeln, verlangen die Volksvertreter. Als Vorbild zum Umgang mit sexuellen Dienstleistungen werden Schweden, Island und Norwegen genannt.

http://orf.at/stories/2220004/
 
Das nicht, aber es liegt leider auch auf der Hand, dass viele Osteuropäerinnen mit falschen Versprechen in den Westen gelockt werden und dort dann in der Prostitution landen.

Ist eine Schattenseite. Zwar nichts weshalb ich nun dafür plädieren würde das gesamte Gewerbe abzusägen (weil es eben nur einen Teil betrifft) aber etwas wogen gezielt (oder vor allem einmal besser und mit Nachdruck) vorgegangen werden sollte.

Das stimmt sicherlich und ist mit Sicherheit eines der widerlichsten und brutalsten Verbrechen, die man sich vorstellen kann. Ich habe mal eher zufällig den Film Lilja4ever abgekriegt und was man da in schrecklich authentischen Bildern zu sehen bekommt, ist schier unerträglich. :nein:

Aber auch da denke ist, ist ein eher offener und freier Umgang mit Prostitution der bessere Weg. Das Thema muss raus aus der gesellschaftlichen Schmuddelecke und offen angesprochen werden. Es muss einfach auch klar sein, dass eine gute, sexuelle Dienstleistung ihren Preis hat.
 
Vielleicht könnten wir uns darauf einigen, dass wir erstmal mehr über sie wissen und verstehen müssten, bevor wir die Prostitution verbieten. :D
 
Natürlich. Es gibt auch viele Schritte, die wichtiger wären und gleichzeitig das Gewerbe stark reduzieren würden. So wird in den skandinavischen Ländern von verschiedenen Organisationen Prostituierten der Ausstieg erleichtert. Es gibt aufwendige Prozesse um Zwangsprostitution zu vermeiden und um Prostituierte, die aussteigen zu schützen. Auch gibt es Kliniken, die speziell Ex-Prostituierte behandeln und die Drogensucht therapieren. Bereits in der Schule wird Prostitution offen behandelt.
Das alles wird auch intensiv genutzt (obwohl es natürlich keinen Bedarf gibt, denn Prostituierte arbeiten ja in der Regel völlig freiwillig) und findet trotz einiger Kritikpunkte Zuspruch in der Gesellschaft und auch bei Ex-Prostituierten und den behandelnden Ärzten/Psychiatern.
 
Gegen solche Hilfsprogramme/Aussteigerprogramme, für die diejenigen, die nicht damit klarkommen, hat ja auch niemand was. Da ist wohl niemand hier dagegen, dass die ausgebaut und angeboten werden.
 
Natürlich. Es gibt auch viele Schritte, die wichtiger wären und gleichzeitig das Gewerbe stark reduzieren würden. So wird in den skandinavischen Ländern von verschiedenen Organisationen Prostituierten der Ausstieg erleichtert. Es gibt aufwendige Prozesse um Zwangsprostitution zu vermeiden und um Prostituierte, die aussteigen zu schützen. Auch gibt es Kliniken, die speziell Ex-Prostituierte behandeln und die Drogensucht therapieren. Bereits in der Schule wird Prostitution offen behandelt.
Das alles wird auch intensiv genutzt (obwohl es natürlich keinen Bedarf gibt, denn Prostituierte arbeiten ja in der Regel völlig freiwillig) und findet trotz einiger Kritikpunkte Zuspruch in der Gesellschaft und auch bei Ex-Prostituierten und den behandelnden Ärzten/Psychiatern.

das klingt doch nach nem vernünftigen weg. so viel druck wie möglich von den sexarbeiterinnen nehmen, alternativen aufzeigen und das ganze offen in der gesellschaft diskutieren.
dass es intensiv genutzt wird, zeigt wie richtig der weg ist. aber ich würde deswegen nicht daraus schliessen, dass es keine freiwilligen gibt. aber wer bei so einem angebot noch bei dem job bleibt, soll den auch ausüben können. ich maße es mir nicht an, über alle zu urteilen, zumal so ein urteil immer aus meiner persönlichen sichtweise erfolgen würde. ich kenn die frauen aber nicht, ich weiss nicht, wie sie drauf sind, wo sie herkommen.
 
Habe auch nie gesagt, dass es keine freiwilligen gibt, aber ich denke der Großteil wäre mit einer Alternative glücklicher.
Ein Kaufverbot hat den Vorteil, dass Prostituierte in Straffällen immer die Oberhand behalten.
 
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