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Dann hast du mich nicht verstanden.
Ich denke, dass sich die wenigsten Frauen in der Branche freiwillig prostituieren. (Das ist ebenso wenig zu belegen wie die gegenteilige Behauptung). Und leider scheitert die Grundsicherung in Deutschland und Europa, wenn wir in der EU über eine halbe Million Zwangsprostituierte haben. Und bei der halben Million handelt es sich um Sklaven und nicht um Frauen, in dieses Gewerbe aufgrund von persönlichen Schicksalen und natürlich auch Schwäche gerutscht sind.
Und ich denke, dass das Gewerbe Missbrauch stark anzieht und deswegen deutlich stärker kontrolliert werden muss. Es besteht ja quasi nur aus Grauzonen. Ich sehe mehr Leid in der Branche als alles andere. Die Legalisierung kann man auch kaum als erfolgreich ansehen, da auch die illegale Prostitution seitdem zugenommen hat. Ein Verbot mit Hilfen für (Ex-)Prostituierte wie in Schweden sehe ich hingegen als erfolgreich an.
Also noch einmal: Jede Frau, die das wirklich tun will, soll das tun. Das verurteile ich nicht. Ich denke aber ähnlich wie auch viele Menschen, die sich mit der Materie beruflich befassen und hautnah Erfahrungen sammeln, und schätze diese Zahl auf nicht mehr als 5% aller Prostituierten. Eher noch bedeutend weniger.
Ich finde es falsch, wie das Thema runtergespielt wird. Als wäre das ein Gewerbe wie jedes andere, obwohl wir uns zumindest einig sein sollten, dass die Situation, in der sich Prostituierte und Freier befinden, sehr viel tiefer in die Psyche eines Menschen geht.
Ich bin nur der Meinung (und wiederhole das jeden zweiten Satz), dass es eben mehr wissenschaftliche Untersuchungen braucht, weil das Gewerbe besonderen Gefahren ausgesetzt ist.
Dieses "Gewerbe" verhindert nachweislioch viele Vergewaltigungsdelikte, also sollte man es auch beibehalten.
Ja, das sind kühne Behauptungen von dir, dass Sex als solcher schon automatisch tief in die Psyche geht[...]
Vor allem ist die "Gefährlichkeit" von Prostitution doch überhaupt kein Argument für ein Totalverbot.
Dieser "Gefährlichkeit" kann ja auch mit gelinderen Mitteln entgegengewirkt werden, etwa indem Prostitution nur noch in bestimmten, gemeldeten Etablissements ausgeübt werden darf, welche gewisse Auflagen zu erfüllen haben, etwa dass eine ausgebildete Security-Person ständig anwesend sein muss und in jedem Zimmer ein entsprechender Notruf-Knopf installiert sein muss.
Immerhin geht es hier um eine Einschränkung der Berufs- und Erwerbsfreiheit, die nur dann zulässig sein kann, wenn sie verhältnismäßig und notwendig wäre.
Es wurden hier aber noch keine Argumente vorgebracht, die ein Totalverbot als verhältnismäßig und notwendig erscheinen lassen würden.
Natürlich. Es gibt auch viele Schritte, die wichtiger wären und gleichzeitig das Gewerbe stark reduzieren würden. So wird in den skandinavischen Ländern von verschiedenen Organisationen Prostituierten der Ausstieg erleichtert. Es gibt aufwendige Prozesse um Zwangsprostitution zu vermeiden und um Prostituierte, die aussteigen zu schützen. Auch gibt es Kliniken, die speziell Ex-Prostituierte behandeln und die Drogensucht therapieren. Bereits in der Schule wird Prostitution offen behandelt.
Das alles wird auch intensiv genutzt (obwohl es natürlich keinen Bedarf gibt, denn Prostituierte arbeiten ja in der Regel völlig freiwillig) und findet trotz einiger Kritikpunkte Zuspruch in der Gesellschaft und auch bei Ex-Prostituierten und den behandelnden Ärzten/Psychiatern.
eape schrieb:Habe auch nichts anderes behauptet. Es fehlen dafür jegliche Studien, obwohl das interessant wäre.
@Glod
Mit dem erheblichen Unterschied, dass bei einer Börse oder im Club beide Seiten den Sex wollen und es hier nicht um Fremde geht, die der Frau vorgesetzt werden.
Es ist ja auch Fakt, dass es Menschen gibt, die sich wegen des Geldes legal prostituiert haben und jetzt nach dem Ausstieg therapiert werden müssen.
Deine Thesen zu einem Verbot sind nicht wirklich fundiert. In Schweden wurde die Prostitution erfolgreich verboten. Die illegale Prostitution nahm nicht erheblich zu.
Der Markt wurde nur erheblich kleiner. Und in Deutschland nahm nach der Legalisierung auch die Zwangsprosititution zu. Die Prostitution im Untergrund wird also bei einer Legalisierung bei diesen beiden prominenten Beispielen gefördert.
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