Allgemein hat Jason Schreier einige gute Artikel über die Arbeitsbedingungen in der Branche geschrieben.
Und ist ja nicht so, dass man als Angestellter in einem Studio in Geld schwimmt. Oftmals sitzen die Studios in teuren Gegenden wie der SF Bay Area. Dort zahlt man für ein kleines 1-Zimmer Apartment oft schon Beträge über 1000 Dollar pro Monat.
Also auch bei besserer Bezahlung bleibt aufgrund des Standortes nicht viel hängen. Rücklagen aufbauen ist nicht.
Und macht man beim Crunch nicht mit, sitzt man eben dank den tollen US-Arbeitsschutzgesetzen schneller auf der Straße als man gucken kann und hat nichts. Keine soziale Absicherung, kein Einkommen, keine Krankenversicherung. Einfach nichts.
Und wenn man dieses Schreckgespenst im Nacken hat und man weiß, sobald man gegen die Arbeitsumstände aufsteht, wartet draußen schon der nächste talentierte Programmierer, Künstler etc., der den Job sofort bekommt, dann macht man eben mit - und sich kaputt.
Und das wissen auch die Verantwortlichen und daher wird nichts dagegen unternommmen.
Denn die CEOs der großen Publisher, die haben ihr sicheres Millionengehalt, auch indem sie den Shareholdern nach der Nase tanzen. Nur eben auf dem Rücken der Kleinen.
Das ist natürlich auch kein exklusives Problem der Games-Branche, sondern kommt mit der modernen Form des Kapitalismus eben mit. Nur ist die Games-Branche hip, da wollen viel mehr Leute rein, als Platz ist. Daher haben die Studios nie Probleme, qualifizierte Angestellte zu finden, die sich davon blenden lassen, auch Games zu entwickeln und den Lügen glauben, dass die Arbeitsumstände eben sein müssen.
Bis sie Jahre später kaputt sind und sich fragen wozu.
EDIT: Hier nur mal ein kleines Zitat aus dem Kotaku-Artikel:
A
2014 survey by the International Game Developers Association found that
81% of polled game developers had crunched at some point over the previous two years. (50% felt crunch was expected in their workplaces and a “normal part of the job.”)
Soviel zu "Ausnahme" und "wer weiß ob das stimmt"