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MULTI RDR2 - Crunch-Time und 100h-Woche

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Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Steht auch keiner mit einer Pistole hinter den Kindern in Chinas Fabriken. Könnten ja auch einen anderen Job suchen, wenn sie unzufrieden sind. Außerdem sind $2 die Stunde immer noch mehr als andere in dem Land verdienen und der schnellste Näher bekommt einen satten Bonus.

Leute, eh. Was sind das für dumme Argumente. Solche Arbeitsverhältnisse darf es einfach nicht geben. Völlig egal, wie viele Kinder verhungern oder ob man mit physischer Gewalt oder dem Jobverlust bedroht wird.
 
Steht auch keiner mit einer Pistole hinter den Kindern in Chinas Fabriken. Könnten ja auch einen anderen Job suchen, wenn sie unzufrieden sind. Außerdem sind $2 die Stunde immer noch mehr als andere in dem Land verdienen und der schnellste Näher bekommt einen satten Bonus.

Leute, eh. Was sind das für dumme Argumente. Solche Arbeitsverhältnisse darf es einfach nicht geben. Völlig egal, wie viele Kinder verhungern oder ob man mit physischer Gewalt oder dem Jobverlust bedroht wird.

Du kannst aber auch nicht China-Fabrikarbeiter-Verhältnisse mit Softwarentwicklern in den US of A vergleichen...
 
Du kannst aber auch nicht China-Fabrikarbeiter-Verhältnisse mit Softwarentwicklern in den US of A vergleichen...

Es sind Arbeitsverhältnisse, die man kritisieren muss und gegen die vorgegangen werden muss. Auch wenn es Menschen woanders schlechter geht und auch wenn andere Jobs existieren. Mit dem China-Vergleich wollte ich nur zeigen, auf welche Weise das heruntergespielt wird.
 
Natürlich darf es das nicht geben, nennt sich aber auch Eigenverantwortung und Gewerkschaft.

Aktuelles Beispiel der Film „Werk ohne Autor“, bei mir arbeiten studis die Kamera und Drehbuch studieren und in der Branche Kontakte haben, der deutsche Regisseur „leben der anderen“ ging ja nach Amerika um dort zu drehen, also das Projekt ist fast gescheitert da er die amerikanischen Verhältnisse mitbrachte und die Mitarbeiter sogar die Gewerkschaft mobilisierte da er wohl gegen jedes Arbeitszeit Gesetz Deutschland Verstoß. So sind halt auch die Unterschiede, kenne selbst die Gesetze in Amerika nicht, mag schon sein dass dort allerhand erlaubt ist und demnach vollkommen legal, das sollte man hier nicht vergessen und verwechseln.
 
„Ich hab ein Schpiehl gekauft wo Leute Überstunden gemacht haben und bestimmt nur selten mit dem Hund Gassi gehen konnten und jetzt sind alle traurig und müde.“
Wow... Das ist schon ein krasser Zynismus.
Es gibt mehr als genug Berichte von Leuten aus der Branche, die wegen Crunch ihre Familie zerstört haben, ihre psychische und körperliche Gesundheit aufs Spiel gesetzt haben und du machst das mit "selten mit dem Hund Gassi gehen" lächerlich.

100 Wochenstunden sind nicht "Überstunden machen". Das ist für die Arbeit leben. Eine komplette Woche hat 168 Stunden. Zieht man 6 Stunden Schlaf pro Nacht als absolutes Minimum ab (mit dem viele nicht auskommen, Schnitt sind 8 Stunden), dann bleiben noch 3,7 Stunden pro Tag für alles andere übrig. Weg für Arbeit und nach Hause, Duschen, Essen, Familie, Freunde, Ausgleich etc. Bei 8 Stunden Schlaf nicht mal zwei mickrige Stunden am Tag, an denen man nicht arbeitet oder schläft...
Wie man das so dermaßen als "stellt euch mal nicht so an" hinstellen kann, erschließt sich mir nicht.

Alles im Namen des Turbokapitalismus. Den Shareholdern hat man Quartalszahlen prognostiziert, dann müssen die auch geliefert werden. Scheiß auf unsere Angestellen. Scheiß auf Moral.
 
Zuletzt bearbeitet:
Eine Sache bleibt bei dem Beispiel von Rockstar noch ungeklärt. Es wird ja von Senior Members oder derart gesprochen. Wer ist also wirklich betroffen? Absolutes Top Management? Jene Leute, mit einer direkten Gewinnbeteilung? Oder ging das runter bis auf eine Ebene, wo sich Leute genötigt sahen, solche Arbeitsbedingungen zu akzeptieren?
 
Nee nee Leute, ist sicher anstrengend für die Leute aber ihr Arbeitgeber und der Erfolg ihres Produktes wird sie dafür entschädigen, da bin ich mir ganz sicher.
Ach ja, so wie die Telltale-Mitarbeiter entschädigt wurden?
Ach ja ne, die wurden ja einfach von jetzt auf nachher ohne Entschädigung, Abfindung oder auch nur Frist (bzw. mehr Frist als "in 30 Minuten habt ihr draußen zu sein) vor die Tür gesetzt...
Nachdem das Studio jahrelang mit einer kostensparenden Erfolgsmasche Geld machen konnte.

Leute, informiert euch doch mal bei vielen (englischsprachigen) Kanälen über die Arbeitsbedingungen vieler AAA-Studios. Das sind keine Einzelfälle und keine Übertreibungen, sondern normal. Leider.

Und nein, das heißt nicht, dass man auf einmal keine Süiele mehr kaufen darf (außer man ist sehr konsequent). Aber nur weil ich so weit nicht gehe muss ich die widerliche Shareholder-Stiefelleckerei der großen Publisher und ihre Auswirkungen auf den kleinen "Arbeiter" nicht gutheißen oder kleinreden.
 
Man muss auch mal sagen, nicht jede Branche eignet sich für ein perfektes Familienleben mit 2 Kindern, Vorgarten, Schwiegereltern usw. So brutal es sich anhört aber nicht jeder kann alles machen, wenn ich gewisse Vorstellungen haben vom eigenen Leben wie das oben stehende dann kann ich nicht Türsteher im kitkat club werden. Aber 100h pro Woche geht wirklich garnicht, und damit hausiert man auch nicht auf Twitter.
 
Allgemein hat Jason Schreier einige gute Artikel über die Arbeitsbedingungen in der Branche geschrieben.

Und ist ja nicht so, dass man als Angestellter in einem Studio in Geld schwimmt. Oftmals sitzen die Studios in teuren Gegenden wie der SF Bay Area. Dort zahlt man für ein kleines 1-Zimmer Apartment oft schon Beträge über 1000 Dollar pro Monat.
Also auch bei besserer Bezahlung bleibt aufgrund des Standortes nicht viel hängen. Rücklagen aufbauen ist nicht.
Und macht man beim Crunch nicht mit, sitzt man eben dank den tollen US-Arbeitsschutzgesetzen schneller auf der Straße als man gucken kann und hat nichts. Keine soziale Absicherung, kein Einkommen, keine Krankenversicherung. Einfach nichts.

Und wenn man dieses Schreckgespenst im Nacken hat und man weiß, sobald man gegen die Arbeitsumstände aufsteht, wartet draußen schon der nächste talentierte Programmierer, Künstler etc., der den Job sofort bekommt, dann macht man eben mit - und sich kaputt.
Und das wissen auch die Verantwortlichen und daher wird nichts dagegen unternommmen.

Denn die CEOs der großen Publisher, die haben ihr sicheres Millionengehalt, auch indem sie den Shareholdern nach der Nase tanzen. Nur eben auf dem Rücken der Kleinen.
Das ist natürlich auch kein exklusives Problem der Games-Branche, sondern kommt mit der modernen Form des Kapitalismus eben mit. Nur ist die Games-Branche hip, da wollen viel mehr Leute rein, als Platz ist. Daher haben die Studios nie Probleme, qualifizierte Angestellte zu finden, die sich davon blenden lassen, auch Games zu entwickeln und den Lügen glauben, dass die Arbeitsumstände eben sein müssen.
Bis sie Jahre später kaputt sind und sich fragen wozu.

EDIT: Hier nur mal ein kleines Zitat aus dem Kotaku-Artikel:
A 2014 survey by the International Game Developers Association found that 81% of polled game developers had crunched at some point over the previous two years. (50% felt crunch was expected in their workplaces and a “normal part of the job.”)
Soviel zu "Ausnahme" und "wer weiß ob das stimmt"
 

Ok, da sind natürlich schon einige harte Sachen dabei, das stimmt!
Wenn ich allerdings die Crunch-Definition von Bungie höre, die bei 50Std/Woche angesetzt ist, dann ist mein ganzes Leben Crunch. :ugly:
 
Wenn ich allerdings die Crunch-Definition von Bungie höre, die bei 50Std/Woche angesetzt ist, dann ist mein ganzes Leben Crunch. :ugly:
Selbst da würd ich mir schon meine Gedanken machen. Für mich ein undenkbarer Zustand... Alles, was über die 40 Stunden hinausgeht (kommt natürlich auch bei mir vor, auch wenn fast nur durch Termine außer Haus bzw. Messen mit der Regelung Reisezeit=Arbeitszeit), wird baldmöglichst wieder abgebaut (außer n paar Stündchen Puffer).
Und baldmöglichst heißt, dass ich meist ein paar Tage nach dem Anhäufen der Überstunden schon um 15 Uhr geh oder mal zur Mittagspause weg bin.

Arbeitsvertrag ist für mich "Lebenszeit gegen Geld" und da leiste ich so viel an Zeit wie ich muss. Nicht mehr.

In meinen Augen ist ne 40 Stunden Woche aber eigentlich eh schon zu viel... Aber das ist ein anderes Thema.
 
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