Nachdem meines am Samstag endlich aus UK aufgeschlagen ist, will ich auch mal meinen Senf ablassen ... und, mit einigen Aussagen hier im Thread im Hinterkopf, vermutlich direkt Gründe liefern mich zu steinigen
Ich bin bisher ehr mäßig begeistert von dem Spiel. Grafik, mittendrin Gefühl, Atmosphäre, großartig, auch wenn letztere etwas vom, in meinen Ohren enttäuschenden Sound geschmälert wird. Dieser präsentiert sich mir wenig Basslastig, und oft kratzig-überfordert, was aber sicher zu Teilen am Stereo-Upmix bei mir liegt. FEAR2 hat mich aber vor kurzem noch mehr weggeblasen.
Mein Größtes Problem bisher: Ich habe leider mit der Steuerung Probleme, ich weiß dass ich extrem empfindlich auf die Stickabfragen vieler Egoshooter anspreche und mich zusehr auf die exzellente CoD Steuerung versteife, aber mit Killzone werd ich einfach nicht warm. Die Steuerung ist extrem träge und spricht erst mit Verzögerung an, Waffengewicht hin oder her, aber ich hab ehr das Gefühl einen behäbigen Mech zu steuern als mit einem leicht beladenen Infantrie-Soldaten durch Häuserschluchten zu taktieren. Liegt zu Teilen sicherlich am weniger für Shooter-geeigneten DS3 mit seinen langen Stickwegen, aber wenn ich hinter einer Deckung von einem flinken Gegner flankiert werde bin ich in 50% der Fälle tot, ich hatte schon lange nicht mehr in einem Spiel so sehr das Gefühl von der Steuerung in meinen Handlungen eingeschränkt zu sein wie in Killzone, auch bedingt durch das sehr eingeschränkte Sichtfeld mit seiner hohen Vignettierung (die schwarzen Ränder der Kamera). Bis ich da rübergezogen und gezielt habe sind die Lichter meistens aus. Das Waffenhandling an sich find ich hingegen großartig, schönes Trefferfeedback, ordentlich Wumms und gutes Rückstoßgefühl.
Worüber ich vermutlich ewig fluchen werde ist die fehlende Möglichkeit die Tasten frei zu belegen. Anlegen auf dem Sicht-Stick ist einfach ... njärrrgh! Alternativ2 als Tastenbelegung ist auch suboptimal, weil man sich beim Deckungshocken die Finger abbricht, um zu zoomen ... und die Alternative: Ducken nicht togglebar zu machen ist ein Verbrechen bei diesem wunderbaren Spiel.
Viel Spielspass nimmt mir bisher auch die Entscheidung dass man nur eine große Waffe tragen kann. Realismus hin oder her, finde ich das eine ehr unschöne Beschränkung, klar liegen oft an der richtigen Stelle die entsprechenden Waffen für die Situation, aber gerade so semi-nützliche Waffen, wie das Schrotgewehr oder den Flammenwerfer lasse ich in 90% alle Fälle liegen weil die Assaultrifles eigentlich immer die bessere Allroundwahl sind.
Umso weniger kann ich die Designentscheidung verstehen den Waffen auch noch die von mir sehr geliebte Sekundärfunktion aus dem ersten Teil zu nehmen. Die Autorifle hatte einen eingebauten Granatwerfer und die Helghast-Knarre einen Schrotlauf. Schade dass dieses Signature-Feature von Killzone dem Rotstift zum Opfer gefallen ist. So finde ich die Waffen nämlich recht uninspiriert ... man hätte trotz der spacigen Namen auch einfach das Waffenarsenal von CoD4 importieren können, trotz SciFi fühlen sich die Waffen nämlich exakt so an wie ihre zeitgenössischen Gegenstücke, wie schonmal gesagt, ist das nicht zwangsläufig schlecht, denn die Waffen fühlen sich durchweg gut und "richtig" an, aber diese gestrichenen Zusatzfunktionen nehmen Killzone etwas von seiner Identität.
Mein größter Spielspasskiller sind aber die Enemy-Dispenser. Ich hab die ja schon bei CoD2 gehasst, aber Killzone setzt dem ganzen die Krone auf. Bin jetzt bei der Eroberung der Brücke und was hier abgeht ist spieltechnisch unterste Schublade. Jede Position die man aus der Entfernung ausschaltet wird binnen 5 Sekunden wieder von einem Gegner besetzt, endlos ... ohne Pause. Man muss vorpreschen und weiter vorne Stellung beziehen um diesen Gegnerstrom zu stoppen, das als vorrantreibendes Element in Maßen einzusetzen ist schön und gut, aber ich muss mich hier teilweise an Positionen begeben die kein Soldat mit auch nur einem Funken Gehirnschmalz freiwillig einnehmen würde, ohne vorher gewisse Gegnerstellungen gesäubert zu wissen, teilweise MUSS ich mich an vorgelagerte Stellen setzen an denen ich von 3 Seiten beballern lasse um das Spawning zu stoppen ... blöd! Gepaart mit dem schwammigen Aiming bin ich da oft verloren und es baut sich schnell Frust auf, ich hoffe derartige Stellen im Spiel kann man insgesamt an einer Hand abzählen. Es verwundert mich bei Killzone umso mehr da ich mich eigentlich als geübteren Shooterspieler bezeichnen würde, und bei Egoshootern selten wirklich Frust bekomme ... da ich bei Killzone an dieser Brücke aber so viele gelernte und vor allem logische(!) Instinkte über Board schmeißen musste, war ich schnell so angesäuert dass ich das Spiel ausgemacht habe.
So das war lang genug

ich hoffe im weiteren Spielverlauf etwas mehr angefixt zu werden, vielleicht wenn ich mich mal mit der Steuerung arrangiere.