Mit dem Nextone hat Boss ja nun das nächste Eisen im Feuer. Schon getestet
@Trayal? Ist natürlich mit 500€ eine andere Kategorie als der Katana in gleicher Größe und stößt damit schon in die Gefilde meines Fenders.
Ja, habe den auch bereits testen können aber leider gibts den (noch) nicht in der Head Variante (bin ein Cabinet Fan und so eine Kombo ist da finde ich immer verschwendetes Geld, besonders wenn man um 200 Euro so ein Monster wie den Harley Benton Vintage bekommt; der Katana Head hat zudem auch mehr Punch).
Muss sagen, dass mir der Katana insgesamt besser gefällt. Der Nextone kommt mit coolem out of the box Klang aber der Katana ist wie beschrieben extrem vielseitig, wenn man sich mal via Tonestudio am PC mit den vielen Möglichkeiten beschäftigt (EQ Detail Settings, Effekte, Hidden Amps,...). Da fühlt er sich fast wie ein Helix light an (den ich nach wie vor liebe, spiele 90% am Helix, während der Peavey und der Marshall etwas verschmäht werden) und ist ideal zum Tone Chasing. Der Nextone bietet das leider noch nicht (denke aber, dass er das in einer weiteren Iteration auch mal bieten wird, sie jedoch im Moment ihre Katana Linie nicht selbst vom Markt drängen wollen), weshalb man mit etwas Aufwand aus dem Katana bessere Töne als aus dem Nextone pressen kann. Ist aber eine Typenfrage, ob ich mich damit beschäftigen möchte oder nicht. Der Nextone hat zudem wieder den besseren Clear Tone (das ist so ein Manko am Katana), dafür taugt mir der Katana mehr mit High Gain (da ist der out of the Box Brown Channel sehr geil, wenn man ihn etwas tweakt).
Und bei höheren bzw. richtig lauten Lautstärken verliert Solid State doch ordentlich, wo die Röhre gewinnt.
Da kann ich jetzt aus Sicht des Katana nicht behaupten. Dessen 100W haben ordentlich Leistung, eigentlich sogar viel zu viel, für alles abseits der Bühne. Kommt zwar effektiv nicht an die 100W von meinem Marshall ran (der ist aber auch ein Monster) aber definitiv genug um den Drummer zu übertönen. Der Sound ist aber auch bei geringer Zimmer-Lautstärke derselbe, denn das ist den Solid States natürlich völlig egal und das macht sie für daheim sehr interessant, während eine Röhre unter ihrem Potential nach nichts klingt. Bei den Röhren muss man sich vorher immer genau überlegen für welchen Einsatzzweck man sie möchte. 15W für zuhause aber wenn ich dann mit anderen Leuten spiele, vor allem mit einem Drummer, sind sie dann wieder zu leise, da braucht es dann wieder einen stärkeren Amp.
Aber eine Sache ist für mich trotzdem noch unumgänglich: Röhrenamps.
Ich liebe das Ansprechverhalten meines Fender Blues Junior und davor meines ENGLs. Vom Dual Rectifier unseres ehemaligen Gitarristen kriege ich heute noch feuchte Träume.
Und genau dieses Ansprechverhalten, diese leichte Verzögerung, ich weiß gar nicht, wie ich es beschreiben soll, das fehlt mir bei Solid State und Modelern. Bei Profilern wie dem Kemper sieht's schon wieder anders aus.
Ja, ich weiß was du meinst, da haben Röhren noch immer die Nase vorne aber das ist nur mehr eine Frage der Zeit, bis man den Unterschied auch bei günstigen Solid States nicht mehr merken wird. Bei früheren Solid States war das eine Katastrophe, Geräte wie ein Kemper oder Helix haben das Problem bereits nicht mehr und neuere Geräte wie der Katana liefern hier schon einen ziemlich guten Job ab.
Würde aber jedem mit beschränktem Budget mittlerweile zu einer Solid State Lösung raten. Natürlich, eine high end Röhre mit einem teuren Pedal Board ist nochmal ein ganz anderes Beast aber da sprechen wir dann auch von einem Budget welches schnell mal die 2000 Euro Marke sprengt und mit nur einem Amp und einem Pedal Board ist es dann auch meist nicht getan, wenn man mehr unterschiedliche Sounds möchte. Das ist etwas für reiche Enthusiasten oder Berufsmusiker. Im Falle des Boss Katana zB bekommt der Hobby Musiker hier allerdings für unter 500 Euro einen tollen und vielseitigen (die meisten werden die unzähligen Möglichkeiten welche sich im Tonestudio ergeben wahrscheinlich nicht einmal annähernd ausnutzen) 100W Amp mit Pedal Board (der Katana emuliert ja über 50 verschiedene Effekt Pedale, die sich im Tonestudio feinjustieren lassen).