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KT Hakenkreuze in Videospielen

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Sollten Videospiele in Deutschland Nazi-Symbolik zeigen dürfen?


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Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Mal so dazwischen gepostet.

Wolfenstein 2 ist imo ein gutes Beispiel dafür, dass diese Zensur wirklich störend sein kann. Im Iriginal ist BJ derart antifaschistisch unterwegs und durchaus nachvollziehbar und in der dt. Version nimmt man seinem Schicksal und das seiner Familie die gesamte Wucht und Schrecklichkeit
 
dabei gehts ja nur um spiele, die WW2 verarbeiten. im vietnamkrieg sind es halt vietcong. im kalten krieg russen und bei homefront nordkoreaner...

Ich persönlich halte generell nix von Kriegsspielen mit realem Hintergrund. Wobei Homefront ja rein fiktiv ist, insofern nicht ganz vergleichbar.

@Marcello

Sicher nicht alle Soldaten waren unfreiwillig in den Krieg gezogen. Aber zumindest im späteren Verlauf waren es sicher nicht mehr viele, die das noch wollten. Gab schon genügend Deserteure, denen sonst der Tod drohte. Meinst du, die ganzen 19 und 20jährigen, die 1944 und 1945 gefallen sind, waren da freiwillig an der Front?

Ich glaube, man sollte sich damit auseinandersetzen. Zu sagen "Ist jetzt 70 Jahre her, muss man auch mal sagen dürfen, danke Merkel" wird dem Thema irgendwie nicht gerecht.
 
Wenn's legal ist, braucht man halt keine Patches mehr. So what!?

Bisschen ernster: Ich glaube, dass ein Videospiel schon Kunst ist, allerdings arbeiten die meisten (Kriegs-)spiele die grausame NS-Zeit in keinster Weise auf.
 
Ist das nicht zu kurz gedacht?

In Videospielen werden deutsche Soldaten doch pauschal als Nazis dargestellt. Da waren aber auch "normale" Menschen dabei wie unsere Grossväter, die in den Krieg ziehen mussten. Die zu killen passt also, weil waren ja Nazis?

Ich weiss, ist doch alles nur Pixelgedöns und keine Realität.
Für mich sind es wirklich nur spiele und pixel, da bin ich ganz ehrlich. Ein COD und Wolfenstein haben für mich nicht den historisch korrekten hintergrund. Da wird nun mal heruntergebrochen das alle soldaten nazis sind.
 
Mal so dazwischen gepostet.

Wolfenstein 2 ist imo ein gutes Beispiel dafür, dass diese Zensur wirklich störend sein kann. Im Iriginal ist BJ derart antifaschistisch unterwegs und durchaus nachvollziehbar und in der dt. Version nimmt man seinem Schicksal und das seiner Familie die gesamte Wucht und Schrecklichkeit
Wolfenstein ohne hakenkreuz ist dann killzone;)
 
In den letzen Kriegsjahren wollten sicher nicht mehr viele freiwillig an die Front, aber macht es sie deshalb dann nicht zu Nazis?
Ich weiß nicht ob ich meine Opas davon freisprechen kann oder nicht, denn die sind ja wie gesagt im Krieg gefallen, fragen konnte ich sie nicht mehr.
 
Also wir haben in der Schule den 2. Weltkrieg extrem lange und intensiv bearbeitet.

hema 2. Weltkrieg war ihm wahnsinnig wichtig
Ich greife dich mal exemplarisch raus, weil ich finde dass hier ein eklatanter Fehler in der Geschichtsvermittlung und Auseinandersetzung mit der deutschen Vergangenheit herrscht.
Es ist teilweise fatal, wie das Thema auf den 2. Weltkrieg (1939-1945) oder aber auf die NS-Diktatur (1933-1945) verkürzt wird und damit vollkommen außer Acht gelassen wird, dass es für so etwas abscheuliches wie den Nationalsozialismus in Deutschland natürlich einen Nährboden gegeben hat, der weit vor Hitlers sogenannter "Machtergreifung" (das Wort kann auch symptomatisch stehen für den Umgang mit der Nazi-Zeit) bereitet wurde.

Jan Böhmermann sagt immer ganz richtig, in Deutschland wird über die Nazizeit fast so gesprochen, als wären die Nazis Aliens gewesen, die das Land zwischen 33 und 45 besetzt haben und alle waren froh, dass die Alliierten uns von den Spinnern wieder befreit haben.
 
Naja, das war jetzt meine verkürzte Form des ganzen.
Wie gesagt bei uns in der Klasse wurde das Thema "rund um den 2. Weltkrieg" sage ich dann vielleicht lieber sehr intensiv besprochen.
Das beeinhaltet natürlich nicht nur den 2. Weltkrieg als solchen sondern auch die Zeit davor, die Machtergreifung Hitlers und welche Faktoren es begünstigt haben dass es überhaupt dazu kommen konnte. Wie das politische Klima damals war und auch dass die Denkweise der Menschen noch anders. Wie die Reden Hitlers auf das Volk gewirkt haben etc.

Jan Böhmermann sagt immer ganz richtig, in Deutschland wird über die Nazizeit fast so gesprochen, als wären die Nazis Aliens gewesen, die das Land zwischen 33 und 45 besetzt haben und alle waren froh, dass die Alliierten uns von den Spinnern wieder befreit haben.

Darauf wollte ich ja auch gerade in meonem letzten Post hinaus.
Ich kann nichtmal meine Opas davon freisprechen, ich weiss es einfach nicht.
Zu sagen ja alle waren Nazis, nur unsere Großväter halt nicht, weils unsere Großväter waren halte ich für falsch.
Denn wie Du schon sagst dass waren nicht irgendwelche anderen, die hier irgendwie kurz gehaust haben, sondern Väter, Großväter, Urgroßväter.
 
Ist das nicht zu kurz gedacht?

In Videospielen werden deutsche Soldaten doch pauschal als Nazis dargestellt. Da waren aber auch "normale" Menschen dabei wie unsere Grossväter, die in den Krieg ziehen mussten. Die zu killen passt also, weil waren ja Nazis?

Ich weiss, ist doch alles nur Pixelgedöns und keine Realität.

Ja, finde ich schon. Weil sie ja Teil einer Bedrohung sind, die es zu stoppen gilt. Im echten Leben, wie auch im Game. Da ist es gerade in einem Videospiel völlig unerheblich, ob sie freiwililg und gezwungenermaßen Teil dieser Bedrohung sind. Ein Spiel wie Wolfenstein zeigt ja auch viele dieser Soldaten in privaten Situationen, wie sie über ihren Alltag reden etc. Da werden Charaktere gezeichnet, die völlig im Einklang sind mit ihrem System und eher Angst vor dem Widerstand haben. Insofern passt es ohnehin.
 
Eben, das muss man jetzt nicht auf die Goldwaage legen. Geht ja in erster Linie auch ums Thema Spiele mit WW2 Setting. In der Schule wurde jedoch der ganze Weg dahin durchgekaut.

Edit: Argh, Opfer eines Zwischenpostings geworden.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
also gerade über den bereits vorhanden nährboden wurde bei uns auch recht wenig (oder gar nichts?) unterrichtet. hier war neulich ein artikel über den umgang mit flüchtlingen irgendwann vor der NS zeit verlinkt, sowas hab ich in der schule z.b. nicht mitbekommen.
 
Die NS-Zeit mit dem Geschichtsunterricht in der Schule mit Pubertierenden abzuhetzen ist einfach absolut unsinnig und ich denke sogar kontraproduktiv. Ich habe z. B. das ganze Ausmaß erst jetzt im Studium anreißen und verstehen können. Dazu gehört einfach mehr als ein Geschichtslehrer. Dazu gehören psychologische Texte, möglicherweise narrativegeführte Interviews, Austauschprogramme mit Israel etc. pp.
Das einzige was ich damals im Geschichtsunterricht mitgenommen habe und das spiegelte sich ganz gut in den ersten Seminaren wieder, als wir spontane Fragen anonym zum Thema Juden und Judentum beantworten sollten, war, dass wir mit Judentum v. a. 2. WK und Nazizeit in Verbindung gebracht haben. Und das ist schon ganz schön bitter, wenn das das Fazit des Geschichtsunterricht ist.
 
also gerade über den bereits vorhanden nährboden wurde bei uns auch recht wenig (oder gar nichts?) unterrichtet. hier war neulich ein artikel über den umgang mit flüchtlingen irgendwann vor der NS zeit verlinkt, sowas hab ich in der schule z.b. nicht mitbekommen.
Das war vermutlich dieser hier, für alle die an der erschreckenden Parallele zur heutigen Zeit interessiert sind: 1920 - Wie gehabt (freitag.de)
 
Denn wie Du schon sagst dass waren nicht irgendwelche anderen, die hier irgendwie kurz gehaust haben, sondern Väter, Großväter, Urgroßväter.

Jüngste Untersuchungen haben allerdings ergeben dass u.a. dein Großvater gar nicht der Böse war sondern flexx`seiner.


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Mich hat das Thema Nationalsozialismus, schätzungsweise ab der vierten Klasse, meine komplette Schulzeit über begleitet. Es gab wohl kein Schuljahr, in dem es nicht thematisiert wurde. Aber ich bin halt auch noch ne andere Generation. 1979 eingeschult, es war noch genügend Geld und Personal da und meine Lehrer waren halt oft aus der 68er Generation oder von ihr beeinflusst. Kann mir gut vorstellen, dass es später wieder weniger wurde.

Und ich möchte auch behaupten, dass auch der Nährboden auf dem das alles gedeihte, zumindest in Ansätzen besprochen wurde. Die Weimarer Republik war auch ein großes Thema in der Oberschule.

Ich persönlich liebe Hakenkreuze in Videospielen und finde es auch ganz ganz traurig, wenn in der deutschen Version ein fiktives Ersatzsymbol benutzt wird. Macht mir die ganze Stimmung kaputt. Wolfenstein ist ein gutes Beispiel dafür, wie kontraproduktiv so ein Verbot wirken kann. Der Hersteller deutet im vorauseilendem Gehorsam erstmal die halbe Story um, als wäre die Nazis in Deutschland ein wunder Punkt, den man am besten gar nicht erst namentlich berührt. Total lächerlich. Man stelle sich Inglourious Basterds so aus dem Zusammenhang gerissen vor. So ähnlich hat man es mit Wolfenstein gemacht.

Ich finde einfach, mit Nazis und ihren Symbolen muss man einfach alles machen dürfen, was dazu dient sie zu entlarven und lächerlich zu machen. Gerade auch in Deutschland.
 
Bin nur mobil, daher nur kurz:

Ich finds erstaunlich, dass immer noch darüber diskutiert werden muss ob Videogames Kunst sind oder nicht. Egal woran man es fest macht, Spiele haben in der Kunstwelt gebauso einen Platz wie Filme (egal ob Meisterwerke wie Schindlers Liste oder vermeintlicher Rotz wie Boll Filme), Musik oder die Malerei.

Von daher sollte über die Möglichkeit der Darstellung gar nicht diskutiert werden.
 
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