Mandos schrieb:
Also ich fasse mal zusammen: Hammer Grafikstil, das Kampfsystem gefällt und Klettern macht Spass bzw. stört zumindest nicht. Lediglich die Story ist dumm.
Hört sich für mich nach einem sehr guten Action-Adventure an. Gerade dass das Gameplay stimmt ist doch bei einem solchen Spiel das Wichtigste. Du scheinst dich ja allein an der Story aufzuhängen. Die bildet doch wie bei Egoshootern oder anderen Actionspiele doch eh nur ein Korsett für die Level. Mal abgesehen davon dass ich sie ganz nett fand, erfüllt sie doch ihren Zweck. Die scheint simpel und einfach das Spiel an sich keinen Spass zu machen.
Ich hänge mich nicht an der Story auf. Ja, die ist dumm und quasi nicht vorhanden. Woran ich mich aufhänge, ist, dass es Castlevania nicht schafft, seine an sich guten Grundbausteine zu einem ordentlichen Ganzen zusammenzufügen. Das Klettern ist gut, aber auch weitestgehend anspruchslos (wie z.B. bei Uncharted 2). Die Kämpfe sind gut aber eben auch weitestgehend anspruchslos. Dazu entwickeln sie sich kaum weiter, da das Spiel schon in der ersten Hälfte nahezu alles an Upgrades verschossen hat. Müsste jetzt lange überlegen, wann ich das letzte Mal eine Upgrade-Kiste nicht erreichen konnte, weil ich die passende Fähigkeit nicht hatte (auch so ein Schwachsinn, zumal ich anscheinend bislang keins der fehlenden Upgrades benötigt habe). Dürfte schon 3-4 Kapitel her sein.
Spielerisch ist Castlevania also durchaus okay. Okay reicht mir aber nicht aus, um mich 15 Stunden an den Bildschirm zu fesseln, wenn ich dafür nicht eine sehr gute Entschuldigung (sprich Story) geliefert kriege. Und die hat das Spiel nicht. Das ist rein gar nix. Die Idee ist nett, aber die Ausführung ist bis Anfang Kapitel 11, wo ich jetzt bin mit "mangelhaft" höflich umschrieben. Alles was das Spiel tut, ist, mich durch optisch sehr schöne aber inhaltlich schrecklich anspruchslose und storytechnisch völlig nutzlose Levels zu hetzen, wo ich die Aktionen nach Schema F abspule: Kämpfen, Klettern, Rätseln. Die Rätsel sind dabei gar nicht mal so schlecht, kommen aber häufig immer furchtbar aufgesetzt daher. Sie passen weder in den geschichtlichen Kontext noch in die Umgebung selbst.
Das Fatale daran ist, dass Castlevania durchaus das Potential hat, ein Kracher zu sein. Es sieht richtig geil aus, hat so einige Setpiecemomente und auch etliche gute Ideen. Würde man all diese Punkte destillieren und in ein 8-Stunden-Korsett zwängen, dann würde die Story nicht so negativ auffallen, Kämpfe und Rätsel würden dicht gepackter erscheinen und man könnte sich über die gesamte Spieldauer hinweg aufleveln. Das Spiel hat genügend gute Stellen, um über 8 Stunden ohne Längen zu unterhalten. Dummerweise hat es 7 Stunden Leerlauf drin und das kotzt mich an, zumal sich dieser Leerlauf stark auf die letzten beiden Drittel fokussiert.
Aber schon erstaunlich wie Viele jetzt über die Spielzeit meckern. Endlich kommt mal wieder ein Titel der länger als 6-8 Stunden ist und dann ist es auch verkehrt.
Das kommt bei mir halt ganz darauf an. Werd ich 8 Stunden lang klasse unterhalten, oder muss ich mich zwingen, 15 Stunden durchzuhalte? Spieldauer ist für mich nicht relevant, wenn sie mit Langeweile erkauft wird. Da helfen auch keine abwechslunsgreichen Setting mehr. In Zeiten eines Uncharted 2 oder God of War 3 braucht man mir damit nicht mehr zu kommen. Ich bleibe gerne mal stehen, um mir Dinge anzuschauen. Aber ich renne nicht durch die Levels, um Sightseeing zu machen.