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Und plötzlich bist du alt oder “früher war alles besser“

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

papaalexx

Fan vom Grinch
Nachdem ich hier immer wieder nostalgische Backflashs bekomme, wollte ich mal einen thread aufmachen mit der Diskussion, ob früher wirklich alles besser war?!
Wie erlebt ihr die Veränderung...das Altern?
Was macht das Erwachsensein aus? Seid ihr erwachsen?

Haut mal alles rein. Gerne auch Anekdoten. Finde das Thema sehr spannend!
 
Ok...dann gehen wir mal vom “besser“ weg (sollte den Threadtitel nur ansprechender machen) und gehen zu “wie merkt man das alt werden“?

Uns ist hier neulich aufgefallen, als wir mal die Korken haben.knallen lassen, dass wir alt werden, weil es einfach ewig gedauert hat wieder fit zu werden.
Früher sind wir 3 Tage weg gegangen (Do bis So), haben.kaum geschlafen und waren Montags trotzdem fit.
Heute gehst du 5 Jacky trinken.und brauchst 3 Tage bis Normallevel
 
Ich gehöre ja auch nicht wirklich den ewig gestrigen an, aber manchmal wünsche ich mir eine Zeit ohne Handys. Nicht falsch verstehen. Ich bin sehr technikaffin, aber diese Technologie hat unsere Gesellschaft schon sehr verändert. Wenn ich durch die Stadt gehe und alle (ich auch) glotzen nur auf ihre Handys, macht mich das einfach ein bisschen traurig. Generell hat diese ständig und überall vorhandene Informationsflut meiner Meinung nach einen negativen Effekt auf die Kommunkationswilligkeit der Menschen. Ich brauche meinen Kumpel nicht mehr nach Musikempfehlungen fragen, ich mach einfach Spotify auf. Gleiche mit Filmen und Serien. Jegliche zwischenmenschliche Interaktion kann so auf ein Mindesmaß zurückgefahren werden. Und irgendwann gehen Skills wie Empathie einfach verloren und wir leben in einer absolut verrohten Gesellschaft. Hallo AFD.
 
Natürlich war früher (fast) alles schlechter.

Ungute Gefühle werden vergessen und die Erlebnisse, bei denen man sich vergnügt hat, werden im Nachhinein überschätzt.
Wir bewahren das Gute und verdrängen das Schlechte.

Somit entsteht natürlich eine Sehnsucht nach der Vergangenheit, wir verspüren Nostalgie.
Warum das bei älteren Personen ausgeprägter ist, liegt daran, dass mehr Erinnerungen aus Kindheit/Jugend/frühem Erwachsenenalter vorhanden sind als für die Zeit danach.

Dazu kommt, dass unser Gedächtnis ziemlich fehlerhaft ist, was Erinnerungen betrifft und Ereignisse dann meist beschönigend ausschmückt.

Wer also denkt, früher war alles besser, der sollte daran denken, dass sein Gehirn ihm nur einen Streich spielt.

Edit: Ach so, geht nur allgemein ums Älterwerden. Da kann ich nicht mitreden. Opas.
 
Ich gehöre ja auch nicht wirklich den ewig gestrigen an, aber manchmal wünsche ich mir eine Zeit ohne Handys. Nicht falsch verstehen. Ich bin sehr technikaffin, aber diese Technologie hat unsere Gesellschaft schon sehr verändert. Wenn ich durch die Stadt gehe und alle (ich auch) glotzen nur auf ihre Handys, macht mich das einfach ein bisschen traurig. Generell hat diese ständig und überall vorhandene Informationsflut meiner Meinung nach einen negativen Effekt auf die Kommunkationswilligkeit der Menschen. Ich brauche meinen Kumpel nicht mehr nach Musikempfehlungen fragen, ich mach einfach Spotify auf. Gleiche mit Filmen und Serien. Jegliche zwischenmenschliche Interaktion kann so auf ein Mindesmaß zurückgefahren werden. Und irgendwann gehen Skills wie Empathie einfach verloren und wir leben in einer absolut verrohten Gesellschaft. Hallo AFD.
Auch da muss ich reingrätschen. Smartphones und neue Technologien verstärken Kommunikation sogar.

Klar, es ist eine Sache des Standpunkts, ob man nun eher zu den Dystopisten oder Utopisten gehört.
Du sagst es, die zwischenmenschliche Interaktion kann (!) zurückgefahren werden. Wird sie meistens aber gar nicht. Im Gegenteil.

Der Vergleich mit der AfD. Nun gut. Früher gab es Zeitungen und Hitler.
 
Auch da muss ich reingrätschen. Smartphones und neue Technologien verstärken Kommunikation sogar.

Klar, es ist eine Sache des Standpunkts, ob man nun eher zu den Dystopisten oder Utopisten gehört.
Du sagst es, die zwischenmenschliche Interaktion kann (!) zurückgefahren werden. Wird sie meistens aber gar nicht. Im Gegenteil.

Der Vergleich mit der AfD. Nun gut. Früher gab es Zeitungen und Hitler.

In wie gern wird denn die Kommunikation verbessert? Bitte bemerken, dass ich nicht von einem Whatsapp-Chatverlauf spreche. Echte Unterhaltungen.
 
Auch da muss ich reingrätschen. Smartphones und neue Technologien verstärken Kommunikation sogar.
Ich empfinde das Bild der jungen Generation in der Öffentlichkeit schon störend. In meiner Wahrnehmung signalisiert vom Jungvolk kaum jemand Kommunikations oder Hilfsbereitschaft. Die meisten schotten sich maximal ab, indem sie mit überdimensionierten Kopfhörern rumrennen und auf das Handy starren. Solche Personen mag ich schon per se nicht ansprechen, weil einfach Desinteresse an den Mitmenschen und der Umgebung signalisiert wird. Höflichkeitsformen und saubere Gesprächsformen gehen damit auch flöten.
 
In wie gern wird denn die Kommunikation verbessert? Bitte bemerken, dass ich nicht von einem Whatsapp-Chatverlauf spreche. Echte Unterhaltungen.
Gut, am Ende des Tages ist aber auch ein Gespräch in Whatsapp Kommunikation und kann (!) besser oder erfüllender sein, als direkte zwischenmenschliche Kommunikation.

Smartphones verändern unsere Art der Kommunikation, in meinen Augen bereichern sie es sogar.
Die Diskussion darum ist eigentlich ein typisches Beispiel für "früher war alles besser" und dessen Verklärung.

Sie untersuchen seit Jahren, wie das Smartphone die Kommunikation verändert. Ist das persönliche Gespräch von dem Aussterben bedroht?

Nein, definitiv nicht. Als Soziologin stehe ich in der Tradition von Forschern wie Georg Simmel oder Thomas Luckmann, die gerade in alltäglichen Gesprächen eine unverzichtbare Grundlage des Zusammenhalts in menschlichen Gesellschaften gesehen haben. Im Konsens wie im Dissens vergewissern wir uns des für uns relevanten Wissens und der Werte. Schon in meiner Habilitation habe ich die gemeinschaftsstiftende Rolle von Tischgesprächen in Familien untersucht, die von diesen selbst auf Tonband aufgezeichnet wurden.

Wie sind Sie jetzt methodisch mit den Handys vorgegangen?

Wir haben Menschen an öffentlichen Schauplätzen dabei beobachtet, wie sie miteinander kommunizieren und wie das Smartphone in diese Kommunikation eingebunden war. In anderen Fällen haben wir Gespräche etwa von Freundesgruppen mit deren Einverständnis aufgezeichnet. Wir wollten wissen, wie die sich alltägliche Unterhaltungen durch den Einsatz von Handys verändern. Und dabei haben wir eine interessante Entdeckung gemacht.

Nämlich?

Es wird gar nicht weniger gesprochen, sondern die Gespräche nehmen einen anderen Verlauf, weil jederzeit spontan auf Informationen aller Art und nicht zuletzt auf Bilder zurückgegriffen werden kann. Dadurch werden Gespräche schneller privat.

Ein Beispiel?

Sie sind gerade aus dem Urlaub zurückgekommen und erzählen einer Freundin, wie schön es dort war. Früher hätten Sie ihr bei sich zu Hause vielleicht ein Fotoalbum mit Schnappschüssen aus dem Urlaub gezeigt. Heute haben wir alle diese Fotoalben immer auf dem Smartphone dabei. Und so zückt fast jede oder jeder von uns ganz schnell das Handy und zeigt Fotos aus dem letzten Urlaub. Das Entscheidende ist aber, dass nicht nur gezeigt, sondern zugleich verbal kommentiert und verglichen wird. Und das bereichert die Gespräche.

Nach einer aktuellen Studie schauen wir durchschnittlich alle 18 Minuten auf unser Handy. Wird das persönliche Gespräch durch diesen digitalen Dauerstress tatsächlich nicht beeinträchtigt?

Bei diesen Studien über die Nutzungsdauer der Handys wäre ich immer ein bisschen vorsichtig im Hinblick darauf, was genau da gezählt wird. Inzwischen schauen wir angeblich so oft aufs Handy, dass ich mich frage, wie man daneben noch etwas anderes erledigen kann.

Einen Großteil unserer Kommunikation erledigen wir heute über Emails, Whatsapp oder Messenger-Dienste. Geht da nicht diese schriftliche Kommunikation zu Lasten der privaten Gespräche?

Nein, das sind unterschiedliche Kommunikationswege, die sich überhaupt nicht ausschließen müssen. Durch die Einbindung von Smartphones in Alltagsgesprächen können sie sogar auf eine neue Weise zusammenfinden.

Trotzdem hat sich das persönliche Gespräch durch die Smartphones verändert.

Ja, aber dies bedeutet noch lange keinen Verfall der Gesprächskultur!
https://www.stuttgarter-zeitung.de/...che.4db93f3b-85a4-4591-b843-3b154f3e2c1f.html
 
Ich empfinde das Bild der jungen Generation in der Öffentlichkeit schon störend. In meiner Wahrnehmung signalisiert vom Jungvolk kaum jemand Kommunikations oder Hilfsbereitschaft. Die meisten schotten sich maximal ab, indem sie mit überdimensionierten Kopfhörern rumrennen und auf das Handy starren. Solche Personen mag ich schon per se nicht ansprechen, weil einfach Desinteresse an den Mitmenschen und der Umgebung signalisiert wird. Höflichkeitsformen und saubere Gesprächsformen gehen damit auch flöten.
Das mag dein subjektiver Eindruck sein, objektiv (und wissenschaftlich) lässt sich das aber nicht untermauern.
Im Gegenteil sogar.
 
Ich wette in der Zwischenzeit sucht Walther ein paar Studien raus, die Belegen dass ihr alle keine Ahnung habt :gerri:

Schwert beiseite. Für mich persönlich fand ich es früher auch besser, aber vermutlich auch nur aus dem Grund, dass ich früher sowas unbekanntes wie Freizeit hatte und im Umkehrschluss keine Verantwortung. Als junger Mensch konnte ich tun und lassen was ich will, heute hat der Tag gar nicht genug Stunden um alles zu erledigen. Trotz 40 Stunden Woche wird nach der Arbeit um die Schwiegereltern und Mutter gekümmert, im Betrieb der Schwiegereltern geholfen, Frau hat zusätzlich Air BNB am laufen, die Vermietung eines Wohnhauses inkl Gewerbe fordert auch Zeit, die eigenen Kinder sind auch nicht zu vergessen, dadurch entstehen weitere Termine wie Kindergeburtstage durch Freunde etc und der Ratrenschwanz wird immer länger.
Früher ist man nach der Schule mit Freunden unterwegs gewesen, hatte Ferien und konnte einfach machen was man wollte. Selbst ohne Familie ging es noch. Erst mit Familie wurde es übel, was gar nicht an der Familie an sich liegt, sondern die Faktoren von außen die man so gar nicht kannte.

Edit: Zwischenwalther ist berechenbar :lol:
 
Gut, am Ende des Tages ist aber auch ein Gespräch in Whatsapp Kommunikation und kann (!) besser oder erfüllender sein, als direkte zwischenmenschliche Kommunikation.

Smartphones verändern unsere Art der Kommunikation, in meinen Augen bereichern sie es sogar.
Die Diskussion darum ist eigentlich ein typisches Beispiel für "früher war alles besser" und dessen Verklärung.

https://www.stuttgarter-zeitung.de/...che.4db93f3b-85a4-4591-b843-3b154f3e2c1f.html
Nein und nein.
Was kann daran erfüllender sein als ein zwischenmenschliches Gespräch?
Bereichert wird da auch nichts.
 
Mit 41 fühle ich mich noch nicht wirklich alt. Aber ich empfinde meine gute alte Zeit, die ich bewußt wahrgenommen habe (z.B. die 80er) als sympathischer im Vergleich zu heute. Das resultiert auch in dem, was ich oben schrieb.

Ich gucke auch gerne Filme aus noch älteren Jahrzehnten. Klar, sind nur Filme. Aber die Menschen hatten Manieren und waren auf eine sympathische Art und Weise naiver und weniger abgeklärt.

Meine Wahrnehmungen beziehe ich jetzt nur auf Zwischenmenschlichkeit, nicht auf Sorglosigkeit mit der Umwelt oder das wir heute technologisch viel weiter sind.
 
Ich wette in der Zwischenzeit sucht Walther ein paar Studien raus, die Belegen dass ihr alle keine Ahnung habt :gerri:
Und was ist daran so schlimm, sich Informationen zu suchen, die den eigenen Standpunkt mit Wissen untermauern oder eben auch widerlegen? Sich nicht nur von der eigenen Wahrnehmung leiten lassen?

Postfaktisches Zeitalter, das bereitet mir mehr Sorgen als ein paar Teenies, die mit Ohrhörern und Smartphones rumrennen.

Nein und nein.
Was kann daran erfüllender sein als ein zwischenmenschliches Gespräch?
Nehmen wir einen Menschen mit einer Art der Sozialphobie. Im massenmedialen Zeitalter war Kommunikation für diese Personen fast noch ausgeschlossen.

Im Zeitalter kybernetischer Interaktionsmedien ist für diese Personen eine Art der Kommunikation möglich.

Wenn immer von Einzelfällen und subjektiven Erfahrungen gesprochen wird, kann ich auch gerne mich heranziehen.
Durch Interaktionsmedien ist meine Kommunikation nach außen deutlich gestiegen. Sei es zwischenmenschlich oder digital (wobei eine Trennung hierbei immer schwieriger wird, gerade weil es subjektiv völlig unterschiedlich wahrgenommen werden kann).
 
Also für mich waren viele Sachen wirklich besser. Man hatte keine große Verantwortung als Kind, konnte unbefangen spielen, man hatte nach der Schule viel mehr Freizeit, gefühlt hatte man auch mehr Freunde. Rein persönlich empfand ich die Zeit auch schöner da ich noch alle meine vier Großeltern hatte die lustig und fröhlich waren, gerne was mit einem gemacht haben und generell alles irgenwie "leichter" war. Man muss da nicht immer mit irgendwelchen wissenschaftlichen Erklärungen kommen, gefühlt war es für mich angenehmer. Auch hat man sich einfach mehr unterhalten mit den Freunden. Wenn ich heute sehe wie Jungendliche im Kreis stehen, keiner miteinander redet und alle nur auf's Handy schauen frag ich mich wohin die Kommunikation noch führt.
 
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