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Kampfsportler oder Kampfkünstler hier?

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So, ich belebe die Kiste hier mal wieder...

Letzte Woche habe ich mit Karate angefangen (Shotokan) und mir geht's total gut mit der Entscheidung. Mich mit ..."Ende 20" nochmal aufzuraffen und etwas ganz von vorn zu starten, das ist schon irgendwie toll. :hurra: Ich bin total motiviert und das Training tut mir soooo gut und irgendwie sagt mir das alles auch mehr zu als Muckibude oder alleine zu Hause abmühen. Ich hab schon lange nicht mehr so gut geschlafen und war so motiviert im Alltag wie die letzte Woche! Das nur mal vorweg, falls wieder mal einer überlegt, ob man mit "Mitte 30" noch anfangen kann. ;)


Ich merke aber, dass ich ziemliche Probleme habe, recht-links zu koordinieren und wollte mal fragen, ob jemand hier Möglichkeiten kennt, die Kata zu Hause nochmal gut üben zu können.
Ich habe mir jetzt ein Buch für die Kata bestellt (Bild-für-Bild), aber ich merke, dass ich selbst damit nicht gut klar komme, weil ich das Bild der Schrittfolge nicht interpretieren kann (ich rede hier nicht von fortgeschrittenen Sachen, sondern wirklich von der ersten Anfänger Kata!)

Mein linker Fuß kommt außerdem mit dem Rückwärtsschritt nicht mit, weil ich nie hinkriege, mich zur richtigen Seite hin wegzudrehen. Ich will das unbedingt verinnerlichen und bis zum Zusammenbrechen üben, sonst werde ich auf Dauer im Training mit den anderen nicht mitkommen und ewig Einzelunterricht vom wirklich sehr geduldigen und lustigen Senpai brauchen. :(

Ich bin nicht wirklich ungeduldig; mir ist klar, dass ich in meinem Alter keine Gold-Medaillen gewinnen werde, aber das Üben macht mir auch großen Spaß und ich bin da gerade einfach sehr lernfreudig! :)
 
Das Problem welches du hier schilderst ist völlig normal, wenns um die Katas bei den Kampfkünsten geht. Sind einfach Bewegungsabläufe die wir nicht gewohnt sind und die erstmal ins Hirn rein und dann als Erinnerung im Körper abgespeichert werden müssen, damits irgendwann wirklich zum Automatismus wird.

Da muss jeder Anfänger durch - und nicht nur, lernt ja jeder nie aus. Bei dem einen gehts schneller und bei den anderen dauerts eben länger. Besonders je älter man ist, wenn man damit beginnt, umso schwieriger wird das erfahrungsgemäß. Mach dir da aber keinen Kopf und bleib einfach dran. :)

Kenne das aber nur zu gut. Haben uns selbst immer außerhalb der Trainings damals am Anfang zusammengetan, um das zu 2. oder zu 4. zu üben (im Aikido und Aikiken brauchst ja Partner zu Übung, da gibts außer den Suburis im Aikiken keine Einzelabfolgen). Brachte zwar was, aber würde ich trotzdem nicht unbedingt empfehlen. Man eignet sich hier teils recht viel "Mist" bzw. unsaubere Ausführungen an, was der Meister dann wieder aus einem raushämmern und korrigieren muss. :D
 
Bravo Alex! Find ich sehr gut. Gibt's für die Katas keine brauchbaren Youtube-Videos? Ich hab die Hyongs (?) im Taekwon-Do auch mit Büchern geübt. War damals aber auch im lernfähigen Alter (;)). Einfach hartnäckig üben. Und was Koordination angeht: Wenn es der Kopf kapiert hat, heißt das noch lange nicht, dass die Muskeln gecheckt haben, wie es geht. Die lernen das aber auch. Man is in deinem Alter noch nicht zu alt dafür, davon bin ich überzeugt. Bleib dran. Is ne super Sache!
 
Gibt's für die Katas keine brauchbaren Youtube-Videos?

Ganz schlechte Idee, besonders für Anfänger, welche das Gesehene nicht ob der Qualität beurteilen können. Dazu noch die ganzen unterschiedlichen Strömungen bzw. den eigenen Stil des Dojos/Meisters. Bin ich kein Freund davon, sich punkto Kampfkünste etwas übers Internet anzueignen. :)
 
Ja, vor dem Verinnerlichen von falschen Haltungen und Ausführungen graut es mir auch schon. Mein Senpai (Schwarzgurt, Dan-Grad weiß ich nicht) war letzte Woche glaub ich auch etwas überrascht, dass ich mich selbst unterbrochen habe, wenn ich schon gemerkt habe, dass ich da jetzt Murks gemacht habe und das dann lieber noch zwei mal gemacht habe, bis das erstmal für mich selbst auch okay war.

Mein Schwerpunkt liegt für mich selbst wohl auch auf die Ausführung von ordentlichen Kata. Selbstverteidigung ist für mich eher ein netter Nebeneffekt. Naja und ich merke ja automatisch, wie gut das meinen kümmerlichen Muskeln und Gelenken tut.
Mein Senpai war aber auch so lustig und hat alles so bildlich erklärt, dass alles Sinn macht und man die Bewegung dann automatisch richtig(er) macht ("Arm höher! Guck, jetzt hättest du ein Schwert im Kopf! Arm weiter zur Seite, sonst wär dein Ohr jetzt ab! Der Boden ist voller spitzer Steine! Sachte mit dem Fuß wegschieben. Und Relax - Zuviel Input macht Kopf putt!") :lol: Er ist wie ein starker Buddha! :D
 
Mein Schwerpunkt liegt für mich selbst wohl auch auf die Ausführung von ordentlichen Kata. Selbstverteidigung ist für mich eher ein netter Nebeneffekt.

That's the spirit! Sehr schön! :dhoch:

Da wäre ja Iaidō richtig was für dich. Einmaliger Mix aus den den introspektiven Handhabungen des Zen, den natürlichen Philosophien des Taoismus, Ethiken vom Konfuzianismus und gepaart/gekräftigt mit der Strenge des Bushido.

Sorry für die Side-Werbung, aber die Bewegungen im Iaidō sind einfach von unglaublicher Schönheit und Perfektion. <3
 
Setz dich auf jeden Fall nicht zu sehr unter Druck und vergleich dich nicht ständig mit den anderen im Training. Ich persönlich bin ja kein Fan von den kata lastigen Kampfkünsten, aber gut ausschauen tuts schon :D .
 
Ich setze mich nicht unter Druck. Das ist ja genau das, was ich meinte, als ich sagte, ich sei gar nicht ungeduldig. Aber ich kann derzeit kaum die schon gelernten Sachen selbstständig wiederholen und ich möchte nicht Woche um Woche wieder bei Null anfangen müssen. Vorgreifen will ich schon mal gar nicht, mir geht's rein um das Wiederholen von schon gelernten Dingen, ohne sich "Murks" anzueignen.

Ich kann mich auch nur schwer mit den anderen im Training vergleichen. Die "nächstbesten" sind geschätzte 10-15 Jahre jünger als ich und lernen doch noch ganz anders/schneller bzw. sind durch regelmäßigen Sportunterricht in der Schule nochmals in ganz anderer körperlicher Verfassung. *_*°
 
Ich kann mich auch nur schwer mit den anderen im Training vergleichen. Die "nächstbesten" sind geschätzte 10-15 Jahre jünger als ich und lernen doch noch ganz anders/schneller bzw. sind durch regelmäßigen Sportunterricht in der Schule nochmals in ganz anderer körperlicher Verfassung. *_*°
Hehe ja das kenne ich. Ich hab mich allerdings oft dabei erwischt, wie ich mich mit Leuten die kürzer dabei sind vergleiche und dachte "Man, der sollte noch nicht so gut sein. Verdammt!".
 
Bei mir war der Schlüssel am Anfang endloses Repitiern. Der Lehrer kann dir in den Unterrichtsstunden nur Zeigen wie es geht und dir den Sinn dahinter erklären. Üben musst du zu Hause. So hab ich das auch gemacht. Jeweils die Übung die wir in der Stunde gemacht haben, zu Hause wieder und wieder und wieder nachgearbeitet. Am besten vor einem großen Spiegel. Da sieht man Haltungsfehler am schnellsten, wenn du z.b. nicht tief genug stehst, oder das vordere Knie nicht im Richtigen Winkel gebeugt ist. Ausserdem hab ich höher graduierte Schüler gefragt, ob sie Lust haben am WE mal ne extra Stunde mit mir ein zu legen. Dann haben wir uns halt am Samstag Nachmittag getroffen und 2 Stunden extra trainiert und so läpperte sich das dann. Zu Hause hab ich mir ein Makiwara aufgehängt und hab da gegen geschlagen und irgenwann brauchte ich das nicht mehr und hab mit den Knöcheln direkt auf die Wand geschlagen. Die Handkante hab ich an der Tischkante abgehärtet und das jeden Tag über Stunden, immer so nebenbei, so das ich das garnicht als Trainig wahr genommen habe. Irgendwann waren die Bewegungsabläufe so eingeschliffen, das ich nicht mehr drüber nachdenken musste, und das ist ja das Ziel des ganzen.

Beim Shotokan ist das Trainig ja noch relativ einfach, der Verband gibt ja für Gürtelprüfungen exakte Prüfungsrichtlinien vor, die kannst du mit einem Trainingspartner in extra Stunden durcharbeiten. Oder halt auch zu Hause üben. Oberstufenblock, Mittelstufenblock, Unterstufenblock, Fauststoß.... immer und immer wieder. Es gibt Sachen wie http://www.karate.de/sites/default/files/Prüfungsordnung Shotokan Stand 04.10.2011.pdf woi du genau gucken kannst, was du zu diesem und jenem Zeitpunkt können solltest und kannst dich daran orientieren. Mehr brauchst du noch nicht können, wobei ich persönlich immer schon das Programm für die jeweils nächst höhere Graduierung mit gemacht habe. Es gibt auch offizielle Trainigsvideos wie z.b. von Kanazawa der auch der Offizielle Vertreter des Internationalen Karate Verbandes ist. Da kannst du sicher sein, dass das was der macht auch von unseren Prüfungsgremien anerkannt ist und das du vom besten lernst:
http://www.amazon.de/Shotokan-Karate-Kancho-Hirokazu-Kanazawa/dp/B0016KIXZC/ref=pd_bxgy_d_text_z
oder vom Kata Bundestrainier
http://www.amazon.de/Shotokan-Karate-Kata-Efthimios-Karamitsos/dp/B000ICM5G2/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1390745373&sr=8-1&keywords=karate shotokan dvd karamitsos

bei andern Videos frag lieber hier oder schick mir ne PN, es gibt auch endlos viel Schrott im Netz und auf DVD wo du dir das Geld sparen kannst oder du sogar falsche Techniken lernst. Bei den beiden die ich dir verklinkt habe, gehst du das Risiko nicht ein.

und wie gesagt - ewige Wiederholungen, so lange bist du nicht mehr drüber nachdenken musst. Und dann würde ich noch ein Buch oder eine DVD über die Grundlagen kaufen, wo dir erklärt wird warum welche Übung so und nicht anders gemacht werden soll, z.b. das beim Fauststoß der Arm immer einen Minimalen Winkel haben soll und nie ganz durchgestreckt werden darf, weil du dir sonst auf Dauer das Gelenk kaputt machen würdest, wenn du das 10.000 gemacht hast, wie der Stoßdämpfer beim Auto. Das ein Fauststoß beim Karate immer einen Kleinen Winkel nach unten hat, das wenn man einen Wassertropfen drauf fallen lassen würde, der Tropfen von der Schulter über den Arm bis zur deiner Faust laufen muss, so das er unten wieder runter tropfen kann. Das sind so Kleinigkeiten die dir das Verständniss leichter machen, und wenn du erst mal verstanden hast wie eine Technik funktionieren muss, ist es auch leichter sie zu üben.
 
Immer wenn ich Trayals Postings zu Iaido lese, hab ich Bock da reinzuschnuppern. Klingt so, als wenn mir das wirklich gefallen könnte. Die Idee schwirrt aber auch schon seit Jahren in mir rum und bisher hab ich nichts in die Wege geleitet. Mein Bruder drängt mich auch immer, wieder mit Escrima anzufangen. Reizt mich beides, trotz oder gerade weil es doch sehr unterschiedliche Disziplinen sind, aber Zeit hätte ich höchstens für eins von beiden.
 
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