Gerade beendet. Super schönes Spiel . <3
Mein lieblings Life is Strange gleich nach dem Erstling. Ist zwar nicht so hoch-dramatisch wie Letzterer und hat weniger dieser Magengruben-Schlag-Momente, die mich damals echt vorm TV haben heulen lassen, aber vielleicht hat es mir auch gerade deswegen so gut gefallen.
Es sind weniger Herzschmerz und Entscheidungen, die einen förmlich zerreißen, sondern es ist eher ein emotionaler Krimi. Spätestens ab Kapitel 3 wollte ich dann auch wissen wie es weiter geht und habe es mehr oder weniger am Stück durchgezogen.
Die Charaktere sind allerliebst, charmant und, dort wo es angebracht ist, angenehm arschig. Alex ist vielleicht sogar die beste LiS Protagonistin bisher. Zauberhafter Charakter. Der übergreifende Plot ist dabei wie gesagt sogar überraschend spannend. Nichts weltbewegendes, aber interessanter Kleinstadtkrimi. Dazwischen gibt es wie gewohnt viele emotionale Geschichten.
Alex' Superkraft kommt in-game auch viel besser rüber als ich nach den Trailern dachte. "Wow, sie ist empathisch und kann ihr Gegenüber manipulieren." Hörte sich für mich jetzt nicht wie 'ne "Kraft" sondern eher nach TV Mentalisten an, die dir für 1,99€ die Minute die Karten legt. Aber nein, im Spiel wird das sehr ordentlich ausgeschmückt und Alex schon fast zur Gedankenleserin, was wiederum für interessante Interaktionen sorgt.
Ansonsten ist es eben Life is Strange, ein Walking- und Talkingsimulator, dessen Gameplay im Grunde nur daraus besteht, sich von Gespräch zu Gespräch zu bewegen. Funktioniert aber. Hat mich gut unterhalten und berührt. Schauplatz und Atmosphäre sind toll, die Gesichtsanimationen trotz stilisierter Comic-Ästhetik verdammt gut und am Ende lässt mich das Spiel, trotz seiner dramatischen Ereignisse und tragischen Geschichten, mit einem wohlig-warmen Gefühl zurück.
Wer auf das Genre steht, wird hier meiner Meinung nach gut bedient.