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Ich muss da auch
@DaBuschi280579 nochmal ansprechen. Du sagtest, ich wäre dir reingefahren im Senna-S. Das war unvermeidbar, weil du mit Geschwindigkeitsüberschuss von außen kamst und auf der Ideallinie geblieben bist, obwohl ich auf der Innenlinie war. Ich hatte keine Chance zu regieren, und selbst wenn ich hätte bremsen können, wären die Beiden hinter mir in mein Heck gefahren.....
Zu Ocon und Verstappen brauchen wir uns sicher nicht verständigen, dass die Schuld ausschließlich bei Ocon liegt.
Einen entscheidenden Punkt hast Du bereits angesprochen. Platz lassen. Wenn wir zu viert am Ende der Start-Ziel in die Kurve gehen, sollte jedem klar sein, dass es eng wird. Das heißt am Ende auch, dass die beiden hinter Dir, halt einfach mal damit rechnen müssen, dass die beiden Autos auf 1 und 2 nicht beide die Ideallinie fahren können und deshalb darauf vorbereitet sein müssen, zu bremsen oder eher vom Gas zu gehen.
Als Du Dich beschwert hast, dachte ich, ich hätte das ausgelöst, weil ich Dir am Ende der Start-Ziel-Geraden ins Heck gefahren bin. Davon hab ich während der Fahrt nichts gemerkt und auch in der Wiederholung nichts feststellen können, daher geh ich davon aus, dass von meiner Seite alles sauber war. In all den nachfolgenden Kurven wurdest Du zum Punchingball der anderen Fahrer und das unnötig. Hier wurde nicht genügend Platz gelassen, sondern voll reingehalten. Zum Platz lassen gehört auch, das Gas mal zu lupfen und sich hinter jemandem einzuordnen, um den Windschatten zu nutzen und bei der nächsten Gelegenheit einen Angriff zu setzen.
Ich gebe Dir Recht, dass auch vorausfahrende Fahrzeuge Platz lassen müssen und antizipieren müssen, dass ein gerade überholtes bzw. ein überholendes Fahrzeug auch entsprechend Platz braucht und man nicht stur auf der Ideallinie beharren kann. Das ist als Vorausfahrender immer etwas schwierig, weil es viel mit Gespür zu tun hat, wo der Gegner sich befindet, weil man den anderen nicht sieht. Als Hinterherfahrender ist das einfacher, weil man den Gegner vor/neben sich sieht.
Am Ende gab es meinen Kommentar während des Rennens nur, weil ich Deine Aussage auf mich bezog. In nachhinein muss ich davon ausgehen, dass ich nicht gemeint war, weil mein Manöver sauber war.
Ich fahre meine Fanatec übrigens mit knapp 500° Lenkwinkel.
Als Tip generell zu den Autos. Wenn Ihr von Untersteuern geplagt seid, dann stellt die Bremsbalance stückweise auf die Hinterachse. Dadurch wird das Auto einlenkfreudiger. Wenn das Heck zu rutschen beginnt, war es zu viel.
Zum Thema Spritsparen:
Einige Fahrer hier sehen es als Behinderung, dass diese Komponente in dieser Saison eine Rolle spielt. Dreht den Blickwinkel doch bitte mal rum und seht es als Erweiterung eures Werkzeugkastens als Rennfahrer. Nur weil ihr es bei anderen Events nicht zwingend braucht, heißt das nicht, dass ihr es nicht dennoch zu eurem Vorteil nutzen könnt. Wenn da zum Beispiel ein Fahrer ist, an dem ihr nicht vorbeikommt, könnt ihr im Windschatten durch Short-Shifting Sprit sparen und verbringt weniger Zeit an der Box und könnt euren Gegner so leicht überholen.
@tomt2002 hatte erschreckenderweise auf Interlagos noch 11% Sprit im Tank, als er an die Box gefahren ist. Der muss sein Auto zwischendurch geschoben haben - brauchte so aber deutlich weniger Sprit.
Zum Thema abbauende Reifen:
Wer als Reifenflüsterer unterwegs ist, hat daraus in aller Regel 2 Vorteile. Zum einen kann er auch mit alten Reifen noch gute und schnelle Runden fahren und zum anderen (und das wollt ich vorher auch nicht wahrhaben) ist er auch auf eine Runde mit frischen Reifen schneller, weil er früher bremst, damit den Scheitelpunkt sauberer erwischt und daher auch früher wieder rausbeschleunigen kann. "Slow in, fast out" ist in Summe schneller und besser für die Reifen als "Fast in, slow out".
Short Shifting braucht etwas Übung, das sehe ich ein. Und ich habe gestern die Kommentare wahrgenommen, dass man dadurch im falschen Gang ist. Das kann ich verstehen, hängt aber primär damit zusammen, dass man durchs Short Shifting früher hochschaltet und dadurch evtl. im 6. Gang anstatt im 5. ist und man gewohnt ist, bei einer Kurve nur schnell 2 Gänge runterzuschalten, sodass man normalerweise im 3. Gang durchfährt und nun ist man im 4. Gang und hat mit Untersteuern zu kämpfen. Das Untersteuern kommt daher, dass ihr zu schnell in der Kurve unterwegs seid und das liegt am 4. Gang. Teil der Übung ist dann auch, zu Erkennen, dass man die Kurve dennoch im 3. Gang fahren sollte.
So war es bei mir so, dass ich auf Lago beim Anbremsen auf die S-Kurven bergauf im 5. Gang unterwegs war, wo ich normalerweise im 4. Gang bin, dann kurz schnell in den 3. Gang schalte, um den Eingang gut zu erwischen. Macht der Gewohnheit hab ich aus dem 5. Gang nur in den 4. geschalten und hab danach die Kiste nicht zum Einlenken bewegen können. Also hab ich in der Runde darauf gezielt in den 3. Gang geschalten und schon hats wieder geklappt. Das ist Teil des Lernprozesses während des Trainings.
Durch all diese Komponenten werdet ihr zu kompletteren Fahrern mit einer größeren Werkzeugkiste während der Rennen. Ich nutze all diese Tools bewusst, während jedem Rennen und analysiere, ob der Einsatz mir einen Vorteil bringt und entscheide dann, ob und wie ich es einsetze.
Ich weiß, dass es nicht immer einfach ist. Durch die andere Liga wurden
@SB Harald und ich und auch
@Zaister gezwungen, diese Tools einzusetzen. Hätten wir letzte Saison nicht gelernt, Benzin durch Short-Shifting zu sparen, wären wir evtl. abgestiegen. Hätten wir diese Saison nicht gelernt, reifenschonender zu fahren, hätten wir bereits jetzt keine Chance mehr auf den Klassenerhalt. Aber im Umkehrschluss hatte es noch einen Effekt - wir sind jetzt viel wettbewerbsfähiger. So bin ich in Lago im 3. Event im Hauptrennen von Platz 13 auf Platz 2 gefahren und hab gestern beide Rennen auf Platz 4 abgeschlossen (im ersten Rennen von Platz 14 gestartet), wo ich in der Vergangenheit mit viel Glück mal nen 5. Platz ergattern konnte und sonst eher um Platz 9 und weiter hinten rangierte. Wir haben die Lücke zu anderen Fahrern verkleinern können und genauso könnt ihr das auch und ich verspreche Euch, dass Euch Racing danach noch mehr Spaß machen wird, wenn ihr seht, dass die Abstände geringer werden.
Und jetzt mal voll im Ernst - ich bin zu Beginn der Saison in die Rennen und habe mich auf Catalunya gefreut, zwei saubere Rennen gefahren und die Plätze 9 und 10 belegt zu haben. In Fuji warens Platz 5 und 7 wegen Fehler anderer Fahrer. Auf Lago der erste Podiumsplatz in Grid 1 aus eigener Kraft herausgefahren von 13 auf 2 - ein geiles Gefühl, aber bis dahin ne Eintagsfliege. Gestern dann die Leistung in Kyoto bestätigt und nun im Wissen, dass ich im vorderen Mittelfeld mitfahren kann und an nem guten Tag evtl. sogar aufs Treppchen komm. Es ist ein ungemein gutes Gefühl, an andere Fahrer sauber und kontrolliert heran- und später auch vorbeizufahren, wo ich letzte Saison noch meilenweit entfernt war. Ohne das gezielte Training von Short-Shifting und sauberer Kurvenfahrt wäre das nie möglich gewesen.
Und macht Euch eines bewusst - die schnellen Fahrer vorn, werden zwar sicher auch hier und da besser, aber die Möglichkeiten sind begrenzt. Frei nach Pareto brauchen die Fahrer vorn 80% ihrer Energie, um die letzten 20% rauszuquetschen. Ihr braucht aber nur 20% eurer Energie, um 80% der Lücke zu schließen.