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KT Kritik an der Kritik - Warum Tests oft nur die Bedürfnisse der Fans reflektieren

  • Ersteller Ersteller Urgs
  • Erstellt am Erstellt am

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Urgs schrieb:
Ob die Spiele sich jemals über diesen anspruchslosen Unterhaltungsstatus erheben werden, steht in den Sternen. Wenn das mal passieren sollte, wird sich auch die öffentliche Auseinandersetzung darüber anders gestalten, da bin ich mir sicher. Bis dahin bleiben Tests wohl nicht viel mehr als mehr oder weniger interessengesteuerte Kaufempfehlungen.

Das ist gut geschrieben. Solange Waffenpornos (selbst das ist noch eine zu nette Beschreibung für Spiele wie MW2) noch die Verkaufscharts dominieren, wird sich an der ganzen Kultur rund um Videospiele nichts ändern!

Solange primitive und oberflächliche Spiele bestens verkauft werden, kann man auch sagen dass die Mehrzahl der Spieler nicht mehr will. Damit verbunden will der Mehrzahl der Spieler auch keine anspruchsvollen Tests oder Reflektionen über die Spiele.

Spieler sind in ihrer Mehrzahl momentan wohl einfach nicht gewillt diese Medienart näher zu betrachten und sich genauer damit auseinander zu setzen.

Aufgrund dieser Mehrzahl an Spielern wird sich auch nichts ändern im Spielejournalismus. Die Leute bekommen das zu lesen was sie lesen wollen. Sie wollen mit Videos abgespeist werden, sie wollen nichts tiefgründigeres über die Spiele erfahren, sie wollen einfach nur ballern.

Ich würde ja gerne inhaltlich tiefgründige Reviews zu Spielen wie "Bioshock 2" oder "Alan Wake" zu lesen. Damit meine ich psychologische Beweggründe des Hauptcharakters, die Reaktion der Welt und Umgebung darauf. Fragen nach dem Warum und dem nicht ganz so Offensichtlichen. Gerade bei Alan Wake war ich auf der Suche nach so einem Test, hatte aber keinen Erfolg. Ich fühle mich einfach nur verarscht wenn ich für solche oberflächlichen Offensichtlichkeiten (was ein Ausdruck) auch noch bezahlen würde. Mit Journalismus hat das leider herzlich wenig zu tun.

Vielleicht liegt es aber daran dass ich und auch viele andere User hier im Forum einfach über dem Alterdurchschnitt der Spieler liegen und damit automatisch höhere inhaltliche Ansprüche haben. Gerade das gefällt mir so an diesem Forum.

Durch den Verkauf von diversen Spielen konnte ich mir Alan Wake letzten Freitag kaufen, interessiert bin ich an dem Spiel erst seit einer Woche oder so. Mich interessiert die Geschichte um einen Schriftsteller der sich in seinem eigenen Roman gefangen fühlt. In dieser Grundidee steckt für mich so unglaublich viel Potential und ich bin gespannt was daraus gemacht wurde. Ich hoffe dass die Action nicht allzu groß sein wird und die inhaltliche Behandlung des Themas tiefgründig genug ist. Ich gehe eigentlich nur mit dieser inhaltlichen Erwartung an das Spiel heran da mich der Hype eigentlich fast kalt ließ.

Und Wertungen von 80-90% finde ich super, damit hoffe ich dem momentanen Mainstreamzeugs zu entgehen (z.B. das Deckungsfeature in vielen neuen Spielen, somit spielt sich jedes Spiel gleich :schreck: )
 
Also hier wird oft darauf geschimpft, dass Videospiele oberflächlich behandelt werden, dass werden doch aber alle Medien, die zur Unterhaltung gemacht werden.

Viele hatten nen harten oder stressigen Tag, und wollen eben etwas anderes, wo sie nicht denken müssen. Kann ich ja irgendwo nachvollziehen.
Es gibt auch Spiele, die das aushelben. So wie Heavy Rain - und das ist wohl alles, was momentan möglich ist.
 
@mouseman: Danke für deinen Beitrag. Bei dir hatte ich jetzt den Eindruck, du hättest wirklich verstanden, worum es mir geht. :bier:
 
Vielleicht entdecken die Publisher ja uns als neue Zielgruppe, für die nächste oder übernächste Generation. :lol:
 
Das wäre schön, vielleicht sollten wie sie auf dieses Forum aufmerksam machen :deal:

Die Realität sieht wohl aber so aus: Noch mehr CoDs, verpackt in immer kundenfeindlichere DRM-Systeme zu immer höherem Preis und ganz viel DLC, als besondere Boni gibts dann noch Verkaufsverbote durch DRM obendrauf, alles verpackt in eine Spielzeit von 2h innerhalb derer man die Geschichte eines umfallenden Sacks Reis in China erlebt :lol:
 
MouseMan schrieb:
Das wäre schön, vielleicht sollten wie sie auf dieses Forum aufmerksam machen :deal:

Die Realität sieht wohl aber so aus: Noch mehr CoDs, verpackt in immer kundenfeindlichere DRM-Systeme zu immer höherem Preis und ganz viel DLC, als besondere Boni gibts dann noch Verkaufsverbote durch DRM obendrauf, alles verpackt in eine Spielzeit von 2h innerhalb derer man die Geschichte eines umfallenden Sacks Reis in China erlebt :lol:

Aber auch das System wird irgendwann implodieren. Wie der Musikmarkt eben auch.
 
Warum sollte das System implodieren?

Tat es der Musikmarkt? Ich denke nicht. Die Charts werden auch heute noch von relativ lapidarer Musik beherrscht, oder? Musik und Filme haben den Vorteil, dass sie viel breiter gefächert sind als Spiele. Solange die "junge" Altersgruppe für den meisten Umsatz sorgt, wird auch diese Zielgruppe am stärksten bedient.

Vielleicht zieht Heavy Rain ein paar Nachzügler nach sich. Vielleicht werden die Entwickler durch den Erfolg des Spiels etwas mutiger. Ich glaube aber nicht, dass wir in zwei, drei Jahren aus den Vollen schöpfen können, was "anspruchsvollere" Spiele angeht.

Was den Journalismus angeht, kann ich MouseMan absolut recht geben. Ich hatte das vor einiger Zeit ja auch gesagt. Die Masse bekommt, was die Masse haben will. Und solange die Medien davon profitieren, wird sich das auch nicht ändern. Ganz im Gegenteil. Mags und Seiten im Netz sind heute in diesem System fest verankert, sie sind ein Zahnrad im Mechanismus. Manchmal gewollt, manchmal nicht. Wer nicht mitspielt, wird geschasst. "Fehler" im System werden nicht akzeptiert. Und wir alle tragen dazu bei, dass es sich nicht ändert. Gerstmann-Affäre, UbiSoft DRM und DLC-Abzocke, Activision-Abzocke, usw... Teilweise kennen wir die Probleme (auch die Kritik, die nichts mit den Medien an sich zu tun hat), aber es bleibt ohne Konsequenzen für die Industrie.
 
Oh Zickilein, hier muss ich Dir mal absolut und vollkommen Recht geben.
Ändern wird sich nichts, es wird wahrscheinlich eher noch "schlimmer" werden.
Das Problem ist halt das die breite Masse es ja so will.
Teure Episoden, Downloadcontent, Zusatzfahrzeuge, stärkere Waffen, Bonusmaps ... und immer wird mit Wonne bezahlt.
Klar, die Schatzkiste lässt sich kein Entwickler entgehen und MS ist ja auch hinterher das die Entwickler sowas am besten gar nicht kostenlos anbieten.
Traurige Entwicklung.
Wenn ein Add-on was kostet und es dementsprechend aufwendig ist bin ich gerne bereit dafür zu zahlen...aber Maps, die man in windeseile im Editor erstellen kann?!
Bei Halo zB finde ich es dann schlimm das man manche Modi gar nicht mehr spielen kann wenn man die Zusatzmaps nicht hat.
Naja und so gehts weiter...man schröpft halt solange wie es akzeptiert wird.
 
Marcello schrieb:
Das Problem ist halt das die breite Masse es ja so will.

Das Problem ist, dass die breite Masse der Erwachsenen keine (storybasierten) Videospiele spielt. Und damit meine ich nicht nur Mutti, sondern auch die Mittzwanziger.

Ich teile auch nicht die Hoffnung der Zicke bezüglich Heavy Rain. Das Spiel hat sich so gut verkauft, weil Sony ein massives Entwicklungs- und Marketingbudget aufgefahren hat, das gegen jede Vernunft gesprochen hat. Sowas kann ein 3rd-Party-Publisher nicht vor seinen Aktionären verantworten.
 
Activision hatte letzte Woche übrigens verkündet, dass das Stimulus Map Pack insgesamt bereits 17 Millionen Mal geladen wurde. Ich wusste garnicht, dass das Hauptspiel so oft verkauft wurde... :ugly:

@ Nas

Wie ich sagte, vielleicht (!) wird es in näherer Zukunft zwei, drei ähnliche Spiele geben. Spiele, die stärker auf Story bauen, die Story und Charaktere in den Vordergrund stellen, nicht das Geballere. Wenn nicht, habe ich Pech gehabt.

Ich weiss nur, dass ich zu Zeiten der XBOX auch im Shooter-Wahn war. Blood & Gore, ballern, usw. Der Rest war mir Schnuppe. Da war ich Endzwanziger. Heute reizt mich das nicht mehr wirklich.
 
Zimtzicke schrieb:
Activision hatte letzte Woche übrigens verkündet, dass das Stimulus Map Pack insgesamt bereits 17 Millionen Mal geladen wurde. Ich wusste garnicht, dass das Hauptspiel so oft verkauft wurde... :ugly:

Die 17 Millionen bezogen sich nicht nur auf das Stimulus Package, sondern auf alle Map Packs ALLER bisher erschienenen CoD-Titel. ;)
 
Bei mir an der Uni spielt praktisch niemand. Da wird vielleicht mal die Wii angeschmissen oder Singstar in die PS2 eingelegt. Ähnlich ist es bei einem Bekanntenkreis außerhalb der Uni.

Das sind Leute, denen Heavy Rain gefallen würde. Aber warum sollten die eine Konsole für ein Spiel kaufen und warum sollten Publisher anspruchsvolle Spiele entwickeln, wenn die Zielgruppe keine Konsole hat? SOny gebührt Respekt, dass sie dieses Dilemma durchbrechen wollen, aber ich bin pessimistisch, dass die zaghaften Versuche reichen.
 
SO pessimistisch sehe ich es nicht.

Vor dem Release von HR hiess es auch, dass das Spiel bestimmt geil wird, sich aber eher schlecht verkaufen wird. Jetzt steuert HR auf die 2 Mio. zu, was schon ein richtiger Erfolg ist. Klar hat Sony hier mit Marketing nachgeholfen, aber es IST eine Zielgruppe vorhanden. Mit CoD 38 wird mannatürlich trotzdem mehr Erfolg haben können...
 
Bei Popcorn-Filmen gibt es ja auch durchaus Kritiken, die kein gutes Haar am Film lassen. Dummerweise a) will der Zuschauer davon nichts hören oder lesen, oder b) der Zuschauer weiss nichtmals, dass es Filmkritiken gibt. Und so schliesst sich der Kreis zu Spielen. ;)
 
Es gibt Kommerz und Anspruch aber in den seltensten Fällen geht das Hand in Hand; das ist bei Literatur, Musik oder dem unsäglichen Fernseheinheitsbrei auch nicht anders - die Masse der Menschen frisst halt nur allzugerne dankbar und kritiklos die Scheiße, die man ihnen als "Schokolade" verkauft!!! :)
 
Art Vandelay schrieb:
Zimtzicke schrieb:
Activision hatte letzte Woche übrigens verkündet, dass das Stimulus Map Pack insgesamt bereits 17 Millionen Mal geladen wurde. Ich wusste garnicht, dass das Hauptspiel so oft verkauft wurde... :ugly:

Die 17 Millionen bezogen sich nicht nur auf das Stimulus Package, sondern auf alle Map Packs ALLER bisher erschienenen CoD-Titel. ;)

Nur der Form halber: du hast natürlich recht, sorry.

Activisions neuster Finanzbericht legt offen, das bis zum ersten Quartal 2010 mehr als 17 Mio. Map-Packs des gesamten CoD-Franchise verkauft wurden. In dieser Rechnung ist das Modern Warfare 2-Stimulus Pack noch nicht enthalten! Bobby „The Money“ Kotick lies verlauten, das man in Zukunft verstärkt in den beliebten Online-Modus bei Shootern investieren wird. Vorrangig DLC's versteht sich. Es darf also damit gerechnet werden, das es auch für „Call of Duty: BlackOps“ DLC's geben wird.

Wie heute bereits an anderer Stelle erwähnt, hat Activision im abgelaufenen Quartal einen Umsatz von 1,308 Mrd. Dollar verbuchen und somit einen Gewinn von 381 Mio. Dollar einfahren können. Die Vorjahresmarken wurden damit deutlich übertroffen(981 Mio. bzw. 189 Mio. Dollar).

Bobby „The Money“ Kotick bzw. Activision, werden auch in Zukunft ihr „Säckel“ immer prall gefüllt haben. Da wird sich auch so schnell nichts dran ändern, aber solang man dafür ein vernünftiges Spiel samt gutem Support bekommt, ist daran auch nichts auszusetzen.

Euer Modern-Warfare2.de Team!
 
Zimtzicke schrieb:
Warum sollte das System implodieren?

Tat es der Musikmarkt? Ich denke nicht. Die Charts werden auch heute noch von relativ lapidarer Musik beherrscht, oder?

Ja, das war auch gar nicht mein Punkt. Mir ging es im letzten Post nicht um Inhalt. Ich würde nicht sagen, dass ab morgen die Leute genug von Shootern haben und das ganze Genre extrem floppen wird.

Mir ging es darum, dass der Kunde irgendwann eine Grenze erreicht, bei der er für das Gebotene nicht mehr zahlen will. Bei Spielen sind wir, wenn ich mir MW2 angucke, noch ein gutes Stück davon weg, aber im Musikmarkt hat diese Umstrukturierung stattgefunden.

Anstatt jetzt 17€ für eine CD zu bezahlen, wo die Hälfte der Titel absoluter Murks sind, haben sich ja andere Möglichkeiten etabliert die selbe CD für 9€ zu beziehen.
 
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