Krass, ich weiß jetzt, wie sich richtiges Rennen anfühlt. Und ich weiß, was ich wohl bisher immer falsch gemacht habe.
Zuerst mal: Ich fahre immer noch Rookie Street Stock, und damit immer noch die beiden Strecken Charlotte und USA International abwechselnd.
Da ich aber diese Serie weiterfahren will, bis ich darin richtig gut bin, und aktuell noch keine Ambitionen habe, was anderes zu fahren, habe ich die letzten Wochen nicht mehr so auf das Schonen bzw. Ausbauen des SR geachtet, sondern bin schon aggressiver gefahren, um auch mal weiter vorne zu landen. Dadurch hatte ich zwar doch einige Incs. gesammelt und auch verurscacht, aber ich habe viel gelernt. Aber die letzten Rennen liefen insg. nicht so gut. Mal war ich zu aggressiv und kam ins Schleudern und/oder habe Unfälle verursacht, mal konnte ich einfach nicht früh genug ausweichen bei Unfällen der anderen. Meine Platzierung war immer im Mittelfeld. Dann habe ich bisschen mehr Zeit aufs Training verwendet und die Rundenzeiten wurden besser. Dann gestern mal wieder ein Rennen gemacht, lief auch alles ganz gut, nur hatte ich am Anfang des Rennens einen kleinen Unfall, und habe dann den Hinweis des Spotters, doch mal in die Box zu fahren, schön ignoriert, weil die Karre soweit ganz gut lief. Hab dann paar Positionen gut gemacht, bevor mir dann 3 Runden vor Schluss tatsächlich der Motor geplatzt ist. Das war es dann. Gelernt habe ich dabei, dass ich auch mal auf die Wassertemp. des Motors schauen sollte, vor allem auch nach einem Unfall.
Die Rundenzeiten waren aber immer noch nicht so wirklich gut. Bin auch beim Qualifying immer im Mittelfeld. Heute dann mal die Runden der anderen analysiert, und festgestellt, dass deren Linie nicht sehr abweicht von meiner, aber es bei den anderen immer bisschen runder aussieht. Mal intensiv nachgedacht und dann ist mir eingefallen, dass ich doch mal gelesen habe, dass die Blickrichtung sehr entscheidend ist.
Ich schaue, grad in den Kurven, nie weit nach vorne, sondern achte hauptsächlich darauf, möglichst nah an die Linie runter zu fahren. Da schaue ich dann auch hin, was ja falsch ist. Man soll ja nach viel weiter vorne schauen.
Also gleich mal ausprobiert und tatsächlich: Meine Rundenzeiten wurden deutlich besser.
Dann heute beim Qualifying tatsächlich schnellster gewesen (im zweiten von drei Splits) und von der Pole gestartet. Nachdem die hinter mir dann auch bisschen Pech mit Unfällen hatten, und ich immer gut ausgewichen bin, war ich tatsächlich ziemlich lange mit großem Abstand zum Zweiten in Führung. Doch dann kam der immer näher und wurde ich oft ausgebremst durch Fahrzeuge, die ich überrunden musste. Jetzt weiß ich endlich, wie sich richtiges Rennen anfühlt. War extrem spannend und anstrengend, aber auch ein schönes Battle über 10 Runden oder so. Vier Runden vor Ende hat er mich dann überholt und so kam ich als Zweiter ins Ziel. Mit dem Start von der Pole und 36 von 40 leading laps war das also mit großem Abstand mein bestes Rennen bisher.
Und krass, was das Ändern der Blickrichtung ausmacht. Hab das im Rennen gemerkt. Die Runden, wo ich das beachtet habe, waren im Schnitt deutlich schneller, als die Runden, bei denen ich absichtlich nicht nach vorne geschaut habe. Grad die Kurvenausfahrten waren deutlich besser und runder.
Rundenzeiten waren nicht mehr ca. viertel bis halbe Sekunde besser, was bei 24 bis 25 Sekunden für eine Runde doch sehr viel ist.