Nachdem ich hie und da wieder mal so etwas im iRacing Thread rumgeschnuppert hatte, überfiel mich am Weekend (Frau ausgeflogen und Kinder im Bett) der Wunsch, dem Ganzen (nochmals) eine Chance zu geben, denn ehrlich: Ich will iRacing lieben und ich weiss, dass es eigentlich mein Ding wäre...
Ich bin zwar ab und an mal ein paar Runden auf der (fantastisch gemachten) Nordschleife gefahren mit den drei Autos, die ich mir mal gekauft hatte (Porsche GT3, BMW Z4 GT3 und Audi 90 GTO), ansonsten aber eher AC und zuletzt auch ab und zu mal wieder DTM (RRE) gefahren. In iRacing hatte ich leider auf den MX5 nie wirklich viel Lust, auch wenn ich weiss, dass dies halt der Einstieg – und im übrigen ein sehr guter – in iRacing ist: Das Fahrzeug ist grundsätzlich sehr einfach zu fahren (hat aber dennoch viel Tiefe) und hat einen angenehmen Speed. Er ist geradezu ideal, sich fahrerisch zu verbessern, denn die eher dürftige Power bedingt eine saubere Rennlinie.
Dann halt: den global mx-5 cup Kalender angesehen – auf der Menukarte steht Summit Point Raceway (kenne ich nicht wirklich...). GT-Rim montiert, H-Shifter kalibriert, Rift angeschlossen und los: Practissession von knapp 30 Minuten gefahren, danach direkt in die Quali/Race Session.
Quali war ich ganz zufrieden: Ohne grosse Vorbereitung auf Platz fünf in einem Split mit 12 Fahrern, das ist doch o.k.
Dann ab ins Rennen: Mein Ziel war Ankommen und keine incs kassieren. Es lief dann aber so gut, dass mich der Ehrgeiz dann und wann packte und ich kurz sogar auf einen Sieg hoffte... Gleich am Start vermochte ich einen Platz gutzumachen. Danach folgte ich geduldig einige Zeit dem Dritten, während das Feld hinter mir die Pace nicht ganz mitgehen konnte – feudale Situation also für das dünne Nervengewand eines Rookies; jetzt einfach die Motivation im Zaum halten und konzentriert bleiben, auch die anderen sind Rookies, d.h. die Wahrscheinlichkeit, dass dieser einen Fehler macht... und da war er auch schon, der Erhoffte Fehler des Vordermanns. Zack vorbei auf P3. Dann fuhr ich ca. 12 von 15 Runden hinter dem Führungsduo her – Abstand konstant um eine bis anderthalb Sekunden. Näher traute ich mich kaum ran, weil das Führungsduo förmlich aneinanderklebte. Ich war mir ziemlich sicher: Früher oder später erwischt es auch da den einen oder bestenfalls gleich beide. Drei Runden vor Schluss war es dann soweit, der eine Kandidat verlor in einer Kurve den Allerwertesten, P2 für mich.
Den Führenden griff ich dann aus verschiedenen Gründen nicht mehr an: Zum einen hatte ich ohnehin den Eindruck, dass der gute Herr ein wenig mit dem erwähnten Opfer auf ehemals P2 und mit mir als dessen Nachfolger spielte. Dies bereits in Anbetracht seiner Qualizeit und auch aufgrund des Umstands, dass er die Führung – so schien es mir – Mitte des Rennens einfach mal so zum Spass abgegeben hatte, nur um sich dann wieder vorbeizukämpfen. Ich glaube, der Junge hätte auch ein gutes Stück schneller können, schien mir jedenfalls nicht gleichermassen am Limit wie wir anderen. Da wollte ich dann nicht auf Biegen und Brechen was riskieren, zumal man ohne deutlichen Speedüberschuss oder einen Fehler des Gegners ohnehin kaum vorbeikommt. Als ich dann auch noch nur mit Müh und Not mein ausbrechendes Heck abfangen konnte (mit einem gefühlten Puls von 180), sah ich es endgültig ein... Und mal ehrlich: Mit P2 war ich mehr als zufrieden und ich denke, dass intelligente Entscheidungen mindestens ebenso zu iRacing gehören wie der Speed an und für sich.
Soweit also ein gelungener Einstand. Schon cool: iRacing gibt einem mit solchen Rennen (gegen andere Noobs) das Gefühl, ein begnadeter Wheelakrobat zu sein (auch wenn man weiss, dass die Pros einem wohl mal eben drei Sekunden pro Runden abgenommen hätten...).
Ich werde jetzt mal versuchen, an einigen Rennen des global mx-5 cups teilzunehmen und mit den Lizenzen vorwärts zu machen. Wo es mal hingehen soll? Keine Ahnung, erstmal die Motivation nicht verlieren und dann weiter sehen... Über kurz oder lang würde mich sicher der Renault 3.5 (ich mag die openwheeler ja ohnehin, aber in der Rift ist das sogar doppeltes Glück – kommt einfach super rüber) oder irgendwas mit GT3 Fahrzeugen interessieren. Der Weg dahin dürfte aber noch ein langer sein und mehr als vielleicht zwei mal zwei Stunden pro Woche möchte ich auch nicht investieren. Da wird man sicherlich kleine Brötchen backen müssen, aber auch das dürfte spassig sein.