Ich habe mir die letzten Tage auch noch ein paar Gedanken zu iRacing gemacht. Dadurch, dass die ganzen, ich nenne sie jetzt einfach mal salopp so, Sim-Pros iRacing fahren, war mir vor dem Antesten einfach bange, dass da alles superprofessionell, schwierig, kompliziert und überhaupt nicht einsteigerfreundlich ist. Jetzt aber, knapp eine Woche nach meinem Einstieg, bin ich geradezu hin und weg wie einsteigerfreundlich iRacing überhaupt ist.
Da durch das Lizenzen-System die schwierigen und schnellen Wagen für Rookies eh weg fallen, ist man gezwungen, sich erstmal mit einem kleinere Moped auseinander zu setzen. In meinem Fall der MX5! Ich habe das auch richtig ernst genommen und bin brav erst Practice, Practice, Practice gefahren, bis ich mich ans erste Quali gewagt habe.
Eben diese Fokussierung auf einen bestimmten Wagen, mit dem man sich vertraut machen muss/soll, erlernt man spielend/fahrend wie iRacing überhaupt aufgebaut ist und genutzt werden kann. Absolut grandios finde ich die Möglichkeit, sich nur auf Road zu konzentrieren und Oval ganz einfach weg lassen zu können! …
Hinzu kommt, dass man als jemand, der nicht jeden Tag 5 Stunden fährt, schon eine Weile braucht um die nächste Lizenz zu ergattern. So macht natürlich auch der kleinste Verlust von Safety Rating enorm weh, was einen wirklich dazu treibt, die entsprechenden Strecken seriös vorzubereiten. Bei mir führt das so weit, dass ich gar kein Rennen fahre, wenn ich merke, dass ich platt oder unkonzentriert bin. Höchstens ein bisschen Practice, wo das Rating ja nicht gezählt wird.
Der Kostenpunkt; 3 Monate kosten aktuell für ein neues Mitglied 12 Dollar. Darin enthalten ist aber bereits der MX5 und ein Grossteil der Strecken, welche man als Rookie für die erste Saison benötigt. Das heisst also 12 Dollar für 3 Monate, in denen man (sofern man seriös und ambitioniert fährt) viele, viele Stunden Spass mit iRacing haben kann. Danach kommt halt die Abo-Verlängerung und die eine oder andere Strecke, wobei ich meine Meinung mittlerweile aber anpassen musste und finde, dass man enorm viel für sein Geld kriegt! Als Vergleich; ein Release-AA-Konsolentitel war bei mir in der Regel nach 2 Monaten durchgespielt und hat mich auch an die 60 Euro gekostet. Damit kommt man bei iRacing in einem Monat wirklich weit … Ich kann also nicht behaupten, dass ich beim Sim-Racen jetzt mehr Geld für Software ausgebe als damals auf der Konsole.
Was mir ebenfalls sehr, sehr gut gefällt ist der Umstand, dass man durch den eher langsamen Aufstieg in den Lizenzen nicht "genötigt" wird Content zu kaufen, der eigentlich noch überhaupt nicht dem Fahrerlevel entspricht. Vermutlich werden zwar im Hintergrund irgendwo die Fäden gesponnen, dass die Streckenauswahl in den verschiedenen Saisons so angelegt ist, dass jeder User zwangsläufig Content kaufen muss, aber bis anhin wurde mir das nicht aufs Auge gedrückt. Und das mag ich!
Das Fahrverhalten muss ich ebenfalls etwas revidieren; es ist nicht exzellent, es ist mitunter das Beste, welches ich in meiner jungen Sim-Karriere bisher erlebt habe. Nichts gekünstelt, keine Popcorn-Effekte, sondern anspruchsvolles, schnörkelloses Fahrerlebnis, welches zu jeder Zeit absolut nachzuvollziehen ist. Gigantisch!
Aktuell fahre ich wie erwähnt im MX5 die Rookie-Saison und noch etwas Skippy. Allerdings scheint das fast schon zu viel zu sein. Bei iRacing empfiehlt es sich wirklich auf einen Wagen und Klasse zu konzentrieren, aber wenn man dann entsprechend Fuss/Reifen gefasst hat, dann spielt das System seine ganze Klasse aus!
Aber auch hier gilt; nicht alles was glänzt, ist verchromt … Ab und an ist in den Rennen schon recht wenig los, heute hatte ich einen ultra aggressiven Fahrer, der mich Safety Rating gekostet hat und an manchen Schlüsselstellen bestimmter Strecken beschleicht mich das Gefühl, dass man den SG künstlich oben halten möchte…
Davon abgesehen; einfach n'Brett das Ding!