Adrian: Was waren eigentlich die Gründe für die Auflösung? Die Meldung kam ja für viele wie aus dem Nichts.
Chris: Das zieht sich eigentlich schon paar Jährchen hin, oder? (schaut zu Horn)
Horn: Angekündigt haben wir es auch schon seit einem dreiviertel Jahr, glaube ich. Anfang des Jahres hatten wir uns entschieden.
Chris: Ja, ich meine, dass alles so ein wenig vor sich hin dümpelte. Ging ja schon eine Weile so. Insofern lag das vielleicht gar nicht so fern. Der eine oder andere hat vielleicht vorher schon drüber nachgedacht. (grinst)
Horn: Ich denke, dass Leuten, die keine Musik machen und nicht in einer Band spielen, gar nicht so klar ist, was im Hintergrund alles passieren muss, dass es funktioniert. Es sind ja nicht nur die 40 Minuten auf der Bühne. Da gehört viel Organisation links und rechts dazu. Und wenn das keiner macht oder sich keiner in der Band dazu berufen fühlt, dann ist es genau das was wir eben haben. Es geht dann quasi bergab. Und wir machen das seit sehr, sehr vielen Jahren. Die Band gibt es seit 1995 an und für sich. Die Leute verändern sich und es gibt andere Sachen. Die Leute haben ihren Beruf gefunden und es gibt einfach andere Dinge im Leben, die Zeit verschlingen.
Chris: Da geht eben echt viel Zeit für drauf. Wir haben es schon echt auf ein Minimum beschränkt. Wir haben in den letzten zwei, drei Jahren nur Konzerte gespielt und wir proben so gut wie gar nicht mehr. Vielleicht mal vor einem Konzert. So sind es eigentlich nur noch die Shows und ein bisschen was nebenbei. Aber da geht halt auch viel Zeit drauf. Wenn wir zum Beispiel wie letztens hinter Hamburg gespielt haben, dann holt man erst Samstagmorgen das Auto ab, dann fährt man nach Mönchengladbach zum Proben, sitzt dann wieder fünf Stunden im Auto, spielt anschließend 40 Minuten, muss dann da irgendwo in der Gülle pennen (lacht) - wobei es in Hamburg noch ganz okay war. Der ganze nächste Tag ist eigentlich auch tot. Dann fährst du wieder nach Mönchengladbach um Leute abzuliefern. Danach musst du das Auto ausräumen und wegbringen. Es gehen also im Prinzip für 40 Minuten Spielzeit zwei komplette Tage drauf. Und wenn du das halt eine ewige Zeit lang machst - bei mir sind es ungefähr achteinhalb Jahre und bei Horn sogar noch mehr - dann wird das irgendwann schon relativ nervig werden. Vor allem, wenn du Konzerte vor 15 Mann spielst und auch noch Backstage pennen musst. Das ist auf Dauer etwas ätzend. Obwohl es natürlich auch sehr geile Konzerte gibt wie hier. Man spielt um die Ecke und ist danach direkt wieder zu Hause. Das ist okay. Aber ansonsten ist es halt schon sehr anstrengend.