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VOTE Habt ihr schon mal einen IQ Test gemacht?

Habt ihr schon mal einen IQ Test gemacht?

  • Nein

    Stimmen: 29 65,9%
  • Ja

    Stimmen: 15 34,1%

  • Umfrageteilnehmer
    44

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Schockierend für mich war nicht nur das ich hochbegabt bin sonder auch die Höhe (nein, ich sag den Score nicht aber als Stichwort "Triple nine"). In einem der vier Komponenten des Wechsler erreichte ich das Ende des Tests. Mehr geht nicht. In dem Bereich kann der Test meinen IQ nicht feststellen, da bräuchte ich einen anderen speziellen Test.

Also erstmal danke für den Text, fand das alles sehr interessant. Trotzdem muss ich hier noch einmal nachfragen, weil ich so Texte öfter auch in Bewerbungen lese. Deine Kollegen haben es also gewusst und dein Test ist extrem hoch, aber was genau kannst du? Performst du im Job besonders gut, hast du ein besonders guten Abschluss?

Ich glaube alles, was du zu den Tests sagst. Aber bis zu dem Punkt, sehe ich den Nutzen nicht, du schreibst auch eher von negativen Aspekten in der Jugend.

Edit: Noch einmal zur Erklärung, ganz ab von dir bin ich immer der Meinung, wenn man das Handwerkszeug hat, aber es nicht anwenden kann, ist dieser Wert wieder absolut nicht aussagekräftig.
 
Zuletzt bearbeitet:
@AryloN

um direkt zu deinem Edit zu kommen - das meine ich mit Potenzial <> Performance. Die höhe deines IQs zeigt erstmal nur dein Potential an.

Mal kurz ausgeholt: Der durchschnittliche IQ liegt bei 100. 2/3 der Bevölkerung haben einen IQ von 85 bis 115. 2,5 % haben einen IQ von 130 (oder höher), 0,1 % hat einen IQ höher als 145 (triple nine - > 99,9 % haben einen niedrigeren).

Das ganze wird über die gaußsche Normalverteilung dargestellt.
Normalverteilung_der_Intelligenz-2-small.jpeg



Stell dir vor, ein Hochbegabter ist jemand der als Auto einen Ferrari geschenkt bekommen hat. Er hat allerdings nie gelernt richtig Auto zu fahren, geschweige einen Ferrari (wir nehmen mal an es ist ein 80iger Jahre Ferrari, der Kupplungs- und Schaltungstechnisch etwas anspruchsvoll ist).


Demgegenüber steht ein normalbegabter, der jedoch mit jede Menge Fleiß sich den Skill eines Formel 1 Rennfahrers erarbeitet hat (lernen). Doch als Auto hat er nur einen netten kleinen Golf. Dennoch fährt er den meisten anderen Autofahrern schlicht davon, denn er weiß wie man optimal schaltet und beschleunigt, in Kurven fährt etc. Natürlich schlägt er auch den hochbegabten in seinem Ferrari, den der kämpft noch damit überhaupt in den nächst höheren Gang zu schalten..


Wenn jedoch der hochbegabte lernt seinen Ferrari zu nutzen, lässt er den Formel 1 Rennfahrer einfach stehen, er wird nie eine Chance haben an ihn heran zu kommen, weil seinem Motor einfach die nötigen PS fehlen, ganz gleich wie sehr er sich bemüht noch perfekter zu Schalten.


Das meinte ich mit dem Vergleich des Maßkrugs zum 0,2 Liter Glas. Es nützt dir gar nichts hochbegabt zu sein wenn du nicht lernst dein Potential auch einzusetzen. Wir alle lernen das primär da wo man das lernen lernt - die Schule. "Leider" ist die Schule allerdings auf die Masse ausgerichtet (ist auch klar, weswegen ich das leider in Anführungszeichen gesetzt habe). Ihr primäres Ziel ist es diese Masse über die Ziellinie zu bekommen. Der Hochbegabte läuft nun Gefahr, sofern er/sie unentdeckt ist, sich im Unterricht zu langweilen und letzten Endes nicht mehr aufzupassen. Das Kind versteht einfach nicht, warum alle so lange für die Aufgaben brauchen, wieso es so viele Wiederholungen gibt und verzieht sich "Schule ist doof". Die Unterforderung beginnt und kann zum sogenannten underachivement führen. Etwas 15 % aller hochbegabten gelten als underachiever. Nun lernt das Kind nix, kommt evtl. mit hängen und würgen durch die Schule und je nachdem dümpelt es weit unter seinem Potential durchs leben. Der Ferrari rostet vor sich hin, hat jede menge Beulen und fährt ständig nur im zweiten Gang mit angezogener Handbremse.


Wenn das Kind aber gefördert wird, Eltern hat die darauf achten dann kann es sein Potential entfalten. Es kann sich Strategien aneignen mit der Langweile zurecht zu kommen. es kann Klassen überspringen, es kann sich außerhalb der Schule anderes Wissen aneignen und ist dann auch in der Regel ein sehr guter Schüler mit entsprechenden Möglichkeiten für die Zukunft. Es hat gelernt den Ferrari richtig einzusetzen und vielleicht wird daraus der nächste Formel 1 Weltmeister (Albert Einstein).


Soweit zu deinem edit - ja, ohne lernen zu lernen ohne Förderung nutzt dir die Superbirne gar nichts. Der Maßkrug bleibt leer, im Gegenteil, Hochbegabte fangen dann sogar an extrem zu leiden, rennen von einer Couch zur nächsten weil sie irgendwie spüren das sie mehr könnten aber einfach nicht wissen wie.


Nun zu mir als Negativ als auch Positiv Beispiel und damit bin ich sogar speziell.


Meine Eltern waren jung als sie mich bekommen haben (Mom war 19). Sie waren gute Eltern, haben sich allerdings nicht wirklich intensiv um mich gekümmert. Das war nach ihrem eigenen bekunden auch nicht notwendig, denn ich war extrem selbstständig. Ich muß kurz einschieben, das ich heute weiß das ich ein sogenannter "Scanner" bin (nicht lachen, ich kann keine Köpfe platzen lassen). Scanner sind hochbegabte die sehr gerne und schnell ihr Interessensgebiet wechseln. D.h. irgendwas finde ich geil, bsp. Astronomie, dann vertiefe ich mich sehr schnell dort rein, bis ich das Thema verstanden habe und dann wird es langweilig. Ich könnte dann zum Experten werden, doch darauf hab ich dann keine Lust, es gibt schließlich soviel zu entdecken. Dazu kommt das ich ein "haptischer Lerntyp" bin. D.h. ich lerne nicht gut aus Büchern, Bildern etc. - sondern ich "fummel". Ich muß Dinge tun , learning by doing.


Beides ist extrem schlecht in unserem Schulsystem umsetzbar. Ich kann mich noch an die erste Klasse erinnern, als wir endlich lesen und schreiben lernten. Am ersten Tag das A, das a, das a, das a "ja verdammte scheiße wann kommen denn endlich die anderen Buchstaben" - da ist man dann auch ganz schnell wieder raus aus der Euphorie. Ich hab mir das lesen dann selbst beigebracht, mit dem Lesebuch in der Hand wollte ich endlich wissen was Donald die Ente in Micky Maus Heft so labert und was Yps so von sich lässt. Nach einem halben Jahr konnte ich vollständig lesen. Schreiben allerdings, naja ich wollte ja keine Comics schreiben. Bis heute meine größte Schwäche - ich hab einfach kein Bock auf Rechtschreibung. Mathe war auch schwierig. Ich schrieb anfangs nur Einsen. Irgendwann war mir nur noch langweilig, ich saß in der letzten Bank und dachte über sonst was nach. Ehrlich gesagt hab ich da regelrecht viel verschlafen. So bekam ich neuen Stoff nicht mit und ehe ich mich versah war ich vom A Kurs in den C Kurs gerutscht (Schulform integrierte Gesamtschule - gruselig). In Deutsch, Englisch ging es genauso - mein Schulleben war wie eine Achterbahn A Kurs -> C Kurs -> B Kurs -> A Kurs hin und her. Traurigerweise hat kein einziger Lehrer als auch meine Eltern mal genau hingeschaut und sich die Frage gestellt "warum schwingt der hier hin und her - da stimmt doch was nicht". Stattdessen kam der Spruch "Du könntest ja mehr, du bist nur Faul".


Letzten Endes schwang ich um einen dreier Schnitt herum, nicht gut, nicht schlecht. Dann kam das Mobbing oben drauf. Ein Mädchen aus meiner Klasse (die Schulschönheit) hatte mich im Visier und zog mich ständig auf. Die Schulbullys (und davon gab es damals sehr viele und sehr üble typen) wollten wohl ihr imponieren und "schossen" sich auf mich ein. Im wahrsten sinne des Wortes hat einer von denen mich mal mit einer Luftpistole beschossen, das Projektil hat mich nur knapp verfehlt und schlug im Baum neben mir ein. Ein Lehrer hat es gesehen und ging einfach weg. Ich wurde beinah täglich geschlagen, Arschtritte, Eiertritte, Schwitzkasten, Backpfeifen, Kopfnüsse. Es gipfelte darin das einer der Bullys im Englisch Unterricht mein Mäppchen nahm und es aus dem Fenster im ersten Stock warf. Als ich dann draußen war und es einsammelte wurde ich von oben mit grünen bespuckt und dann wurde meine Schultasche über mich ausgeschüttet inkl. Tasche die mich am Kopf traf. Dann kam der Lehrer, schaute raus, blaffte mich an was ich da draußen machen würde und schloß das Fenster. Für mich war das dann der Zusammenbruch. Ich habe damals sogar über Suizid nachgedacht (mit 13) und kann nur sagen Domestos schmeckt nicht. Ich ging dann 14 Tage nicht mehr in die Schule und versteckte mich tagsüber. Die Schule war so assi, das es 14 Tage niemanden interessiert, dann kam der Anruf vom Klassenlehrer und das ganze flog auf. Auch da hieß es nur "warum schwänzt du", "wie kannst du nur", "was soll aus dir nur werden" - warum ich das getan habe, hat irgendwie keinen interessiert. Man muß dazu sagen, ich war so autark das ich schon mit 5 Jahren Dosen aufmachen und mir warm machen konnte. Meine Eltern fanden es klasse und ließen mich schon mit 7 Jahren alleine zuhause wenn sie abends weg gingen. "Das Drama des begabten Kindes" - ist ein Bestseller der das ziemlich gut beschreibt.


Ich habe lange gedacht es hätte was mit meinen Klamotten zu tun (ich hab mich irgendwann mit 14 neu eingekleidet und war auf einmal hip und cool), doch heute bin ich der Meinung das ich einfach ab und an ziemlich viele Leute kalt gestellt habe, was die nicht wirklich gut fanden. Vermutlich auch besagtes Mädchen hab ich evtl. mal irgendwann ein Spruch reingedrückt. Ich habe ziemlich gute "Antennen" für die Umwelt und die Menschen um mich herum. Ich bekomme halt einfach mehr mit. Zumindest sagen Freunde von meinen Eltern und auch Familienmitglieder ich wäre ein "furchtbares Kind" gewesen, weil ich ständig alles wissen wollte und umgedreht alles wusste. Meine Tante meinte, ich hätte sie schon mit 5 an die Wand diskutiert und das hat sie mega gefrustet. Mein Onkel konnte mich nicht leiden weil ich mit 6 ihn in 4 gewinnt ständig fertig gemacht habe. Irgendwann war er das Spiel in die Ecke und blaffte meine Mutter an "Dein Sohn bescheißt" - bei 4 gewinnt...


Die Intelligenz war also immer irgendwie sichtbar und speziell meine Mutter war auch immer der Meinung das ich "sehr intelligent" sei - ja hat aber auch nichts wirklich daran gefördert. Ich hab mich dann durch die Schule geschlagen und fing eine Bürokaufmann Ausbildung an - da machte es dann klick. Ich hab mir in der Berufsschule gesagt "Hey, du wirst nun bezahlt, da kannst du auch mal aufpassen" und nur mit aufpassen schrieb ich dann eine Eins nach der anderen. Es gab mal eine Mitschülerin die sich beim Lehrer über mich beschwerte weil "der übt nie und schreibt dennoch eine eins, das wäre unfair" worauf der Lehrer nur meinte "manchen ist es eben einfach gegeben". Ich hab dann meine Ausbildung nach 2,5 Jahren vorzeitig wegen der guten Zwischenprüfung beenden können. Doch während der Ausbildung merkte ich, das mich der Job eher langweilt. Mit einem Mitschüler entschied ich mich doch noch mein Fachabitur zu machen. Dank der Ausbildung kann man das in einem Jahr machen anstatt in zwei. Ich wollte was mit Computern machen (war damals in einer Amiga Democrew) und machte mein Fachabitur in Informatik. Wenigstens hier unterstützen mich meine Eltern dann und waren auch sichtlich stolz. Speziell mein Vater fand es spitze das ich studieren wollte. Ich hab dann Informatik an der Fachhochschule begonnen und parallel als "IT Dödel" in der Firma gearbeitet in der ich meine Lehre gemacht hatte. Eines Tages kam mein damaliger Chef zu mir und bat mich ein Konzept für eine moderne IT Struktur für die ganze Firma (100 MA, 100 Mio DM Umsatz) zu erstellen. Ich hab dann eine kpl. IT designt und mit ihm gemeinsam Preise eingeholt. Er hat es dann dem Vorstand vorgestellt und dann kam die Frage "willst du das umsetzen oder weiter studieren?". Da ich das IT Studium stinklangweilig fand (Informatik war zu einfach, Mathe und Physik dafür die Hölle - da fehlten mir einfach Grundlagen) sagte ich ja und schmiss mein Studium und setzte zum Jahr 2000 meine IT Idee für das Haus um. Das war ein Mega Projekt für mehrere Million DM. Das ging so weit das wir sogar das Rechenzentrum neu aufbauten - also den Raum, mit Brandschutzverordnung etc. Nebenbei programmierte ich ein Informationssystem für das Marketing das auf einer Oracle Datenbank basierte.


Als ich mit dem Projekt fertig war, war ich ziemlich hungrig. Glücklicherweise hatte ich noch aus Schulzeiten Kontakte zu einer großen Fondsgesellschaft bei der ich mal gejobbt hatte. Die fanden mich wohl ziemlich gut, kannten meine Mutter und fragten immer mal wieder interessiert nach was ich so mache. Irgendwann lud mich deren IT Chef mal zu einem Gespräch ein und bot mir instant einen entsprechenden Job in der IT an. Ich habe dann dort als Datenbankadministrator angefangen. Das war mein Einstieg in die Bankenkonzern Welt. Dort war ich dann DBA, dann Datendesigner, Daten Architekt, Senior Developer bis ich dann vor über 10 Jahren zur Konkurrenz gewechselt bin. Dort als Enterprise Datenbankarchitekt für die gesamten Datenbankwelt des Konzerns verantwortlich war. Neuerdings erfinde ich mich aber neu, hab meine Rolle als Führungskraft niedergelegt und bin in die IT-Sicherheit gewechselt. Ich war einfach wieder an einem Ende angekommen, an dem mir einfach langweilig war. Eine Eskalation ist wie die andere, alles ist gleich. Da braucht es manchmal einen Refresh. Nun muß ich wieder ganz viel unbekanntes lernen und baue dort eine ganzes Gebiet neu auf. Mein spezieller Skill ist, das ich einfach einen Riecher für IT habe. Ich erkenne Muster in Abläufen auf eine ganz natürliche Art. Ich "ahne" wenn etwas nicht richtig läuft und weiß auch oft woran es liegt. Ich kann jedes Problem lösen, ich hab noch kein Problem nicht lösen können.

Einer der besten SQL Server Spezialisten weltweit (in den Top 10 bei Microsoft) meinte mal zu mir, ich hätte das seltene Talent IN die Maschine sehen zu können. ich wüsste was im Kern abläuft. Das wäre extrem selten und wenn ich mal einen Job bräuchte, müsste ich ihn nur anrufen (Kroatien ist mir aber zu weit für einen Umzug).


So gesehen hatte ich ein furchtbar schlechten Start (Schulzeit) hab mich aber selbst dort irgendwie in die richtige Bahn gebracht. Gelte deshalb nicht als underachiver. Es war allerdings stellenweise sehr anstrengend und das nicht wissen warum ich angeblich so genial bin mich aber selbst als gar nicht genial sehe sondern eher als jemand der "immer Glück" hatte, hat mich immer extrem beschäftigt. Mein meistgedachter Satz war "was stimmt nicht mit dir". Das nennt sich das "Alien Gefühl" und ist bei hochbegabten weit verbreitet. Man gehört eben zu einer Minderheit und findet selten "Gelichgesinnte" die nachvollziehen können wie es einen geht.


Das ist dann auch der letzte Teil in diesem sehr sehr langen Text (Sorry). Die psychischen Probleme die ich so mit mir herumschleppe. Ganz klar meine Schulerfahrung hat extreme Narben hinterlassen, die ich nie richtig heilen konnte da ich einfach nicht wusste was mit mir los ist. Ich verstehe viele Dinge in der Welt einfach nicht, bin mega naiv, gutgläubig und verstehe quasi nicht warum Menschen manchmal solche Arschlöcher sein können. Das sind grade in Konzernen nicht immer ideale Voraussetzungen. Ein Chef hat mich mal so extrem ausgenutzt das ich in einen Burnout landete (heute weiß ich das es eine Kombination aus Burnout (masse) und boreout (immer dasselbe) war). Eine lange Gesprächstherapie folgte und die gute Dame (nicht ihre Schuld) dachte zwischendurch das ich bipolar bin und oder unter Schizophrenie leide. Nur weil ich "Stimmen" hörte. Ich versuchte ihr zu erklären das dies keine echte Stimmen sind sondern meine inneren Monologe, die doch ganz normal wären. Mittlerweile ist mir klar, das zwar viele den inneren Monolog kennen aber nicht das dieser sich teilweise in sieben Personen mit unterschiedlicher Tonlage und Bildern abspielt. Das ist kurioserweise etwas was viele höchstbegabte berichten. Wenn ich mich mit Leuten unterhalte, beobachte ich nicht nur mein gegenüber sondern auch mich selbst aus einer Art übergreifenden Perspektive. Ich sehe mich quasi selbst von außen sprechen und wie ich mich gebe, sowie die Reaktionen die ich auslöse. Auch das ist wohl völlig normal, klingt aber für eine Therapeutin mitunter...naja „Speziel“.


Mir fehlten einfach in der Vergangenheit gelichgesinnte mit denen ich mich hätte als Bezugspunkt vergleichen können. Die folge daraus ist, das ich bis heute eigentlich nicht so richtig weiß wer ich eigentlich wirklich bin. Was bin ich, was ist Anpassung an meine Umwelt um nicht aufzufallen, keine verpasst zu bekommen. Ich habe mich oftmals sehr allein gefühlt, obwohl ich viele Freunde habe/hatte. Zum Glück ist meine Frau auch nicht auf den Kopf gefallen, hat aber ewig gedauert die „Richtige“ zu finden.


Die Denkmaschinen lässt sich auch nie abschälten "Racing Thoughts" nenne die Amerikaner das. Wenn ich mal wieder nicht einschlafen kann weil das Gedankenkarusell alles mögliche noch durchdenken will. Es gibt noch vieles was einfach bei mir anders abläuft als bei anderen. Bis ich zur Mensa kam, kannte ich kaum jemanden der das nachvollziehen konnte.
 
Ich finde den Text sehr interessant, vielen Dank :) Du hast später wirklich was aus dir gemacht, dazu gehört wirklich viel, gerade wenn die Förderung zum Start sehr schlecht war.

Dieser Abschnitt bezieht sich jetzt wieder nicht direkt auf dich, sondern auf diese ganze Thematik Förderung:

Viele Menschen mit einem hohen IQ erzählen, was sie alles könnten, wie groß das Potential ist und das - bei voller Ausschöpfung - keiner mithalten könnte. Ich glaube nicht, dass das der Ansatz ist. Selbst wenn das Potential da ist, wird die Psyche vielen einen Strich durch die Rechnung machen, Druck zu groß werden, Aufgaben zu langweilig etc. Sind so Leute wirklich ein Ferrari? Oder ein VW mit einem sehr starken Motor oder guter Elektronik.

Grundsätzlich sollte man die Einschätzung von anderen Leuten auch immer einordnen. Ich bin z.B. sehr gut im Kalenderrechnen, sagst du mir einen Tag, kann ich dir recht schnell den Wochentag sagen. Damit kann man viele beeindrucken, es hat aber keine Aussagekraft für den Beruf oder sonstige Aktivitäten. Ich bin im Arbeitsleben einfach so geerdet das ich weiß, am Ende ist es wichtig, dass man auch Sachen durchzieht, psychisch belastbar ist, Zusammenhänge erkennt und seinen Weg geht. Ich würde den Golf einstellen.

Ergo die Diskussion ist sehr interessant, aber auf der anderen Seite wirkst du auch nicht 100 % glücklich und daher fällt es mir schwer zu sagen, dass ich nach dem Text das Gefühl habe, das es hier wirklich um Potential geht. Du erzählst eher, wieso manche Dinge NICHT gehen.
 
Zuletzt bearbeitet:
@AryloN

Natürlich spielen viele Faktoren eine Rolle ob du dann der Überflieger wirst. Ließ dir das geschriebene nochmal durch. Ich schrieb
. Es hat gelernt den Ferrari richtig einzusetzen und vielleicht wird daraus der nächste Formel 1 Weltmeister (Albert Einstein).

D.h. mit dem Potential kannst du evtl. Mit noch vielen anderen weiteren Faktoren ein Genie sein/werden.

Aber das ist dennoch nur wenigen vergönnt und kein Automatismus.

Ansonsten, um bei dem Beispiel zu bleiben, fährst du mit dem Ferrari, so wie ich meist nur durch den Stadtverkehr. Im Sprint bist du dann im Vorteil, bis zu nächsten roten Ampel. Das ständige beschleunigen und abbremsen kostet jedoch Energie. Unterm Strich kann der Golf Fahrer besser durch den Stadtverkehr fahren weil sein Auto und Fahrweise einfach besser zur Umwelt (Stadt) passen.

So geht es mir. Ich fahr mein Ferrari selten aus weil ich in der Stadt (Konzern) beruflich unterwegs bin. Ich kann da nicht ungehemmt Durchballern, weil da viele andere Autofahrer unterwegs sind. Am besten geht es wenn ich mich an das Tempo der anderen anpasse. Mach ich das nicht, verbrauche ich viel Energie, bin genervt und alle anderen sind von mir genervt.


Hochbegabte verarbeiten Informationen schneller, das bedeutet aber auch das sie mehr Informationen in sensorischen Sinne verarbeiten. Gute wie auch schlechte.

Dinge die andere nicht wahr nehmen, bekomme ich stärker mit. Wenn ich in einem Restaurant sitze Folge ich nicht nur dem Gespräch an meinem Tisch sondern auch die an den anderen Tischen. In meinem Büro Saßen von meinem Team vier Kollegen mit ihm Raum und wenn jeder von den Kollegen mit einem Kunden sprach (im Raum) dann kann ich jederzeit in jedes dieser Gespräche mit einsteigen obwohl ich selbst an einer eigenen Aufgabe saß. Das sorgt bis heute für Irritationen.

Doch auch negative Gefühle erlebe ich stärker. Bin ich down, dann kann die Welt ruhig untergehen. Der Wechsel zwischen diesen Gefühlen kann sehr schnell gehen. Es gibt bei hb's deshalb öfters Mal die Fehldiagnose bipolare störung.

Von daher nochmals im kurzen: es ist weder super toll so eine Superbirne zu haben, noch super scheiße. Es ist kein Garant für ein glückliches erfolgreiches Leben. Es hängt, und das hast du gut erfasst, von vielen Faktoren ab die nicht nur am IQ hängen.

Wie vieles im Leben kommen Vorteile nicht ohne Nachteile. Doch wenn mich jemand fragen würde ob ich lieber weniger IQ hätte, wäre meine Antwort das ich dann nicht mehr ich wäre. Ich wäre jemand anderes und das kann ich mir beim besten Willen und noch soviel IQ nicht wirklich vorstellen.
 
@AryloN


Wie vieles im Leben kommen Vorteile nicht ohne Nachteile. Doch wenn mich jemand fragen würde ob ich lieber weniger IQ hätte, wäre meine Antwort das ich dann nicht mehr ich wäre. Ich wäre jemand anderes und das kann ich mir beim besten Willen und noch soviel IQ nicht wirklich vorstellen.

Am Ende ist es doch wichtig, dass du happy bist. Klingt zumindest so, als gehst du in der Rolle auf:D Ob du jetzt eine "Superbirne" hast, kann ich nicht beurteilen, aber interessant zu lesen ist es sicher :)
 
Ich stelle mir das sehr anstrengend und belastend vor, fast ständig das Gas zurückhalten zu müssen und unterhalb des optimalen Betriebspunktes laufen zu müssen.
Da bin ich froh, dass meine Synapsen grundsätzlich im optimalen Betriebsmodus bei bestem Wirkungsgrad tuckern und dabei gefühlt 50% der Leute um einen herum blöder und 50% gscheiter zu sein scheinen, als man selbst ist.
 
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