@Bexter: Hast bei jedem Post hier meine 110%ige Zustimmung. Seh ich alles genauso!
Was ich interessant finde, ist die Antwort "ich hab nix gegen Schwule, solange sie mich nicht anmachen". Hört man sehr sehr oft. Wenn die Frage nach unattraktiven Mädels gestellt würde, dann käme der Satz garantiert fast nie. Warum sollte man denn etwas dagegen haben von einem Homosexuellen angemacht zu werden? Das kann man doch leicht klar stellen und zurück weisen und auch darüber freuen, dass ein anderer Mensch einen attraktiv findet. Ist doch ne super Sache. Ich freu mich doch auch von nem Mädel auf das ich überhaupt nicht stehe ein Kompliment zu bekommen. Von einem homosexuellen "angemacht" zu werden und gleichzeitig nicht homosexuell zu sein, scheint als aggressive Handlung verstanden zu werden und provozierend zu wirken.
Wenn jemand natürlich aufdringlich ist, dann hat das nichts mit der sexuellen Orientierung zutun.
Nur auf Schwule bezogen denke ich, dass die Probleme in der Gesellschaft weniger auf die Sexualität Anderer und viel mehr auf die Bedrohung der eigenen sexuellen Identität Bezug nehmen. Schwul und Schwuchtel ist schon in den unteren Schulklassen gängiges Schimpfwort. In der Pubertät wird herausgearbeitet, welche Position das eigene Geschlecht hat. Dank der Machokultur müssen Männer dominant, stark und potent sein. Homosexualität wird zum Gegenbild stilisiert (was lustig ist, weil alle diese Attribute auf jeden Mann willkürlich zutreffen oder weniger zutreffen können). Wenn dieses Gegenbild plötzlich akzeptiert werden soll fühlen sich die meisten bedroht. Man liest hier auch ständig dieses Gefühl von Bedrohung, von "angemacht werden", "nicht vor mir" oder "Finger weg lassen" usw. Das ist nichts Persönliches und soll eigentlich auch keinen Ausgrenzen, sondern ein Abwehrmechanismus der verhindern soll das Eigenbild in Frage zu stellen. Und daraus könnte man Folgern, Kerle die sich von Homosexualität bedroht fühlen sind in ihrer eigenen Geschlechterrolle nicht gefestigt. Ab dem Punkt denken sich die meisten "jaja laber wer was gegen Schwule hat ist selbst schwul blabla alles schon gehört". Das will ich damit nicht sagen. Nicht die sexuelle Vorliebe für ein Geschlecht ist unbefestigt, die Sichtweise auf die eigene Rolle ist es. Welche Werte soll ich verkörpern? Sind das meine Werte, oder nur gesellschaftlich aufgezwungene? Habe ich jemals eigene Werte entwickelt? Ist meine Sexualität (nicht der Bezug auf ein Geschlecht sondern allgemein die Art des Sexuallebens) das, was ich will oder das was von mir erwartet wird?
Ich will keinem Böswilligkeit unterstellen, aber gesellschaftliche Codes die homosexualität negativ belasten sind weiter verbreitet als man denkt. Das fängt bei Schwul als Kraftausdruck an, geht über die Männerfantasie von zwei heißen Lesben (die in manchen Fällen sogar vom Mann bekehrt werden) in der Pornografie bis zur Unterscheidung von "schwul" und "normal". Und kommt mir nicht mit "in der heutigen Zeit". Im Profisport, allen Vorran in der Männerdomäne Fußball, ist Outing ein riesiges Problem! In wievielen Mittelstufen habt ihr schon geoutete Jugendliche erlebt? Glaubt ihr wirklich in euren 100erte Schüler starken Jahrgängen war keiner dabei der wusste das sie/ er homosexuell ist? Ich halte mich für sehr aufgeklärt und tollerant erzogen. Trotzdem war es bei mir gängig Schwul als Schimpfwort zu benutzen, ohne das ich je etwas gegen Schwule gehabt hätte. Es ist garnicht so lange her, dass ich mir das abgewöhnt habe. Bei Kerlen in meinem Alter (24) ist das aber noch relativ normal ab und zu "Schwuchtel" ohne Zusammenhang zur Wortbedeutung zu sagen. Mich nerven solche Sachen, also nicht nur das jetzt sondern auch die vielen, gesellschaftlich akzeptierten Verhaltensweisen die absolut widerlich sind und einzelne Gruppen ausgrenzen. Die Meisten davon üben wir täglich aus und merken es nichtmal.
PS: Im aufgeklärten 2012 ist die Diskussion über eine Frauenquote in der Wirtschaftswelt immernoch nötig und die Gehältner sind noch weit voneinander entfernt. So viel zu unserer Generation.
Was ich interessant finde, ist die Antwort "ich hab nix gegen Schwule, solange sie mich nicht anmachen". Hört man sehr sehr oft. Wenn die Frage nach unattraktiven Mädels gestellt würde, dann käme der Satz garantiert fast nie. Warum sollte man denn etwas dagegen haben von einem Homosexuellen angemacht zu werden? Das kann man doch leicht klar stellen und zurück weisen und auch darüber freuen, dass ein anderer Mensch einen attraktiv findet. Ist doch ne super Sache. Ich freu mich doch auch von nem Mädel auf das ich überhaupt nicht stehe ein Kompliment zu bekommen. Von einem homosexuellen "angemacht" zu werden und gleichzeitig nicht homosexuell zu sein, scheint als aggressive Handlung verstanden zu werden und provozierend zu wirken.
Wenn jemand natürlich aufdringlich ist, dann hat das nichts mit der sexuellen Orientierung zutun.
Nur auf Schwule bezogen denke ich, dass die Probleme in der Gesellschaft weniger auf die Sexualität Anderer und viel mehr auf die Bedrohung der eigenen sexuellen Identität Bezug nehmen. Schwul und Schwuchtel ist schon in den unteren Schulklassen gängiges Schimpfwort. In der Pubertät wird herausgearbeitet, welche Position das eigene Geschlecht hat. Dank der Machokultur müssen Männer dominant, stark und potent sein. Homosexualität wird zum Gegenbild stilisiert (was lustig ist, weil alle diese Attribute auf jeden Mann willkürlich zutreffen oder weniger zutreffen können). Wenn dieses Gegenbild plötzlich akzeptiert werden soll fühlen sich die meisten bedroht. Man liest hier auch ständig dieses Gefühl von Bedrohung, von "angemacht werden", "nicht vor mir" oder "Finger weg lassen" usw. Das ist nichts Persönliches und soll eigentlich auch keinen Ausgrenzen, sondern ein Abwehrmechanismus der verhindern soll das Eigenbild in Frage zu stellen. Und daraus könnte man Folgern, Kerle die sich von Homosexualität bedroht fühlen sind in ihrer eigenen Geschlechterrolle nicht gefestigt. Ab dem Punkt denken sich die meisten "jaja laber wer was gegen Schwule hat ist selbst schwul blabla alles schon gehört". Das will ich damit nicht sagen. Nicht die sexuelle Vorliebe für ein Geschlecht ist unbefestigt, die Sichtweise auf die eigene Rolle ist es. Welche Werte soll ich verkörpern? Sind das meine Werte, oder nur gesellschaftlich aufgezwungene? Habe ich jemals eigene Werte entwickelt? Ist meine Sexualität (nicht der Bezug auf ein Geschlecht sondern allgemein die Art des Sexuallebens) das, was ich will oder das was von mir erwartet wird?
Ich will keinem Böswilligkeit unterstellen, aber gesellschaftliche Codes die homosexualität negativ belasten sind weiter verbreitet als man denkt. Das fängt bei Schwul als Kraftausdruck an, geht über die Männerfantasie von zwei heißen Lesben (die in manchen Fällen sogar vom Mann bekehrt werden) in der Pornografie bis zur Unterscheidung von "schwul" und "normal". Und kommt mir nicht mit "in der heutigen Zeit". Im Profisport, allen Vorran in der Männerdomäne Fußball, ist Outing ein riesiges Problem! In wievielen Mittelstufen habt ihr schon geoutete Jugendliche erlebt? Glaubt ihr wirklich in euren 100erte Schüler starken Jahrgängen war keiner dabei der wusste das sie/ er homosexuell ist? Ich halte mich für sehr aufgeklärt und tollerant erzogen. Trotzdem war es bei mir gängig Schwul als Schimpfwort zu benutzen, ohne das ich je etwas gegen Schwule gehabt hätte. Es ist garnicht so lange her, dass ich mir das abgewöhnt habe. Bei Kerlen in meinem Alter (24) ist das aber noch relativ normal ab und zu "Schwuchtel" ohne Zusammenhang zur Wortbedeutung zu sagen. Mich nerven solche Sachen, also nicht nur das jetzt sondern auch die vielen, gesellschaftlich akzeptierten Verhaltensweisen die absolut widerlich sind und einzelne Gruppen ausgrenzen. Die Meisten davon üben wir täglich aus und merken es nichtmal.
PS: Im aufgeklärten 2012 ist die Diskussion über eine Frauenquote in der Wirtschaftswelt immernoch nötig und die Gehältner sind noch weit voneinander entfernt. So viel zu unserer Generation.



Da würde ich mich unwohl fühlen...