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Verbrechen der Nazis: Fühlt ihr euch schuldig?

Fühlt ihr euch schuldig?

  • Ja

    Stimmen: 4 2,4%
  • Nein

    Stimmen: 166 97,6%

  • Umfrageteilnehmer
    170

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Achtung, möglicherweise provokant:

Urgs schrieb:
Ich hab geschrieben, "in der Dimension und Ausführung" einmalig und das bleiben die Nazi-Verbrechen imo auch, trotz Stalin. Allein schon, weil die Mord-Maschinerie der Nazis das alles in sehr wenigen Jahren fabrizierte.

Das ist schon richtig, aber imo hat dieser Umstand wenig bis nichts zu bedeuten. Er lässt nämlich die berechtigte Frage zu, ob es denn weniger schlimm gewesen wäre, wenn die Nazis ihr Tun über den doppelten Zeitraum bei gleichbleibender Opferzahl und weniger industrieller Effizienz durchgeführt hätten.

Anscheinend ja, denn was Stalin, Mao, die Roten Khmer, die Japaner, das Immigrantenpack, welches sich heute Amerikaner nennt und viele weitere im Lauf der Geschichte angerichtet haben, ist ja anscheinend niemals so schlimm, wie das, was die Nazis gemacht haben. Denn die Nazis haben die Juden in Züge gesetzt, nach Auschwitz gefahren und dort im Fließbandverfahren gekillt. Mann, was war das viel schlimmer. Hätten sie sich mal anständiger Erschießungskommandos oder des Stricks bedient. Hätte zwar länger gedauert, aber wenn man 6 Mio Opfer zeitlich etwas streckt, dann ist das schon wieder weniger schlimm.

Und ich weiß, dass das jetzt sehr zynisch klingt, aber auf Opferzahlen ist geschissen. Opferzahlen repräsentieren lediglich die verfügbare Technologie. Heute kann man mit einer einzigen Bombe das erreichen, wofür man vor 300 Jahren noch ein 50.000 Mann starkes Heer benötigt hat. Der erste Weltkrieg war ein absoluter Schock, weil die Technologie nie gekannte Massaker ermöglichte. Was hier ein MG in wenigen Sekunden anrichtete, dafür musste eine komplette Schützenreihe unter dem alten Fritz noch lang dran stricken. Der zweite Weltkrieg toppte den ersten gleich noch mal locker - ebenfalls aufgrund technischen Fortschritts. Und hätten sie zu Zeiten der Pest schon Züge und Gaskammern gehabt, dann wären die Juden dort auch scharenweise eingefahren. Immerhin hatten sie ja die Brunnen vergiftet.
Auch der Rest - KZs, Ghettos etc. - alles keine Erfindung der Nazis, sondern mit freundlicher Unterstützung ihrer katholischen Kirche eingeführt. Das gab es alles schon seit ewigen Zeiten. Die Nazis hatten halt nur bessere Möglichkeiten zur Umsetzung. Und das gab es nicht nur bei/für Juden sondern auch bei vielen anderen Gruppen, die irgendwann das Pech hatten, den Zorn einer Obrigkeit auf sich zu ziehen, oder einfach nur nicht schnell genug den Kopf eingezogen zu haben, als man einen Sündenbock für irgendwas brauchte...oder dämlicherweise auf einem Flecken Land hockten, dass den Langnasen gefiel, wie es den Indianern passiert ist.
Aber mit Armbrust, Pike, Schwert und Vorderlader lässt sich eben nicht soviel Schaden anrichten wie mit einem gut ausgebauten Schienennetz und einem ausreichenden Vorrat an Zyklon B. Aber unterm Strich: 1 Mio Tote sind 1 Mio Totel, egal ob sie auf einen Schwung von der Klippe gekarrt, oder in kleinen Grüppchen von 20 Mann peu á peu abserviert wurden.

Für mich persönlich gibt es hier keine nennenswerten Unterschiede bzgl. der Qualität diverser Verbrechen. Völlig egal, ob es rassistische, religiöse oder politische Verbrechen waren - jedes einzelne geht weit über das hinaus, was ein klar denkender Mensch im Grunde erfassen kann. Und doch ist es wieder und wieder und wieder passiert. Wir Deutschen haben mit der Zeit von '33 - '45 unseren eigenen Schandfleck im Poesiealbum stehen. Viele andere haben den auch. Und ich persönlich weigere mich hier sogar, die deutschen Taten auf ein Podest zu heben, weil man im Umkehrzug statt von Relativierung auch von Verharmlosung sprechen könnte - Verharmlosung der anderen Verbrechen. Oder soll ich einem nordkoreanischen Gulag-Opfer sagen, dass er/sie sich mal nicht so anstellen soll, denn bei den Nazis wäre es noch viel schlimmer gewesen?
 
Glod schrieb:
Achtung, möglicherweise provokant:

Urgs schrieb:
Ich hab geschrieben, "in der Dimension und Ausführung" einmalig und das bleiben die Nazi-Verbrechen imo auch, trotz Stalin. Allein schon, weil die Mord-Maschinerie der Nazis das alles in sehr wenigen Jahren fabrizierte.

Das ist schon richtig, aber imo hat dieser Umstand wenig bis nichts zu bedeuten. Er lässt nämlich die berechtigte Frage zu, ob es denn weniger schlimm gewesen wäre, wenn die Nazis ihr Tun über den doppelten Zeitraum bei gleichbleibender Opferzahl und weniger industrieller Effizienz durchgeführt hätten.

Anscheinend ja, denn was Stalin, Mao, die Roten Khmer, die Japaner, das Immigrantenpack, welches sich heute Amerikaner nennt und viele weitere im Lauf der Geschichte angerichtet haben, ist ja anscheinend niemals so schlimm, wie das, was die Nazis gemacht haben. Denn die Nazis haben die Juden in Züge gesetzt, nach Auschwitz gefahren und dort im Fließbandverfahren gekillt. Mann, was war das viel schlimmer. Hätten sie sich mal anständiger Erschießungskommandos oder des Stricks bedient. Hätte zwar länger gedauert, aber wenn man 6 Mio Opfer zeitlich etwas streckt, dann ist das schon wieder weniger schlimm.

Und ich weiß, dass das jetzt sehr zynisch klingt, aber auf Opferzahlen ist geschissen. Opferzahlen repräsentieren lediglich die verfügbare Technologie. Heute kann man mit einer einzigen Bombe das erreichen, wofür man vor 300 Jahren noch ein 50.000 Mann starkes Heer benötigt hat. Der erste Weltkrieg war ein absoluter Schock, weil die Technologie nie gekannte Massaker ermöglichte. Was hier ein MG in wenigen Sekunden anrichtete, dafür musste eine komplette Schützenreihe unter dem alten Fritz noch lang dran stricken. Der zweite Weltkrieg toppte den ersten gleich noch mal locker - ebenfalls aufgrund technischen Fortschritts. Und hätten sie zu Zeiten der Pest schon Züge und Gaskammern gehabt, dann wären die Juden dort auch scharenweise eingefahren. Immerhin hatten sie ja die Brunnen vergiftet.
Auch der Rest - KZs, Ghettos etc. - alles keine Erfindung der Nazis, sondern mit freundlicher Unterstützung ihrer katholischen Kirche eingeführt. Das gab es alles schon seit ewigen Zeiten. Die Nazis hatten halt nur bessere Möglichkeiten zur Umsetzung. Und es gab es nicht nur bei/für Juden sondern auch bei vielen anderen Gruppen, die irgendwann das Pech hatten, den Zorn einer Obrigkeit auf sich zu ziehen, oder einfach nur nicht schnell genug den Kopf eingezogen zu haben, als man einen Sündenbock für irgendwas brauchte...oder dämlicherweise auf einem Flecken Land hockten, dass den Langnasen gefiel, wie es den Indianern passiert ist.
Aber mit Armbrust, Pike, Schwert und Vorderlader lässt sich eben nicht soviel Schaden anrichten wie mit einem gut ausgebauten Schienennetz und einem ausreichenden Vorrat an Zyklon B. Aber unterm Strich: 1 Mio Tote sind 1 Mio Totel, egal ob sie auf einen Schwung von der Klippe gekarrt, oder in kleinen Grüppchen von 20 Mann peu á peu abserviert wurden.

Für mich persönlich gibt es hier keine nennenswerten Unterschiede bzgl. der Qualität diverser Verbrechen. Völlig egal, ob es rassistische, religiöse oder politische Verbrechen waren - jedes einzelne geht weit über das hinaus, was ein klar denkender Mensch im Grunde erfassen kann. Und doch ist es wieder und wieder und wieder passiert. Wir Deutschen haben mit der Zeit von '33 - '45 unseren eigenen Schandfleck im Poesiealbum stehen. Viele andere haben den auch. Und ich persönlich weigere mich hier sogar, die deutschen Taten auf ein Podest zu heben, weil man im Umkehrzug statt von Relativierung auch von Verharmlosung sprechen könnte - Verharmlosung der anderen Verbrechen. Oder soll ich einem nordkoreanischen Gulag-Opfer sagen, dass er/sie sich mal nicht so anstellen soll, denn bei den Nazis wäre es noch viel schlimmer gewesen?

Das sehe ich ganz genauso.
 
Weiß nicht so recht, was ich darauf antworten soll, wenn ich das überhaupt sollte. Es ist ein typischer Glod-Beitrag, zugespitzt, gut durchdacht, aber es scheint mir, er würde mich thematisch auf ein Feld führen, auf dem eigentlich nur darum geht, die Nazi-Verbrechen als ein ganz gewöhnliches darzustellen, dass eben durch technologischen Fortschritt auch solche Massenmorde automatisch besonders effizient vollzogen werden konnte.

Es gibt aber etwas, was den Holocaust einmalig macht und von allen ähnlichen Verbrechen abgrenzt. Und zwar der religionsartige, messianistische Grundidee hinter dem Massenmord. Himmler und seine Gefolgsleute waren besessen von einer auch damals absurden Zwangsvorstellung. Sie glaubten an die jüdische Weltverschwörung, die sich mit heimtückischer Aggression gegen nicht jüdische Völker richtete. Ob nun jüdisch-marxistisch oder jüdisch-kapitalistisch, das war für sie alles auf die Juden zurückzuführen und dadurch entstand die Idee, diese komplett auszulöschen und das auch schnellstmöglich in die Tat umzusetzen. Die Leute, die das taten, hielten sich für sowas wie Missionare für das deutsche Volk. Es ging ihnen auch nicht unbedingt darum, sich an den Juden zu bereichern. Es ging ihnen in ihrer Wahnwelt darum, das deutsche Volk vor dem Weltjudentum zu retten. Und das war so wichtig gewesen, dass man dafür - man befand sich ja nun mal in einem großen Weltkrieg - auch enorme Resscourcen reservierte, die an der Front sicherlich effektiver hätten eingesetzt werden können. In Hitlers Weltbild gab es da aber ganz klare Prioritäten. Die Vernichtung der Juden hatte oberste Priorität und innerhalb dieses Prozesses musste das immer effizienter abgewickelt werden.

Und so etwas hatte es meines Wissen davor und danach nicht gegeben. Triebfedern für andere Verbrechen dieser Art sind Hass oder persönliche Bereicherung gewesen. Wenn Christen früher Juden verfolgten und töteten, dann konnten sich Juden meist noch retten, wenn sie den Glauben ablegten und den christlichen annahmen. Bei den Nazis aber gab es kein Entkommen durch Eintritt in die Partei. Sie haben regenungslos und im Glauben an eine heilige Mission die Vernichtung der Juden betrieben, die sie für vollkommen alternativlos hielten.

Das macht den Holocaust so einmalig und hebt ihn aus anderen Massenverbrechen heraus.
 
Du hast völlig Recht: Der Holocaust ist auf seine Art einzigartig. Diese perfekte Organisation, dieser unbedingte Wille zur vollkommenen Vernichtung, der behinderte Glaube bzw. Fanatismus, die Bereitschaft, das auch auzuführen UND genügend Leute zu finden, die dabei mitmachten - das ist ohne Wenn und Aber einzigartig.
Aber imo bedeutet "einzigartig" nicht zwingend auch "über allem anderen stehend". Mao Zedong hat allein so an die 7-8 Millionen Intellektuelle über die Klinge springen lassen (+ noch bis zu 56 Mio, die während seiner Herrschaft "gehen" mussten). Der Typ hat auch felsenfest daran geglaubt, dass das der richtige Weg ist. 20 - 40 Mio sind bei seinem "Großen Sprung nach vorn" verhungert und der hat nicht den Hauch eines Zweifels gezeigt. Und den feiern sie heute noch in China als DEN Helden.
Über Nordkorea, deren Götterkult um die Familie Kim und was dort für unglaubliche Verbrechen geschehen, brauchen wir sicher nicht zu reden.
Die Weißen haben in Nordamerika auch ein einzigartiges Glanzstück hingelegt, als es darum ging die Ureinwohner bis kurz vor die Ausrottung zu bringen und den Rest dann in Freiluft-KZs einzupferchen und dem Whisky zu überlassen.
Die schwarzen Sklaventransporte (war keine Vernichtung, aber auch ein Verbrechen unfassbaren Ausmaßes)
etc.
etc.
etc.

Es gibt da so einige Ereignisse in der Geschichte, die einfach nicht zu begreifen sind. Man liest in der Zeitung, wie zwei Erwachsene in einen Fluss springen, um ein Kind zu retten und dabei selber draufgehen. Man liest, wie Millionen ausgegeben werden, um EIN Menschenleben zu retten. Und dann sieht man solche Bilder (ACHTUNG! DRASTISCH!)

790px-Victim_of_Atomic_Bomb_002.jpg

AtomicEffects-Hiroshima.jpg

und denkt sich nur noch "What the fuck?...". Die Menschen sind im Laufe der Geschichte immer wieder zu den krassesten Auswüchsen fähig gewesen. Und dabei gibt es so Sachen wie den Sacco di Roma, wo um 1527 marodierende Söldnerheere fast die ganze Stadt auslöschten - Allerweltskram im Krieg möchte man fast sagen. Und es gibt noch diese speziellen Einlagen unserer Spezies, wo man mit normaler Denke wirklich nicht mehr mitkommt. Die Bereiche, wo jedweder Versuch einer juristischen Aufarbeitung nur zum Scheitern verurteilt sein kann, weil man nicht mal im Ansatz in der Lage ist, die Dimension des Verbrechens auch nur zu Papier zu bringen. Klar, Zahlen lassen sich aufschreiben, Umstände lassen sich schildern. Aber wenn das dann immer noch wie der Roman eines wahnsinnigen Schriftstellers klingt, obwohl man weiß, dass es wahr ist, dann hat man eine Qualität von Verbrechen erreicht, die uneingeschränkt Erstliga-Niveau hat. Und da gehört der Holocaust mit dazu. Dazu gehören imo aber noch etliche andere Vorkommnisse - etliche davon aus dem 20. Jahrhundert. Innerhalb dieser Gruppe sehe ich aber persönlich nicht unbedingt einen Tabellenführer, weil ich mir damit auch anmaßen würde, die Dinge sachlich beurteilen zu können. Ich kann mir aber nicht mal im Ansatz ausmalen, wie das z.B. gewesen sein muss, in Auschwitz Rampendienst zu schieben. Ich kann mir aber auch nicht ansatzweise vorstellen, wie das war, als mal eben eine ganze Stadt verpufft ist, oder wie das war, als die Sklavenjäger ganze Dörfer verschleppten, Familien auseinanderrissen und wie Tiere über den Ozean verschifften. Kann ich nicht. Will ich auch nicht. Ist für mich der gleiche unfassbare Abgrund, in den sich die Menschheit immer wieder begibt.

Und da rede ich noch nicht mal vom Holocaust an den Tieren. Denn wenn ich das täte, dann kämen sicher wieder die Juden angerannt und würden wild darauf pochen, dass sie das alleinige Lizenzrecht auf diesen Begriff haben.
 
Ich find das Hauptproblem ist das man einen Mord, als schlimmer ansehen soll, als einen anderen Mord. Obwohl man doch eigentlich genau weiß dass es im Grunde das selbe ist, ich frag mich auch ob der Grund überhaupt wichtig ist, in Ruanda wurden die Leute doch auch nur umgelegt, weil sie sich Tutsi schimpften, Minderheit waren und nicht Hutu. Der große Unterschied ist doch eigentlich nur, dass das eine die Deutschen waren und das andere halt die Anderen.

Ich glaub auch das die Regierung aus einem guten Grund, immer nur vom Holocaust spricht, nie aber von anderen Völkermorden. Es würden doch extreme Debatten auslösen, würden alle Leute in den Schulen über Völkermorde weltweit richtig aufgeklärt werden.

Und die Sache mit den Relativieren ist doch vor allem eine Ausrede, um den Gegenüber ins schlechte Licht zu rücken. So nach dem Motte, ich habe kein vernünftiges Argument mehr, also mache ich dich jetzt schlecht. Den der nächste große Schritt ist doch das man als Nazi Sympathisant dasteht.
 
Das mit den Fähnchen am Auto beim Fussball muss man mir aber erklären.

DAS ist ein Beispiel dafür, welch gestörtes Verhältnis wir Deutschen mit unserem Land und unserer Vergangenheit haben... :kaffee:
 
Klar Glod, das sehe ich natürlich auch so. Und wenn ich Erlebnisberichte über nordkoreanische Konzentrationslager lese, dann ist das für mich ein ähnlicher Abgrund. Die sadistischen Gemeinheiten, die Menschen anderen Menschen beibringen können, sind für mich immer kaum erträglich und unfassbar. Ich kann mir mit auch nicht wirklich erklären, warum Menschen immer wieder bereitwillig solche Höllen auf Erden errichten.
Aber in kommunistischen Regimen ist es halt so, dass sie da Säuberungen veranstalten, um die Masse auf Linie zu bringen. Das ist ja irgendwie noch logisch nachvollziehbar. Solche Dinge haben die Nazis natürlich auch noch gemacht, nebenbei quasi. Aber der Mord an den Juden, der ist sowas von sinnlos und letztlich ja auch sogar systemgefährdend gewesen. Denn diese Menschen hätte man ja auch arbeiten lassen können, in den Munitions- und Waffenfabriken usw usw. Es war also auch, herrschaftslogisch betrachtet, völlig idiotisch, den Holocaust so massiv voranzutreiben.

Insofern denke ich immer, dass der Begriff Nationalsozialismus im Grunde gar keine Existenzberechtigung haben dürfte. Denn das klingt schon viel zu wissenschaftlich und adelt das Hitler-System schon zu sehr als Staatsform. Denn dieses System war vom Kern her völlig selbstzerstörerisch, wie eine Art Reflexhandlung in einen Amoklauf. Es hat lediglich das Vorgänger-System ausgehölt und sich wie ein Parasit darin verbreitet.
 
@ Cale

Ich weiss nicht, ob das wirklich Show- oder Erfolgspatriotismus ist?

Wir Deutschen sind im Alltag nicht sonderlich patriotisch eingestellt. Bzw. zeigen es nicht nach aussen. Wir Deutschen sind allgemein nicht sonderlich emotional nach aussen.

Es ist aber "normal", dass man seiner Heim-Mannschaft, gerade bei grossen Turnieren, beihält. Es ist ja schliesslich die National-Mannschaft.

Bayern-Fans haben auch ihren FCB-Schal auf der Hutablage liegen.

Spanier, Italiener und Franzosen fahren auch mit ihren Fähnchen durch die Gegend.

Für mich wäre das nichts. Aber IMO wird hier doch teilweise (zu) viel reininterpretiert. Es sind die wenigen Momente, wo ein Deutscher vielleicht mal Flagge bekennt.
 
Das ist doch keine Patriotismusgeste, daß gehört zur Show dazu. Genauso wie die Leute, die nur zu Weihnachten in die Messe gehen. Gehört halt dazu, wie Glühwein und Christbaum. Gläubige sind es deswegen noch lange nicht. Genauso ist es mit den Fußballfähnchen, da könnte auch ein Schweinekopf drauf abgebildet sein, wenn es das Event erfordert. Mit Patriotismus hat das gar nichts zu tun. Mir wäre es peinlich, aber ich bin ja auch nicht der Maßstab (erst recht nicht beim Fußball :grins: )
 
Zimtzicke schrieb:
Es sind die wenigen Momente, wo ein Deutscher vielleicht mal Flagge bekennt.

Jau, und wenn sich zu diesen Anlässen nicht auch die weiblichen Deutschen dazugesellen würde, wäre es jedesmal ein überaus erbärmlicher Anblick! :D

Abgesehen davon,
Autokorsos sind wirklich die bescheuerteste Form der Siegesfeier seit Menschengedenken! Ogott, wie bescheuert das immer aussieht! :lol:
 
kingpin68 schrieb:
Das sehe ich ganz genauso.

Ich nicht. Dieses hätte wäre wenn ist eigentlich ein Ablenkungsmanöver und bringt nix, weil es nicht so gewesen IST !

Den Holocaust macht einzigartig diese Industrialisierung, Rationalisierung, Einteilung in verschiedene Spezialgebiete/"Arbeitsschritte", in Vernichtungsstationen quasi, "Tod als Fließbandproduktion", mit Sollstückzahlen und all den Rechnungen, die dahintersteckten. Und die Kaltschnäuzigkeit und kühle, "sachliche" Härte, mit der das geschah. Mit der Akribie des Dokumentierens und Erfassens.
 
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