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Verbrechen der Nazis: Fühlt ihr euch schuldig?

Fühlt ihr euch schuldig?

  • Ja

    Stimmen: 4 2,4%
  • Nein

    Stimmen: 166 97,6%

  • Umfrageteilnehmer
    170

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Find ich ja auch. Aber wie soll ich mir dann diese Hupkonzerte nach nen Spiel erklären?

Für mich hat Fan sein nichts mit Stolz zu tun. Ich bin nicht "stolz" auf den FC St. Pauli, wenn der es z.B. doch noch schaffen würde aufzusteigen, genausowenig wie ich "stolz" bin, wenn die deutsche Nationalmannschaft gewinnt.
 
Glod schrieb:
Aber Stolz sollte es nur für eigene Leistung geben. Und wer hat hier bitteschön was geleistet, dass er stolz sein könnte, ein Deutscher zu sein?

Zum einen muss man denke ich erstmal festhalten, dass auf etwas stolz sein in den meisten Fällen keine bewusste entscheidung ist. Es ist ein Gefühl was sich einstellt oder eben nicht. Was die "Rechtfertigung" von Stolz bei "fremden" Leistungen angeht ist das imho alles reine Auslegungssache. Ich finde man kann durchaus Nationalstolz empfinden, denn schliesslich ist man Teil der Gesellschaft und gestaltet diese, wenn auch nur in geringstem Maße, mit.
Natürlich kann man das anders sehen, aber imho stellt man dann die "Daseinsberechtigung" eines Stolzgefühls im allgemeinen in Frage. Wieviel der eigenen Errungenschaften basieren denn auf Sachen, die man wirklich selbst geleistet hat. Hat man sich die guten Gene, die gute Erziehung, den Geburtsort etc. iregendwie verdient? Letztlich basiert doch jede Leistung in irgendeiner Weise auf der Leistung anderer. Treibt man es auf die Spitze kann man auf alles Stolz sein, denn irgendwie ist auch alles verbunden. Worauf ich tatsächliche Stolz bin hängt imho davon ab welcher Gruppe ich mich zugehörig fühle, wie eng diese zugehörigkeit ist, ist dabei eigentlich egal. Just my 2 cents
 
Sehe ich ähnlich.

Kann man stolz auf unser Land sein, weil wir so "gut" die Wirtschaftskrise bewältigen (einfach mal im Vergleich zu anderen Ländern betrachtet; ich weiss, dass auch wir auf Pump leben)? Ist nicht jeder von uns ein Teil dessen, was unser Land ausmacht? Können wir nicht stolz darauf sein, dass wir 2006 ein fast perfektes Gastgeberland für die WM waren? Die sichtbare Freude der Menschen, die Freundlichkeit unseren Gästen gegenüber... Können wir nicht stolz darauf sein, dass viele unserer Produkte weltweit gefragt sind?

Ein Nationalgefühl wird irgendwie immer negativ assoziiert.
 
Der junge Deutsche kennt nunmal kein Nationalgefühl.
Das wirkt btw in anderen Ländern sehr befremdlich, da unser Umland auch national eingestellt sein "darf", ohne das das jemand hinterfragt.
 
Ich frage mich nur, wie man sein Recht auf Nationalstolz und Patriotismus einfordern kann, sich also als Teil der Volksgemeinschaft verstehen will und dann aber sagt, ich empfinde nichts, auch keine Scham, hinsichtlich der Nazi-Verbrechen. DIE wiederum ihre Wurzeln in einem ausser Kontrolle geratenen Nationalismus hatten. Wie kann ich lustvoll in das komplette Brötchen beissen und dabei nur die Rosinen schmecken, aber nicht die Kackekrümel? Die Antwort kann doch eigentlich nur sein, dass man eine lückenhafte Geschichtskenntnis besitzt, oder dass man diese Untaten nie wirklich nah an sich herangelassen hat. Ich meine, ein unbedarfter herzensfroher ider gar jauchzender Nationalstolz ist, im Angesicht der Nazis-Verbrechen nicht möglich. Und damit is nicht nur der Holocaust gemeint.

Wobei ich diesen Fussball-Nationalstolz des Durchschnittsbürgers noch okay finde. Aber wenn Leute aufstehen sobald die Hymne gespielt wird, sogar vorm TV, da wirds dann schon wieder grenzwertug dämlich...
 
Urgs schrieb:
Die Antwort kann doch eigentlich nur sein, dass man eine lückenhafte Geschichtskenntnis besitzt, oder dass man diese Untaten nie wirklich nah an sich herangelassen hat.

Oder man lebt nicht in der Vergangenheit, sondern da wo man hingehört: Im Hier und Jetzt. :D
 
Ich glaube hier spielt auch eine art Trotzreaktion eine gewichtige Rolle. Der Themenkomplex Nationalsozialismus ist derart überbetont wenn es um das Bild der "Deutschen" geht, dass man sich teilweise einfach davon distanziert. Die Populärkultur aus dem amerikanischen und britischen Raum tut ihr übriges dazu, hier wird dieses Bild auch 60 Jahre später immer wieder erneuert.
 
@ Urgs

Ja, aber Tradition ist doch das Weiterreichen der Flamme und nicht das Bewahren der Asche...wobei das in Bezug auf den Holocaust schon arg zynisch klingt. :gerri:
 
Warum sollte ich mich verantwortlich fühlen :lol:
Verschiedene Menschen wurden schon von den verschiedensten Ländern abgeschlachtet und da schämt sich auch niemand. Ich habe zu der Zeit nicht gelebt und kann auch nix dafür das ich aus Deutschland komme ...
 
JohnnyWohlfahrt schrieb:
Find ich ja auch. Aber wie soll ich mir dann diese Hupkonzerte nach nen Spiel erklären?

Für mich hat Fan sein nichts mit Stolz zu tun. Ich bin nicht "stolz" auf den FC St. Pauli, wenn der es z.B. doch noch schaffen würde aufzusteigen, genausowenig wie ich "stolz" bin, wenn die deutsche Nationalmannschaft gewinnt.

Aber was fühlt ein Fan, wenn "seine" Mannschaft gewinnt? Also jetzt nicht der "normale" Fan der paar Spiele anschaut.

Ach ich hasse einfach die Ignoranz der Menschen die davon ausgehen das man Fußball Fan ist und es nicht verstehen das dieses Hupen für andere vllt. nur Lärmbelästigung ist. Und wenn man sie darauf anspricht heißt es nur: "Hast du kein Nationalstolz?" Könnte denen sofort die Faust geben. sorry wenn es offtopic ist.

@Urgs :dhoch:
 
Yoigen schrieb:
Aber was fühlt ein Fan, wenn "seine" Mannschaft gewinnt? Also jetzt nicht der "normale" Fan der paar Spiele anschaut.

Überwältigende Freude und Verbundenheit, aber doch kein Stolz.

Yoigen schrieb:
Ach ich hasse einfach die Ignoranz der Menschen die davon ausgehen das man Fußball Fan ist und es nicht verstehen das dieses Hupen für andere vllt. nur Lärmbelästigung ist. Und wenn man sie darauf anspricht heißt es nur: "Hast du kein Nationalstolz?" Könnte denen sofort die Faust geben. sorry wenn es offtopic ist.

Verallgemeinerungs Fail....

Mein Gott, dann ist halt Party angesagt..... was sagt Dir denn ein Karnevalist im Rosenmontagszug den Du auf Lärm ansprichst.... "Hast Du keinen Pappnasenstolz?" Oder ein hupener Autokorso nach der Hochzeit, oder eine Demo der IGM mit Ihren Pfeiffen u.s.w. Du tust grad so als wenn das jeden Tag vorkommt..... Deutschland ist schon steif genug, da kannst Du den Fans doch mal ab und zu nach einem gewonnenen Spiel etwas Freude gönnen.
 
Nein und die seit Jahrzehnten andauernden Schuldzuweisungen gehen mir gehörig auf den Zeiger.
 
Schuldig fühlen muss sich für die Nazi-Verbrechen kein Deutscher mehr, aber dafür büßen wird er noch auf sehr lange Sicht. Selbst der Jüngste in diesem Forum und auch die Kinder die hier schon einige haben, werden es nicht erleben, dass man sie offiziell von dieser Last freispricht. Ich persönlich finde, dass das schon lange hätte passieren müssen.
 
Das deutsche Volk trägt diese Last und wird davon auch niemals "freigesprochen". Warum auch, es hat es ja getan. Da gibt es nichts freizusprechen und wenn man sich als Deutscher fühlt, muß man damit eben leben. Als Individuum trägt man natürlich keine Schuld (außer den paar Restnazis, die noch leben), ist doch nicht so schwer, das zu trennen.
 
Cale schrieb:
Das deutsche Volk trägt diese Last und wird davon auch niemals "freigesprochen". Warum auch, es hat es ja getan. Da gibt es nichts freizusprechen und wenn man sich als Deutscher fühlt, muß man damit eben leben. Als Individuum trägt man natürlich keine Schuld (außer den paar Restnazis, die noch leben), ist doch nicht so schwer, das zu trennen.

Und was ist mit den Italienern? Tragen die zb auch die Schuld von Nero?
 
Du meinst, weil Italien und das römische Reich ja auch so deckungsgleich sind? So rein zeitlich, räumlich oder kulturell? Da müssen wir aber nochmal in den Geschichtsunterricht, was?

Wenn Du den Duce und die italienischen Faschisten genannt hättest, ja damit müssen die Italiener auch leben.
 
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