Der Reisedurchfall ist eine Infektionskrankheit des Darms, die in den meisten Fällen durch Bakterien verursacht wird, aber auch Viren und Einzeller (Protozoen) können die Auslöser sein.
Der menschliche Darm wird von verschiedenen Bakterien besiedelt, welche die normale
Darmflora bilden.
Diese Darmflora befindet sich in einem Gleichgewicht, das im Urlaubsland durch die Aufnahme von "fremden" Bakterien gestört wird. Einheimische sind gegen diese Bakterien bzw. deren Giftstoffe (Toxine) meist immun und erkranken daher im Gegensatz zu Touristen nicht.
Die mit Abstand häufigsten Erreger des Reisedurchfalls sind sogenannte enterotoxinbildende Stämme des Bakteriums Escherichia coli (Abkürzung: ETEC). ETEC sind in einigen Regionen Lateinamerikas für bis zu 70 Prozent der Reisedurchfälle verantwortlich, in Asien zeichnen sie etwa für ein Fünftel der Fälle verantwortlich. ETEC schütten im Darm der infizierten Personen bestimmte Giftstoffe (Enterotoxine) aus, die eine erhöhte Elektrolyt- und Wasserausscheidung über die Darmwand bewirken: Wässrige Durchfälle sind die Folge.
Andere häufige Erreger des Reisedurchfalls sind
Salmonellen, Shigellen und verschiedene Campylobacter-Arten. Auch bei diesen Infektionen spielen Enterotoxine eine Rolle. Zusätzlich schädigen diese Keime die Darmwand aber auch (direkt), indem sie in diese eindringen. Weitere Durchfallkeime sind Bakterien wie Aeromonas oder Vibrionen, aber auch Einzeller wie z.B.
Giardia lamblia und Entamoeba histolytica sowie Viren (Adeno-,
Rotaviren) sind mögliche Verursacher.