Ich kann diese Diskussion bald echt nicht mehr hören, und trotzdem muss man und auch ich sie führen. -.- Anders geht es leider nicht, denn nur bei einer Scheisshausdiskussion bleibt es derzeit ja nicht.
Was mich von Anfang an schonmal stört, ist dass bei jeder Diskussion dieser Art schon von vornherein zu viele Verschiedene Begriffe durcheinander geworfen werden:
Asylbewerber, Asylanten, Flüchtlinge, Wirtschaftsflüchtlinge, Kriegsflüchtlinge - oder vielleicht auch eben doch - Zuwanderer, Immigranten, usw...
Von vielen die Scheisshausparolen durch die Gegend werfen wird dies alles irgendwie Synonym in einen Topf geworfen.
Wenn wir uns jetzt mal nur die Gruppe der tatsächlichen Asylbewerber rauspicken, dann reduziert sich die Diskussion über Wirtschaftsflüchtlinge schonmal ernorm, denn meist wird irgendwann wenns um die Diskussion Wirtschaftsflüchtlinge eigentlich nicht mehr von Aslybewerbern gesprochen, sondern von Zuwanderern - auch gerne aus der EU.
So.
Aktuell isses dann so, dass jeder 2. Asylbewerber abgelehnt wird. Zumindest sind das die letzten Zahlen die mich erreicht haben. Das bedeutet dann, dass nur aus jedem 2. Asylbewerber auch ein Asylant, bzw. politisch korrekt ausgedrückt ein Asylberechtigter/anerkannter Flüchtling wird.
Diese Leute BRAUCHEN Asyl bei uns, und es ist unsere Verdammte Pflicht als Menschen auf diesem unserem Planeten es ihnen zu gewähren!
Ich sehe dadurch keine Gefahr für unsere Gesellschaft, ich sehe dadurch keine Gefahr für unsere Wirtschaft, und ich sehe dadurch keine Gefahr für unsere Identität (wenn es denn diese Gibt - denn Deutschland hat viele Identitäten).
Gehen wir weiter zu den Wirtschaftsflüchtlingen... ...sobald diese in die Diskussion kommen schwenkt die "Zielgruppe" schnell auf Menschengruppen, die garnicht Asyl suchen, sondern einfach zuwandern. Auch da habe ich grundsätzlich kein Problem damit. Komischerweise kommt da die deutsche Bigotterie durch, denn wenn ein grenzdebiler Deutscher mit seiner Sippe ins Ausland geht, weil er sich da ein besseres Leben erhofft bekommt er ne Show bei RTL und die halbe deutsche Nation findet das geil! Dann ist das auch kein Wirtschaftsflüchtlingen - Nein! ...ist ja ein "guter Deutscher". Ich habe 5 enge Freunde die Ausgewandert sind - allesamt aus wirtschaftlichen Gründen. USA, Norwegen, China, Dubai, Brasilien. Mehr oder weniger haben sie dort ihr Glück gefunden - aber HEY! Die würde hier keiner als Wirtschaftsflüchtling bezeichnen - sind ja "gute Deutsche" und nicht irgendwelche "Kanacken"
Zurück zu den Asylsuchenden und den Asylberechtigten. Meint ehrlich einer hier, dass diese Menschen deshalb nach Deutschland kommen weil sie hier das Leben im Saus und Braus führen auf Kosten von uns dummen deutschen Steuerzahlern? Denkt wirklich einer, dass das alles Leute sind, für die das zusammengepferchte Wohnen mit vielen Anderen in einem Silo oder einer Zeltstadt und einer Versorgung (auch monetär) die weit unter dem liegt was unser Staat als Existenzminimum ansieht, besser ist als das was sie "von zu Hause" gewohnt sind? Und dass es sich für diese Leute deshalb lohnt ihre Heimat zu verlassen Wochen und Monate lang in Ungewissheit und bis zur absoluten Erschöpfung unter erbärmlichsten und menschenfeindlichsten Umständen zu flüchten, und dabei vielleicht noch einige Verwandte und womöglich die eigenen Kinder zu beerdigen?
Wie wärs wenn man sich mal klar macht, dass das zu einem großen Teil Leute sind die in ihrer Heimat durchaus respektable Bürger waren? Unternehmer, Ärzte usw... Leute mit Geld - denn sonst hätten sich viele die Flucht garnicht leisten können. Die hatten vielleicht mal ein Haus mit Pool und zwei fette Autos vor der Tür. Das liegt jetzt allerdings in Schutt und Asche, und jetzt leben sie in nem deutschen Asylheim mit absoluter Mindestversorgung, DÜRFEN nicht arbeiten, und müssen sich dazu noch von "besorgten Bürgern" beschimpfen lassen. Klar! Das war sicherlich deren Lebenstraum! Jetzt haben sie alles erreicht was sie jemals wollten! -.-
Also:
Ja, wir verkraften die Flüchtlinge, Nein, ich habe keine Angst vor Überfremdung, und Ja, ich engagiere mich auch etwas, wenn auch zur Zeit aus eigenen persönlichen Belastungen eher gering.
P.S.: Meine Frau ist übrigens auch ein Flüchtling. 1988 mit ihren Eltern und ihrer Schwester nach Deutschland geflohen. Und nein - nicht aus der DDR.