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Prostitution verbieten?

Prostitution verbieten?

  • Ja, Prostitution sollte grundsätzlich verboten werden und Freier ggfs. auch belangt werden.

    Stimmen: 5 5,7%
  • Nein. Prostitution sollte unter gesetzlichen Rahmenbedingungen und Kontrolle weiterhin erlaubt sein.

    Stimmen: 60 69,0%
  • Prostitution am Straßenstrich und "Sex-Flatrates" verbieten. Bordelle sollten aber erlaubt bleiben.

    Stimmen: 20 23,0%
  • Bin mir unschlüssig...

    Stimmen: 2 2,3%

  • Umfrageteilnehmer
    87

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

@Gerri
Ja, gut erkannt. Habe mir auch viel Mühe gegeben in jeden Satz "imo" oder "meiner Meinung nach" oder "denke ich" einzubauen. ;)

Es werden Menschen zur Prostitution gezwungen. Das ist Fakt. Und es gibt auch Zwänge, die indirekter Natur sind, die schwer nachzuweisen und schwer zu therapieren sind.

@Glod
Die Grenzen sind da etwas verwaschen. Pornodarstellerinnen sind, denke ich, in ihrem Arbeitsumfeld besser geschützt. Natürlich brechen sie auch die Intimität. Mein größtes Problem ist aber, dass ich beim Großteil nicht davon ausgehen kann, dass es wirklich freiwillig geschieht. Ich denke, es ist eine starke psychische Belastung für eine Frau mit großen körperlichen wie seelischen Gefahren und dass auch ein strengerer Rahmen nicht die Probleme bekämpfen wird.

Die Möglichkeiten, die die Politik hat, würden das Geschäft ruinieren. Man müsste die Anonymität auflösen, die dem Missbrauch den Weg ebnet. Und das ist für viele Freier ja die Grundvoraussetzung für die Dienstleistung (auch aus anderen Gründen natürlich...)
 
Ich hab mal für Nr. 2 gestimmt. Generelles Verbot halte ich für falsch und auch vollkommen sinnlos (hat schon vor der Legalisierung nicht funktioniert, warum sollte es das jetzt?).

Auch die Argumentation, dass Prostituierte im Grunde generell Opfer sind... ich finde man geht da in die vollkommen falsche Richtung, in dem man unterstellt, dass eine Prostituierte ihren Job doch garantiert hassen muss. Ist so wie mit den Pornodarstellerinnen. Das Bild ist: Die machen das doch nicht freiwillig, vor der Kamera stehen, sich bumsen zu lassen, die müssen doch Drogen nehmen (da oben kam es schon - ohne Nachweis! - in Bezug auf Prostituierte), um das auszuhalten. Und wenn dann Studien rauskommen, dass die Leute in Wirklichkeit ziemlich zufrieden mit ihrem Leben sind (hatte da letztens was im GAF gelesen :ugly: ), dann dreht man es so hin, dass die sich natürlich in die Tasche lügen.

Und man kann natürlich behaupten, dass der Großteil der Prostituierten das in Wirklichkeit gar nicht freiwillig macht, nur müsste man das dann auch beweisen.

Edit: Weil du (eape) es jetzt zum wiederholen Male sagst: Man kann dieses Geschäft nicht einfach so auflösen, in dem man Prostitution verbieten. Das lässt sich doch anhand unzähliger Beispiele (inkl. Deutschland vor der Legalisierung) auf der ganzen Welt empirisch einwandfrei nachweisen.
 
Es gibt kaum Statistiken, kaum Studien. Es gibt total glückliche Nutten und es gibt Horrorgeschichten, wobei ich heute sogar bei einer glücklichen Ex-Nutte in einem Interview gelesen habe, dass ihre Kolleginnen vor der Arbeit gekokst haben.

Aber ja, zeig mir bitte die verlässlichen Studien, die überhaupt das Thema untersuchen. Ich bin nur der Meinung (und wiederhole das jeden zweiten Satz), dass es eben mehr wissenschaftliche Untersuchungen braucht, weil das Gewerbe besonderen Gefahren ausgesetzt ist.

Einige Zahlen gibt es aber. Mehr als die Hälfte der Prostituierten in Deutschland sind Ausländer. (http://www.bmfsfj.de/BMFSFJ/gleichstellung,did=97962.html) Zufall, dass gerade Osteuropäer den Job so gerne machen? Und der Anteil an Zwangsprostitution wird auf 20% geschätzt. Einige sprechen auch von 95% unfreiwilliger Prostitution. (http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2012-10/zwangsprostitution-deutschland-menschenhandel) Es gibt nicht viele Zahlen, aber an diesen Zahlen kann man erkennen, dass es hier große Probleme gibt. Und bei den 20% sprechen wir von "schwarzen" Zahlen ohne Grauzonen, also Kinderprostitution und Menschenhandel.
 
äääh, watt? natürlich werden hier auch frauen dazu gezwungen. ausweis einsacken, einschüchtern und dann ab auf die strasse.

Aber das ist ein kriminelles Problem und keines der Gesetzeslage? Das sollte dir doch auch klar sein und eben darum geht es.

Wir reden hier ja nicht von dem kriminellen Untergrund sondern wie man das öffentlich, per Gesetz handhabt.
 
@eape Es ist sicher nicht so, dass Osteuropäer besonders gerne Prostituierte werden. Der Job erfordert einfach nur kaum Qualifikation (also in Sachen Bildung meine ich :ugly: ) und es ist insofern imo nicht sonderlich überraschend, dass gerade Migranten diesen ausüben. Genauso könnte man fragen, warum so viele Putzfrauen aus Osteuropa kommen.

Wenn du von Zwangsprostitution und Co. sprichst, sollte doch auch klar sein, dass die aktuelle Gesetzeslage das selbstverständlich verbietet. Dass es trotzdem passiert ist mir schon klar, nur ändert ja ein weitergehendes Verbot daran nichts. Ganz im Gegenteil könnte es sogar kontraproduktiv sein, weil die Polizei und das Justizsystem mit zigtausenden Bagatelldelikten verstopft werden würden (Bart Wux, der erwischt wird und 75€ Strafe zahlen muss, dafür aber zwei Polizisten und einen Richter jeweils ne Stunde blockiert) und man sich um das wirklich wichtige (Kinder- und Zwangsprostitution etc.) gar nicht mehr kümmern kann.
Und ich bin gegenüber Studien sehr offen, nur wenn (bzw. falls) die halt nicht da sind kann mans ja jetzt spontan auch nicht ändern und dann sind eben die ganzen Sachen a la Drogenkonsum etc. erstmal nur heiße Luft.
 
lustig, gerade den artikel gelesen, wo genau diese verknüpfung gezogen wurde.

:)

Das war einer der Sätze aus der Arte Reportage "Speed", die mich am meisten zum Nachdenken angeregt hat.
Gesagt wurde er von dem Soziologieprofessor Dr. Rosa und nicht im Zusammenhang mit Prostitution sondern im groben ob man sich viele Dinge in der Arbeitswelt noch gefallen lassen würde (gerade die Wettbewerbsfähigkeit) wenn es ein bedingungsloses Grundeinkommen gäbe.

Dachte das passt hier auch ganz gut.

 
@eape Es ist sicher nicht so, dass Osteuropäer besonders gerne Prostituierte werden. Der Job erfordert einfach nur kaum Qualifikation (also in Sachen Bildung meine ich :ugly: ) und es ist insofern imo nicht sonderlich überraschend, dass gerade Migranten diesen ausüben. Genauso könnte man fragen, warum so viele Putzfrauen aus Osteuropa kommen.

Dann könnte man hier ja fast schon von Zwangsprostitution reden oder nicht?
Wenn sie eine andere Wahl hätte, würden sie es nicht machen.
 
Dann könnte man hier ja fast schon von Zwangsprostitution reden oder nicht?
Wenn sie eine andere Wahl hätte, würden sie es nicht machen.


Nein, warum? Zum Einen: Woher die Theorie, dass keine Prostituierte diesen Job machen würde, wenn sie die Wahl hätte? Ich vermute legale Prostituierte in nem halbwegs akzeptablen Bordell verdienen recht gut, insbesondere im Vergleich zu Tätigkeiten, die ein ähnliches Bildungsniveau (~0) voraussetzen (Putzfrau, Kassierer McDonalds etc.). Insofern gibt es da ja durchaus einen Anreiz.
Zum Anderen setzt Zwangsprostitution ja nun mal Zwang voraus. Nur wird niemand - von Gesetz wegen - gezwungen den Job der Prostituierten auszuüben. Insbesondere afaik auch nicht durch Sanktionen der Bundesagentur bei Nichtannahme eines Jobangebots.

Indirekt gibt es natürlich faktisch mehr oder weniger den Zwang einen Job zu haben, nur müssen wir dann (jetzt kommt der Cale schon mit diesem Punkt :tip: :D ) vor jeden "schlechten" Job prinzipiell ein "Zwang" setzen. Wer wird schon freiwillig Müllmann, Putzfrau, Kloputzer und und und?
 
Dann sollte man sich aber auch dem Zwangsputzfrauenproblem mal annehmen.

Würdest du mit einem bedingungslosen Grundeinkommen. ;)

@Steffko

Nicht wieder zu den Edelhuren abschweifen. Wir reden von armen Osteuroäerinnen aus bildungsfernen Schichten.

Zum Anderen setzt Zwangsprostitution ja nun mal Zwang voraus. Nur wird niemand - von Gesetz wegen - gezwungen den Job der Prostituierten auszuüben.

Manche hier sollten von ihrer Vorstellung wegkommen, dass Zwang von Gesetzeswegen oder durch Gewalt ausgeübt wird. Zwang kann durchaus auch soziologisch begründet sein, was seine Stärke nicht mindert.
 
Meint ers doch ernst oder bin ich in einer Ironieschleife gefangen? Ich sehe auf jeden Fall den "soziologischen Zwang" noch nicht ganz, insofern bräuchte ich eine Erläuterung :D
 
Ich nicht, bei mir hat dein Ironiemeter versagt :D

Ich bin aber auch kein Anhänger des "bedingungslosen Grundeinkommens", bzw. bezweifle dessen Finanzierungsmöglichkeiten. Insofern besteht natürlich ein gewisser Zwang einen (wie auch immer gearteten) Job anzunehmen, wenn man einigermaßen anständig leben will. Obwohl das auch von der Definition von "anständig" abhängt, denn auch ohne Job braucht hier keiner zu verhungern oder unter der Brücke zu leben. Aber gefallen muß einem so ein Leben eben auch nicht.

Aber das schweift vom eigentlichen Thema inzwischen schon stark ab ...
 
Nach deiner Ansicht müßte man auch Pornos verbieten, da wär was los. :p

Ich hab da was für Dich



NoFap

http://www.nofap.org/

  • No Masturbation
    The majority of Fapstonauts choose to abstain from masturbating to orgasm throughout the duration of their challenges.

  • icon_tick.png

    No Edging
    "Fapping" may or may not include "edging," which is physical stimulation without orgasm. Most fapstronauts do not allow it; some do. Your call.

  • icon_tick.png

    No Porn
    Most fapstronauts also choose to avoid deliberately viewing pornography.

  • icon_tick.png

    Hard Mode
    Choose your difficulty level. It is up to you whether you would like to allow yourself to engage in sexual acts with another person or not. Allowing no outlet for sexual release is dubbed "hard mode".
 
Ich hab den Artikel auch gelesen gehabt und mir nur "was für Spinner" gedacht. Beunruhigend das diese Spinner in Frankreich irgendwie Erfolg hatten (Irgendwie sind die rechten und konservativen momentan weltweit auf dem Vormarsch).


Die Frage ob die Prostituierten das freiwillig machen oder gerne oder das alles nur verdeckte Vergewaltigungen sind, stellt sich für mich nur am Rande.


Die Frage die sich eher aufdrängt ist doch ob durch ein Verbot es nun besser oder schlechter für die Frauen wird.


Wobei es ja dann "Die" Frauen nicht mehr gibt! Da die das ja alle nur wegen Zwang machen, beendet das Verbot ja sofort diesen Zustand und es gibt ab sofort keine Prostitution mehr!

So zumindest die versteckte These dieses Broich.

Was mich wundert, die letzte Frage ist sehr leicht zu beantworten:
In den USA (oder UK) ist Prostitution verboten und wird auch verfolgt. Grade in den USA ist dies auch öffentlich geächtet (man denke nur immer an den medialen Tanz wenn es wieder mal einen Filmstar (H. Grant) erwischt.

Gibt es in den USA nun Prostitution?
Gibt es Zwang zur Prostitution?
Gibt es weniger Freier als in Deutschland?
Gibt es illegale Einwanderer die das aus wirtschaftlichem Zwang tun müssen?

In Deutschland ist bereits heute die Zuhälterei unter genau den Bedingungen (Zwang, Ausbeutung) verboten und strafbar.

Der gute Broich will nun aber nicht an die Zuhälter sondern an den Kunden ran. Er hofft (so hab ich das verstanden) das durch den Verbot die Kunden ausbleiben und somit die Prostituierten eben nicht mehr gezwungen werden.

Dazu geht man einfach wieder hoch und schaut in Richtung USA. Der Blick dahin ist eh sinnvoll, immerhin hatten die auch mal ihre Erfahrungen mit dem Verbot von Alkohol, man kennt die Geschichte, die füllt ganze HBO Serien.

Bei der Argumentation des Herren, stellen sich aber erst recht bei mir die Nackenhaare auf, diese Typen begreifen nicht dass grade sie mit ihrem "Kampf" ebenfalls die Frauen vergewaltigen (für ihre Sache) und entwürdigen. Dabei wird vollkommen vergessen, dass grade bei den Frauen aus dem Ostblock noch viel mehr einfach die wirtschaftliche Not im Vordergrund steht. Das ist traurig, aber das Verbot bringt denen auch nicht das Essen auf den Tisch. Sollen die Herrschaften sich erstmal für eine gerechtere Vermögungsverteilung einsetzen die auch die Ärmsten in den Ländern ein würdiges Leben gewährleistet.
 
Ich nicht, bei mir hat dein Ironiemeter versagt :D

Ich bin aber auch kein Anhänger des "bedingungslosen Grundeinkommens", bzw. bezweifle dessen Finanzierungsmöglichkeiten. Insofern besteht natürlich ein gewisser Zwang einen (wie auch immer gearteten) Job anzunehmen, wenn man einigermaßen anständig leben will. Obwohl das auch von der Definition von "anständig" abhängt, denn auch ohne Job braucht hier keiner zu verhungern oder unter der Brücke zu leben. Aber gefallen muß einem so ein Leben eben auch nicht.

Aber das schweift vom eigentlichen Thema inzwischen schon stark ab ...

Da empfehle ich dir echt mal den Herrn Rosa.
Um die Finanzierung geht es mir überhaupt nicht. Da hab ich keine Ahnung, ist aber auch nicht relevant, da es hier eher um Gedankenspiele geht.
 
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