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Kampfsportler oder Kampfkünstler hier?

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Ich bin eigentlich in den letzten Jahren nur im grappling unterwegs. Erst 2 Jahre bjj und jetzt seit knapp 2 Jahren luta livre. Toll find ich daran, dass man auch als unathletischer Geselle Erfolgserlebnisse hat. Und natürlich, dass es so sparringlastig ist.
 
@Cthulhu

Mh...Iaido und Escrima sind auch zwei höchst grundverschiedene Dinge.

Escrima ist ja wirklich eine Schwertschule (hoffe ich sage da jetzt nicht Falsches, an alle die selbst Escrima ausüben oder es getan haben), am ehesten vergleichbar mit den verschiedenen Kentjusu Disziplien im japanischen Schwertkampf (wo ja wiederum Iaido ein Teilbereich dessen ist).

Iaido in seiner Reinform hingegen ist halt eine sehr introspektive Angelegenheit. Hier "kämpfst" du rein gegen dich selbst, auf dem Weg eine perfekte Einheit zwischen Körper, Geist und Schwert zu erreichen. Partner- und damit wirklich Gefechtsübungen gibts nicht, nur immer schwierigere Katas, die nach immer mehr Perfektion und Ruhe verlangen. Im Grund besteht jede Kata aus vier Schritten...
  • nuki tsuke - das Ziehen des Schwertes und der damit stattfindende, erste Schnitt
  • kiri tsuke - alle weiteren, folgenden Schnitte
  • chiburi - das Säubern der Klinge, vom Blut
  • noto - die Rückführung des Schwertes
...viel Action ist da halt nicht dabei, außer wenn man sich nach ein paar Jahren der Erfahrung mal mit einem Shinken (ein scharfes, kampftaugliches Schwert) an am Tameshigiri (Schnitttest) versucht. Und das sollte man wirklich erst nach reichlich Erfahrung am Iaito (das ungeschliffene Übungsschwert, im Iaido) in Erwägung ziehen, da es immer wieder zu schweren Verletzungen kommt, von Leuten die meinen unbedingt schnell den Samurai hinzulegen. :)

Das ist nicht jedermanns Sache und ich sehe es selbst ständig, wie wir immer wieder Leute beim Schnuppertraining haben welche völlig falsche Vorstellungen vom Iaido mitbringen. So grob geschätzt bleiben von 10 Leuten, die kommen, höchstens die Hälfte zumindest für die nächsten Wochen und Monate und einer von ihnen ist meist auch nach ein paar Jahren noch dabei. Braucht halt wirklich sehr viel Geduld und Durchhaltevermögen. Ist alles auch sehr philosophisch und rituell. Das beginnt bei der Schwertpflege vor dem Training, der rituelle Eröffnung vorm Schrein und endet damit den Hakama (Hosenrock) nach dem Training wieder feinsäuberlich, nach genau bestimmten Richtlinien zusammenzulegen.

Habs auch mal mit Kendo probiert, aber mittlerweile wieder aufgehört. Das war nichts für mich. Lief mir schon kalt den Rücken hinab wenn ich mit ansehen musste wie schleißig hier "geschnitten" wurde und der Fokus rein auf Geschwindigkeit und Reflexe lag. Bin da selbst gerne konträr rangegangen, also ruhig und mit Techniken aus dem Aikiken, aber das sorgte für Unmut bei den anderen und war aufgrund der absolut nicht einem Katana ähnlichem Form dieses verfluchten Shinais auch alles andere als optimal. Zudem war das Dojo imo nicht gut. Da fehlte mir die Perfektion und der Spirit, den ich bisher gewohnt war, von meinen anderen Budo-Kampfkünsten, die ich alle in einem Dojo vereint habe (Aikido, Aikiken und Iaido). War viel zu sehr auf Sport getrimmt.

Wie immer ists bei Kampfkünsten halt wichtig, dass das Dojo gut ist. Brauch ich mir nur die Youtube Videos ansehen oder mich bei diversen Trainingslagern umsehen. Da sind Leute in Meistergraden dabei, die meinen ihre Kunst zu beherrschen, nur weil sie ihre Katas besonders schnell durchführen und vermeintlich alle "können".

Wenn ich mir aber ansehe wie unsauber das von Statten geht und wie mechanisch das teils wirkt, kann ich nur den Kopf schütteln. Heißt nicht ohne Grund, dass bereits die aller erste Kata den vollen Geist des Iaidos in sich hat, nachdem man bereits an ihr ein Leben lang knabbern könnte. Iaido hat halt sehr viel mit Selbstfindung zu tun und das sollte sich mit der Zeit in den Katas bemerkbar machen. Sie einfach nur augenscheinlich technisch "korrekt" abzuspielen ist bloß der Anfang, aber in Europa leider genug um sich Dan-Grade zu "verdienen".
 
Zuletzt bearbeitet:
Ja klar, viel unterschiedlicher könnten die beiden Kampfkünste kaum sein. Mich reizen halt beide Herangehensweisen. Escrima, weil ich der Kampfkunst auch kulturell verbunden bin und den kämpferischen Aspekt extrem interessant finde. Iadio, weil mich die ganze dahintersteckende Philosophie fasziniert. Und weil es ja auch "meditativ" ist, was meinem Blutdruck helfen würde.

Bisher hab ich mich auch aus zeitlichen Gründen zu keinem von beiden durchringen können. Aber wie gesagt, deine Erörterungen machen mir immer den Mund wässrig, weil mich Iaido schon seit Jahren fasziniert. :D
 
@Trayal: escrima wird zwar als schwertkampf betitelt aber ich habe davon Gott sei dank noch nichts erlebt (ist nicht mehr zeitgemäß), im WT machen dir regelmäßig escrima und arnis und das ausschließlich mit rattanstöcken. Aber es macht Spaß und die Entwaffnung z.b mit einem Regenschirm ist abartig geil. Escrima find ich nen tacken moderner als arnis.....
 
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Worin unterscheiden sich diese modernen Strömungen, von den alten?

Gerade so lang erhaltende Traditionen finde ich ja eigentlich auch schön, an den Kampfkünsten.
 
Wobei das Modern Arnis ja auch deutlich zeitgemäßer ist.

...auf dem Papier ja, aber ich kann die Techniken im Escrima besser auf gewisse Situationen im Alltag umbrechen daher find ich es runder.

Worin unterscheiden sich diese modernen Strömungen, von den alten?

Gerade so lang erhaltende Traditionen finde ich ja eigentlich auch schön, an den Kampfkünsten.

... ja das mit den Traditionen ist so ne Sache, im WT gibt es aktuell ja das Blitz Defense, quasi eine moderne Art des WTs was sich für der Straße angepasst hat. Will man Tradition und eine Lebensaufgabe lernt man das Traditionelle WT was aber nicht in 5 Jahren gelernt ist und man ist lange nicht Verteidungsfähig. Das Blitz Defense ist nach gut 6 Monaten brauchbar. Kein Vergleich zu Krav Maga was hier nicht umsonst eine sehr leicht zu erlernende Art des SVs ist.

Weiter ist es so, im Traditionellen WT lernt man Techniken die echt nicht mehr Zeigemäß sind, schläge gegen den Kehlkopf, gewisse griffe und Augenquetscher sind hier mit einer Fook Sau quasi in jeder Technik enthalten, das zertrümmern der Knie etc.... daher ist dier Sport auch kein Wettkampfsport. Im Blitz Defense ist dies etwas entschäft und man gibt Handkantenschläge an die Schlefe oder seitlich des halses anstatt gegen Kehlkopf. Man will,ja keinen töten bei Da man heutzutage keine Lebensaufgabe mehr sucht, und auch nicht die Zeit hat 4 mal die Woche zu trainieren ist Tradition auch echt was für Arbeitslose ;-)
 
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Hm, also ich könnte jetzt nicht behaupten, dass die Modern Arnis Techniken weniger alltagstauglich wären, als beim Escrima. Wobei ich da jetzt auch in erster Linie von dem erzählen kann, was mein Bruder mir zeigt/berichtet. Der steckt derzeit tief im Modern Arnis Fieber und hat davor auch einige Jahre WT inkl. Escrima betrieben hat. Hängt wahrscheinlich auch sehr vom Verein und Trainer ab.
 
@DER PATE

Damit treibst du meinem Budo-Herz jetzt aber den Pflock hinein. :D


So was wie dieses "russische" Aikido, mit dem ich am letzten Trainingslager wieder konfrontiert wurde. Auch so eine "Modernisierung", die darauf abzielt Aikido schneller "straßentauglich" zu machen, wo man anders eher erst nach gut 10 Jahren daran denken sollte.

Da geht mir aber persönlich der Spirit völlig dabei verloren, aber ich muss sagen, ich hab schon nicht schlecht gestaunt, als mich eine polnische Aikidokarin am Trainingslager durch die Luft gewirbelt hat, dass ich fast Angst um mein leibliches Wohl bekam. Laut ihrer Aussage war sie erst im zweiten Jahr. Zwar keinerlei Eleganz mehr in dieser Art von Aikido, eher mehr wie in irgendwelchen Seagull Filmen, aber scheint effektiv zu sein.


Nein, bei aller Liebe, da bleibt ich bei meinem steinigen Weg und lerne es ordentlich. Hab das jetzt schon über 11 Jahre (Aikido und 8 Iaido) so gehandhabt und werde auch bei dem bleiben, was sich bewährt hat. Aber gut, ich betreibe das auch als Kampfkünste und nicht zwecks der Selbstverteidigung. :D
 
Auf der Straße zählt nur eins, überleben daher muss es effektiv sein, hier frägt keiner wie lange man trainiert hat. Ich vermutlich viele andere auch die spät nochmal mit SV anfangen haben sicher keine 30 Jahre mehr für solch einen Weg, allein schon wegen der Gesundheit und Beweglichkeit, im WT ist man bekanntlich nie fertig und mit einer Familie muss man sich zeit echt aus den Rippen schneiden daher bin ich auch 3 Jahre im krav maga gewesen, sehr effektiv in kurzer Zeit. Aber zu deinem Trost ich lerne auch das traditionelle WT, sogar das Schwere mit dem verformen (auf Druck) weil ich das Blitz Defense intus habe und nichts mehr lerne bzw. sich alles wiederholt, wer aber chi Sao kennt weis wie schwer Tradition ist.
 
Zuletzt bearbeitet:
@DER PATE

Aikido schneller "straßentauglich" zu machen, wo man anders eher erst nach gut 10 Jahren daran denken sollte.

Da geht mir aber persönlich der Spirit völlig dabei verloren, aber ich muss sagen, ich hab schon nicht schlecht gestaunt, als mich eine polnische Aikidokarin am Trainingslager durch die Luft gewirbelt hat, dass ich fast Angst um mein leibliches Wohl bekam. Laut ihrer Aussage war sie erst im zweiten Jahr. Zwar keinerlei Eleganz mehr in dieser Art von Aikido, eher mehr wie in irgendwelchen Seagull Filmen, aber scheint effektiv zu sein.

So ein System hab ich mit zwei anderen Meistern ( Einer Kung Fu und Einer Aikido und ich persönlich Thaiboxen,SFCK + Kyokushinkai) schon vor 20 Jahren entwickelt. Das Ding haben wir Aiki Thai Jutsu genannt. Die Wurf und Hebeltechniken aus dem Aikido kombiniert mit schnelle Tritten in den Unteren Körperbereich (In die Nüsse, Low Kicks, Ellenbogen, Kniestöße usw.) Sollte nicht schön sein, sollte Funktionieren und zwar in den verschiedensten Situationen, auch wenn du in der Disko bist und nicht viel Platz hast. War aber ein reines Street Fighting System ohne Budo Hintergrund gedacht und war dem was Seagal in seinen Filmen zeigt relativ ähnlich. Unterrichte ich heute in Frauen SV Kursen und als Teil der Nahkampfausbildung bei einigen Security Firmen.
 
So, heute das erste mal wieder Training nach meinem "schönen" Stunt-Sturz vor zwei Wochen. :) Klappt wieder.

Hab mal 'ne Frage an die Pros: Ich habe totale Probleme, mir das alles zu merken, meine Aufnahmefähigkeit hält keine 20 Sekunden. Wir machen pro 1 1/2 Stunden irgendwie total viel unterschiedliches, alles nur 1-2 mal pro Durchgang und ich hab die erste Sache noch nichtmal ansatzweise "verarbeitet", da kommt schon das nächste und dann geht irgendwie gar nix mehr. Die anderen AnfängerInnen sind locker 15 Jahre jünger als ich und noch SchülerInnen, die können sich natürlich noch ganz anders bewegen als ich, die Jahrelang nix so wirklich gemacht hat, aber ich frag mich langsam, ob die einfach auch noch Neues schneller und besser auffassen. (Ich hab soviel Arbeitszeug und Kram im Kopf, ich kann mir nichtmal die paar Dojoregeln merken...)

War das bei Euch auch am Anfang so und war das Training da ähnlich? Ich bin ja glaub ich eher der Typ, der erstmal 200 mal die selbe Bewegung wieder und wieder üben mag und wenn das "drin" ist, dann das nächste kleine dazu, bis man irgendwann etwas halbwegs ansehnliches zustande bringt.
Ich hab das Gefühl, ich hample rasch gehetzt durch eine Übung, mach alles lasch und teils nicht korrekt mit, um einfach halbwegs mitzukommen. :/
Zu Hause in Ruhe üben trau ich mich aber auch nicht so recht, weil ich mir eben keinen Scheiß angewöhnen will...
 
Zuletzt bearbeitet:
Spielverkehrt...ja, dieses Problem kommt mir sehr bekannt vor. *g*

Lass dich davon aber bloß nicht entmutigen. Zähne zusammenbeißen, konzentrieren und einfach jedes Mal das Beste draus machen. Ganz egal wenns nicht so klappt wie man das gerne möchte, aber du wirst sehen, dass du auch so über die Zeit immer besser und besser wirst, bis der Punkt erreicht ist, wo du dir darüber keine oder kaum mehr Sorgen machst. :)
 
Spielverkehrt...ja, dieses Problem kommt mir sehr bekannt vor. *g*

Lass dich davon aber bloß nicht entmutigen. Zähne zusammenbeißen, konzentrieren und einfach jedes Mal das Beste draus machen. Ganz egal wenns nicht so klappt wie man das gerne möchte, aber du wirst sehen, dass du auch so über die Zeit immer besser und besser wirst, bis der Punkt erreicht ist, wo du dir darüber keine oder kaum mehr Sorgen machst. :)
Zumal ich ja eh totale Schwierigkeiten mit den 180° Drehungen habe und immer mit dem falschen Fuß in die falsche Richtung setze... dass ich auf meine "alten Tage" nochmal so Probleme mit links und rechts bekommen würde, hätt ich ja auch nicht gedacht.
sigh.gif
 
So, heute das erste mal wieder Training nach meinem "schönen" Stunt-Sturz vor zwei Wochen. :) Klappt wieder.

Hab mal 'ne Frage an die Pros: Ich habe totale Probleme, mir das alles zu merken, meine Aufnahmefähigkeit hält keine 20 Sekunden. Wir machen pro 1 1/2 Stunden irgendwie total viel unterschiedliches, alles nur 1-2 mal pro Durchgang und ich hab die erste Sache noch nichtmal ansatzweise "verarbeitet", da kommt schon das nächste und dann geht irgendwie gar nix mehr. Die anderen AnfängerInnen sind locker 15 Jahre jünger als ich und noch SchülerInnen, die können sich natürlich noch ganz anders bewegen als ich, die Jahrelang nix so wirklich gemacht hat, aber ich frag mich langsam, ob die einfach auch noch Neues schneller und besser auffassen. (Ich hab soviel Arbeitszeug und Kram im Kopf, ich kann mir nichtmal die paar Dojoregeln merken...)

War das bei Euch auch am Anfang so und war das Training da ähnlich? Ich bin ja glaub ich eher der Typ, der erstmal 200 mal die selbe Bewegung wieder und wieder üben mag und wenn das "drin" ist, dann das nächste kleine dazu, bis man irgendwann etwas halbwegs ansehnliches zustande bringt.
Ich hab das Gefühl, ich hample rasch gehetzt durch eine Übung, mach alles lasch und teils nicht korrekt mit, um einfach halbwegs mitzukommen. :/
Zu Hause in Ruhe üben trau ich mich aber auch nicht so recht, weil ich mir eben keinen Scheiß angewöhnen will...

Ich empfehle an dieser Stelle, nochmal eine Seite zurück zu blättern und Post 215 zu lesen, da hatte ich schon mal dazu geschrieben, vielleicht hast du es ja einfach übersehen:

Bei mir war der Schlüssel am Anfang endloses Repitiern. Der Lehrer kann dir in den Unterrichtsstunden nur Zeigen wie es geht und dir den Sinn dahinter erklären. Üben musst du zu Hause. So hab ich das auch gemacht. Jeweils die Übung die wir in der Stunde gemacht haben, zu Hause wieder und wieder und wieder nachgearbeitet. Am besten vor einem großen Spiegel. Da sieht man Haltungsfehler am schnellsten, wenn du z.b. nicht tief genug stehst, oder das vordere Knie nicht im Richtigen Winkel gebeugt ist. Ausserdem hab ich höher graduierte Schüler gefragt, ob sie Lust haben am WE mal ne extra Stunde mit mir ein zu legen. Dann haben wir uns halt am Samstag Nachmittag getroffen und 2 Stunden extra trainiert und so läpperte sich das dann. Zu Hause hab ich mir ein Makiwara aufgehängt und hab da gegen geschlagen und irgenwann brauchte ich das nicht mehr und hab mit den Knöcheln direkt auf die Wand geschlagen. Die Handkante hab ich an der Tischkante abgehärtet und das jeden Tag über Stunden, immer so nebenbei, so das ich das garnicht als Trainig wahr genommen habe. Irgendwann waren die Bewegungsabläufe so eingeschliffen, das ich nicht mehr drüber nachdenken musste, und das ist ja das Ziel des ganzen.
Beim Shotokan ist das Trainig ja noch relativ einfach, der Verband gibt ja für Gürtelprüfungen exakte Prüfungsrichtlinien vor, die kannst du mit einem Trainingspartner in extra Stunden durcharbeiten. Oder halt auch zu Hause üben. Oberstufenblock, Mittelstufenblock, Unterstufenblock, Fauststoß.... immer und immer wieder. Es gibt Sachen wie http://www.karate.de/sites/default/files/Prüfungsordnung Shotokan Stand 04.10.2011.pdf woi du genau gucken kannst, was du zu diesem und jenem Zeitpunkt können solltest und kannst dich daran orientieren. Mehr brauchst du noch nicht können, wobei ich persönlich immer schon das Programm für die jeweils nächst höhere Graduierung mit gemacht habe. Es gibt auch offizielle Trainigsvideos wie z.b. von Kanazawa der auch der Offizielle Vertreter des Internationalen Karate Verbandes ist. Da kannst du sicher sein, dass das was der macht auch von unseren Prüfungsgremien anerkannt ist und das du vom besten lernst:
http://www.amazon.de/Shotokan-Karate-Kancho-Hirokazu-Kanazawa/dp/B0016KIXZC/ref=pd_bxgy_d_text_z
oder vom Kata Bundestrainier
http://www.amazon.de/Shotokan-Karate-Kata-Efthimios-Karamitsos/dp/B000ICM5G2/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1390745373&sr=8-1&keywords=karate shotokan dvd karamitsos
bei andern Videos frag lieber hier oder schick mir ne PN, es gibt auch endlos viel Schrott im Netz und auf DVD wo du dir das Geld sparen kannst oder du sogar falsche Techniken lernst. Bei den beiden die ich dir verklinkt habe, gehst du das Risiko nicht ein.
und wie gesagt - ewige Wiederholungen, so lange bist du nicht mehr drüber nachdenken musst. Und dann würde ich noch ein Buch oder eine DVD über die Grundlagen kaufen, wo dir erklärt wird warum welche Übung so und nicht anders gemacht werden soll, z.b. das beim Fauststoß der Arm immer einen Minimalen Winkel haben soll und nie ganz durchgestreckt werden darf, weil du dir sonst auf Dauer das Gelenk kaputt machen würdest, wenn du das 10.000 gemacht hast, wie der Stoßdämpfer beim Auto. Das ein Fauststoß beim Karate immer einen Kleinen Winkel nach unten hat, das wenn man einen Wassertropfen drauf fallen lassen würde, der Tropfen von der Schulter über den Arm bis zur deiner Faust laufen muss, so das er unten wieder runter tropfen kann. Das sind so Kleinigkeiten die dir das Verständniss leichter machen, und wenn du erst mal verstanden hast wie eine Technik funktionieren muss, ist es auch leichter sie zu üben.

Der älteste, der jemals bei mir mit den Training ohne irgendwelche Vorkenntnisse angefangen hat zu trainieren, war 46. Und zwischen Mitte 30 und Anfang 40 waren es insgesamt mindestens 50. Und natürlich lernen es nicht alle so schnell wie Leute die 20 Jahre jünger sind, vor allem wenn sie solche Unnatürlichen Bewegungen vorher noch nicht gemacht haben. Aber ich hab erst einen kennen gelernt, bei dem wirklich komplett Hopfen und Malz verloren war. Der hat ca. 1,5 Jahre mit mir trainiert und war wirklich kein Prozent besser geworden als zu anfang (und das nicht, weil er ein Naturtalent war, sondern ein echter Bewegungslegastheniker) bis ich ihm nahe gelegt habe, das es wirklich absolut keinen Sinn hat, weiter zu machen. Ich hab dann mit ihm abgemacht, das er es mal einfach in einem anderen Kurs bei einem anderen Lehrer probiert den ich gut kannte und wo ich wusste, das da ebenso gut auf ihn eingegangen wird, wie ich es versucht habe, aber auch da war nach über einem Jahr kein Fortschritt zu sehen. Da ging einfach nichts zusammen. Und der war nicht blöd, der hatte einfach überhaupt kein Körpergefühl. Eigenartigerweise konnte er gut Basketball und Fussball spielen, haben wir zwischendurch auch mal zur Auflockerung oder Aufwärmen gemacht. Aber die ganzen Drehungen, Links/Rechts Koordination usw. .... hoffnungslos. Aber das war in den ganzen -mittlerweise 21 Jahren - einer von mindestens 500 die gute Fortschritte gemacht haben. Nicht alle haben es für immer gemacht, im Leben verändert sich ja immer irgend was, aber drunter waren über 50 Schwarzgurte, von denen ungefähr die Hälfte inzwischen selber unterrichtet.
 
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Nay, ich hab's nicht übersehen, was du da aber vor allem über den hoffnungslosen fall schreibst, erinnert mich leider zu sehr an mich selbst...


Ich schaff's einfach nicht, zu Hause zu üben, was ich vorher schonmal gelernt gemacht habe. :( Totales Blackout.

Mein Gleichgewicht ist recht gut, da hab ich sogar den Teenagern was voraus, die da schon ein Jahr dabei sind, aber die anderen ziehen in einem Tempo an mir vorbei, dass ich mich langsam eben doch frage, ob ich überhaupt weiter machen sollte und ob nicht schon bald der Punkt erreicht ist, an dem es peinlich wird, dass ich die einfachsten Sachen wie ein Goldfisch direkt wieder vergesse (Stichwort Körpergefühl...). Ich empfinde mich selbst nicht als unkonzentriert was das Training angeht, ich komme nur mit sämtlichen Richtungen und Seiten nicht zurecht. Was ich mir in einem Buch oder Video ansehe, habe ich drei Sekunden später nicht mehr auf dem Schirm - weil ich es mir irgendwie auch alleine selbst nicht zutraue. (Und das hab ich scheinbar bei allen Lehrwerken. Ich komme auch mit Strick- oder Häkelanleitungen aus Büchern oder Videos nicht klar...)


Ich kann gefühlt nichtmal die einfachsten Sachen, geschweige denn Heian Shodan, und soll Heian Nidan selbstständig vorführen. In dem Moment krieg ich dann wieder Panik und vertausche meine Arme und drehe mich in falsche Richtungen...


Ich würde total gerne mit anderen üben, aber ich wüsste ehrlich gesagt nicht wann und wo und würde mich auch so schnell nicht trauen, da jemanden zu fragen, dafür bin ich zu schüchtern und kenne die anderen noch längst nicht gut genug, es hat mich schon so große Überwindung gekostet, überhaupt alleine zu so einer komplett neuen Gruppe zu gehen und etwas mitzumachen, das ich noch nie vorher gemacht habe.

Irgendwie bin ich gerade frustriert und kriege auch schon wieder einen totalen Koller, wenn ich an das Training Anfang April denke: Da muss ich an meinem gewohnten Montag arbeiten und verpasse eine Trainingsstunde in der Woche und habe dann das Gefühl, sofort noch weiter hinterher zu hängen.
 
Hab auch Bock auf Kampfsport. Hab schon 5 Jahre Jiu-Jitsu hinter mir und war da auch mehr oder weniger erfolgreich :D

Jetzt will ich wieder was anfangen, will nicht unbedingt auf Wettkampf gehen (wofürs wahrscheinlich eh zu spät ist), sondern einfach nur das Training machen um neben Studio bisschen Abwechslung reinzubringen. Werd mal Krav Maga ausprobieren, finde das einen der interessantesten Kampfsportarten. Morgen gehts los.
 
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