Die grossen Pressekonferenzen der E3 sind vorbei. Einst war diese Fachmesse die erste Adresse, wenn es um Neuankündigungen der Spielebranche ging.
Um Neuankündigungen ging es bei dieser E3 auch wieder. Gespannt sassen dutzende Konsolentreff'ler bis tief in die Nacht vor ihrem Rechner, um live zu sehen, womit uns Microsoft, Electronic Arts, UbiSoft, Sony und Nintendo „beglücken“ möchten. Schnell machte sich aber Ernüchterung breit (über die genauen Gründe kann man sich gerne im E3-Sub informieren...
).
Ich spreche jetzt mal nur von mir. Ist es nicht traurig, dass meine E3-Highlights das „neue“ Tomb Raider und die HD-Remakes der alten Metal Gear Solid-Teile waren? Es gibt sicher andere User, die sich andere Spiele rauspicken würden, das ist nicht das Thema.
Grundsätzlich gab es aber wenig zum Staunen (ausser vielleicht die WiiU). Ein paar neue Spiele, die aber im Prinzip auch meistens ein Abklatsch bestehender Konzepte in anderem Gewand sind. Aber neue Franchises, neue Konzepte, Ideen, irgendwas wo man mit offenem Mund vor dem Rechner sitzt und sich nur denkt „Scheisse, ist das GEIL!!!!“? Für mich Fehlanzeige.
Dafür mag es mehrere Gründe geben.
Einer könnte sein, dass die Entwickler bei PS3 und 360 jetzt schon an der nächsten Konsolen-Generation arbeiten, sich die jetzige Generation dem Ende neigt. Ich glaube daran nicht, zumal in der Vergangenheit eigentlich immer zum Ende einer Generation (dann, wenn die Userbase am höchsten ist) immer noch richtige Knaller kamen, die Technik am besten ausgereizt wurde, Experimente gewagt wurden.
Ein anderer Grund könnten die hohen Kosten moderner Spiele sein. An ambitionierten Projekten arbeiten schnell über 100 Mann, und das über Monate oder Jahre hinweg. Das verschlingt Geld. Viel Geld. Risiken? Unerwünscht. Ein Blick in die trübe Glaskugel müsste einem aber verraten, dass sich das auch in der nächsten Generation nicht ändern wird. Billiger wird die Produktion von Spielen sicher nie wieder.
Bleibt das „Erfolgsrezept“. Ein Call of Duty verkauft sich drölf Zillionen Mal. Also machen alle einen CoD-Abklatsch, denn CoD hat sich ja drölf Zillionen Mal verkauft. Oder GTA. GTA verkauft sich super, also muss das neue Spiel Open World-Aspekte haben. Und Schiessereien natürlich. Und Blut. Aber nur die wenigsten Entwickler verstehen (!), warum GTA so beliebt ist, WAS es zu kopieren gilt. Und selbst wenn man gut kopiert, ist das noch lange kein Erfolgsgarant. Und wenn man dann doch ein erfolgreiches Spiel auf den Markt gebracht hat, müssen Nachfolger her. Viele, und das möglichst schnell. Und ist eine Serie irgendwann ausgelutscht, muss ein Re-Boot her. Nichts wirklich Neues, nur anders halt.
Man kann die Ursache also gut und gerne bei „den Anderen“ suchen. Aber, wie herum macht es mehr Sinn? Bekommen wir, was wir wollen? Oder kaufen wir, was wir vorgesetzt bekommen (und picken uns da die passend(st)en Rosinen raus)? Publisher scheinen darüber anders zu denken, als wir es oftmals tun. Das beschränke ich jetzt nicht auf neue Ideen oder Konzepte. Ein Homefront z. B. ist ein CoD-Abklatsch. Eigentlich ist es nicht der Rede wert (zumindest in der Kampagne). Eigentlich ein typischer Flop-Kandidat. Trotzdem hat es sich anscheinend deutlich besser als das „innovative“ und auf jeden Fall technisch bessere Crysis 2 verkauft. Die Grenzen sind also verschwommen. Das Ergebnis wird aber irgendwann sein, dass ein Crysis 3 sich vielleicht von seinen Wurzeln entfernt, Aliens durch russische Soldaten ersetzt werden, usw... Logisch wäre es jedenfalls, und die Vergangenheit hat es bei vielen Franchises auch bestätigt.
Die Spiele werden sich immer ähnlicher, der Stillstand findet nicht in einzelnen Spielen statt, sondern in der gesamten Branche.
Dabei kann es anders gehen. Spiele wie Portal 2 oder damals Mirror’s Edge haben gezeigt, dass es noch neue Ideen gibt. Und sie sich auch gut verkaufen. Oder der Duke. Ok, es ist technisch eine Katastrophe, die Steuerung scheint hakelig zu sein (was bei einem Shooter ein KO-Kriterium ist), aber das sind Unzulänglichkeiten der Entwickler. Der Charme und Witz des Spiels heben es aber von den meisten anderen Shootern ab. Wäre der Duke ein gut aussehendes und spielbares Spiel geworden, seine Chancen wären ungleich grösser.
Ich will nicht zu viel meckern. Heute Abend spiele ich wieder mein geliebtes inFamous 2, ich freue mich wie ein Schnitzel auf Uncharted 3. Viele freuen sich auf das siebte Halo, weil’s einfach Spass macht. Beim Spielen von Portal 2 ist mir aber wieder aufgefallen, wie wenige Spiele es heute noch gibt, die sich an etwas Neuem versuchen, die die gewohnten Pfade und Muster bewusst verlassen, um dem Spieler eine neue Erfahrung zu bieten, das Genre weiter zu pushen.
Wenn die E3 ein Ausblick für die nächsten 12 bis 24 Monate ist, dann haben wir mit den auserkorenen Krachern wie Modern Warfare 3, Assassin’s Creed: Revelations, Forza 4, Uncharted 3, Halo 4, Gears of War 3... lauter tolle Spiele, die Nachfolger ihrer tollen Vorgänger sind. Auch wenn uns der servierte Stillstand schmeckt, so wird er dies nicht für ewig tun.
Ich sehe gerade, dass ich nach der letzten E3 ein ähnliches Thema hatte. Sorry für den Stillstand...
Um Neuankündigungen ging es bei dieser E3 auch wieder. Gespannt sassen dutzende Konsolentreff'ler bis tief in die Nacht vor ihrem Rechner, um live zu sehen, womit uns Microsoft, Electronic Arts, UbiSoft, Sony und Nintendo „beglücken“ möchten. Schnell machte sich aber Ernüchterung breit (über die genauen Gründe kann man sich gerne im E3-Sub informieren...
Ich spreche jetzt mal nur von mir. Ist es nicht traurig, dass meine E3-Highlights das „neue“ Tomb Raider und die HD-Remakes der alten Metal Gear Solid-Teile waren? Es gibt sicher andere User, die sich andere Spiele rauspicken würden, das ist nicht das Thema.
Grundsätzlich gab es aber wenig zum Staunen (ausser vielleicht die WiiU). Ein paar neue Spiele, die aber im Prinzip auch meistens ein Abklatsch bestehender Konzepte in anderem Gewand sind. Aber neue Franchises, neue Konzepte, Ideen, irgendwas wo man mit offenem Mund vor dem Rechner sitzt und sich nur denkt „Scheisse, ist das GEIL!!!!“? Für mich Fehlanzeige.
Dafür mag es mehrere Gründe geben.
Einer könnte sein, dass die Entwickler bei PS3 und 360 jetzt schon an der nächsten Konsolen-Generation arbeiten, sich die jetzige Generation dem Ende neigt. Ich glaube daran nicht, zumal in der Vergangenheit eigentlich immer zum Ende einer Generation (dann, wenn die Userbase am höchsten ist) immer noch richtige Knaller kamen, die Technik am besten ausgereizt wurde, Experimente gewagt wurden.
Ein anderer Grund könnten die hohen Kosten moderner Spiele sein. An ambitionierten Projekten arbeiten schnell über 100 Mann, und das über Monate oder Jahre hinweg. Das verschlingt Geld. Viel Geld. Risiken? Unerwünscht. Ein Blick in die trübe Glaskugel müsste einem aber verraten, dass sich das auch in der nächsten Generation nicht ändern wird. Billiger wird die Produktion von Spielen sicher nie wieder.
Bleibt das „Erfolgsrezept“. Ein Call of Duty verkauft sich drölf Zillionen Mal. Also machen alle einen CoD-Abklatsch, denn CoD hat sich ja drölf Zillionen Mal verkauft. Oder GTA. GTA verkauft sich super, also muss das neue Spiel Open World-Aspekte haben. Und Schiessereien natürlich. Und Blut. Aber nur die wenigsten Entwickler verstehen (!), warum GTA so beliebt ist, WAS es zu kopieren gilt. Und selbst wenn man gut kopiert, ist das noch lange kein Erfolgsgarant. Und wenn man dann doch ein erfolgreiches Spiel auf den Markt gebracht hat, müssen Nachfolger her. Viele, und das möglichst schnell. Und ist eine Serie irgendwann ausgelutscht, muss ein Re-Boot her. Nichts wirklich Neues, nur anders halt.
Man kann die Ursache also gut und gerne bei „den Anderen“ suchen. Aber, wie herum macht es mehr Sinn? Bekommen wir, was wir wollen? Oder kaufen wir, was wir vorgesetzt bekommen (und picken uns da die passend(st)en Rosinen raus)? Publisher scheinen darüber anders zu denken, als wir es oftmals tun. Das beschränke ich jetzt nicht auf neue Ideen oder Konzepte. Ein Homefront z. B. ist ein CoD-Abklatsch. Eigentlich ist es nicht der Rede wert (zumindest in der Kampagne). Eigentlich ein typischer Flop-Kandidat. Trotzdem hat es sich anscheinend deutlich besser als das „innovative“ und auf jeden Fall technisch bessere Crysis 2 verkauft. Die Grenzen sind also verschwommen. Das Ergebnis wird aber irgendwann sein, dass ein Crysis 3 sich vielleicht von seinen Wurzeln entfernt, Aliens durch russische Soldaten ersetzt werden, usw... Logisch wäre es jedenfalls, und die Vergangenheit hat es bei vielen Franchises auch bestätigt.
Die Spiele werden sich immer ähnlicher, der Stillstand findet nicht in einzelnen Spielen statt, sondern in der gesamten Branche.
Dabei kann es anders gehen. Spiele wie Portal 2 oder damals Mirror’s Edge haben gezeigt, dass es noch neue Ideen gibt. Und sie sich auch gut verkaufen. Oder der Duke. Ok, es ist technisch eine Katastrophe, die Steuerung scheint hakelig zu sein (was bei einem Shooter ein KO-Kriterium ist), aber das sind Unzulänglichkeiten der Entwickler. Der Charme und Witz des Spiels heben es aber von den meisten anderen Shootern ab. Wäre der Duke ein gut aussehendes und spielbares Spiel geworden, seine Chancen wären ungleich grösser.
Ich will nicht zu viel meckern. Heute Abend spiele ich wieder mein geliebtes inFamous 2, ich freue mich wie ein Schnitzel auf Uncharted 3. Viele freuen sich auf das siebte Halo, weil’s einfach Spass macht. Beim Spielen von Portal 2 ist mir aber wieder aufgefallen, wie wenige Spiele es heute noch gibt, die sich an etwas Neuem versuchen, die die gewohnten Pfade und Muster bewusst verlassen, um dem Spieler eine neue Erfahrung zu bieten, das Genre weiter zu pushen.
Wenn die E3 ein Ausblick für die nächsten 12 bis 24 Monate ist, dann haben wir mit den auserkorenen Krachern wie Modern Warfare 3, Assassin’s Creed: Revelations, Forza 4, Uncharted 3, Halo 4, Gears of War 3... lauter tolle Spiele, die Nachfolger ihrer tollen Vorgänger sind. Auch wenn uns der servierte Stillstand schmeckt, so wird er dies nicht für ewig tun.
Ich sehe gerade, dass ich nach der letzten E3 ein ähnliches Thema hatte. Sorry für den Stillstand...
). 