Ich widerspreche bedingt und würde umformulieren: Geld hat einen abnehmenden Grenznutzen. Mehr Geld macht nicht proportional mehr glücklich und irgendwann ist "noch mehr Geld" einfach egal.
Aber: Ohne genug Geld hat man ein extrem stressbehaftetes Leben, wenn man jeden Euro zweimal umdrehen muss, sich keinen Luxus leisten kann (der durchaus glücklich macht), ist fast jeder sicher alles andere als glücklich bzw. wäre ohne diese Sorgen sicher glücklicher.
Sicher, es gibt Idealisten, denen jeglicher weltlicher Besitz egal ist, aber ich denke, in einem Games-Forum wird man niemanden davon antreffen.
Aber im Allgemeinen sorgt Geld für Stabilität, Zukunftssicherheit, und damit Glück. Sei es durch Kleinigkeiten wie im Supermarkt einfach das kaufen zu können, auf was man Lust hat, sich Games leisten zu können oder auch den neuen 4K OLED, der einen grinsend auf dem Sofa sitzen lässt.
Wir haben während dem Studium Zeiten durchgemacht, in denen ein hartes, sehr niedriges Lebensmittelbudget nötig war, in denen wir nicht mal mit gutem Gewissen nachmittags nen Cappucchino trinken gehen konnten. Und diese Umstände haben vorsichtig gesprochen nicht zu unserem Glück beigetragen...
Und wir wussten, dass im Notfall unsere Eltern für uns da sind und uns unterstützen würden... Wenn man nicht mal das hat... Will ich mir gar nicht ausmalen.
Ach naja ... wenn man es nicht anders kennt.
Ich komme aus sehr bescheidenen Verhältnissen. Als Kind hatte ich nicht mal neue Kleidung, sondern die von meinem großen Bruder weiter getragen. Urlaub, was ist das?
Ich habe jetzt mit 36/37 meine Ausbildung beendet und werde in zwei Tagen zum ersten mal in meinem Leben "richtig" Lohn überwiesen bekommen. Dieser befindet sich hier im Vergleich zwar am unteren Ende, aber trotzdem freue ich mich darauf, einfach weil ich noch nie etwas im Vierstelligen Bereich überwiesen bekommen habe
Natürlich hätte ich gerne ein Auto oder bei erscheinen einer neuen Konsole eben diese, aber was nicht drin ist ist nicht drin. Ich habe mein ganzes Leben jede DM / Euro mehr als einmal umdrehen müssen. An die folgende Altersarmut möchte ich gar nicht denken. Aber wovon soll man vorsorgen, wenn es eh schon kaum zum Leben reicht. Finanziellen Rückhalt durch Eltern kenne ich nicht. Ich hatte nie jemanden, den ich um Geld anpumpen konnte.
Ich habe schon früh angefangen Zeitung auszutragen um mir mein Taschengeld aufzubessern. Später habe ich Blutplasma gespendet. Irgendwie geht es immer.
(Bin in der Not sogar mal bei einer Samenbank vorstellig geworden)
Für mich ist jetzt gerade damit Schluss. Ich möchte auch mal ein Haagen Dasz / Ben & Jerries Eis kaufen können, und das werde ich! Zumindest für die Zeit meiner Befristung. In zwei Jahren folgt dann wieder die Armut
Ohne meine Partnerin (die ein gutes KT mäßiges Einkommen hat), hätte ich mich vermutlich auch niemals für Kinder entschieden. Ich fand es letzten Sommer schon sehr traurig, als mein großer mich gefragt hat, was dieser Urlaub ist, wovon gerade alle sprechen.
Ich hoffe, dass die meisten hier ihren "Luxus" zu schätzen wissen, welcher nicht selbstverständlich ist.
Natürlich ist das global betrachtet jammern auf hohem Niveau. Wir haben ein Dach über dem Kopf und müssen nicht hungern. Aber große Sprünge sind auch nicht drin. Und wenn der Defekt einer Waschmaschine dafür sorgen kann, dass es richtig unangenehm wird, obwohl beide Vollzeit arbeiten, läuft doch irgendwas falsch.