Schöner Thread - insbesondere die Diskussion über Respekt finde ich äußerst interessant und wichtig.
Mit mittlerweile 48 Jahren ist meine Wahrnehmung per heute, dass früher bezogen auf das Schüler-Lehrer-Verhältnis oder das Heranwachsen "fast" nichts besser war. Es wurde ja hier schon schön von
@Monomann in einem Einzeiler kommentiert (der leider unzitiert so stehen geblieben ist), dass bspw. früher die Lehrer weniger (oder eigentlich fast gar keinen) Respekt vor den Schülern hatten - eine Erfahrung, die ich zurückblickend mit meinem heutigen Verständnis von Respekt absolut teile. Brutalität auf dem Pausenhof war ebenso zugegen wie die "Angst" (wurde auch schon gesagt) vor den Lehrern - warum das heute verklärt wird, vermag ich nicht zu beurteilen, aber das wurde ja hier auch schon hinreichend mit Studien getan. Ich bin übrigens nicht in Frankfurt-Sachsenhausen aufgewachsen, sondern in einer beschaulichen Kleinstadt und hatte eine idyllische Kindheit mit Schulausbildung bis zum Abitur. Meine Tochter geht mittlerweile auf das Gymnasium und mein Sohn wird ihr voraussichtlich im nächsten Jahr folgen. Die Entwicklung auf beiden Schulen war bisher eher durch Harmonie denn durch Brutalität o. ä. geprägt. Im Gegenteil sind die sozialen Medien durch Verabredungsmöglichkeiten etc. dem Miteinander sehr zuträglich. Beide haben es nach meiner Wahrnehmung leichter, zumindest bezogen auf den Umgang mit- und untereinander. Die Lehrer haben Respekt vor den Kindern und schwarze Schafe gibt es natürlich immer und überall. Von Verschlimmerung aber bei weitem keine Spur.....
Einzig zwei Dinge sind es, die mich heute stören, oder besser gesagt belasten:
1. Viele
Eltern sind mit den sozialen Medien völlig überfordert (
NICHT die Kinder) und geben diese Überforderung leider negativ an die Kids weiter, die eigentlich mit der richtigen Erziehung viel besser damit umgehen könnten als Mami und Papi. Niemand anderes ist dafür verantwortlich, weder Mark Zuckerberg, noch das "böse" Internet.
2. Fehlender Respekt durch die Anonymität der sozialen Medien. Das ist m. E. tatsächlich eine üble Baustelle, die immer noch unterschätzt wird.
Ich bin ebenfalls in dieser Zeit groß geworden, die viele heute positiv wahrnehmen, wenn sie bspw. sagen "Früher brauchten wir kein Handy, da haben wir uns noch so verabredet und waren zur vereinbarten Zeit vor Ort" - wenn es gut lief

Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass man bei einer Verspätung schon mal durch den ganzen Ort von Kneipe zu Kneipe gelaufen ist, nur um die Kumpels zu suchen, um dann am nächsten Tag zu erfahren, dass alle wieder nach einer Stunde nach Hause gegangen sind - War das Scheiße...
