Matthias Schmid meint: Leck' mich am Arsch! Ist das eine Render-Szene oder tatsächlich Echtzeit-Grafik? Mehr als einmal hab' ich mich dabei ertappt, wie ich mit offenem Mund vor der Full-HD-Glotze saß und einfach nur staunend auf die Landschaft, dann auf meinen Legionär, dann auf die Büsche am Wegesrand und dann wieder zurück zur Rüstung meines Legionärs blickte. Ryse begeistert mit Gesichtern und Rüstungen in nie dagewesener Detailfülle und fantastischen (Boden-) texturen – so muss ein Next-Gen-Spiel aussehen. Auch die stimmungsvollen Zwischensequenzen samt guter deutscher Synchro und die gefällige Geschichte tragen zum Wohlfühl-Faktor bei – natürlich ist Crytek in puncto Story oder Charaktertiefe meilenweit von BioWare-Maßstäben entfernt, ein Call of Duty: Ghosts oder vor allem Battlefield 4 zeigen aber aktuell, dass es viel viel schlechter geht. In spielerischer Hinsicht gibt sich Ryse bieder, ja fast schon einfallslos – was es macht, macht es aber gut. Das Kampfsystem ist arm an Abwechslung und dass ich nicht auswählen kann, welcher Finishing Move zum Einsatz kommt, ist schwach. Auch die Beschränkugn auf nur eine Nah- und eine Fernkampfwaffe nagt am Langzeitspaß. Dafür gefällt der super spielbare Mix aus Blocken, Zuschlagen und Wegrollen – hier bestimmt Ihr selbst, in welchem Rhythmus und wie elegant Ihr kämpft; ein Vergleich zu den Kloppereien aus den Batman-Spielen ist durchaus angebracht. Zudem steckt mit den unterschiedlichen Feindtypen auch Taktik drin – nur mit der Zuhauen-Taste werdet Ihr nicht weit kommen. Leider schleust Euch Ryse durch sehr eng gesteckte Levelschläuche – nur hin und wieder dürft Ihr vom Hauptpfad abweichen und einen der lieb- und ideenlos verteilten Sammelgegenstände auflesen. Das rudimentäre Auflevelsystem ist zweckmäßig, klasse hingegen finden wir die Idee, dass man bei erfolgreich ausgeführten Finishern selbst wählen kann, welche Belohnung man gerade nötig hat. Unterm Strich macht Ryse seine Sache als Launch-Titel richtig gut – es begeistert in grafischer Hinsicht und bietet all jenen, die auf Abwechslung und großen Anspruch verzichten können, eine gelungene, zum Teil sogar mitreißende Next-Gen-Schlachtplatte.