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REVIEW Ryse: Son of Rome

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Yzerman

Alle Konsolen sind grün
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Ryse

Für mich war das der Launchtitel schlechthin. Ausgezeichnete Grafik und Umfang auf Sparflamme mit ein paar Ungereimtheiten. Wie von Crytek erwartet und gewohnt. Die ganze Geschichte zur Entstehung von Ryse ist auch nicht ohne. Kein Wunder haben die Yerli Brothers immer mal wieder Geldprobleme. Denn Ryse ist absolut kein Umfangsmonster. Alles ist ziemlich limitiert. Was nichts Schlimmes ist. Wenn der Entwickler aber Jahre braucht um ein solches Spiel rauszubringen, dann kann offensichtlich etwas nicht stimmen…

Das habe ich doch schon mal gesehen… und das auch.

Ryse beginnt gleich am Ende. Marius beschützt Rom von den angreifenden Barbaren und bringt den Kaiser in dessen Versteck in Sicherheit. Dort angekommen, beginnt er dann von seiner Geschichte zu erzählen. Diese wurde irgendwie aus sehr vielem zusammengekleistert. Ob nun der Soldat James Ryan, der griechischen oder römischen Mythologie, es wird alles in einen Topf geworfen. Ausserdem denkt man bei den meisten Dialogen, dass man die doch schon mal gehört hat. Die Szenen erinnern (zu) frappant an ihre Vorbilder. Dafür ist die Synchronisation gelungen und optisch sind diese Zwischensequenzen wohl auch über ein Jahr nach dem Erscheinen, das beste was es momentan auf Konsolen zu sehen gibt. Allerdings sind die weiblichen Charaktere noch verbesserungswürdig.

Zur Story: In Ryse geht es um eine typische Rachegeschichte. Marius‘ ganze Familie wird vor seinen Augen von Barbaren hingerichtet. Er macht sich daraufhin auf den Weg nach Britannien um sich zu rächen.

Es wird gemetzelt

Etwa 90% der Spielzeit verbringt man beim Kämpfen. Äusserst selten läuft man durch ruhige Abschnitte und kann die grafische Opulenz begutachten. Und das macht in Ryse zum Glück Spass. Das Kampfsystem ist simpel, hat aber dennoch eine gewisse Tiefe: Es gibt eine Attacke mit dem Schwert (X), rammt mit dem Schild (Y), hechtet zur Seite (B) oder blockt (A). That’s it. Ok, es gibt noch die Spezialattacke, welche euch zu einem unbesiegbaren Berserker mutieren lässt, der dadurch für eine kurze Zeit unbesiegbar ist.
Die Fights gefallen durch ihre Wucht. Man spürt das Schwert des Gegners richtig auf sein Schild aufschlagen, wenn man einen Angriff blockt.

Sobald ein Feind genug geschwächt ist, verrät ein Totenkopf-Symbol, dass er reif für eine Hinrichtung ist. Dann wird der Barbar auf eine ebensolche Weise in den Hades (oder war das bei den Griechen?! Egal.) geschickt. Per Halsschlitzer, Schwert durch die Brust, Arm abhacken, Bein abhaken, Tritt ins Gesicht oder etliche andere brutale Manöver. Diese Animationen sehen brutal aus und sind zu Beginn etwas gewöhnungsbedürftig. Mit der Zeit stumpft man etwas ab und durch Zunahme des Schwierigkeitsgrades der Gegner und dem Verlauf der Geschichte freut man sich richtig, wenn wieder mal der Totenkopf aufleuchtet.

Die Finishing-Moves sind unterdessen wohl allen bekannt: Es ist egal, ob man die richtigen Tasten zum richtigen Zeitpunkt drückt oder nicht. Für das korrekte Ausführen gibt es allerdings Belohnungen, welche man während des Spiels per Steuerkreuz auswählen kann: Mehr Lebensenergie, Erfahrungspunkte, Fokusenergie für Spezialattacken oder Stärkebonus. Ich habe eigentlich die ganze Zeit nur die Option Lebensenergie ausgewählt gehabt. Denn Health Paks gibt es keine im alten Rom.

Alternativen?
Die Wege sind verdammt linear. Es gibt immer nur eine Möglichkeit weiterzukommen. Das Spiel ist etwa so weitläufig wie „Snake“ auf einem alten Nokia-Handy. Man sieht überall die Grenzen seines Weges.
Auch bei den Waffen ist man sehr limitiert. Neben dem Schwert gibt es noch ein Speer welches man ab und zu benutzen kann. Dies ist, wenn man endlich mal die Speere aufnehmen konnte, nicht wirklich spassig. Genauso wie das Vorgehen im Schildverbund (Schildkröte) mit seinen Kameraden. Beim ersten Mal ist es noch ganz lustig, aber alles in allem bietet diese Vorgehensweise zu wenig Herausforderung.

Dafür sorgt das Drumherum für Wow-Momente: Es schlagen. Katapultgeschosse ein und reissen Brocken aus Burgmauern. An anderer Stelle kämpft man durch ein lichterloh brennendes Holzhaus oder kämpft vor der Kulisse eines paradiesischen Wasserfalls. Immer mal wieder kann man von seinen Bogenschützen Feuerschutz anfordern (etwas mühsam mit dem halten des LB-Triggers) oder man nimmt auf einem Armbrust-Geschütz Platz. Ganz CoD-like. Ein wenig unpassend sind neben der hohen Kadenz des Geschützes auch die Explosionen… Nun ja, das sieht halt einfach besser aus.

Schlussendlich ist es ein kurzweiliger Slasher geworden, der durchaus zu unterhalten weiss. Das Setting stimmt, die (Schwertkampf)steuerung auch und optisch ist es immer noch einer der schönsten Titel auf den NextGen-Konsolen. Perfekt um seinen Kumpels die Konsole vorzuführen. Den Rest kann man getrost ausblenden.
Ich hoffe auf eine Fortsetzung, denn Potential ist genügend vorhanden.

Gewiss kein Meisterwerk, aber ein kurzweiliger Slasher, bei dem man das Gehirn ausschalten und für ein paar Stunden Spass haben darf.

7/10
 
Ging mir auch so. Absolut positive Überraschung nachdem im Vorfeld ja doch Schlimmes zu befürchten war. Hat einfach nur enormen Spaß gemacht. Keine Ahnung wie oft ich das Spiel durch gezockt habe. Quasi ein Konsolenspiel in Reinform.
 
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