Ich finde nichts auch nur gut an dem Spiel. Okay, die Cutscenes sind nett anzusehen. Anfangs war ich sogar richtig begeistert von der Präsentation. Dann passiert aber bis zum Ende hin so gut wie gar nichts und dann gibt es vor dem letzten Dungeon endlich wieder sehr gute Cutscenes und Story.
Aber abgesehen von der Präsentation... Über das Kampfsystem kann man sich streiten. Potenzial ist da, aber mir gefiel es gar nicht. Fand die Koordination schwierig und die KI ist furchtbar. Sie funktioniert nicht einmal richtig. Es gibt sowieso nur zwei Befehle, Verteidigen und mit aller Kraft angreifen, aber leider schafft es die KI diese Befehle nicht richtig umzusetzen. Wenn ich z.B. einem Charakter einen Nahkampfkrieger als ersten Familiar festlege und dann im Kampf den Befehl zum Angriff gebe, wechselt er immer zum Tank, der gar keinen Schaden macht. Bei den Taktiken, die man im Hintergrund (und nur mitten im Kampf...) einstellen kann, verhält es sich leider ähnlich. Eine Katastrophe. Zum Glück ist das Spiel sehr einfach.
Das waren die nicht-ganz-so-negativen Punkte.
Die Story ist da ein ganz anderes Thema. Anfangs hat sie mich extrem gut unterhalten. Schöne Welt, wundervolle Präsentation, originelles Universum. Aber im Mittelteil passierte nichts Relevantes und vertonte Sequenzen gab es kaum noch. Die Charaktere sind auf dem Niveau eines durchschnittlichen Shooters. Die Dialoge sind grauenhaft. Das Ende setzt dem Ganzen dann mit sehr schlechten Twists und Erklärungen die Krone auf. Das ist alles so furchtbar hanebüchen. Am Ende wird in jeder neuen Cutscene irgendetwas Unlogisches auf billigste Art und Weise zurechtgerückt.
Dann ist die ganze Story viel zu lieb. Alle sind so beschissen nett zueinander. Sogar die Bösen sind lieb und freundlich. Könnte eine schlechte Folge Glücksbärchis sein.
Auslassen könnte ich mich noch über das ganze Gamedesign. Das Grundgerüst ist ein 08/15-JRPG. Die Hauptstory rückt in den Hintergrund und man reist von einer Stadt in die nächste, um dort ein Problem zu lösen, indem man in einem Dungeon einen Boss besiegt. Soweit so gut. Langweilig, aber damit kann ich leben.
Leider gestaltet sich das ganze so generisch und uninteressant. Alles wird zig Mal vorgekaut. Drippy (sehr cooler Charakter in den ersten Spielstunden) erklärt alles haargenau. Story, Rätsel, Kämpfe, Aufgaben. Man hat ja tausende Spells, die man auch in der Umgebung einsetzen muss. Zu Rätseln kommt es deswegen aber nicht. Fehlt z.B. offensichtlich an einer Stelle eine Brücke, kommt Drippy und sagt dir "Hey, mun, benutze deinen BRIDGE-Spell". Es ist wirklich so plump. Jedes Mal. Bis zum Ende.
Die Nebenaufgaben sind auch ein Graus. Jeder Boss endet damit, dass man einer Person ein Gefühl wiedergibt. Liebe, Mut, etc. Hat man das geschafft, werden neue Nebenaufgaben freigeschaltet. Diese gestalten sich so, dass man gekennzeichneten Personen dieses Gefühl wegnimmt und es anderen gekennzeichneten Personen gibt. Das funktioniert einfach alles durch X-Drücken. Man muss kein bisschen Überlegen. Das sind über 90% der Nebenaufgaben. Der Rest ist aber ebenso anspruchslos.
Es gibt noch so viel mehr Macken, die das Spiel hat. Ich bin richtig, richtig enttäuscht. Ich habe mich auf das Spiel gefreut und es gefällt mir von vorne bis hinten nicht. Dabei konnten mich bis jetzt alle JRPGs sehr gut unterhalten, weil mir normalerweise die Storys reichen und Ni No Kuni fing sooooo gut an.
Und dann... Schlechte Story, schlechte Charaktere, schlechtes Kampfsystem, schlechtes Partymanagement, schlechte Dungeons, schlechte Bosse, schlechte Dialoge, schlechte KI im Kampf und auch in Minispielen, schlechtes Balancing, schlechtes Level-Up-System und und und.
Ich bin extrem enttäuscht. Ich halte das Spiel für eine Gurke. Ich will Tales of Xillia.