Fette Kampflesben!
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Striker schrieb:[...] Berufssoldaten, denn nur das können Frauen werden[...]
Gewissensbegründung:
Mit Berufung auf Artikel 4, Absatz 3, Satz 1 des Grundgesetzes beantrage ich hiermit die Anerkennung auf Kriegsdienstsverweigerung aus Gewissensgründen.
Um meine Entscheidung den Kriegsdienst zu verweigern ausreichend zu begründen, werde ich im Folgenden die Gründe, die mich zu diesem Entschluss bewogen haben, anführen und erläutern. Der erste Punkt ist der der elterlichen Erziehung, die mich nachhaltig geprägt hat und den Grundstein für meine Ethik und mein Handeln gelegt hat. Ein wesentliches Element dieser elterlichen Prägung ist die Erziehung zu Gewaltlosigkeit, Toleranz und verantwortungsvollem Denken und Handeln. Mir wurde schon sehr früh vermittelt, dass die erfolgreichste und beste Art Konflikte zu lösen die gewaltlose Variante ist. Dieses einfache aber effektive Prinzip (effektiv deshalb, weil im Normalfall friedliches und wohl überlegtes Lösen von Problemen/Konflikten für alle beteiligten Parteien (bzw. gesamt betrachtet) am angenehmsten ist) habe ich verinnerlicht und ich versuche es schon seit diesen frühen Jahren auch in die Praxis umzusetzen. Auch die Erziehung zu einer verantwortungsbewussten Person war äußerst prägend und wichtig. Ich halte es für enorm wichtig, dass man sich der Konsequenzen des eigenen Handelns bewusst ist und auch dementsprechend handelt, was bedeutet das man die Verantwortung für das eigene Tun in jedem Fall auf sich nimmt. Die schulische Erziehung (hier ist besonders die Zeit seit der 4./5. Klasse gemeint) hat meine vorher vorhandenen Grundsätze (auch wenn ich diese zu diesem frühen Zeitpunkt noch nicht als Ideal oder Ethik wahrgenommen habe, sondern einfach „instinktiv“ befolgt habe) weiterhin deutlich bestätigt und mich in meiner Einstellung bekräftigt. Hinzu kam hier noch die konkrete Beschäftigung mit den Themen Krieg und gesellschaftlicher Gewalt, also mit Themen, die ich vorher besonders aus den Medien kannte und denen ich teilweise überfordert gegenüberstand. Mit der Zeit wurde mir das Wesen des Krieges immer bewusster und die Ausmaße erschienen mir immer erschreckender. Instinktiv habe ich (wahrscheinlich aufgrund der durch meine Erziehung bedingten Grundeinstellung) das, was ich vom Krieg in den Medien gesehen und gehört habe schon immer abgelehnt, doch nach und nach hat sich diese Ablehnung auch bewusst und rational bei mir eingestellt. Mir wurde immer deutlicher wie archaisch und barbarisch Kriege (in der heutigen Zeit) sind. Besonders das Fach Geschichte hat mir durch Film-, Bild- und Schriftdokumente eine gewisse Einsicht in den Krieg vermitteln können. Ein Film, der meiner Ansicht nach die Grausamkeiten und die Sinnlosigkeit des Krieges erstaunlich nahe gehend darstellt ist „Die Brücke“ von Bernhard Wicki. Er zeigt wie Menschen zu Instrumenten/Produkten werden und vollkommen fanatisch jegliche Möglichkeit der eigenen Kontrolle und Selbstreflexion verlieren. Auch zeigt der Film wie der Verstand im Krieg vollkommen aussetzen kann, was das eigene Leben, das gegnerischer Soldaten, unschuldiger Zivilisten und das Leben eigener Kameraden gefährden kann. Ein solcher Kontrollverlust wäre für mich einfach grausam, schon allein der schrecklichen Konsequenzen wegen, für die ich verantwortlich wäre. Ich wäre also direkt für den Tod eines Menschen verantwortlich und würde mein Leben lang mit dieser Last leben und mich quälen müssen, denn beim Tod handelt es um etwas Unumkehrbares. Wenn man neben den erschreckenden Folgen eines Einzelfalls dann auch noch bedenkt, dass in einem Krieg bis zu mehreren Tausend Menschen aktiv beteiligt sind und als Soldaten eingreifen, kann man sehr schnell das Ausmaß eines und somit aller Kriege erahnen. Natürlich ist mir bewusst, dass Kriege durchaus löbliche Ziele besitzen können und beispielsweise rücksichtslose und unmenschliche Systeme beseitigen können, allerdings denke ich, dass es speziell in der heutigen Zeit zahlreiche Alternativen zu Kriegen gibt und ich diese auch für deutlich effektiver halte, da durch sie zum einen Tote, Verletzte und Traumatisierte verhindert werden können aber auch langfristige, durch Zerstörung bedingte Probleme minimiert werden können. Durch diplomatisches Geschick und wirtschaftlichen wie politischen Druck in Form von Sanktionen können Krisen und Konflikte zwischen Völkern und Staaten auf eine andere Weise gelöst werden als dies in der (recht nahen) Vergangenheit so oft der Fall war. Ein Beispiel für die Kriege, die man besser hätte vermeiden sollen ist der aktuelle Fall Irak. Sicherlich war der Anspruch einen Staat von einer Schreckensherrschaft zu befreien ein guter (auch wenn dies möglicherweise nicht der eigentliche Grund der Kriegsführung war), jedoch wurden die Konsequenzen dieses Krieges nicht ausreichend bedacht, weshalb die derzeitige Situation im Irak nicht viel besser ist als vorher herrschende (Angst vor Terror gegen Iraker, Kurden und Amerikaner; schlechte Aussichten für demokratischen Staat bedingt durch 3 verschieden interessierte Gruppen [Sunniten, Schiiten, Kurden] ) Besonders die sehr wahrscheinliche Möglichkeit einer Errichtung eines islamischen Gottesstaates nach iranisch-schiitischem Vorbild zeigt (bedingt durch den 60-prozentigen Schiitenanteil in der irakischen Bevölkerung), dass die Konsequenzen dieses Krieges schlimmer sein können als die vorher herrschenden Bedingungen, denn ein solcher Staat würde eine Degradierung der Frau bedeuten und auch ansonsten eher einem totalitären Staat gleichen als einem demokratischen, dessen Errichtung das ursprüngliche Ziel der Amerikaner war. Dieses Beispiel führe ich an um zu verdeutlichen wie uneffizient und dumm Kriege im Vergleich zu den schon angesprochenen friedlicheren Möglichkeiten der Konfliktlösung sind. Hierfür ist die Beseitigung des südafrikanischen Apartheidsystems ein gutes Beispiel, denn hier konnte durch Sanktionen ein rassistisches und ungerechtes System beseitigt werden ohne in einem Krieg Menschenleben zu opfern. Es ist also möglich auch schwere Krisen durch friedliche Wege zu bewältigen.
Ich fasse jetzt noch einmal meine Beweggründe für diesen Antrag zusammen:
Zum einen würde eine Teilnahme am Wehrdienst bedeuten, dass ich entgegen meinen Wertevorstellungen und meiner Ethik handeln würde, da ich zum töten ausgebildet werden würde, was einer Befürwortung von gewaltsamer Konfliktlösung gleichkäme. Der Kriegsdienst steht also im direkten Gegensatz zu den Werten und moralischen Vorstellungen, die mir durch meine Eltern und auch durch den Staat vermittelt worden sind und die ich mir selbst zu meinen Handlungsmaximen gemacht habe (die ich oben in meiner Begründung dargelegt habe). Das Ableisten des Kriegsdienstes würde also einen Verrat an meinen Idealen bedeuten. Vor allem aber würde es bedeuten, dass ich Krieg als Mittel der politischen Konfliktlösung akzeptieren würde, was ich allerdings wie schon beschrieben aus dem Grund, das ich die erläuterten Alternativen für besser und humaner halte, nicht tue. Die Alternative zum Kriegsdienst (also der Zivildienst) halte ich für weitaus sinnvoller und ich würde daher mit Freude eine Zivildienststelle antreten. Den Zivildienst halte ich für nützlicher, da man so einen wirklich nützlichen Beitrag zur Gesellschaft leisten kann. Auf diese Weise kann ich Bedürftigen helfen und ich glaube generell sagen zu können, dass der Zivildienst Jugendlichen zeigt, wie wichtig soziale Arbeit für unsere Gesellschaft und unser soziales System ist.


Evin schrieb:Ich find's noch immer so gestört dass ihr begründen müsst dass ihr lieber Zivi machen wollt...![]()


Evin schrieb:Ich find's noch immer so gestört dass ihr begründen müsst dass ihr lieber Zivi machen wollt...![]()

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