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Bundeswehr - Verschwendete Zeit oder sinnvoll genutzt? - Eure Geschichten

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Ich hab zur Musterung einen Stapel Röntgenbilder meiner kaputten Wirbelsäule mitgebracht... dann musste ich da erstmal nur rumsitzen... Bin dann als letzter vor den Ausschuss gerufen worden und die haben gesagt mit der Wirbelsäule können sie mich nicht einberufen und ich müsste zum Amtsarzt damit, die melden sich...

Haben sie auch.. nach 2 Monaten ca kam ein Brief der in einem Ton geschrieben war das es nur so knallt... Sie haben zu und wenn sie nicht bis dann und dann...

Ich dann also zu dem genannten Termin nach Krefeld zum Kreiswehrersatzamt.... sitze da 2 Stunden.. rennt ein Arzt vorbei.... hab heute keine Zeit..kommen sie nächsten monat wieder...

Ich dann nochmal da einen Termin gemacht bei der Tante... und hatte natürlich auch wieder meine Röntgenbilder dabei und so und der Arzt grinst mich an...erstmal Belastungstests..

Dann musste ich auf so ein Fahrrad und die Tante da hat mir eine superbrennende Salbe aufs Ohr geschmiert und so ein EKG oder was daran angeschlossen.

Ich nach 2 Minuten am Keuchen wie sonst was... will sie Lungentest machen und füllt irgendwas in einen Ballon.. ich soll einatmen ausatmen einatmen ausatmen und dann Ballon... einatmen..... und da bin ich schon blau angelaufen und hab keine Luft mehr bekommen und musste Notbeatmet werden.

T5

Hätte wohl besser auch die Bescheinigungen über meine Trachealaryngitis und schweres Asthma mitbringen sollen.

edit: Schade übrigends, weil ich wäre gerne gegangen.. Mein Dad war fast 25 Jahre da.
 
Fallschirmjäger oder auch Gebirgsjäger haben doch afaik aber nur Zeitsoldaten genommen? Da sind normale Wehrdienstleistende doch gar nicht hin gekommen?
Doch... leider war ein stubenkamerad dort... die hatten keine Verwendung für nen sani, also steckten die den kurzerhand zu den Fallschirmjägern ... als ich damals mit ihm telefoniert hab, meinte er, es sei die pure Hölle... er wollte sich tatsächlich umbringen, nur um nicht mehr da hin zu müssen... das was er erzählte, war echt bitter... da war wohl täglich krieg :(
 
Wurde ausgemustert (2008). Habe wohl ne schiefe Wirbelsäule oder so, merk ich zwar nix von, aber was solls.

giphy.gif
 
Wurde damals als vorübergehend nicht wehrdienstfähig gemustert, weil ich eine Zahnspange hatte und die Bundeswehr das wohl nicht zahlen wollte, die hätten das wohl irgendwie übernehmen müssen.

Wäre aber auch gerne gegangen, naja als ich dann keine Zahnspange mehr hatte wurde die Wehrpflicht ja in Friednszeiten aufgehoben und ich war schon mitten im Berufsleben.
 
Hab damals (2004) eigentlich alles dafür gemacht, um ausgemustert zu werden. Meine Ausbildung wäre 2005 beendet gewesen und ich wollte danach eigentlich direkt Vollzeit weiter arbeiten.

Bin dann zur Musterung mit aktuellem Sehtest (hab ne Brille und damals wohl so -3 Dio auf beiden Augen) und einer Bestätigung vom Artz über meine Allergien (Gräser, alle möglichen Bäume, quasi der ganze Wald). Ich hab da eigentlich keine Beschwerden, bin recht gerne im Wald, aber laut Allergietest halt.

Trotzdem T3. Fuck! :D

Hab dann verweigert und 9 Monate Zivi beim Arbeiter-Samariter-Bund gemacht. Essen verteilt (mit dem Transporter), behinderte Kinder und Erwachsene zur Schule bzw. Lebenshilfe fahren, kranke Leute ins Krankenhaus. War recht chilig, da jede zweite Woche nur morgen und nachmittags 2 Stunden gearbeitet werden musste und man dazwischen heim durfte. Dafür halt jedes zweite Wochenende arbeiten. War aber immer recht entspannt und man machte die Touren oft zu zweit. Dann hat man sich mit dem Essen verteilen immer abgewechselt und der andere konnte auf dem Beifahrersitz Zeitung lesen oder schlafen. :grins:

Einzig unser Chef war ein totaler Choleriker und hätte glatt beim Bund arbeiten können. :D

War ne coole Zeit!
 
Ab Oktober 2003 neun Monate im Panzerbataillon in Stern-Buchholz, bei Schwerin. Das war eine Zeit... :D

Fing schon mit Musterung an. Alle total mies drauf. Habe dann gesagt "ich würde gerne zum Bund" (wollte zur Polizei und dachte das wär gut). Auf einmal waren alle total freundlich zu mir.
Die ersten beiden Wochen waren am härtesten, weil wir nicht nach Hause durften. Ich der verwöhnte Bengel, der noch nie lange von Mama weg war. Alter, war das ein Heimweh :traurig: Danach ging´s dann aber.

Die Grundwehrzeit war echt hart. Der ständige Schlafmangel, das ständige Anschreien, die viele sinnlosen Aufgaben. Puh. Mein Zugführer war auch ein echter Tyrann (Oberfeldwebel) und sein Unteroffizier entspring direkt einem James Bond Bösewicht, inklusive Hasenscharte. Wir waren echt ständig draußen und haben entweder Sport gemacht oder lagen ewig auf dem gefrorenen Boden. In den Theoriestunden musste man sich irgendwie wach halten, weil man sonst zusammen geschrien worden wäre. "Zum Glück" hatten wir einen Offiziersanwärter im Zug, der wurde noch härter ran genommen und hat oft den Groll abbekommen. Alle Unteroffiziersklassen hassten die Offiziere. Der Zugführer war ein echter Choleriker und Alki. Eines Abends nach Dienstschluss war er auf unserer Stube und hat mit meinen Kameraden gesoffen. Ich trinke nicht, er wollte aber unbedingt, dass ich mit trinke. Am Ende hat er sein Bier in meinen Stiefel gekippt. :D

Was fällt mir noch aus´m Stand ein? Dieser ewig lange Marsch mit 20kg Gepäck war krass, schlimmer waren aber die beiden Biwaks bei eisiger Kälte. Bei dem Einen habe ich 3 Tage kein Auge zubekommen so kalt war es. Früh morgens dann draußen waschen :schreck:Cool waren die anderen Kameraden. So viele verschiedene Typen. Durch den "gemeinsamen Feind" war der Zusammenhalt echt klasse. Ein Einheimischer ist wegen der Stumpfsinnigkeit fast irre geworden. Er konnte nicht abschalten.
Spaß gemacht haben auch die Schießübungen. P8 (?), G36, M3 und sogar Panzerfaust durften wir schießen.

Nach den ersten drei Monaten freuten wir uns auf Füße hochlegen, aber nichts war es. Wie bei MKS wussten unsere Chefs schon, dass die Kaserne bald geschlossen wird. Erst mal wochenlang im Simulator geübt. Ich war Richtschütze, also der Schütze des Leopard 2A6. War zum Glück nur Zweitbester, sodass ich nicht beim Zugführer auf dem Panzer musste.
Dann ging es mit zig Panzern (ja, sie funktionierten alle halbwegs) in die Heide irgendwo in Norddtl. Was wir da verballert haben :ugly: Aber an einem Tag ist mein Panzer so krass gefahren, dass ich mich übergeben musste. Dann durfte ich oben rausgucken ^^

Ansonsten haben wir noch zwei amerikanische Kasernen bewacht. In Heidelberg und in Darmstadt. Glaube es waren 12-Stunden Schichten. Mega langweilig. Aber das Essen (Burger) und die Einkaufsmöglichkeiten waren super. Wir kontrollierten die einfahrenden Autos. Einen Abend haben wir in einer Stichprobe das Auto der Stützpunktleiterin genauer inspiziert. Das gab Ärger. :D

Fazit: Krasse Zeit, aber auch unglaublich stumpfsinnig. Mir ist durchaus klar, warum die Bundeswehr heute nicht funktioniert.
 
War in der Luftwaffe. War n lustiger Haufen mit ner ganz guten Tätigkeit im Einsatzführungsbereich. In die Luft schauen und Flugzeuge identifizieren (ähnlich der Fluglotsen). Hab dann auch während des Wehrdienstes den Entschluss gefasst das ein bissl länger zu machen (man war ja jung bekam nicht schlecht Geld durch den Schichtdienst - sah halt aus wie n Zombie und es hat den Schlaf- und Wachrhythmus auf Jahre verstört). Erst auf 4 Jahre, später auf 8 Jahre um eine deutlich bessere BfD-Förderung zu erhalten. Bin dann nach 6 1/2 Jahren ab und konnte durch die Übergangsförderung quasi mein Erststudium komplett finanzieren.

Denke oft und gern an die Zeit zurück. In der Grundausbildung gabs natürlich auch ein paar scheiß Tage, aber wir sagten uns immer: "Die Muckls vom Heer sind noch viel schlimmer dran" :grins:

Sommerkampftag an der Donau :lol: = Ruderboote ausleihen und den ganzen Tag lang völlig spaßig den Kahn (keine Ahnung wie weit das war, vielleicht 20 oder 30km) ans Ziel bringen inkl. dabei helfen, dass die Kogge der Kameraden auch ja absäuft :lachweg:

Will die Zeit nicht missen. Hat mich persönlich und auch beruflich letztlich entscheidend weitergebracht. :dhoch:
 
W15, Grundausbildung in Glückstadt. Dann 73er im Marinetransportbattalion Kiel bis von Wilhelmshafen aus jemand mit Tischlerausbildung für das Marinefliegergeschwader 5 in Kiel gesucht wurde. So habe ich den Rest meines Grundwehrdienstes ganz entspannt in einer Tischlerwerkstatt, zusammen mit einem Zivilangestellten, der Elektronik Unterstützungsstaffel des MFG 5 verbracht.
 
Für die ganzen Lebensunfähigen, die gerade von Muttis Brust weg waren, war bzw. ist so ein Grundwehrdienst schon sinnvoll. Zumindest wenn es vernünftige Vorgesetzte gibt.
Hab da Spacken währenddessen kennengelernt, da musste ich mich ernsthaft fragen, wie die es geschafft haben alleine die Tür nach draußen zu finden.
 
Hab 3 Jahre meine Ausbildung in einer Sanitätsstaffel der Bundeswehr, USLw, gemacht. War wahrscheinlich die beschissenste Zeit, die ich jemals hatte, hab aber viel fürs Leben lernen können und hat mich nochmals stark in meinem Charakter definiert und gefestigt. Und vielleicht auch bisschen verstört. :D
 
Dummer Laden und keine lustige Story wert.

2008. Eigentlich wollte ich auch Zivi machen, aber da bei uns auf dem Gymnasium niemand zum Bund gegangen ist, dachte ich 'yolo' und mach da mal mit. Musterung lief dann ziemlich gut, T1, 100% bei diesen Eignungs-/Intelligenztests. (Darauf darf man sich nichts einbilden, die sind halt bis dato nur Schimpansen gewohnt.) Dann dieses persönliche Gespräch. "Ja, sehr schön, wir haben hier eine Liste mit potentiellen Positionen für Sie. Sie können sich schon darauf freuen!". My ass. Ich bekomme den Einzugsbescheid oder wie das heißt und soll nach Burg. Okay, klingt nicht so geil, aber wo ist das überhaupt. Gegooglet. In der Nähe von Magdeburg. Und beim Googlen gleich mitbekommen, dass es ein übelstes Naziloch ist. Lol, danke, schickt den Migranten halt gleich ins Arbeitslager. Zum Glück wurde meine Schwester in der Zeit noch vom Jugendamt betreut und ich habe von ihrer Betreuerin einen Brief bekommen, dass sie mich in der Nähe braucht. Also ab zu den Fliegern in Strausberg, Brandenburg, bei Berlin.

Mein erster Eindruck dort war dann recht pessimistisch. Man gab mir einen Zettel in die Hand, den ich lesen und unterschreiben sollte. Hatte keinen Stift dabei, also habe ich einen Mann in Uniform wie ein Mensch nach einem Stift gefragt. "EIN SOLDAT HAT IMMER EINEN STIFT AM MANN!! UND ES HEISST "HERR STABSUNTEROFFIZIER"!!!" Lol, wtf, chill digga. Hat mir dann auch keinen gegeben. Zumindest war mir hier dann klar, dass der Bund die dümmste Entscheidung meines Lebens war. (Und ist sie auch bis heute.)

Es ging dann so weiter, dass unser Ausbildungsoffizier, ein Leutnant, auf Lehrgang war und deswegen ein Oberfeldwebel seine Aufgaben übernahm und zum stellvertretenden Zugführer gemacht wurde. Zur Klarstellung. Ein Offizier (Leutnant) hat ein Mindestmaß an Bildung und Kompetenz, ein Oberfeldwebel hingegen ist ein Vollidiot, der lang genug beim Bund ist, um einen recht hohen Unteroffiziersgrad zu bekommen.
Er war zwar nicht schlau, aber ein gerissenes Arschloch. Die ganzen rechtlichen Dinge, d.h. unsere Rechte als Soldat und bei der Ausbildung zum Soldaten, wurden gar nicht, kaum oder fehlerhaft behandelt. Beispielsweise hing bei uns nie ein Dienstplan aus und erst am Ende der AGA als wir ihn zu Gesicht bekamen, wussten wir, wie er an den geplanten Inhalten vorbeiausbildete. Er hielt nämlich nichts von Gelaber und er hielt auch nichts von dieser ganzen deeskalierenden Friedenspolitik im Nahen Osten und so. Ihn interessierte nur eins: der "grüne" Krieg, die Vaterlandsverteidigung.

Wir hatten keine Zeit irgendwas in Frage zu stellen. In den ersten zwei Monaten hatten wir jeden Tag von 4:50 Uhr bis mindestens 22:30 Uhr Dienst. Erst dann merkten wir überhaupt, dass andere Kompanien/Züge oft 16 Uhr Dienstende hatten. Wir alle waren körperlich und mental am Ende. Andauernd sind uns Leute umgekippt. Es gab keine Sporteinheit (und wir hatten Unmengen davon), wo uns niemand umgekippt ist. Bei einer viertägigen Übung durften wir weder unsere Zelte benutzen noch unsere Uniformen wechseln. Das heißt, dass nachdem wir 12h Sandsäcke für Stellungen schleppen mussten, weil wir auch dafür das dafür offensichtlich gedachte Fahrzeug nicht benutzen durften, und komplett durchgeschwitzt waren, blieben wir auch bis zum Ende der Übung in nassen Klamotten. Schlafen durften wir am Ende der zweiten Nacht für 50min auf dem kalten Beton eines kleinen Gebäudegerüsts. Nicht einfach bei der nächtlichen Kälte in nassen Klamotten ohne Schlafsack, aber in dem Zustand war das tatsächlich möglich. Mehr als 50% unserer Einheit war dann auch krank. (Gott, ich werde nie vergessen, wie ich die Kranken in richtigen Betten in großen Zelten sah und wie neidisch ich war.) Der Rest musste dadurch natürlich Doppelschichten schieben, um den Ausfall zu kompensieren.

Und das tat natürlich weh. Doppelschichten wegen Krankheitsausfällen, wenn jemand beim Joggen umkippt, muss er getragen werden. Das schlägt auf das Gemüt. Die Lösung? Um ein Exempel zu statuieren wurden in einer Nacht alle Flieger unseres Zuges geweckt, außer die Stube in der sich das schwächste Glied befand, der Typ, der am häufigsten absackte. Der wurde dann mit Gewalt in einen Schlafsack gestopft und kopfüber in einen Spind eingeschlossen. Spindmade, haha.. Am nächsten Morgen habe ich dann der Vertrauensperson, die das allerdings auch mitinitiiert hat, gesagt, was ich davon halte. Wurde dann erst nur blöd ausgelacht und dann wurde mir gesagt, dass ich lieber meine Fresse halten soll. Habe ich dann leider auch gemacht. Ab dann habe ich auch fast jeglichen Kontakt zu den Leuten im Zug verloren. Meine einzigen Freunde waren dann noch ein Typ aus Chile und ein professioneller Sportler, mit dem ich immer joggen war. Und wir hatten im Zug sogar noch einen halbwegs prominenten Typen, wo man irgendwie etwas Weitsichtigkeit erwartet, aber selbst er war ein Arschloch.

Ich könnte noch hundert kleine und größere Stories erzählen und ich weiß, dass man hinterher solche Erfahrungen immer zu schätzen weiß und darüber lacht. Ich habe mir damals geschworen nie zu vergessen, was ich von der Bundeswehr und ihren Leuten halte. Denn das sind keine Einzelfälle. Die Armee ist so aufgebaut, dass ein Auge bei solchen Aktionen zugedrückt wird, während das zweite Auge aufpasst, ob du auch wirklich Kameradschaft zeigst, d.h. ob du mitmachst oder dich gegen deine Kameraden und ihre Mehrheit stellst.
 
Mit 17 beim THW für den Ersatzdienst angemeldet und somit auch die Musterung umgangen.

Hab dann insgesamt 11 Jahre THW gemacht, davon waren damals noch 10 Jahre Pflicht. War nicht immer eine schöne Zeit, aber gerade bei den regelmässigen Mosel-Hochwassern konnte man auch viel helfen. :)

Mir waren damals die 10 Jahre lieber als nur ein Tag Bundeswehr und das wäre auch heute noch so. :deal:
 
Ich wollte ja, aber man ließ mich nicht. Der Staat hatte einfach kein Geld mehr und aufgrund eines Kreuzbandrisses in der Vergangenheit gab es nur T5. Was soll man machen *schulterzuck*
 
Ab Oktober 2003 neun Monate im Panzerbataillon in Stern-Buchholz, bei Schwerin. Das war eine Zeit... :D

Fing schon mit Musterung an. Alle total mies drauf. Habe dann gesagt "ich würde gerne zum Bund" (wollte zur Polizei und dachte das wär gut). Auf einmal waren alle total freundlich zu mir.
Die ersten beiden Wochen waren am härtesten, weil wir nicht nach Hause durften. Ich der verwöhnte Bengel, der noch nie lange von Mama weg war. Alter, war das ein Heimweh :traurig: Danach ging´s dann aber.

Die Grundwehrzeit war echt hart. Der ständige Schlafmangel, das ständige Anschreien, die viele sinnlosen Aufgaben. Puh. Mein Zugführer war auch ein echter Tyrann (Oberfeldwebel) und sein Unteroffizier entspring direkt einem James Bond Bösewicht, inklusive Hasenscharte. Wir waren echt ständig draußen und haben entweder Sport gemacht oder lagen ewig auf dem gefrorenen Boden. In den Theoriestunden musste man sich irgendwie wach halten, weil man sonst zusammen geschrien worden wäre. "Zum Glück" hatten wir einen Offiziersanwärter im Zug, der wurde noch härter ran genommen und hat oft den Groll abbekommen. Alle Unteroffiziersklassen hassten die Offiziere. Der Zugführer war ein echter Choleriker und Alki. Eines Abends nach Dienstschluss war er auf unserer Stube und hat mit meinen Kameraden gesoffen. Ich trinke nicht, er wollte aber unbedingt, dass ich mit trinke. Am Ende hat er sein Bier in meinen Stiefel gekippt. :D

Was fällt mir noch aus´m Stand ein? Dieser ewig lange Marsch mit 20kg Gepäck war krass, schlimmer waren aber die beiden Biwaks bei eisiger Kälte. Bei dem Einen habe ich 3 Tage kein Auge zubekommen so kalt war es. Früh morgens dann draußen waschen :schreck:Cool waren die anderen Kameraden. So viele verschiedene Typen. Durch den "gemeinsamen Feind" war der Zusammenhalt echt klasse. Ein Einheimischer ist wegen der Stumpfsinnigkeit fast irre geworden. Er konnte nicht abschalten.
Spaß gemacht haben auch die Schießübungen. P8 (?), G36, M3 und sogar Panzerfaust durften wir schießen.

Nach den ersten drei Monaten freuten wir uns auf Füße hochlegen, aber nichts war es. Wie bei MKS wussten unsere Chefs schon, dass die Kaserne bald geschlossen wird. Erst mal wochenlang im Simulator geübt. Ich war Richtschütze, also der Schütze des Leopard 2A6. War zum Glück nur Zweitbester, sodass ich nicht beim Zugführer auf dem Panzer musste.
Dann ging es mit zig Panzern (ja, sie funktionierten alle halbwegs) in die Heide irgendwo in Norddtl. Was wir da verballert haben :ugly: Aber an einem Tag ist mein Panzer so krass gefahren, dass ich mich übergeben musste. Dann durfte ich oben rausgucken ^^

Ansonsten haben wir noch zwei amerikanische Kasernen bewacht. In Heidelberg und in Darmstadt. Glaube es waren 12-Stunden Schichten. Mega langweilig. Aber das Essen (Burger) und die Einkaufsmöglichkeiten waren super. Wir kontrollierten die einfahrenden Autos. Einen Abend haben wir in einer Stichprobe das Auto der Stützpunktleiterin genauer inspiziert. Das gab Ärger. :D

Fazit: Krasse Zeit, aber auch unglaublich stumpfsinnig. Mir ist durchaus klar, warum die Bundeswehr heute nicht funktioniert.

Paar von meiner aGa waren auch in der US Kaserne. Die meinten die erste Zeit waren die Burger echt geil aber nach einer Weile war das echt ekelhaft. Jeden Tag so ein Fraß war furchtbar wurde mir gesagt. Wo du schon beim Thema trinken bist da hab ich ne nette Geschichte. Schreib ich Nachmittag nach Arbeit mal rein. Per Handy dauert zu lange
 
Hab damals (2004) eigentlich alles dafür gemacht, um ausgemustert zu werden. Meine Ausbildung wäre 2005 beendet gewesen und ich wollte danach eigentlich direkt Vollzeit weiter arbeiten.

Bin dann zur Musterung mit aktuellem Sehtest (hab ne Brille und damals wohl so -3 Dio auf beiden Augen) und einer Bestätigung vom Artz über meine Allergien (Gräser, alle möglichen Bäume, quasi der ganze Wald). Ich hab da eigentlich keine Beschwerden, bin recht gerne im Wald, aber laut Allergietest halt.

Trotzdem T3. Fuck! :D

Hab dann verweigert und 9 Monate Zivi beim Arbeiter-Samariter-Bund gemacht. Essen verteilt (mit dem Transporter), behinderte Kinder und Erwachsene zur Schule bzw. Lebenshilfe fahren, kranke Leute ins Krankenhaus. War recht chilig, da jede zweite Woche nur morgen und nachmittags 2 Stunden gearbeitet werden musste und man dazwischen heim durfte. Dafür halt jedes zweite Wochenende arbeiten. War aber immer recht entspannt und man machte die Touren oft zu zweit. Dann hat man sich mit dem Essen verteilen immer abgewechselt und der andere konnte auf dem Beifahrersitz Zeitung lesen oder schlafen. :grins:

Einzig unser Chef war ein totaler Choleriker und hätte glatt beim Bund arbeiten können. :D

War ne coole Zeit!

Ganz lustig, bei mir war’s fast dasselbe, inklusive dem cholerischen Chef. Ich war mit mehreren Freunden und Bekannten aus dem Jahrgang beim Malteser, im Fahrdienst – Behindertenwerkstatt, Internat, Tagespflege und Essen auf Rädern. War eine schöne Zeit, wobei wir da ganz schön Zeit absitzen mussten. Die frühesten Internat Ferntouren gingen um 4:30 Uhr los, die spätesten Werkstatt-Fahrten um 7:15 Uhr. Der Feierabend ging dann meistens bis 18:00 Uhr, am Wochenende musste man zwei Dialysefahrten machen und was sonst noch so reinkam, Leute abends von Veranstaltungen abholen und so. Weiß noch wie einer dabei war, der mit Mitte 20 einen schlimmen Autounfall gehabt hatte und immer, immer wieder davon erzählt hat. Jeden Tag dieselben Gespräche. An manchen Tagen hat er dann aber auch davon erzählt, wie er seine Freundin gebumst hat. Wir Zivis haben viele Liebesbriefe von den Internatsmädels bekommen, die wurden dann alle in einem Ordner gesammelt.


Zwischendurch musste man dann auch immer mal wieder Fahrgäste für immer verabschieden, weil man ja auch relativ viel ältere Menschen dabei hatte.


Angefangen ist es aber ziemlich doof, hab an meinem ersten Arbeitstag gleich n Rehkitz platt gefahren, was dann vom Jäger abgestochen werden musste. Sonst hat es mir aber viel Spaß gemacht, nicht nur das LT und Sprinter fahren, sondern auch die Arbeit mit den Leuten und ihren Familien zusammen. Hab auch einige kennengelernt, mit denen ich heute immer noch Kontakt habe, zwölf Jahre später.

Die Retter auf unserer Wache hatten meistens einen ganz chilligen Job, die wichtigste Frage für die war immer, was gibt’s Mittags zu essen. Nichtsdestotrotz war es dann natürlich zwischendurch so, dass die zu Einsätzen mussten, die die meisten von uns fassungslos zurückgelassen hätten. Gab auch da welche, die super drauf waren, andere richtige Wichser.


Die Krönung war dann die jährliche Weihnachtsfahrt, kurz vor Heiligabend. Jede Familie war heiß darauf, das Bierfrühstück auszurichten, danach wurde fast jede Familie der ganzen Touren angefahren, um ein kleines Weihnachtspräsent abzugeben und mit uns einen Kurzen und ein Bier zu trinken. Das hat sich dann am Ende natürlich ziemlich geläppert. Zusätzlich gab es einen schönen Clubraum. Mit dem cholerischen Dienststellenleiter kam man auch irgendwie klar. Der hatte irgendwie seine Lieblinge und welche auf’m Kieker. Zusätzlich hatte er nix für die „Sozialen Dienste“ übrig, sondern rein für den Fahrdienst. Die zeit zwischen den Touren haben wir uns mit Kickern im Clubraum vertrieben.


Hab dann auch noch die Zeit zwischen Zivildienst und Studium überbrückt und da weiter gearbeitet, denke mal, dass ich mich da ganz wohl gefühlt hab.
 
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