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KT Microtransactions: Die Seuche der NextGen?

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Gelöschte Mitglieder 617

Gast
Die neue Generation ist da. Alle freuen sich über neue Konsolen, neue Technik. Alle staunen über tolle Grafik. Alle erfreuen sich der neuen Anwendungen, Inhalte und Möglichkeiten. Dabei kommt mir allerdings ein kritisches Thema viel zu kurz, das im Hype-Fieber überhaupt nicht zur Sprache kommt.

Sogenannte Microtransactions, auch Micropayment genannt, sind in einem großen Teil der Launch-Titel integriert worden - still und leise, ohne große Ankündigung. Sie sind einfach da und versuchen, dem Käufer des Vollpreis-Titels noch ein paar geringe Summen an Geld (i.d.R. 1-5 Euro) aus der Tasche zu ziehen.

Im Bereich der Free-2-Play Games sind diese längst Standard und die Einnahmequelle der Entwickler. Dabei können Spieler Skins, neue Charaktere, Erfahrung-"Booster" und andere Kleinigkeiten erwerben, um über die kostenlosen Standards des F2P-Spiels mehr Content zu erhalten.

Warum also der Aufschrei? Besonders, eigentlich nur Microsoft hat bei seinen Launch-Titeln nun ebenfalls Microtransactions eingeführt - mit dem elementaren Unterschied, dass die Launch-Titel nicht F2P, sondern bereits zum Vollpreis von 50-70 Euro erworben wurden.

Die Beispiele sind vielfältig:

In Ryse: Son of Rome von Crytek kann der Spieler im Multiplayer neben normaler Erfahrung zusätzlich Gold ansammeln, mit dem er sich "Boosterpakete" (allein der Name...) kaufen kann, in denen sich zufällige gewöhnliche/seltene/rare Ausrüstungsgegenstände und Potions befinden können. Allerdings sammelt sich das Gold recht mühselig an. Die Lösung? Microtransactions! Im Store könnt ihr euch das virtuelle Gold einfach für echtes Geld kaufen (für 2 bis 10 Euro) und euch somit Zeit ersparen.

In Crimson Dragon könnt ihr euch für echtes Geld Kristalle kaufen und euch somit langes Grinden ersparen. Solltet ihr weder Kristalle kaufen noch Lust und Zeit auf Grinden haben, entgehen euch halt Inhalte des Spiels.

The game's confusing UI and emphasis on downloadable content genuinely made me afraid to click anything for fear of mistakenly spending money on crystals.

http://www.gamesradar.com/xbox-ones...reshadows-dystopian-future-microtransactions/

Powerstar Golf schlägt in dieselbe Kerbe wie Ryse: Kauft euch für echtes Geld Boosterpakete und erlangt, wenn ihr wollt, unendlich viele Ausrüstungsgegenstände!

Und dann ist da noch Forza 5, das vielleicht aufbrausendste Spiel derzeit in Sachen Microtransactions. Ständig erinnert einen das Spiel daran, dass es doch möglich sei, sich "Tokens" und "XP-Booster" zu kaufen - für echtes Geld natürlich. Die Tokens gewähren Zugang zu teuren und seltenen Wagen, die XP-Booster erhöhen die zu erhaltenden Credits.

For 2,334 Tokens you can buy either a McLaren P1 or Ferrari Enzo. A Token pack costing £15.99 will cover either of those cars (you can buy packs of Tokens at the following prices: 100 is £0.79, 575 is £3.99, 1250 is £7.99, 2700 is £15.99, 8000 is £39.99 and 20,000 is £64.99), so with the 2700 Token pack that's one vehicle for £13.82. But there's much more expensive cars in Forza Motorsport 5, but the more Tokens you buy, the cheaper they are. If you bought the 20,000 pack (costing £64.99) the McLaren would cost just £7.58.

From the same pricing, a Veyron Super Sport will set you back £13.00, and the most expensive car in the game, the Lotus E21 will cost an incredible £32.50. The smaller the pack of Tokens, the more expensive they are, so the worst possible way of picking up the game's most expensive car would be to buy 100 of the 100 Token packs, bagging you the exclusive 10,000 Token Lotus E21 for a cool £79.

http://www.gamereactor.eu/news/99944/Lotus+E21+costs+%A332.50+in+Forza+5/

Auf Deutsch: Bestimmte Rennwagen sind über die Tokens nur für einen Preis von bis zu 60 Euro erhältlich! Und Turn 10 scheint sich dessen durchaus bewusst gewesen zu sein, immerhin gibt es im Store Kauf-Möglichkeiten für Tokens von bis zu 140 Dollar.

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Geht's noch?

Bevor hier jetzt jemand kommt und meint "Scheiß' drauf, man kann so etwas doch einfach ignorieren!".
NEIN, KANN UND DARF MAN NICHT!

Es ist fatal zu glauben, dass ein Spiel mit "optionalen" Microtransactions dasselbe Spiel ohne dieses System wäre. Die Entwickler versuchen natürlich, Gründe und Anreize zu schaffen, damit die Spieler in die Tasche greifen - sonst wäre das System hinfällig und würde keinen Sinn ergeben.
Das heißt im Umkehrschluss, dass solche Spiele BEWUSST im Kontext eines solchen Systems entwickelt werden - und so etwas wird dann bereits im klassischen Game Design berücksichtigt.

Das einfachste und offensichtlichste Beispiel ist hier das "Grinden". Zeitintensives Abarbeiten von immer gleichen Aufgaben, Wiederholen von Leveln, Abschnetzeln von immer gleichen Gegnern...all das, um Ressource X zu "farmen" für kommende Gegenstände / Inhalte Y.
ALLE genannten Beispiele der Launch-Titel von Microsoft bauen genau darauf auf: In Ryse ist das Gold knapp, in Crimson Dragon die Kristalle, in Forza 5 die Credits.

Es wäre ein Leichtes für die Entwickler gewesen, ihre Spiele in Sachen BALANCING und PROGRESS so zu designen, dass der Spieler diese Ressourcen über Leistungen, eigenen Fortschritt und den allgemein Spielverlauf selbst im ausreichenden und stets verfügbaren Maße hätte erhalten können (wie in jedem NORMALEN Spiel der Vergangenheit auch).
Stattdessen bremsen die Entwickler diese Ressourcen und die Inhalte innerhalb des Spiels bewusst und deutlich, um über "BLING-BLING"-Hinweise die Käufer zu den Microtransactions zu bewegen.

Natürlich geben die Entwickler das nicht öffentlich zu und kriechen mit ihren gewohnten Argumenten um die Ecke - u.a. Turn 10:

On the upper end, our goal is to make the truly elite cars feel really exclusive. As a result, the top-end cars in Forza Motorsport 5 will cost significantly more in tokens than they would if you earned them with in-game credits. In the past, expensive cars could be purchased with very few tokens (not in proportion with the amount of effort required to earn the cars through racing), thus allowing players willing to spend tokens to jump straight into the most exclusive cars in the game. Now, we’ve made token prices equal to in-game credit prices. For those who want to spend some extra real money and get those exclusive cars, they’ll have that option, but they will no longer devalue the hard work of those who earned the cars through racing and building up in-game credits. Either way, expensive cars will have real rarity.

http://forzamotorsport.net/en-US/news/WIR_11_15_13

Andere begründen das System damit, dass nicht jeder die Zeit hätte für das Anhäufen der Ressourcen. Kein Wunder, möchte ich meinen, wenn man von sich aus das Spiel so entwickelt hat, dass der Spieler zu stundenlangem Grind gezwungen wird. Heuchlerisches Argument in meinen Augen.

Selbstverständlich gibt es auch Argumente, die Berechtigung haben. Cliff Blezinsky schrieb Anfang des Jahres in seinem Blog einen Artikel über die wirtschaftlichen Motive. Spiele werden immer teurer, mehr Leute müssen bezahlt werden, mehr Jobs geschaffen werden. Dadurch, dass die Spiele selbst nicht teurer geworden sind in der neuen Generation, werden andere Geldquellen gesucht.

Not only is the market more crowded than ever but your average consumer has many more entertainment options than ever before in the history of humanity.

http://dudehugespeaks.tumblr.com/post/44243746261/nickels-dimes-and-quarters

Und es scheint, dass die Microtransactions gerade erst aufwachen. Electronic Arts baut darauf auf (u.a. das Ultimate Team in FIFA)...

[vid]http://www.youtube.com/watch?v=ZR6-u8OIJTE[/vid]

Zum Glück hebt der Games-Journalismuss das System kritisch hervor und führt es als negativen und abwertenden Punkt in ihren Kritiken auf. Es bleibt abzuwarten, ob und wie Entwickler darauf reagieren. Sollte sich die Entwicklung fortsetzen, dürfen wir uns auf Spiele freuen, in die man 400 Stunden Zeit für ein bestimmtes Auto investieren muss, weil die Ressourcen beschnitten sind. Und natürlich auf ganz viele tolle Hinweise im Spiel, die uns an die Microtransactions erinnern - und uns wunderbar aus der Atmosphäre des Spiels reißen.

Christopher Sundberg, Boss von den Avalanche Studios (Just Cause, Mad Max), kam via Twitter jüngst zu einer (traurigen) Schlussfolgerung:

“Micro-Transactions, subscriptions and other biz models will be the next generation of games. It is that simple.”

http://www.vg247.com/2013/11/25/mic...next-generation-of-games-says-avalanche-boss/

In diesem Sinne: Willkommen in der NextGen!


PS: Fairerweise sei erwähnt, dass zumindest Sony mit seinen Titeln noch nicht auf den Zug aufgesprungen ist. Hoffen wir, dass das so bleibt.

PPS: Anbei noch zwei Videos zum Thema.

[vid]http://www.youtube.com/watch?v=XGGfwPIykAo[/vid][vid]http://www.youtube.com/watch?v=k1ypXcsYCD4[/vid]

PPPS: Wie steht ihr zu diesem Thema?
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Zustimmung in allen Punkten. Microtransactions werden zusammen mit dem DLC die Landschaft umgraben. Das klassische Single-Player Game stirbt aus. Aber nicht, weil, wie immer behauptet, die Erfahrung schlechter wäre, sondern weil sich damit weniger Kohle machen lässt.

Ich will keiner Firma verübeln Geld zu verdienen. Ich würde mich nur freuen, wenn das offener zugegeben wird. Zudem freue ich mich über jedes Produkt, was mich als Spieler für meine Fähigkeiten und meine Zeit belohnt. Nicht für meinen Willen zur Microtransaction.
 
PS: Fairerweise sei erwähnt, dass zumindest Sony mit seinen Titeln noch nicht auf den Zug aufgesprungen ist. Hoffen wir, dass das so bleibt.
Gran Turismo 6 Includes Microtransactions

Zum Thema insgesamt: Unschön, aber hat sich ja schon länger angebahnt, dass solche Gewinnmaximierungsvarianten verstärkt kommen werden. Die Tester ignorieren es und einige wenige Spieler meckern, aber kaufen die Produkte trotzdem bzw. nutzen solche „Optionen“. Am Ende interessiert es die Publisher doch nur, ob man damit nun mehr oder weniger Geld verdient.
 
ich kann dem ganzen auch nur uneingeschränkt zustimmen. ich hoffe, dass irgendwann die reviewer darauf eingehen und vor allem die kunden mit ihrem geldbeutel sprechen und solche spiele nicht mehr kaufen.
 
Das ist wirklich eine Unart. Mir ist es egal, wenn man keine Zeit oder Lust hat sich mit dem Spiel zu befassen, das ganze mit Geld abkürzen kann. Früher gab es dafür Cheats, heute muss man es kaufen. Aber sobald die Spielmechanik darauf ausgelegt ist, macht es einfach keinen Spass mehr. Ich hasse grinden in Spielen. Und wenn es dann noch im Kontext zu den Microtransactions steht, dann umso mehr. Ich hoffe, dass nur sehr wenig Leute mitmachen. Ich werde in Zukunft auch bewusst auf solche Sachen verzichten. Auch wenn ich dann halt vielleicht ein paar tolle Autos/Ausrüstungen etc. verpassen werde.

Um noch ein "gutes" Beispiel zu nennen. In Forza Horizon konnte man sich die Schnellreisepunkte mit MS Points freikaufen. Oder diese freischalten durch 3 Aufgaben pro Ort. Oder gar nichts machen, den diese brauchte man eigentlich gar nicht. Man hatte keinen Nachteil, gegenüber denen die gezahlt haben, es störte absolut nicht. Wenn Microtransactions dann so. Aber nicht wenn das ganze Spieldesign abgeändert werden muss oder (nochmals!) zahlende Kunden zu sehr bevorteilt werden. Bei F2P mag das gehen, aber bei Vollpreistiteln (!!) ist das ein absolutes No Go!
 
Hab' ich kein Problem mit, solange es das Spiel selbst nicht negativ beeinflußt und das ist mir (bei Vollpreisspielen) bisher noch nicht untergekommen, also wayne. DLC dito.
 
In Forza 5 macht es sich schon bemerkbar. Ich bekomme mit meinen Einstellungen pro Rennen ca. 10.000 Credits, nach jedem Stufenaustieg 15.750 Credits. Das wird zwar später mit höherem Affinitätslevel und wohl auch einer höheren Liga etwas mehr, aber den F1-Wagen für 6 Mio. Credits werde ich mir NIE leisten können in der Karriere. 90 % der coolen Wagen sind aber problemlos erreichbar, auch ein McLaren P1 oder LaFerrari für 1,4 Mio. liegt im Bereich des Machbaren. Aber mehr nicht, ich schaffe das nicht, wenn ich bei Rennwagen auch noch TCS usw. zuschalte (weil sie mir zu empfindlich zu fahren sind) und noch weniger Geld rauskriege (die 10.000 sind für Gold wohlgemerkt, stellt euch vor, wie wenig es mit Bronze und Silber gibt). Bin kein Faultier. :D Man spart ja nicht, sondern will sich mit dem zusammengekratzten Geld neue Autos im Bereich bis zu 500.000 Credits öfters kaufen.

Das hat aber grundsätzlich nichts mit Forza 5 zu tun, der teuerste Ferrari in Forza 4 kostete glaube ich noch 25 Mio. Credits. Diesen und einige andere habe ich auch nie bekommen können und so entgingen mir im Event-Kalender einige Rennen... in Forza 3 war es übrigens ähnlich, von daher eigentlich nicht weiter schlimm, auf die F1-Rennen hätte ich aber Bock. :D Tokens habe ich noch nie gekauft und werde es auch garantiert nie tun.
 
Ich hab das schon mal geschrieben, ich stehe dem Ganzen nicht grundsätzlich negativ gegenüber.

Aktuell spiele ich Everybody's Golf auf der PS3. Da gibt es für 45 Cent verschiedenste Bälle, Schläger oder Klamotten. Da kann man sich arm kaufen. Man kann es aber auch lassen, denn bisher habe ich nicht das Gefühl, dass ich dadurch benachteiligt bin. Und vieles davon habe ich auf Novize auch so freigespielt.

Bei Need for Speed gibt es wieder ein Timesaver-Pack. 9,99€ und es werden alle Tuning-Parts, alle Autos und alle Gadgets freigeschaltet. Davon kann man halten, was man will, der Preis ist aber irgendwo im Rahmen dessen, was man irgendwo noch vertreten kann, wenn man denn will. Aber auch so bekommt man eigentlich nach fast jedem Rennen irgendwas gutgeschrieben.

Bei GT6 bin ich selbst gespannt. 5€ für eines der teuersten Autos im Spiel wäre ok, wer's denn will.

Über die beiden angesprochenen One-Spiele sag ich nichts. Meine Kritik an FM5 kennt eh jeder, Ryse hab ich nichts zu gelesen, weil es mich schlicht nicht interessiert.

Lage Rede, Micropaymant ist IMO nicht per se schlecht. Es kommt auf die Umsetzung, auf die Preise und darauf an, ob die Gameplaymechaniken nicht daraufhin ausgelegt sind.
 
Besonders, eigentlich nur Microsoft hat bei seinen Launch-Titeln nun ebenfalls Microtransactions eingeführt - mit dem elementaren Unterschied, dass die Launch-Titel nicht F2P, sondern bereits zum Vollpreis von 50-70 Euro erworben wurden.



Dabei will Microsoft doch immer nur Euer Bestes. ;____;

Sind es nicht die Xbots die, seitdem klar ist dass die Konsole technisch Murks ist, herumlaufen und sagen dass MS sich eben auf den Spielspaß konzentriert!?

Genau!

Das einzige was MS interessiert ist hier den Markt auszuschlachten. Deswegen ist die Konsole designt wie Sie ist. Und deswegen ist MS maßgeblich am Wandel der Branche in den letzten 5 Jahren beteiligt.
 
Bei Need for Speed gibt es wieder ein Timesaver-Pack. 9,99€ und es werden alle Tuning-Parts, alle Autos und alle Gadgets freigeschaltet. Davon kann man halten, was man will, der Preis ist aber irgendwo im Rahmen dessen, was man irgendwo noch vertreten kann, wenn man denn will.
Es gab Zeiten - und die sind noch nicht so lange her - da konnte man das über einen Cheat im Menü machen.


Micropaymant ist IMO nicht per se schlecht.
Man findet dazu doch in keinem 69,99€-Spiel ein Positivbeispiel, wo Microabzocke jetzt für den Spieler eine Verbesserung gebracht hat.
 
Gewisse finden es total daneben und prophezeien ob der düsteren Microtransactionzukunft den Weltuntergang, andere sagen: Muss ich nicht runterladen, also wayne…

Die Wahrheit liegt imo wohl irgendwo dazwischen:

Grundsätzlich ist mal festzuhalten, dass Spiele offensichtlich immer aufwändiger zu programmieren, die Preise in den letzten Jahren aber nicht wirklich dieser Entwicklung angemessen gestiegen sind (vgl. Aussage Cliff Blezinsky im Startpost). Ich mag den Entwicklern und Publishern guter Games ihren Lohn von Herzen gönnen, von daher bin ich grundsätzlich auch bereit, mehr für Spiele zu bezahlen - viele aber wohl nicht. Ich finde auch gewisse F2P-Ansätze nicht grundsätzlich verkehrt, denn eigentlich ist der Ansatz nicht schlecht, dass man ein günstiges oder gar kostenloses Konstrukt erhält und nur dann (zusätzlich) Kosten anfallen, wenn einem das Spiel gefällt, man deshalb viel Zeit damit verbringt und damit auch das Verlangen nach neuen Inhalten wächst. Spiele, mit denen ich 200 Stunden verbracht habe, wären mir auch wesentlich mehr wert, als ich dafür tatsächlich im Laden gezahlt habe - der durchschnittliche 0815-6-Stunden-Shooter dagegen nicht (auch wenn vielleicht beide den gleichen Programmieraufwand erzeugt haben). Ich könnte selber entscheiden, wer meine Kohle mehr verdient hat...

Ich habe also im Rahmen der nicht aufzuhaltenden Entwicklung (siehe letzter Absatz) also grundsätzlich nichts gegen neue Inhalte zu fairen und transparenten Preisen (oder mit Vorbehalten gar gewissen F2P-Tendenzen) - im Gegenteil: manchmal liebt man ein Spiel, hat aber einfach alles schon gesehen, dann sind neue Inhalte willkommen.

Leider wird das alles - wie fast immer, wenn man ein paar Dollars damit verdienen kann - total aus dem Ruder laufen (ist in gewissen Fällen imo auch schon geschehen) und das geht mir total gegen den Strich. In solchen Fällen kann ich dann auch die "Wayne-Fraktion" beim besten Willen nicht mehr verstehen. Es geht ja nicht nur um den ist-Zustand, sondern auch darum - und das verlangt halt u.U. das Fangehabe einmal bei Seite zu legen und nüchtern einen Blick in die Zukunft zumindest zu wagen - die Frage, wohin das ganze führen wird. Bei aller Liebe für ein Franchise oder ein Game daraus: Wenn ein Spiel zum Vollpreis verkauft wird, für denselben Betrag vom ersten Tag weg Inhalte angeboten und im Spiel dann auch noch extensiv beworben werden und Gamedesigns darauf hinauslaufen, es dem Spieler ohne Microtransaction beschwerlich zu machen, dann ist das einfach inakzeptabel. Das ist im Ergebnis nichts anderes als der Versuch, den Spieler mit einem günstigen Ladenpreis zu ködern, um die Kuh dann zu Hause zum zweiten mal zu melken - dagegen wehre ich mich und ich hoffe fest, dass die Entwickler und Publisher die Rechnung dafür einmal präsentiert bekommen werden.

Das permanente Gefühl, man versuche mich übers Ohr zu hauen, versaut mir zudem etwas meine heile Konsolenwelt und das unkomplizierte Couchgefühl beim Zocken. Früher kaufte man sich ein 100 % fertiges Spiel mit 100 % Inhalt: Man wusste, dass dieses läuft und wenn es beendet ist, ist es beendet. Der Anschluss ans I-Net und die Festplatten haben viel Neues und Gutes gebracht (insbesondere in Bezug auf den Multiplayer, Demos etc.), aber eben auch die "Wohltat des geschlossenen Systems" aufgeweicht. Zuerst hielt die ganze Patcherei Einzug ins Wohnzimmer, dann die ganze DLC-Politik, jetzt die Microtransactions und (Achtung: Übertreibung) irgendwann werde ich wohl einen Kleinkredit zu Wucherzinsen abgeschlossen haben, nur weil mich in GTA ein Kredithai übers Ohr gehauen hat. Das Konsolengaming ist in den letzten Jahren recht erwachsen geworden (mit allen Vorteilen), was imo aber auch viel Negatives ins Wohnzimmer gebracht hat und mir irgendwie viel von dessen geraubt hat, was die Konsole einst vom PC unterschieden hat (primär die Einfachheit des geschlossenen Systems in all seinen Facetten). In dieser Negativentwicklung rangieren die Microtransactions bei mir recht weit oben. Insbesondere dieser letzte Absatz ist natürlich nur meine ganz persönliche Meinung, welche wohl viele nicht teilen dürften.
 
Man findet dazu doch in keinem 69,99€-Spiel ein Positivbeispiel, wo Microabzocke jetzt für den Spieler eine Verbesserung gebracht hat.

Wenn ich bei Forza nicht die Zeit oder die Lust habe, jeden Tag zu spielen (ich habe einen Job, noch andere Hobbies und ein funktionierendes Sozialleben) und ich trotzdem unbedingt Auto XYZ jetzt fahren will, dann kann ich es mir auch kaufen. Ich persönlich sehe das schon als einen Vorteil an.
 
Wenn ich bei Forza nicht die Zeit oder die Lust habe, jeden Tag zu spielen (ich habe einen Job, noch andere Hobbies und ein funktionierendes Sozialleben) und ich trotzdem unbedingt Auto XYZ jetzt fahren will, dann kann ich es mir auch kaufen. Ich persönlich sehe das schon als einen Vorteil an.


Der Unterschied ist folgender:


Gamedesign ohne Micropayment:

Ein Sieg bringt 100k Credits auf Gold -> Eine Karre kostet 1 Million Credits

Wären 10 Siege auf Gold/ 15 Silber


Gamedesign mit Micropayment:

Ein Sieg bringt 10k auf Gold -> Eine Karre kostet 6 Millionen Credits

Wären 600 Siege



Du erkennst den Unterschied?


Außerdem gibt es bestätigte Berichte, nach denen es bereits Micropayment Spiele gegeben hat, die den Schwierigkeitsgrad anziehen sobald der User einmal bezahlt.

Nach dem Muster: "Wer einmal zahlt, der bezahlt auch öfter"
 
da hat die pc-masterrace den konsolen auf jeden fall etwas vorraus, denn dort wird sich das ganze abseits von mmos nie durchsetzen können, da man alles zu einfach reinmodden kann.
 
Du erkennst den Unterschied?

Jaja, Du kannst das Gamedesign auch so gestalten, daß man sofort alle Autos zur Verfügung hat und stündlich welche dazu bekommst. Dann bräuchtest Du gar keine Siege! Und? Ich bin mit dem Gamedesign von Forza, so wie es jetzt ist, durchaus zufrieden und sehe da jetzt keine Abzocke. Aber das kann man natürlich auch anders sehen.
 
Ich mag es gar nicht. Ich hasse auch Kostüme und diesen ganzen DLC-Krempel. Singleplayer Missionen und Multiplayer Maps gehen in Ordnung, aber ansonsten nervt es mich sogar, wenn ich weiß, dass ich ja gar nicht grinden muss, sondern mir auch für 2,50€ 'ne Tonne XP kaufen könnte. Das kratzt irgendwie an meinem Spielerlebnis.

Sony hat übrigens nicht erst seit Kurzem mit GT6 und anderen kleineren Games Microtransactions eingeführt, sondern schon vor einigen Jahren mit White Knight Chronicles. Überhaupt gibt es in dieser Generation bei extrem vielen J(S)RPGs diese Seuche.
 
Aktuell spiele ich Everybody's Golf auf der PS3. Da gibt es für 45 Cent verschiedenste Bälle, Schläger oder Klamotten. Da kann man sich arm kaufen. Man kann es aber auch lassen, denn bisher habe ich nicht das Gefühl, dass ich dadurch benachteiligt bin. Und vieles davon habe ich auf Novize auch so freigespielt.

Das fällt für mich eher in das F2P-typische Kosmetik-Zeug, das keinerlei spielerischen Vorteil bringt. Die von mir genannten Beispiele nehmen aber alle massiven Einfluss auf den Spiel- und Designprozess des Spiels.

sehe da jetzt keine Abzocke. Aber das kann man natürlich auch anders sehen.

Mir persönlich geht's gar nicht so sehr um den finanziellen, sondern um den kreativen bzw. spielfördernden Aspekt. Leute, wie ich, die auf die Microtransactions verzichten, müssen trotzdem ein Spiel hinnehmen, das nicht für meinen Spielspaß, sondern für die mit zu viel Geld entwickelt wurde.
Oder anders ausgedrückt: Die eigene Leistung zählt nicht mehr, die "Zeit" (auch wenn sie manche nicht haben) und der dazugehörige Aufwand werden nicht mehr belohnt. Pay To Win ist hier wohl angebracht. Bei Forza gilt es also nicht mehr, Fortschritte zu erzielen, gut zu fahren und das Spiel "durchzuspielen" - es braucht nur genügend Taler im Geldbeutel.

@wil Amen.
 
Mir persönlich geht's gar nicht so sehr um den finanziellen, sondern um den kreativen bzw. spielfördernden Aspekt. Leute, wie ich, die auf die Microtransactions verzichten, müssen trotzdem ein Spiel hinnehmen, das nicht für meinen Spielspaß, sondern für die mit zu viel Geld entwickelt wurde.
Oder anders ausgedrückt: Die eigene Leistung zählt nicht mehr, die "Zeit" (auch wenn sie manche nicht haben) und der dazugehörige Aufwand werden nicht mehr belohnt. Pay To Win ist hier wohl angebracht. Bei Forza gilt es also nicht mehr, Fortschritte zu erzielen, gut zu fahren und das Spiel "durchzuspielen" - es braucht nur genügend Taler im Geldbeutel.

Sorry, das klingt aber sehr nach "ich mußte mir das erspielen, während Andere es sich einfach gekauft haben, ich habe es ja so schwer". Ich verstehe nicht, wie es deinen Spielspaß mindert, wenn es sich Andere leichter machen :?

Allerdings habe ich auch nicht das Gefühl, daß (z.B.) Forza jetzt plötzlich unendlich viel mühsamer geworden ist, nur um Microtransactions zu pushen. Kein pay-to-win. Auf der einen Seite wird immer beklagt, daß alles zu "casual" geworden ist, andererseits sind die Leute plötzlich nicht mehr bereit 60 Rennen zu fahren um ihren Pagani zu bekommen.
 
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