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REVIEW inFamous First Light [Review] nicht spoilerfrei

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inFamous First Light ist ein StandAlone AddOn und Quasi Prequel zu inFamous Second Son. Mehr noch, es ist ein NextGen und PS4 Exklusiv Spiel in einem Jahr, das von beidem seit Launch der Konsolen im November letzten Jahres gerade mal zwei gesehen hat. Die Durststrecke nähert sich zwar so ein wenig dem Ende, aber selbst dann ist First Light bei nüchterner Betrachtung eine absolute Rarität. Nicht überzeugt?


Destiny: CrossGen

Sherlock Holmes: CrossGen

Mordors Schatten: CrossGen

Sleeping Dogs: Portierung

Walking Dead 1: Portierung

Evil Within: CrossGen
Walking Dead 2: Portierung

Wolf Among us: Portierung

Advanced Warfare: CrossGen

GTA V: Portierung

Far Cry 4: CrossGen, Sequel
Assassins Creed: CrossGen, Sequel

Alien Isolation: CrossGen

WWE 2k15: CrossGen, Sequel

Shadow Warrior: Portierung

Dragon Age: CrossGen


Und das sind lediglich die Titel der nächsten zwei Monate. Als echte NextGen (und für mich ist es aus diesem Grunde eben auch immer noch nicht die CurrentGen!) bleiben, neben ein paar Rennspielen, eigentlich nur Lords of the Fallen und Sunset Overdrive übrig. Vor diesem Hintergrund muss man First Light sicherlich als Highlight auffassen, egal wie man zum Erstling stand. Meine bescheidene Meinung findet sich übrigens gleich nebenan: http://www.konsolentreff.de/themen/infamous-second-son.22211/


Zusammenfassend: Gut, aber nicht überragend.


Wo Licht ist, ist noch mehr Licht


First Light übernimmt fast alle Stärken und Schwächen des Hauptspiels. Mehr war natürlich nur wenige Monate nach Erscheinen auch kaum zu erwarten. Ihr spielt Abigail Fetch Walker und erlebt die Geschichte, die ihr in Second Son nur als Flashback gesehen habt. Dabei traut sich SuckerPunch offenbar doch nicht so wirklich an die Abgründe der Menschheit ran. Fetchs Drogenproblem wird angesprochen, aber man spürt im Spiel nicht wirklich viel davon. Ebenso sinnlos ist Brents erwarteter Tod und insbesondere, anders als in Second Son dargestellt, weit weg davon, ein Ergebnis von Fetchs Drogensucht zu sein. Der Antagonist enttäuscht sogar auf ganzer Linie, ein schmieriger, klischeehafter Drogenboss ohne Nuancen oder Tiefgang.


Überhaupt ist der Ton des Spiels ein Problem. Da Fetchs Story durch die Ereignisse von Second Son feststeht, gibt es keine Entscheidungsmöglichkeiten. Gleichwohl musste ich mir in mehr als einer Szene an den Kopf fassen. Mein Liebling ist die folgende Mission.


Drogenboss will einen Deal mit dem Polizeichef aushandeln, nach dem ihm anschließend die Stadt gehöre. Ob da nicht irgendjemand einen Polizeichef mit, keine Ahnung, dem König der Welt oder so, verwechselt, lassen wir mal dahin gestellt. Das Problem von unserem Junkie ist, dass der Polizeichef von Polizisten bewacht wird. Fetch soll das Problem lösen. „Ich töte doch keine Polizisten!“ entrüstet sich Fetch. „Ich werde sie ablenken.“ Gesagt getan. Wodurch lenkt Fetch sie ab? Sie richtet Chaos in der Stadt an. Ich weiß nicht mehr, wie viele Dutzend Autos (mit Fahrern und Beifahren!) ich in die Luft gesprengt, wie viele Passanten nieder geschlagen und wie viel Sachschaden ich angerichtet habe, bis die Polizei genug Ablenkung hatte.


Ich brauche Drogen... jeden Tag...


Das wahre Highlight des Spiels ist Fetch selber. Ihr steht nur Neon als Fähigkeit zur Verfügung, da dies aber (strittig?) die beste Fähigkeit im Spiel war, ist dies kein Problem. Fetch ist noch mal schneller und agiler als Delsin und macht sämtliche Parkoureinlagen mit ihrem Speed und ihrer Sprungkraft vollkommen überflüssig. Mühelos überwältigt Fetch Häuserschluchten, begibt sich in Sekunden von einem Ende Seattles ins andere und rennt nahezu alle glatten Flächen hoch wie nix. Offensiv gibt sich ebenfalls keine Blöße mit einem guten Mix aus Raketen, einem Zoom inklusive Zeitlupe, Schnellschüssen sowie aufladbaren Nahkampfangriffen, die 90% der Gegner in einem spektakulären One-Hit-Kill erledigen. Fetch ist damit der spaßigste inFamous Charakter bis dato, trotz der Tatsache, dass sie nur ¼ so viele Fähigkeiten hat wie Delsin. Upgrades sind naturgemäß etwas reduziert und werden hier durch SP erworben, welche wiederum durch verschiedene Aktionen gewonnen werden können. Diverse Herausforderungen (besiege 100 von denen, befreie 10 von jenen und dergleichen) belohnen mit SP ebenso wie der Challengeroom oder schlichtweg das Sammeln von Gasbläschen in der Stadt. Diese sind zwar fast immer an scheinbar unerreichbaren Positionen, allerdings ist Fetch so vielseitig in der Bewegung, dass keines der Gasbläschen schwierig erreichbar ist. Letztlich ist alles mehr eine Fleißaufgabe als eine wirklich Herausforderung.


Fetch ist zudem eine absolute Sympathieträgerin, was nicht zuletzt an Laura Baileys Darbietung liegt (eine unterschätzte VoiceActress, ein Blick auf ihre bisherigen Arbeiten präsentiert eine Liste, die ähnlich lang ist wie die von Nolan North).


Das Spiel springt zeitlich zwischen Fetchs Gefangenschaft in Cordun Cay und ihrer Zeit in Seattle mit ihrem Bruder, die letztlich zu ihrer Gefangenschaft und im weiteren Verlauf unmittelbar zu dem Start in Second Son führte, was einen schönen Übergang zum Hauptspiel bietet.



Walla Walla, Keokuk, Cucamonga, Seattle



Seattle präsentiert sich noch ohne die DUP in seiner ganzen Schönheit. Naja, der halben, da die zweite Insel nicht passierbar ist. Dennoch stimmt der Umfang absolut. Rechnet man die furchtbaren Nebenmissionen aus Second Son raus, dann ist First Light im Ergebnis wenn überhaupt nur minimal kürzer und dadurch für den Preis (erworben für 22,00 Euro als DiskVersion) sogar der bessere Deal.


Seit dem ersten inFamous zeigte sich ein stetiger Rückgang in der Qualität der Nebenmissionen und First Light vollführt keine Kehrtwende. Eine Variation der Graffitis aus Second Son, eine Art Racing und die typische Sammelei von Mumpitz, das ist neben einer Kampfarena alles, was sich SuckerPunch für Fetch einfallen haben lassen. Es ist Beschäftigungstherapie der übelsten Sorte, nahezu komplett spaßfrei und reines Füllmaterial. Tatsächlich stellt sich mir mehr und mehr die Frage, ob viele Spiele ohne Nebenmissionen nicht einfach besser wären. Die Hauptmissionen sind zum Glück deutlich besser, auch wenn eine SniperMission zu viel integriert worden sein könnte.


Was SuckerPunch ebenfalls noch lernen sollten wäre Gegnerdesign. Neben den DUPs, die wie bescheuert durch die Gegend hüpfen und den Drogendealern, die reines Kanonenfutter darstellen, gibt es wenig bis gar nichts. Insbesondere fehlen Bosse jeglicher Art. Weiter unsinnig: Genau wie in Second Son erhaltet ihr nach dem Durchspielen weitere Kräfte freigeschaltet. Wen zum Teufel interessiert das noch nach dem verdammten Abspann?


Nach dem Durchspielen habt ihr noch die Wahl, erneut in den Challengeroom einzusteigen und euch virtuell mit den Leaderboards zu messen, wenn ihr der Typ dafür seid und das bringt mich zum Fazit...



Das Fazit... wie angekündigt



First Light ist auch abseits der Tatsache, dass es derzeit quasi konkurrenzlos läuft, ein nettes Spiel zum kleinen Preis. Fetch ist eine tolle Protagonistin, die durch ihre Historie und ihre Sympathie locker eine Story tragen kann, die aber auch durch ihre Leichtgängigkeit im Gameplay sehr viel Spaß macht oder Spaß machen könnte, wenn, ja wenn...


SuckerPunch ein wenig Ahnung hätte, was Spaß macht. Weder die Gegner noch die Nebenmissionen noch der Challengeroom und nur bedingt die Storymissionen sind wirklich berühmt. Die Geschichte selber krankt an mangelndem Mut, die Nebenmissionen und der Challengeroom an fehlender Kreativität, die Gegner sind größtenteils ein echter Designfail und die Storymissionen bieten nicht viel mehr als dieselben Muster, die seit Teil 1 altbekannt sind. Technisch beeindruckt FirstLight ebenso wie das Hauptspiel. Umso bedauerlicher ist, dass SuckerPunch aus dem doch wohl vorhandenen Talent einfach nicht mehr Spiel heraus holt. Ob es die hohen Produktionskosten sind oder der Zeitdruck vermag ich nicht zu beurteilen. Letztlich ist aber auch FirstLight, für das was es ist, leider nur gut. Es könnte und sollte aber fantastisch sein.
 
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