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REVIEW Q1 2017 Teil 1 [Review] (nicht ganz spoilerfrei)

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Nach der großen Releasewelle zum Weihnachtsgeschäft gönnt sich die Spieleindustrie zum Jahresbeginn häufig eine Pause. Es kommt im Grunde nur eine kleine Handvoll B-Lister heraus, die die Gunst der Stunde und die mangelnde Konkurrenz nutzen. Nicht so 2017. Die Anzahl umfangreicher AAA Titel ist so beängstigend, dass man einen zweiten Job benötigt, um alles kaufen zu können, aber eigentlich bereits den ersten kündigen muss, um alles spielen zu können.

Angesichts der Menge der Titel und meiner gering bemessen Zeit hier nur die Kurzfassungen meiner Ansichten zu den bisherigen Veröffentlichungen. Rechtschreibfehler dürften behalten werden ebenso wie die uneinheitliche Herangehensweise betreffend des Ausschreibens von Zahlen.

Fangen wir vorne an, da ich für in medias res nicht kreativ genug bin.

Gravity Rush 2

Den ersten Teil hatte ich erst vor wenigen Monaten gespielt und für erstaunlich gut befunden. Daher hatte ich mich sehr auf Teil 2 gefreut. Was mich erwartete, waren 35 (!!!!!!!!) Stunden reine Folter.

Ich mach es kurz. Kat ist immer noch einer der liebenswürdigsten Protagonisten mit ihrer Naivität und hilfsbereiten Art. Das Spiel ist selbst ist teilweise unerträglich. Kat verfügt über die Fähigkeit, die Gravitation um sich herum zu manipulieren. Was also ein OpenWorld Superhelden Spiel sein sollte, verkommt aber zu einer Ansammlung der langweiligsten und zermürbendsten Missionen, die man sich nur vorstellen kann. Gefühlt 50 % des Spiels besteht aus Insta-Fail Stealth Szenen, in denen Gegner Augen im Rücken haben, weil ihr nur den einen bestimmten Weg gehen sollt. In anderen Missionen sind Kats Fähigkeiten vom Stand weg deaktiviert, viele Nebenmissionen bestehen aus Schnitzeljagden, die Story ist ein kompletter Haufen Grütze und nach den ersten Credits straft das Spiel zunächst mit zweieinhalb Stunden Cutszenes bevor es eine Reihe nerviger Plattformpuzzles als letztes Hindernis vor dem langatmigen finalen finalen Bossfight stellt. Um so etwas zu programmieren, muss man schon sadistisch veranlagt sein.

Wertung: krasse Bruchlandung





Tales of Beseria

72 Stunden und das erste JRPG seit Final Fantasy XIII, das ich beendet habe (und das erste seit Final Fantasy IX, welches mir Spaß gemacht hat). Als eine Art Prequel zu Tales of Zesteria bietet Beseria einige Gemeinsamkeiten mit der Welt und viele Themen werden wiederholt. Der beste Twist ist, dass ihr diesmal quasi die Bösen spielt und die vermeintlich guten, die Shepherds bzw. den Shepherd, bekämpft. Einige traumatische Ereignisse aus der Vergangenheit machen aus dem jungen Mädchen Velvet Crowe einen rache-besessenen Daemon (mit ae). Nach ca. 10 Stunden ist eure sechsköpfige Party voll und bietet einen der interessantesten Cast, den ich im Genre je gesehen habe. Alle mit Ecken und Kanten, teilweise höchst egoistisch, dabei gleichzeitig sympathisch. Einige sind dabei sogar mehr oder weniger gegen ihren Willen dabei, was die Gruppe noch interessanter macht. Mein Lieblingscharakter ist die Hexe Magilou. Trotz des weitgehend sehr ernsten Themas kommt der Humor nicht zu kurz und auch Velvet kann sich mal ein Lächeln nicht verkneifen. Lediglich gegen Ende werden die Weichen mehr und mehr in Richtung Zesteria gestellt, was mich als jemand, der mit dem Vorgänger, wie so viele, nichts anfangen konnte, weniger gefallen hat.



Sei es drum, mit einem interessanten Kampfsystem, vielen coolen Quests und einer bis zum Ende guten Story ein würdiger Vertreter des Genres, wenngleich das Spiel strukturell quasi keine Überraschungen bietet. Dorf-Oberwelt-Dungeon-Kämpfe-Aufleveln im Menü... wiederhole.




Wertung: Soll ich dich fressen?



Resident Evil 7 Bioharzard



9 Stunden und mein Herz pocht immer noch. Return to form oder back to the roots sind zwei Begriffe, die immer wieder mit RE7 in Verbindung gebracht wurden. Nicht ganz falsch, aber nicht ganz richtig, denn so gut war RE noch nie.

Neu aus der FirstPersonPerspektive spielt ihr Ethan Mars ähm... Summers... ähm Winters, der nach drei Jahren eine Nachricht seiner totgeglaubten Frau Mia erhält und sich auf den Weg nach Dullwater Louisana macht, um sie auf dem Anwesend der Bakersfamilie zu suchen. Ja, der Plot ist 1:1 von Silent Hill 2 geklaut, so what?

Die Story spielt anno 2017, was man freilich an den uralten Telefonen, Röhrenfernsehern und VHS Rekordern (spätestens hier müssen die jüngeren Leser google bemühen) im Haus nicht bemerkt. Ebenso muss man das Wort "warum" aus dem Vokabular streichen, um das Spiel zu genießen. Zwei Minuten im Spiel trifft Ethan auf einige aufgehängte Pferdeunterteile. Dies wäre spätestens der Zeitpunkt gewesen, die Polizei zu rufen (es hätte sich schon angeboten, diese nach Mias Nachricht zu kontaktieren).

Ethan selber ist die Definition von "no fucks given". Beim Treffen seiner Frau im Anwesen tut er so, als habe diese lediglich den Mittagsschlaf etwas überzogen und auf eine per Kettensäge abgetrennte Hand reagiert er wie ich, wenn ich mir einen Splitter in den Finger jage. Überhaupt ist Mia, die man später spielen kann, der wesentlich bessere Charakter.

Das Spiel selbst spielt sich wie, naja, das Ur-Resident Evil in First Person und teils fotorealistisch wirkender Optik. Zurück ist das Inventarmenü, zurück sind Türschlösser mit einsetzbaren Statuen, zurück ist die Panzersteuerung, zurück ist Chris Redfield... oh Fuck it. Bis hierhin hätte ich gesagt, das Spiel hätte ohne den Namen als eigener Titel, so immerhin noch als Reboot angehen können, aber ihr wollt mir erzählen, dass der gesamte Bullshit aus 1-4, Code Veronica, 5-6, Origins, Mercenaries etc. zur Vorgeschichte gehört? T-Virus, C-Virus, Zombies, Infected, Matrix-Wesker, Punch the Boulder?

Ach ja. Wen rettest du? Deine totgeglaubte Ehefrau, die du nach drei Jahren wieder gefunden hast oder die Tusnelda, die du buchstäblich vor 3 Minuten das erste Mal gesehen hast? Oh, schwere Entscheidung. Klar, Mia hat mir die Hand abgetrennt, aber letztlich... the devil I know, weißte?




Wertung: Er will's nicht essen, er will's nicht essen, er will's nicht essen, er will's nicht essen!




Yakuza 0


Stunden und ich merke einfach immer wieder, dass mir Shenmue III echt gestohlen bleiben kann.


Yakuza 0 ist ein Prequel zum ersten Yakuza und zeigt einen Kiryu, der... ehrlich gesagt genauso wirkt wie in allen anderen Teilen. 0 erzählt eine faszinierende Geschichte um einen kleinen, wenige m³ großen Flecken Erde in mitten von Kamarucho, mit dessen Besitz ein umfangreiches Bauprojekt steht und fällt. Daher ist jeder große und kleine Kriminelle in Tokyo hinter dem Eigentümer her, was die zweite Geschichte, nämlich die von Goro Majima, wunderbar mit der von Kiryu zusammen führt.

Die Story ist so phänomenal, dass die vielen vielen vielen... vielen Ablenkungen fast schon unerträglich wirken. Insbesondere die Immobilien- und Nachtclubquests allein können dutzende Stunden verschlingen. Die Sidequests gehören mit zum Bizarrsten, was man im Mainstream (so man Yakuza dazu zählen kann) finden kann. Eine Mission dreht sich um eine Schülerin, die nebenberuflich Höschen verkauft, in einer anderen muss man eine Domina anlernen.

Als eher störend empfand ich die neuen Kampfstile. Irgendwie fühlte es weniger ans als hätte Kiryu mehr Optionen, sondern eher, als hätte man seinen originären Kampfstil gedrittelt.

Letztlich sind allein die Atmosphäre des Japans der 80er Jahre und die Story Grund genug, das Spiel zu holen.

Wertung: shoree pippi shoree pippi shoree pippi




Horizon: Zero Dawn


weitere 50 Stunden meines Lebens weg. Ich bereue nichts.

Das Offensichtliche vorne weg. Horizon Zero Dawn sieht brilliant aus, keine Frage. Auch das Gameplay überzeugt. Mit einer Vielzahl von Waffen und einer Reihe extrem gefährlicher gigantischer Maschinen ist nahezu jeder Encounter ein einmaliges Ereignis (bis zu einem gewissen Punkt).


In der post-post-apokalyptischen Welt von Horizon hat die Natur unsere Zivilisation zurück erobert. Gleichzeitig bevölkern gigantische, Tieren nachempfunden Maschinen die Welt. Hauptfigur ist die junge Aloy, die von einer Aussätzigen zur letzten Rettung der Menschheit wird, dies dabei durchaus gegen ihren Willen, was sie gegenüber den primitiven und Götter anbetenden Stämmen der Welt auch mehr als deutlich kund tut.

Die Verknüpfung zwischen ScienceFiction und Steinzeit, die Erklärung dafür, warum ein mechanischer T-Rex mit Maschinengewehren im Gras herum rennt und Roboter-Krokodile die Wässer beherrschen, all die Dinge, von denen man im Vorfeld als Zyniker erwarten musste, dass sie zum Facepalm aufrufen, bekommt Entwickler Guerilla (Entwickler von Killzone und ähm... Killzone) problemlos hin. Aufgeworfene Fragen werden beantwortet, Spannungsbögen werden geschlossen. Tragisch genug, dass das Fehlen eines offensichtlichen "to be continued" so gefeiert werden muss.

Aloy wird sich als eine der besseren weiblichen Helden verewigen können, auch dank Ashly Burch, junge amerikanische VoiceActress, die unter anderem für Chloe (Life is strange) und Tiny Tina (Borderlands) bekannt ist. Als zweite starke Präsenz gesellt sich Lance Reddick (The Wire, Fringe, aber auch Quantum Break).

Neben der Story stellen die Kämpfe gegen die Maschinen die Highlights da. Diese sind geprägt von Taktik und Vorbereitung. Aloy verfügt über ein Arsenal aus verschiedenen Bögen, Schlingen und Fallen, mit denen sie auf Pirsch gehen kann. Die Optionen sind vielfältig und insbesondere bei großen Gegnern ist es notwendig, auf die Schwachpunkte und Stärken zu achten. So ist ein Glinthawk anfällig gegen Feuerangriffe, was zu schnellen Schaden auf Zeit führt. Ein FireBellowback kann beispielsweise mit Shock-Pfeilen betäubt werden. So geschehen kann Aloy nun mit Tear Damage Schwachpunkte anvisieren und einzelnen Komponenten entfernen. Das Zerstören des Tanks auf dem Rücken beispielsweise führt zu einer großen Explosion, die alles im Umkreis beschädigt. Gleichzeitig kann der Bellow nun bestimmte Angriffe nicht mehr ausüben. Möglich wäre auch, die Gegner mit Drahtpfeilen zu Boden zu zwingen und dann zu bearbeiten. Die Vielzahl der Optionen und das taktische Vorgehen macht auch nach über 50 Stunden noch Spaß.

Darüber hinaus finden sich viele Anleihen von Far Cry, nicht so sehr in den erklimmbaren Türmen oder den zu befreienden Camps (jeweils nur fünf), aber was das Sammeln von Pflanzen, Tieren, Hölzern, Steinen und allerlei Loot der Roboter betrifft. Nahezu alles im Spiel muss hergestellt werden, eure Gesundheit wird von einem Medizinbeutel gefüllt, für den ihr Pflanzen braucht, alle eure Köcher müssen mit Materialien aufgebessert werden und selbst der Handel im Spiel verlangt neben den Metallscherben allerlei wahlloses, in der Welt auffindbares Zeug. Wer also von Far Cry absolut die Nase voll hat, Zero Dawn hat doch leider größere Anleihen hier gemacht.

Bedauernswert ist, dass man zu selten aktive Entscheidungen in der Geschichte treffen kann. Zwar gibt es ab und an Auswahlmöglichkeiten, zu selten haben die aber wirkliche Auswirkungen und zu selten darf Aloy einfach mal ihren Unmut kund tun. Es gibt eine ganze Reihe elitärer Rassisten im Spiel, die einfach mal eins in die Fresse verdient hätten, was das Spiel leider verwehrt.

Sei es drum. Was Zero Dawn an Qualität abliefert ist über alle Zweifel erhaben. Zwischen Mainstory, guten Sidequests, immer noch brauchbaren Errands und ein bisschen Füllmaterial gesellt sich Zero Dawn zu den besten Games der Generation und bietet Sony ein weiteres Aushängeschild.

Wertung: Nants ingonyama bagithi baba, sithi uhhmm ingonyama/ Nants ingonyama bagithi baba, sithi uhhmm ingonyama, ingonyama



Hitman

Erstmalig erschienen vor einem Jahr, zu Teilen jeweils, habe ich als großer Hitman Fan bis Ende Januar warten müssen, um eine vernünftige, d.h. vollständige Version zu erlangen.

Naja, vollständig ist so eine Sache. Bezeichnet als Season 1 (von 3) und ausgestattet mit mageren 6 regulären Missionen ist das Spiel problemlos in 6 bis 7 Stunden durch spielbar.

Klar doch, wer will, kann jede Mission 30 Mal spielen und sein Opfer diesmal mit dem Hammer erschlagen anstelle des Brecheisens, aber das ist nicht meine Art zu spielen. Ich habe einen Weg gefunden und dann die nächste Mission in Angriff genommen.

Die Missionen selbst sind zumeist größer als in den Vorgängern, aber auch nicht immer. Insbesondere Colorado überzeugt nicht und Japan ist trotz großer Location ohne Schwierigkeiten in 15 bis 20 Minuten durchzuspielen.

Paris und Italien gefallen am besten, gefolgt von Japan, Thailand, dann Marroco und am Ende Colorado.

Die Story ist ein No-Show, mit zwei minütigen Teasern zwischen den Missionen und führt aus dem direktesten Wege in ein Nullum. In zwei, drei Jahren könnte wir vielleicht ein Ende des Ganzen sehen, aber das wäre so als würde man Disneys Dumbo in zwei Minuten Clips aufteilen und über drei Jahre verteilt sehen.



Zwei Dinge noch:

1. Fickt denjenigen, der der Ansicht war, sämtliche Upgrades und Unlocks in einem Singleplayer Game von einer Onlineverbindung abhängig zu machen!
2. Befördert denjeingen, der für das Intro verantwortlich ist!

Gutes Spiel, behinderte Veröffentlichungspolitik!




Wertung: Kenn' ich dich von irgendwo her...argh...argh...hmpff....
 
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