Retro Star Wars X-Wing Alliance (PC)

Dieses Thema im Forum "KT Reviews" wurde erstellt von Trekkie2063, 27. März 2019.

  1. Trekkie2063

    Trekkie2063

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    Zustimmungen:
    1.876
    System: PC
    Spieler: 1-8
    Sprache: deutsch
    Entwickler: Totally Games
    Publisher: Lucas Arts
    USK: ab 12 Jahren
    Erscheinungsdatum: 28.02.1999

    Besonderheiten: V2.02
    - nur mit Joystick spielbar
    - nur die GOG-Version bietet deutschen Ton, die Steam Version nicht!


    In meiner Jugend habe ich viele Stunden mit X-Wing und Tie-Fighter verbracht. Doch die Erinnerung verblasst und manchmal ist das auch ganz gut so…
    Zuerst habe ich X-Wing wieder rausgekramt und musste nach kurzer Zeit aufgeben, da das Spiel einfach nur bockschwer war. Danach also Tie-Fighter. Das war etwas leichter, aber der Funke ist leider nicht mehr über gesprungen. So blieben nur noch zwei Star Wars Weltraumsimulationen übrig. X-Wing Alliance und X-Wing vs. Tie-Fighter. Beide nie gespielt. Die Entscheidung fiel auf Ersteres, da ich irgendwann mal aufgeschnappt hatte, dass X-Wing Alliance den besseren Singleplayer bietet.

    X-Wing_Alliance_Logo.png

    Ace ist der jüngste Spross der Azzameen Händler-Familie. Sein Vater Tomaas leitet die Firma, die sich zur Rebellion hingezogen fühlt. Doch das Imperium, das vor kurzem noch den Planeten Hoth angegriffen hat, macht es der Familie schwer.
    Aces Schwester ist Aeron, seine Brüder heißen Emon und Galin. Tomaas und Galin haben eine Vereinbarung mit der Rebellion getroffen. Sie liefern Bacta. Ihr Kontaktmann ist Olin Garn, der auch irgendwie Aerons Freund ist.

    Die größten Konkurrenten der Familie sind die imperiumsnahen Viraxo. Sie funken bei den Geschäften der Azzameen immer wieder dazwischen.
    Ace wird langsam in das Unternehmen eingeführt und führt verschiedene Aufträge aus. Immer an seiner Seite ist der vorlaute Droide Emkay.
    Bei einem Auftrag werden Galin und Tomaas vom Imperium gefangen genommen. Vermutlich wurden sie von den Viraxo verraten. Onkel Antan vermutet ihren Tod, wird selbst von den Viraxo gefangen.

    Die übrig gebliebenen evakuieren die Station der Azzameens. Die Rebellenflotte nimmt Ace auf, fortan muss er sich in verschiedenen Missionen als Pilot qualifizieren.
    Emon meldet sich etwas später. Onkel Antan lebt noch. Die Azzameens befreien ihn aus den Händen der Viraxo und bringen ihn zum Rebellenschiff Defiance.

    Im Auftrag der Rebellen hilft Ace bei der Befreiung von Gefangenen, die auf Hoth ergriffen wurden. Admiral Holtz und sein Sternzerstörer Corrupter sind dabei die ärgsten Feinde. Die Rebellen fliehen aus dem System um sich neu zu formieren. Holtz wird nach Coruscant zurück beordert.
    Ace wird auf die Liberty versetzt. Als nächstes gilt es eine geheime Basis zu zerstören, von der aus experimentelle Tie-Fighter starten. Dies gelingt auch, allerdings kann das Imperium dennoch Reste der Forschungen bergen.
    Onkel Antan bittet die Geschwister K’Armyn Viraxo zu töten. Er will Rache. Der Auftrag entpuppt sich als Falle. Die Geschwister können fliehen, Antan entschuldigt sich.

    Commander Zaletta vom Imperium will überlaufen. Die Rebellen finden ihn und müssen gleichzeitig den Verräter Kupalos wieder einfangen.
    Zaletta hat Hinweise über einen Konvoi, der Materialien für ein riesiges neues Bauprojekt liefert. Es stellt sich heraus, dass das Imperium einen neuen Todesstern bei Endor baut. Bevor die Rebellen angreifen, müssen sie Vorräte besorgen. Dabei hilft Lando Calrissian. Er stellt den Kontakt zu Dunari her.

    Emon ist zwischenzeitlich in imperiale Gefangenschaft gelangt. Nachdem seine Geschwister ihn befreit haben, sind sie sich sicher, dass jemand die Familie verrät. Später treffen sie zufällig auf die alte Basis der Azzameen, die von den Viraxo an Söldner verkauft wurde. Onkel Antan flieht von dieser Basis als das Imperium angreift.
    Antan beruft ein Treffen ein, er will alles erklären. Er erzählt, dass er ein Abkommen mit dem Imperium hatte, damit dieses Galin und Tomaas nicht tötet. Sie sind auf einem Gefängnis bei Kessel. Doch Antan verrät die Familie erneut. Sie müssen sich ihren Weg freikämpfen. Die Azzameens befreien Galin und Tomaas. Dunari hilft uns an entscheidender Stelle. Um Antan wollen sie sich später kümmern.

    In der Zwischenzeit rettet Ace für die Rebellen einige Bothaner, die aus Dankbarkeit ermöglichen, dass die Rebellen die Fähre Tydirium kapern können. Mit dieser ist es möglich auf Endor zu landen.

    Die gesammelten Rebellen greifen den zweiten Todesstern an. Sie sind immer noch stark in der Unterzahl, doch ein erster Teilsieg gelingt als die den Super-Sternzerstörer vernichten. Im Millenium Falcon unter Landos Führung schafft es eine kleine Gruppe in den Reaktorraum des Todessterns - nachdem die Schilde auf Endor abgeschaltet wurden. Sie feuern auf den Kern und verschwinden. Der zweite Todesstern explodiert. Ace wird mit der höchsten Auszeichnung der Rebellen geehrt.

    Der Beginn ist leider etwas träge. Doch sobald dieser überstanden ist, darf man für die Rebellen kämpfen. Die eingestreuten Familien-Missionen bringen Abwechslung und die nötige Bindung zum Charakter.
    Die Missionsbesprechungen sind voll vertont und ausführlich. Ihr startet von einem Kreuzer, manchmal dürft ihr sogar euer Schiff und die Bewaffnung selber wählen.
    Die Missionen sind abwechslungsreich und spaßig. Aufklären, verteidigen, eskortieren, Angriff. Alles dabei und gut in die Story integriert. Ab und zu ändern sich die Missionsziele auch während der Mission. Das erfahrt ihr dann per Funk.

    XWing2.jpg

    Die Steuerung ist sehr umfangreich. Man benötigt nicht alle Funktionen, aber einen Joystick mit mindestens zehn Tasten solltet ihr schon haben. Ansonsten müsst ihr die Tastatur zusätzlich bedienen. Ihr könnt alles frei belegen, auch wenn die Zuweisung anfangs etwas ungewohnt ist.
    Warum braucht man so viele Tasten? Nun, die Gegner sind wendig und es ist manchmal hilfreich die Geschwindigkeit anzupassen. Außerdem müsst ihr mit der Energieverteilung eures Schiffes arbeiten. Dazu kommen noch Abwehrmaßnahmen, Entermanöver, eine genauere Zielauswahl, und so weiter.

    Der Schwierigkeitsgrad ist eigentlich gut, wenn da nicht ein paar wenige Ausreißer wären. Einige wenige Missionen erfordern eine sehr exakte Vorgehensweise, andernfalls kann die Mission recht schnell vorbei sein. Ein Dorn im Auge waren mir auch die viel zu starken Angriffstransporter des Imperiums, zum Glück ebenfalls eine Seltenheit.
    Mir scheint es als sei die Schwierigkeit dieser Missionen den Entwicklern bekannt. Andernfalls wundere ich mich doch sehr, dass man in der vorliegenden Version 2.02 im Menü jederzeit Unverwundbarkeit und unbegrenzte Munition ein- oder ausstellen kann. Die allerletzte Mission zeigt dann Eindrucksvoll wie man eine Mission auf keinen Fall konzipiert. Hier passt leider gar nichts. Mit der zuschaltbaren Unverwundbarkeit kann man sie wenigstens abschließen.

    Die Gegner bestehen vorwiegend natürlich aus Tie-Fightern und -Bombern. Diese, und die vielen weiteren Schiffe, sind nicht allzu intelligent. Sie weichen bei Beschuss aus, aber Individualität ist nicht zu erkennen. Ihre Stärke liegt meist in der Wendigkeit und in der Quantität. Manchmal nervt dieses extreme Kurvenfliegen auch ein bisschen.

    XWing4.jpg

    Die größte Stärke des Spiels ist sicherlich die Atmosphäre. Da zeigt das Spiel kaum eine Schwäche. Alles ist gut vertont. Musik und Soundeffekte sind immer noch Spitze, selbst bei Midi-Klang. Es macht einfach Spaß im Getümmel zwischen Calamari-Kreuzer und Sternzerstörer einen Tie-Fighter nach dem Anderen auszuschalten, während das typische Geräusch erklingt, wenn sie an einem vorbei ziehen. Habt ihr bestimmte Meilensteine erreicht, bekommt ihr sogar sehr ein kurzes Video zu sehen.
    Es gibt nur eine einzige Schwäche diesbezüglich. Die Helden, auf die man kurzzeitig trifft, haben nicht ihre Originalstimme. Schade.
    Star Wars Fans, die sich etwas besser auskennen, erfreuen sich an der parallelen Handlung zwischen Episode 5 und 6 und dem einen oder anderen kleinen Schmankerl.

    Richtig stark ist auch der Flugsimulator. Dort könnt ihr jede, der insgesamt 53 Missionen nochmal einzeln spielen oder über den Editor eine fast beliebige Schlacht erstellen. Auch große Schiffe können hinzugefügt werden. Toll! Nur die Anzahl der Lokalitäten ist etwas zu gering.

    Ich wünsche mir eine neue Star Wars Weltraumsimulation mit der audiovisuellen Pracht der Battlefront Spiele und dem Tiefgang eines X-Wing Alliance.


    Spielzeit etwa 20-25 Stunden, eine Mission dauert 10 bis 20 Minuten.

    Pro/Contra

    + tolles SW-Feeling
    + abwechslungsreiche Missionen
    + wenige Videos
    + alles vertont
    + umfangreicher Editor
    + automatisches Speichern
    + cheaten übers Menü möglich

    - technisch schlecht gealtert
    - keine original Stimmen
    - unausgeglichener SKG
    - wenige Missionen mit extrem engem Korsett
    - Sound Bugs
    - furchtbare letzte Mission


    Fazit: Für SW-Fans, die gerne auf Seiten der Rebellen kämpfen, ist dieses Spiel selbst heute noch empfehlenswert. Auch wenn es einige Macken hat. Alle Anderen bekommen immerhin eine nette, umfangreiche Weltraum-Flugsimulation, die heute aber grausig aussieht. 6/10
    Ich gehöre voll zur Zielgruppe und würde dem Spiel subjektive 8/10 Punkte geben.


    Bilder: Selbst erstellt, das Logo ist von Wikipedia.
     

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    tagchen, Nimble, AncalagoN und 2 anderen gefällt das.
  2. Martin19xx

    Martin19xx

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    Wie lange das her ist...
    1999 war eine tolle Zeit für Weltraum-Spiele: X-Wing, Freespace, Wing Commander.
     
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