Spiel weiß zu gefallen. Zwei Stunden gespielt, Tutorial-Insel erledigt und ein bisschen die Umgebung unsicher gemacht.
Präsentation ist erste Sahne. Ubisoft weiß wie man virtuelle Welten baut. Sieht abermals fantastisch aus, hört sich spitze an (inkl. der gewohnt hochwertigen, deutschen Sprecher) und beginnt auch sehr atmosphärisch. Starker Einstieg.
John Seed gibt sich gleich charismatisch und abgedreht. Hat bereits jetzt das Potential, Vaas den Far Cry'schen Antagonisten-Rang abzulaufen. Setting ist fantastisch. Optisch, aber auch inhaltlich. Macht mich deutlich mehr an als diese weitgehend verlassenen Psycho-Inseln oder stumme Höhlenmenschen.
Ansonsten ist es halt Far Cry. Wie heißt es so schön: Never change a running system. Ubisoft geht hier erneut auf Nummer sicher und verfeinert die bekannte Far Cry Formel. Bisschen weniger HUD (gibt sich jetzt ähnlich wie in AC Origins), weniger Türme ("Keine Angst, ich lasse dich jetzt nicht überall auf Türme klettern."), mehr Freiheiten, Crafting (manche Verbrauchsgegenstände wie TNT können nun hergestellt werden) und schräge Charaktere. Auf der großzügigen Karte gibt es, mit etlichen Nebenmissionen, zerstörbaren Sekten Objekten, hilfsbedürftigen Bürgern, zu befreienden Sekten Lagern und ähnlichem, auch wieder reichlich zu tun. Ubisoft Open-World wie man sie kennt und liebt (oder hasst).
Spielt sich jedenfalls geschmeidig. Angeschlichen, dem ersten Sekten-Arsch den Baseballschläger über die Rübe gezogen, gezielter Schuss auf seinen Kollegen abgegeben und dann bricht auch schon die Hölle los. Schießt sich gut und wunderbar wuchtig. Die Nebenmissionen fallen diesmal auch etwas umfangreicher aus. Beispielsweise: Bürger befreit, der gibt dir einen Auftrag, welcher wiederum aus ein, zwei Abschnitten (öffne Bunker, dafür braucht es aber Strom, usw.) besteht. Basiert natürlich alles immer noch auf dem geradlinigen Run 'n Gun Gameplay, aber es erscheint so etwas gefälliger. Neu und recht zentral ist das Begleiter-Feature. Schon früh erhälst du die Möglichkeit, einen KI-Kumpel mitzunehmen. Anfangs noch irgendein Kerl von Nebenan, später dann die, u.a. aus den Trailern bekannten, Spezialisten, die jeweils unterschiedliche Fähigkeiten mit sich bringen (Hund, Pilot/Flugzeug, Scharfschützin, etc.).
Außerdem darf man sich nun frei einkleiden und zwischen Weiblein und Männlein entscheiden. Wie in Ghost Recon Wildlands, nur nicht so umfangreich. Leider hat der eigene Charakter dadurch seine Stimme verloren und eigentlich ist es auch egal, was man trägt, da man sich ja eh nie selber sieht. Höchstens im Coop kann ich dann mit meinem Dexter Gedächstnis-Holzfällerhemd, der Rainbow Six Siege Einsatzhose und meiner Rabbids Wackelkopffigur (die beiden letzteren aus dem UbiClub) im Auto Eindruck schinden.
Jo, Far Cry ist und bleibt Far Cry, reift mit dem Fünfer aber wieder etwas mehr. Verhält sich ähnlich wie AC Origins zu seinen Vorgängern.
Anbei noch drei One X Screenshots aus dem Tutorial-Gebiet und eine Frau am Steuer. Da kriegt sogar ein gestandener, sich gegen Sekten auflehnender Widerstandskämpfer Schiss. "Nein, nein nein!" Beste Ubi Open-World Situationskomik.