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KT Eine Industrie im Blutrausch

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Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Grad nochmal den Kill mit dem Messer bei Tom Raider gesehen. Das ist ja im Prinzip schon Manhunt Niveau... oO
 
Denke man ist eben an einem Punkt angelangt, bei dem Gewalt durchaus massentauglich ist und eben mehr Leute anspricht als das "Durchschnittsspiel" vor ein oder zwei Generationen. Dabei sind die jetzigen Spiele bei weitem nicht so extrem brutal wie ein SoF oder andere Shooter, die eben die Gewalt als Spielinhalt verkauften.

Heute ist es eben ein beliebtes Spielelement, welches durchaus durch die Gewalt (Tote) in den Medien ein reales Gewand übergestreift bekommt und deshalb eher als "unproblematisch" eingestuft wird. Die wenigsten hinterfragen da die Handlungen und haben eben ihren Spaß daran irgendwelchen Terroristen aus Fernost Blei in den Arsch zu schieben.

Problem liegt halt auch meist daran, dass die heutigen Entwickler sich kaum mehr hin zu neuen Spielideen hinreißen (lassen können) und eben die Formel Shooter + Blut die zur Zeit erfolgsversprechendste ist.
 
Also ich kann das Blut nicht mehr sehen.Action ist kein Problem.Aber die EXTREME Gewaltdarstellung nervt mich doch teilweise schon.
Wenn jede Firma nur mal etwas abstand nehmen würde,dann hätten wir vielleicht wieder Spiele wo man mehr auf die Story wert legt.
 
Geht mir ähnlich. Die Spiele wirken dadurch auch übelst austauschbar. Ich war nie Fan von Nintendoknuddelgrafik und Spielen - aber das andere Extrem brauch ich auch nicht. Finde die Entwicklung nicht so wirklich prickelnd. Hoffe einfach dass die E3 nur einen Momentaufnahme mit großem Fokus darauf war und das nicht wirklich insgesamt der Stand der Industrie ist.
 
Mandos schrieb:
Geht mir ähnlich. Die Spiele wirken dadurch auch übelst austauschbar. Ich war nie Fan von Nintendoknuddelgrafik und Spielen - aber das andere Extrem brauch ich auch nicht. Finde die Entwicklung nicht so wirklich prickelnd. Hoffe einfach dass die E3 nur einen Momentaufnahme mit großem Fokus darauf war und das nicht wirklich insgesamt der Stand der Industrie ist.

Na ja, guck dir an, was wir das ganze Jahr über spielen. Seit Jahren. In irgendeiner Form kommt doch in (fast) jedem Action-Spiel Gewalt vor. Mal mehr, mal weniger explizit. Der neueste Trend ist doch nur, dass jetzt auch Spiele, die früher Gewaltfrei waren, heute auch damit "punkten" wollen.

Das ist auch (neben den spielerischen Aspekten) mit ein Grund, warum ich Nintendo-Spiele immernoch liebe.
 
Hana-Bi schrieb:
Dabei sind die jetzigen Spiele bei weitem nicht so extrem brutal wie ein SoF oder andere Shooter, die eben die Gewalt als Spielinhalt verkauften.

Meiner Meinung nach ein schlechtes Beispiel: SoF1&2 haben zwar die Gewaltdarstellung selbst auf die Spitze getrieben, ich hatte aber nie das Gefühl, dass die Gewalt in dem Maße zelebriert wurde, wie es heute gängig ist.

Wenn man mit einer Desert Eagle einem Typen in den Unterarm schießt, wird der abgerissen - das ist "nur" realistisch. Dass anschließend der Knochen raussteht ist ebenfalls recht wahrscheinlich. Und diesen Realismus zeigt SoF eben ungeschminkt.

Der für mich gravierende Unterschied ist aber, dass die Gewaltdarstellung nicht von der Spielmechanik selbst in den Mittelpunkt gerückt wurde - keine SlowMotion, keine Nahaufnahmen, nichts. Klar konnte man als Spieler nach dem Feuergefecht die Gewaltdarstellung an den Leichen betrachten, das Spiel selbst hat das aber nicht erzwungen oder forciert.

Anders heute, wo der Spieler in gescripteten Zwischensequenzen in absoluten Nahaufnamen vom Spiel gezwungen wird krasseste Gewalthandlungen direkt auszuführen. Auch hier eine schöne Analogie: In COD4 gab es noch einen riesen Aufschrei, als man in der ersten Mission schlafende Gegner in ihren Kojen erschießen musste. Fast forward zu COD xyz 2 Jahre später: Man schleicht sich im Sumpfgebiet in ein Haus, schlitzt dort schlafenden Gegner in Nahaufnahme die Kehle durch und als sich einer wehrt gibt es eine kurze Rangelei und man darf anschließend dabei zusehen, wie die Spielfigur dem Typen das Messer ganz langsam in die Brust schiebt, während dieser einen mit weit aufgerissenen Augen anstarrt.

So etwas gab es früher nicht und diese Art der Gewaltdarstellung ist in meinen Augen um ein Vielfaches verwerflicher als die (detaillierten) Painskins von SoF oder Kingpin.
 
Ah, ok.

Allen Anschein nach handelt es sich da aber auch um ein sehr schlechtes Spiel. Und es rückt den Gewaltaspekt schon stark in den Vordergrund. Du hast zwar recht, dass das Spiel die brutalen Tode nicht unbedingt forciert, aber nach dem, was ich an "Gameplaymaterial" auf youtube gesehen habe, scheint es für viele Spieler wichtig zu sein, dass man einem den Kopf noch mit dem Messer in Scheiben abschneiden kann... :ugly:

Grundsätzlich geb ich dir also recht, dass man das mit heutigen Spielen nur bedingt vergleichen kann, SoF hat die Gewalt, und die ist hier auch unnötig explizit, eindeutig in den Vordergrund gerückt.
 
Die von om3ga beschriebenen cod Szenen gehen mir persönlich schon zu weit. So blöd das klingt, ich schieße gerne irgend welche Soldaten oder Terroristen über den Haufen, aber am besten in bullet time zu zusehen wie ich einen Menschen die Kehle durchschneide oder das Genick breche, wiedert mich an. Liegt auch daran, dass die heutige Grafik alles einfach viel lebensechter darstellt als ein köpfanimation bei zb Babarian 1 aufm c64 oder Moonstone aufm Amiga.
 
Muss zugeben, dass ich bisher noch keinen CoD Teil gespielt habe und mich auch nie damit auseinandergesetzt habe und kann dies deshalb auch nicht wirklich beurteilen.

Ich meinte mit meinem Post eigentlich auch nur, dass man früher eben die Gewalt durchaus als Hauptschwerpunkt und Spielinhalt verkauft hat (bei SoF haben sich doch einige einen runtergeholt bei den möglichen Gewaltexzessen). Heute ist es halt subtiler, die Gewaltdarstellung ist zurückgegangen (Beispiel eben das Kopf wegschnippeln aus SoF) dafür ist es eben nicht mehr so überdreht und realitätsfern, sondern man bekommt wirklich den Eindruck einen Menschen beim töten zuzusehen.
 
Zimtzicke schrieb:
Allen Anschein nach handelt es sich da aber auch um ein sehr schlechtes Spiel. Und es rückt den Gewaltaspekt schon stark in den Vordergrund. Du hast zwar recht, dass das Spiel die brutalen Tode nicht unbedingt forciert, aber nach dem, was ich an "Gameplaymaterial" auf youtube gesehen habe, scheint es für viele Spieler wichtig zu sein, dass man einem den Kopf noch mit dem Messer in Scheiben abschneiden kann... :ugly:

Soldier of Fortune 1 & 2 waren zu ihrer Zeit eigentlich sehr passable Shooter - der erste Teil war damals sogar richtig gut! Und natürlich war der Gewaltaspekt damals für viele Kaufgrund und natürlich probieren Spieler dann aus, was sich jetzt alles mit den Leichen so anstellen lässt (mich eingeschlossen, war damals ja auch noch um 10 Jahre jünger).

Mein Verhältnis zu Gewaltdarstellung in Spielen ist wohl auch ziemlich ambivalent, ähnlich wie bei Mandos: Habe kein grundsätzliches Problem damit, finde ein gewisses Level auch angebracht und Atmosphäre- (und in letzter Konsequenz daraus auch Spielspaß-) fördernd, Comic-hafte Gewalt (Dead Rising) unterhaltsam und Gewalt als Stilmittel (Tarantino) durchaus angebracht.

Mit Folter-Szenen und realistisch dargestellter Gewalt hatte ich aber schon immer massive Probleme und entsprechenden Filmen (solche Szenen gab es bis dato eigentlich nur in Filmen) bin ich immer aktiv aus dem Weg gegangen (Soldat James Ryan etc.). Mal sehen, wenn sich Spiele in diese Richtung weiterentwickeln und sich bei mir ein ähnliches, körperliches Unwohlgefühl einstellt wie bei entsprechenden Filmen, dann werde ich solche Spiele in Zukunft wohl auch meiden müssen.
 
Heute ist es halt subtiler, die Gewaltdarstellung ist zurückgegangen

Naja, subtil ist das bei Max Payne nicht wirklich. Das dort zu ignorieren ist praktisch unmöglich. Und wenn man sich solche Spiele wie Bulletstorm oder Dead Island ansieht, ist die Gewaltdarstellung auch nicht wirklich zurückgegangen.

Trotzdem ist es bei den Letzteren OK, weil es unmittelbar zum Spielprinzip gehört und man nicht noch mit der Nase in die Leiche gestossen wird, damit man auch ja kein Gore übersieht. Bei MP war der ganze Gewaltexzess völlig unnötig. Da hat eigentlich nur noch ein Vergewaltigungsszene gefehlt, um es auf die Spitze zu treiben :roll:

om3ga schrieb:
Mal sehen, wenn sich Spiele in diese Richtung weiterentwickeln und sich bei mir ein ähnliches, körperliches Unwohlgefühl einstellt wie bei entsprechenden Filmen, dann werde ich solche Spiele in Zukunft wohl auch meiden müssen.

Wird bei mir wohl auch so sein.
 
Hana-Bi schrieb:
[…] man bekommt wirklich den Eindruck einen Menschen beim töten zuzusehen.

Und genau das ist in meinen Augen um ein Vielfaches schlimmer als die Gewaltdarstellung früher.

Die Faszination der Painskins von SoF oder Kingpin hat ca. 30 Minuten lang angehalten: In dieser Zeit war es noch krass, dass man Gegnern Gliedmaßen abschießen und sie mit dem Messer zerstückeln konnte. Danach hatte man aber alles gesehen und im weiteren Spielverlauf nicht mehr darauf geachtet, sondern sich auf das eigentliche Gameplay, die Atmosphäre und die Story/Inszenierung eingelassen. Wie bei jedem Spiel eben.

Generell war es dem Spieler überlassen, wie sehr er sich der Gewaltdarstellung aussetzen wollte, bei heutigen Spielen habe ich diese Wahl nicht mehr.
 
Hana-Bi schrieb:
Ich meinte mit meinem Post eigentlich auch nur, dass man früher eben die Gewalt durchaus als Hauptschwerpunkt und Spielinhalt verkauft hat (bei SoF haben sich doch einige einen runtergeholt bei den möglichen Gewaltexzessen). Heute ist es halt subtiler, die Gewaltdarstellung ist zurückgegangen (Beispiel eben das Kopf wegschnippeln aus SoF) dafür ist es eben nicht mehr so überdreht und realitätsfern, sondern man bekommt wirklich den Eindruck einen Menschen beim töten zuzusehen.

Ich habe weiter oben geschrieben, wo ich den entscheidenden Unterschied "zwischen früher und heute" sehe: Du schreibst richtigerweise, dass Splatterspiele eine lange Geschichte haben: Mortal Kombat, Kingpin, Solier of Fortune, Max Paynes Zeitlupe. Ich will sogar gar nicht abstreiten, dass ich mit all diesen Spielen Spaß hatte, auch wegen der Splatterszenen!

Jetzt schauen wir uns die MS-Konferenz an: Der entscheidende Unterschied ist, dass heute Splatterszenen und Gräueltaten in der vollen Breite der actionorientierten Videospiele angekommen sind. In einem Tomb Raider reißt Lara Croft einem Gegner den Kehlkopf aus dem Hals! Splinter Cell zelebriert grausame Morde mit dem Messer in krassen Kameraperspektiven! Die Liste lässt sich mit Far Cry, Call of Duty, Ninja Gaiden und fast jedem Actionspiel der E3 fortsetzen. Wir reden hier nicht von irgendwelchen Schmuddeltiteln aus der Splatternische, die jedes Medium hat. Grausame Gewalt ist in der Mitte der Mainstreamtitel angekommen und sie wird überall inszeniert. Das ist tatsächlich eine Entwicklung, die erst 3-4 Jahre alt ist. Und sie ist besorgniserregend. Ein Tomb Raider mit einer Lara Croft im Blutrausch werde ich jedenfalls niemals spielen! :(
 
Das ist nur dann besorgniserregend, wenn einem vorher nicht klar war, was man da gemacht hat. Mich stört die Gewalt nicht, im Gegenteil. Ich denke, diese Hysterie ist hausgemacht. Früher hatten die Spiele einfach nicht die Technik, um sich um diese Effekte zu kümmern. Spiele mit mehr Gewalt waren schon immer populärer als die ohne. Die Entwickler machen jetzt nur die Games, die sie schon vor 20 Jahren machen wollten.
 
Das sehe ich anders, Bart. Wenn Lara Leuten den Kehlkopf rausreißt, dann zerstört das für mich die komplette Atmosphäre. Das ist einfach so krass fehl am Platz. Wie gesagt, ich habe rein gar nichts gegen Gewaltdarstellung, gerne auch -verherrlichung ala Max Payne oder Mortal Kombat. Aber es muss in den Kontext des Spiels passen. Und bei Tomb Raider oder dem neuen Splinter Cell passt es überhaupt nicht.
 
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